Ist das Trauma eigentlich deines?

Ist das Trauma eigentlich deines?

Wenn ich eines in den letzten 15 Jahren gelernt habe, dann ist es, dass wir allzu oft die Ursache bei uns selbst suchen. Was in unserer Gesellschaft ja auch kein Wunder ist, sorgt sie doch mit all dem Individualismus dafür, dass wir uns wirklich nur noch um uns selbst drehen. Dabei würde ein wenig mehr Gemeinschaftssinn auch dazu führen, dass wir uns wieder mehr und mehr daran erinnern, dass wir eben nicht allein sind. Und diese Erkenntnis könnte uns dahinführen, dass nicht alles was wir wahrnehmen oder spüren oder sogar auch wie wir die Welt erleben, im Kern unseres ist. Sondern dass es beeinflusst wir von denen, die um uns sind und denen, die vor uns kamen. Denn wir sind immer auch Teil einer Gemeinschaft – derjenigen, die uns umgeben und derjenigen, aus denen wir entstanden sind.

Wir sind keine Individual-Insel.
Wir sind Teil von etwas Größerem – Gemeinschaft.

Wenn wir uns also die Frage stellen, ob das Trauma wirklich unseres ist – was wir meiner Meinung nach viel zu selten tun (denn, spitz formuliert, wie könnte es mal nicht um uns gehen?), dann würden wir feststellen, dass dies nicht wirklich immer der Fall ist. Und wir würden erkennen, dass das Trauma oder die traumatische Erfahrung, deren Folgen wir wahrnehmen, im Ursprung gar nicht unseres ist. Was übrigens auch die Bearbeitung des Themas immens erleichtert.

Starten wir von vorne: erkennen wir an, dass wir Teil einer Linie sind, dann ist es ziemlich logisch, dass die Menschen vor uns uns eben nicht nur ihr Äußeres mitgegeben haben, sondern dass wir auch Elemente unseres Inneren Erlebens von ihnen mitbekommen haben. Das bedeutet zum einen Elemente wie Resilienz und Durchhaltevermögen. Und zum anderen Sensibilität bestimmten Stressoren gegenüber und traumatische Erlebnisse. Das was dann passiert, ist dass wir das als positiv empfundene gerne einfach so annehmen und uns nicht fragen, woher es eigentlich kommt. Im Zweifel loben wir uns selbst dafür.

Für das Positive loben wir uns.
Für das Negative machen wir uns fertig.
Doch wenn beides nichts mit uns zu tun hat, was dann?
Kaja Andrea

Doch das Gleiche passiert eben oftmals auch mit den als blockierend oder einschränkend empfundenen Emotionen und den damit verbundenen Verhaltensweisen. Wir beziehen diese auf uns, anstatt zu erkennen, dass sie uns weiter gegeben wurden. Und dass wir eigentlich ganz wo anders nach dem Ursprung und damit auch nach der Neutralisierung des Zustands suchen müssten. Neutralisierung verwende ich hier, da es darum geht neutral mit der jeweiligen Situation, die den Stress oder das traumatisierte Verhalten triggert, umgehen zu können. Damit hat sie keine Macht mehr über uns im Hier und Jetzt und wir sind frei vom Einfluss dessen, was uns vorher einschränkte.

Doch woher wissen wir, ob ein Trauma unseres ist? Im Kern kann man sagen: wir finden keinen Ursprung in unserem Leben. Das Verhalten oder die Reaktion auf bestimmte Umstände lassen sich nicht auf unser jetziges Leben zurück beziehen. Ein eindrückliches Beispiel ist ein kleiner Junge, den die Eltern abends alleine zuhause lassen und zu den Nachbar gehen. Genau an dem Abend ertönen die Sirenen. Der Junge wacht auf und läuft instinktiv zur nächsten Brücke, um sich darunter zu verstecken. Normalerweise würde er zu den Nachbar laufen, seine Eltern suchen, doch er sucht Schutz unter der Brücke. Denn in ihm läuft das Kriegstrauma der Mutter ab, die sich als Kind unter den Brücken vor den Bomben versteckt hat

Wenn ein unbekannter Instinkt übernimmt, dann bewegen wir uns im Feld des intergenerationalen Trauma.

