Was haben die Ursprünge unserer Spiritualität mit der Kolonialisierung Amerikas zu tun? Und wie hängen spirituelle Aneignung und die Missionierung der Waldvölker in Europa zusammen? In diesem Beitrag gehen wir auf diese Fragen und noch einiges mehr ein. Ich teile mit dir Details aus der Reise, die ich mit meinen Native American Sisters im Mai gemacht habe und was genau dahintersteckte. Und du wirst einiges über die Kraft und Durchführung von Zeremonien erfahren.

Ich war im Mai eine gute Woche lang mit zwei meiner Native American Sisters in Spanien unterwegs. Und zwar nicht zum Vergnügen, sondern es hatte einen tiefen und ernsten Hintergrund. Und dieser Hintergrund hatte nicht nur mit ihrer Geschichte zu tun, sondern auch mit meiner und deiner. Wir sind nach Bilbao gereist, saßen in der Kathedrale von Granada und sind in die Berge von Gran Canaria. Was genau zu dieser Reise geführt hat, teile ich im Video-Impuls mit dir.

Was uns nach Granada geführt hat, war die Tatsache, dass die dortige königliche Kapelle der Aufbewahrungsort von König Ferdinand und Königin Isabella. Diese waren nicht nur für die Doktrin der „Eroberung“ der neuen nicht-christlichen Welt zuständig. Sondern sie eroberten 1492 auch das Emirat Granada zurück. Sie waren krasse Katholiken, die ohne Gnade missionierten und unterwarfen. Auch auf dem europäischen Kontinent litten Andersgläubige wie Juden oder Moslems unter ihnen. Und 1492 war auch das Jahr, in dem Kolumbus Fuss auf den Kontinent setzt, den wir heute als Amerika kennen. Und dem folgte die Auslöschung von Millionen von Ureinwohnern, Ausbeutung und unendliches Leid. Von dem wir in Europa wohlgemerkt noch heute profitieren.

Ob wir wollen oder nicht –

wir profitieren bis heute von dem Leid,

welches die katholischen Könige der Welt

im Namen der Kirche zufügten.

Wir sind nach Granada gereist, damit meine Freundinnen Angesicht zu Angesicht in eine Zeremonie mit Ferdinand und Isabella gehen konnten. Denn wie ich es auch immer wieder anführe – es geht darum zum Ursprung zurückzukehren. Und der Ursprung des Leidens der Ahnen meiner Sisters und ihrer Ahnen liegt nun einmal in zwei Särgen in der königlichen Kapelle in Granada. In dem Video beschreibe ich genauer, was wie gemacht haben, wie wir die Zeremonie gestaltet haben und was es für die beiden bedeutete, das erste Mal in eine mit Gold gefüllte europäische Kirche zu treten.

Unsere letzte Station auf der Reise war Gran Canaria – die Kanaren waren der erste Stopp auf der Reise von Kolumbus. Und die Kanarios haben erbitterten Widerstand gegen ihre Eroberer geleistet. Denn nein: sie gehörten nicht immer zu Spanien, sondern waren unabhängige Königreiche einer matriarchalen Gesellschaft mit einer Göttin. Wir sind dort an alte Ritualplätze gegangen, gemeinsam mit meinem Freund, der Kanario ist. Somit standen all unsere Ahnen im gleichen Kreis und wir konnten viel heilen. Mehr dazu findest du auch im Impuls.

Wenn wir nicht an den Ursprung zurück kehren werden wir keine wirkliche Heilung finden.

Wir packen ein Pflaster auf eine offene Schusswunde anstatt die Kugel zu entfernen.

Und wir wundern uns, dass sie nicht heilt.

Solange wir das Trauma nicht erlösen,

hängen wir in kollektiven Wiederholungs-Loop.

Wenn du jetzt sagst: Mensch das berührt mich total, doch was hat das alles mit mir zu tun?, dann kann ich dir sagen: wir sitzen in dem gleichen Schmerz. Denn der Schmerz, den wir da spüren, ist einer, der nicht unserer ist. Sondern es ist der Schmerz unserer Ahnen. Das Trauma der Christianisierung sitzt auch uns noch tief in den Knochen. Und es scheint mir so, als ob wir in einem kollektiven Wiederholungszwang stecken. Denn warum schaffen wir es nicht aufzuhören, auszusteigen und vor allem uns mit unseren Wurzeln wieder zu verbinden? Weil der Schmerz dahin zu schauen so groß erscheint, dass er uns zu überwältigen droht.

Kurz als Erklärung: Freud hat den Begriff des Wiederholungszwang etabliert. Es beschreibt damit das traumatisierte Menschen schmerzhafte Erfahrungen wiederholen bzw. reinzenieren. Teilweise ihr Leben lang. Und wie man sich denken kann, ist dies keine bewusste Handlung, sondern eine unbewusste. Auf diese Art und Weise kann Trauma auch in der Linie weiter gegeben werden, weil wir durch das Wiederholen der nächsten Generation eine ähnliche Situation zumuten. Und so geht es immer weiter…

Es war nicht deine Schuld.

Doch es ist deine Verantwortung.

 Ich will damit nichts entschuldigen von dem was passiert ist, sondern ich möchte dich und uns dazu einladen endlich vor unserer eigenen Traumatür zu kehren, anstatt nur im Mitleid mit den Anderen zu sein und gleichzeitig jedoch nichts zu ändern. 

Wir haben mir der Christianisierung die bewusste Verbindung zu unseren Ahnen verloren, jetzt ist der Moment gekommen, in dem wir sie wieder herstellen können. In dem Impuls teile ich ja auch die Parallelen des immer wiederkehrenden Zyklus von Christianierung und Eroberung – von den Waldvölkern and bis zu den Tribes in Turtle Island (Nordamerika) noch bis in die 1980er Jahre.

 

Das was wir uns so verzweifelt versuchen von anderen anzueignen, existiert in Wahrheit auch in uns.

Im Hier und Jetzt haben wir die Tool. Wenn wir von der neuen Zeit sprechen, dann geht es für mich nicht um Innovationen und KI. Es geht um eine Zeit, in der wir gesunden, unsere Linien heilen, die Traumata erlösen und endlich wieder wirklich einander begegnen können. Eine Welt in der wir uns als Teil von etwas Größerem ansehen und erkennen, wie jede einzelne von uns eine Antwort sein kann. In den ReRooting©-Sessions steigen wir direkt in deine Themen ein. Wir klären und heilen deine Linie – für Klarheit und Frieden im Hier und Jetzt. 

Alleine das Erinnern daran, dass wir einst spirituell verbunden waren, dass wir das, was wir uns bei anderen verzweifelt aneignen in uns tragen und dass all dies wiederbelebt werden kann öffnet des Raum für eine tiefer Veränderung. Lass sie uns gemeinsam verkörpern. 

In Sisterhood,