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Jahrelang habe ich mich aufs Neue gewundert, warum es drei Männer sind, die als erstes zu Marias Wochenbett eilen. Denn in meiner Welt machte es soviel mehr Sinn, dass es Frauen sein müssten. Kundige Frauen, die sie nach der Geburt begleiten. Bis ich erfuhr, dass es vor den Drei Heiligen Königen die Hohen Frauen gab. Und mit ihnen den Hohe Frauen Tag. Und auf einmal machte alles Sinn.

Direkt vorweg: die drei Könige waren keine Könige, sondern weise Männer – genauer medizinisch beflissene Männer. Denn sie brachten Myrre, Weihrauch und Gold – alles Mittel, welche zur Unterstützung der Verdauung eingesetzt wurden. Noch heute kauen Menschen auf Weihrauch bei Verdauungsstörungen oder trinken ihn morgens mit ihrem Glas Kamelmilch. An dem Goldbarren wurde nicht geknabbert, sondern kolloidales Gold wurde in Tropfen eingenommen. Denn wir erinnern uns: das Morgenland war erfüllt von Weisheit in Bezug auf medizinische Kenntnisse, von denen die Banausen in Rom nur träumen konnten.

Vor den Weisen waren die Weiber

Wer jedoch vor Kaspar, Melchior und Baltasar Maria an ihrem Bett besuchten waren Katharina, Magarete und Barbara oder wie sie eigentlich hießen: Ambeth, Wilbeth und Borbeth. Und das ist der Moment, wo der Hohe Frauen Tag ins Spiel kommt. Der Tag vor dem Dreikönigstag.

Bevor wir in die dahinterliegende Mystik eintauchen noch ein kurzer Hinweis: der 6. Januar als Ende der Raunächte basiert auf christlicher Mythologie. Denn: das Datum des 24.12. ist 237 als Geburtsdatum Jesus festgelegt worden – damals war es der Tag an dem die Wintersonnenwende stattfindet. Und die 12 Nächte basieren damit eben auch auf der christlich patriarchalen Idee – 12 Monate, 12 Apostel. So kam es, dass nach diesen 12 heiligen Nächten – welche kreiert wurden, um den alten Raunächten Konkurrenz zu machen – die 3 Weisen aus dem Morgenland mit Geschenken erschienen. Ursprünglich haben die Menschen nicht akribisch die einzelnen Nächte abgestrichen, sondern intuitiv gelauscht. Man wartete auf die Völva oder Weleda, die in die Zukunft blickte und saß am Feuer, welches zur Wintersonnenwende entzündet wurde, räucherte und gedachte den Ahnen und den Seelen, die im neuen Jahr kommen würden.

Nun aber zu den Hohen Frauen, den drei Bethen und der Geschichte der femininen Weisheit, die vor den drei Königen existierte.

Ich nehme den Hohe Frauen Tag als Einladung mich tief mit der femininen Weisheit zu verbinden und all das Feminine und Fließende an diesem Tag zu ehren. Als Frauen sind wir dazu eingeladen, diese feminine Energie wieder durch uns fließen zu lassen. Es ist an der Zeit die maskuline und feminine Energie wieder in Balance zu bringen – zuerst in uns und dann in der Welt.

Verbindung mit der femininen Weisheit

Und damit kannst du heute nichts falsch machen, sondern bist eingeladen deiner inneren Weisheit zu lauschen, wenn es darum geht diesen Tag zu gestalten. Denn die Zeit der Institutionen, die dir vorschreiben, wie deine Zeremonie auszusehen hat ist vorbei. Du bist dein Tempel. Und so zünde ich eine weiße, eine rote und eine schwarze Kerze an und ehre damit jeden Aspekt der Göttin in mir und allen Frauen. Ich zünde eine Kerze für meine Ahninnen an und all die Frauen, die vor mir kamen und für die alte Weisheit eingestanden haben und so oft auch ihr Leben ließen. Und ich gedenke der Frauen auf den Scheiterhaufen – die letzte Hexe wurde vor nicht mal 250 Jahren verurteilt – und denen, die trotz all des Widerstands und des katholisch christlichen Brainwash die uralte feminine Kraft weiter haben fließen lassen.

Ich verbinde mich mit all den Frauen, die heute genau das Gleiche tun. Gemeinsam weben wir dieses goldene Netz aus Gebeten – in der neuen Bedeutung -, Gedanken, Geschichten und Gesängen. Ich schicke die Energie an all die Frauen, die nach mir kommen – mögen sie das, was heute noch immer nicht alltäglich ist, mit einer Leichtigkeit und Selbstverständlichkeit praktizieren. Ich bete dafür, dass die Hohen Frauen ihren Platz wieder einnehmen.

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