Jeden Tag trifft jede von uns Entscheidungen. Wir entscheiden uns für etwas, wir entscheiden uns gegen etwas – und damit dann auch wieder für etwas anderes – und manchmal entscheiden wir uns uns nicht zu entscheiden. Oder wir überlassen anderen die Entscheidung. Und das ist der Moment, in dem wir unsere Macht abgeben und aktiv aus unserer Schöpferinnenkraft gehen. Denn: Eine Entscheidung zu treffen bedeutet auch immer in meine Macht zu gehen.

Was passiert, wenn wir darauf warten, dass das Leben für uns entscheidet? Wenn wir darauf warten, dass das Leben für uns entscheidet, dann geben wir den Leben Macht über uns – oder genauer gesagt: wir geben allem anderen Faktoren und Menschen Macht über uns. In diesem klassischen moment, in dem ich sage:“Ich weiß nicht. Ich warte mal ab, was Anna sagt.“, in diesem Moment gehe ich aus meiner Macht, ich gebe meine Macht an jemanden anderes ab. Und damit ist die unterschwellige Botschaft: Ich gebe die Macht über mein Leben und darüber, wie mein Leben läuft, an jemanden anders ab. Das hört sich erst einmal krass an, doch spür dort ruhig mal rein. In dem Moment darf jemand anderes darüber entscheiden wo und wie du dein Leben verbringst. Das gilt überigens auch, wenn ich sage, dass es mir egal ist, was wir gemeinsam unternehmen.

Es geht nicht um die Entscheidung, sondern um die Konsequenzen

Wir treffen jeden Tag viele kleine Entscheidungen. Wir entscheiden uns, die Zähne zu putzen. Wir entscheiden uns, einen Kaffee einen Tee zu machen. Wir entscheiden, was wir anziehen. Wir entscheiden, dass wir jeden Morgen in die Bahn steigen oder aufs Fahrrad steigen oder jeden Morgen Porridge essen, das sind alles Entscheidungen, die wir treffen. Viele Entscheidungen haben wir automatisiert. Wenn also jemand sagt, dass es ihr schwer fällt Entscheidungen zu treffen, dann lade ich die Person gerne ein, da nochmal drüber zu reflektieren. Denn es ist in Wirklichkeit nicht, dass Entscheidungen als solches schwer fallen. Sondern diese spezielle Entscheidung, weil sie eventuell mit Konsequenzen verbunden ist, die die Person nicht tragen will. Oder in denen wir uns nicht selber vertrauen. Und in solchen Momenten gehen wir aus unserer Macht. Denn wir gehen raus aus dem Moment, wo ich sagen kann, ich übernehme die Verantwortung für mein Leben.

In dem Moment, wo ich mich nicht traue, eine Entscheidung zu treffen, gibt es zwei Gründe. Der eine Grund ist oft der Zeitpunkt. Es kann sein, dass ich wirklich noch nicht genug Informationen habe und deswegen warte ich noch ab. In dem Moment kann ich bewusst entscheiden, abzuwarten und sagen hey, ich brauche noch einen Moment Zeit. Was dann übrigens eine klare Entscheidung ist. Wenn ich allerdings abwarte, um etwas hinauszuzögern und zu hoffen, dass jemand anders für mich entscheidet, dann steht da eigentlich hinter, dass ich mir selber nicht vertraue, meiner Entscheidungskraft nicht vertrauen, dass ich aus meiner Macht rausgeht, dass ich mich persönlich selber in eine Ohnmacht begebe. Das bedeutet kurz gesagt ich übernehme nicht die Verantwortung für mein Leben. Wenn ich keine Entscheidungen treffe, lehne ich die Verantwortung für mein Leben ab. In dem Moment, wo ich Verantwortung ablehne, gehe ich aus meiner Macht und da sind wir wieder bei dem Satz: Du bist die Antwort auf deine Fragen.

Vom Opfer zur Schöpferin

Wenn du eine Entscheidung nicht treffen kannst, dann frage dich: Was fehlt mir? Was fehlt mir, um diese Entscheidung zu treffen? Und wenn es das Selbstvertrauen ist, weil du dir selber nicht vertraust, dann frag dich warum vertraust du dir selber nicht? Wir zweifeln vergangene Entscheidungen an, wenn wir im Hir und Jetzt nicht zufrieden sind. Dann fangen wir an Entscheidung aus der Vergangenheit anzuzweifeln. Doch im Kern geht es darum, hier wieder eine Entscheidung zu treffen und die Verantwortung zu übernehmen. Denn wenn ich mich über meine alte Entscheidung beschwere, gehe ich wieder in eine Opferhaltung und mache mich zum Opfer meiner Vergangenheit. Ich stehe meiner Vergangenheit ohnmächtig gegenüber. Ich stilisiere mich zum Opfer meines jüngeren Ichs. Doch wenn es Entscheidungen gibt, wo du rückblickend sagst: „ Das war nicht so geil, das hätte ich anders gemacht.“, dann muss die Frage dazu direkt lauten: „ Was würdest du heute anders machen? Was kannst du hier und jetzt tun, um diese diesen Weg, den du eingeschlagen hast, so zu kreieren, dass er wieder deiner ist, dass er dich glücklich macht, dass er dich erfüllt?“

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Entscheidungen als Power-Tool

Warum ist das Thema Entscheidungen so wichtig? Es ist so wichtig, dass wir Frauen wieder in unsere Macht kommen. Die Schöpferinnenmacht wieder verkörpern. Der Anfang ist, jedes Mal, wenn mich jemand etwas fragt, nicht zu sagen, „weiß ich nicht“ oder „ist mir egal“. Sondern zu sagen:“ Das kann ich dir vielleicht jetzt noch nicht sagen“ „Ich muss das mal sacken lassen.“ Aber nicht mehr zu sagen ich weiß es nicht und jemand anders entscheiden zu lassen. Das ist der allererste Schritt in deine Macht. Du wirst merken, was für ein Unterschied es macht, wenn du tagtäglich anfängst, bewusst Entscheidungen zu treffen.

Ich feiere dich schon jetzt für all die Entscheidungen, die du ab jetzt treffen wirst. Und freue mich über all die Macht, die du dir damit zurück holst. Zu wissen, dass wir mit jeder Entscheidung somit auch das Patriarchat ein wenig mehr zum wackeln bringen. Denn wenn Frauen wieder in ihre Macht kommen und souveräne Entscheidungen treffen, dann verändern sie die Welt.

P.S. Dieser Impuls ist zum Schnitterinnenfest im August entstanden – mehr zum Jahreskreis und Circles, Cycles & Ceremonies findest du hier Er ist jedoch immer gültig!