Es gibt also kein Ursprungserlebnis in dem Leben des kleinen Jungen, denn der Ursprung liegt im Leben seiner Mutter. Wenn wir also Verhalrensweisen oder Reaktionen an den Tag leben, die für uns keinen Sinn machen oder nicht auf etwas konkretes im Hier und Jetzt zurückzuführen sind, dann sind dies deutliche Hinweise auf ein ahnengeprägtes Trauma oder ein intergenerationales Trauma. Und damit werden wir es nur bearbeiten können, wenn wir anfangen außerhalb von uns zu schauen.

Das ist das, wo Ahnenarbeit ansetzt. Wir erkennen an, dass wir Teil einer Linie sind, die uns eben auch Emotionen und Reaktionen mitgegeben hat. Und wir schauen gemeinsam nach dem Ursprung dieser Emotionen und Reaktionen, um sie dann zu neutralisieren. Denn nur wenn wir den richtigen Ursprung finden, können wir nachhaltig wirklich etwas verändern. Ansonsten ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass wir immer wieder in der gleichen Schleife landen.

Wenn das Trauma also nicht deines ist, dann mach es dir nicht zueigen, sondern erweitere deinen Blickwinkel und damit auch die Chancen es ein für alle Mal zu erlösen.

Wenn du mehr wissen willst, dann kannst du mit dem Echo-Finder herausfinden kannst, welchen Ursprung dein aktuelles Thema hat.

 

In Sisterhood,

Löwentor am 8.8. – Ursprung, Bedeutung und wie du die Energie wirklich nutzen kannst

Löwentor am 8.8. – Ursprung, Bedeutung und wie du die Energie wirklich nutzen kannst

Am 08.08. ist das Löwentor und gefühlt wird nun überall manifestiert und es ist der Höhepunkt des Jahres. Doch woher kommt es eigentlich, dass wir alle so darauf fixiert sind und wo liegt der eigentliche Ursprung des Löwentors? Und direkt vorab: es hat nichts mit Europa zu tun, sondern die Ursprünge liegen in Ägypten!

Was ist das Löwentor eigentlich?

Das „Löwentor“ ist ein moderner Begriff, der auf einem Naturereignis beruht, das die alten Ägypter beobachtet haben: das Erscheinen des Sterns Sirius am Himmel.

Sirius ist der hellste Stern am Nachthimmel, etwa 26-mal heller als unsere Sonne. In Ägypten markierte sein heliakischer Aufgang – also der Moment, in dem er kurz vor Sonnenaufgang sichtbar wurde – den Beginn der Nilüberschwemmungen. Dieses Hochwasser war lebenswichtig, weil es die Felder fruchtbar machte.

Für die Ägypter war Sirius daher ein Signal für Fruchtbarkeit, Neubeginn und Fülle. Kein Wunder also, dass diese Zeit als heilig galt und auch mit monumentalen Bauten wie den Pyramiden von Gizeh in Verbindung steht, die sich teilweise an Sirius orientieren.

Und warum dann der 8.8.?

Hier wird es spannend: Der 8. August ist eine moderne Zuordnung, die im Kontext unseres heutigen gregorianischen Kalenders entstanden ist. Vor der Kalenderreform lebten die Menschen im julianischen Kalender – dort würde das „Löwentor“ ungefähr am 26. Juli liegen.

Das sogenannte Löwentor ist somit nicht an dieses spezifische Datum gebunden – sondern an eine Sternenkonstellation, genauer gesagt an das Erscheinen des Fixsterns Sirius am Himmel.  Das zeigt: Die Verbindung zwischen Sirius und dem heutigen Datum ist nicht auf ein Datum festgelegt, sondern auf ein astronomisches Ereignis. Doch die die Symbolik der Zahl Acht (∞ – Unendlichkeit) ist für viele bedeutungsvoll und stark und schön – deshalb nutzen viele diesen Tag bewusst für Manifestationen.

Löwin, Göttin, Sphinx – Die vergessene Ordnung

Bevor die Pyramiden von Gizeh errichtet wurden – jene gigantischen Monumente, die heute noch als technische und mystische Meisterleistung gelten – stand dort bereits ein anderes Zeichen: die Sphinx. Eine Figur mit dem Körper eines Löwen – oder, genauer gesagt, einer Löwin – und dem Gesicht einer Frau. Eine Gestalt, älter als die Pyramiden selbst. Eine Wächterin, ein Zeichen für die große Mysterienträgerin, für die Göttin, die diesen Ort schon lange vor den Pharaonen mit ihrer Präsenz erfüllte.

Diese Sphinx ist kein Beiwerk, kein nachträgliches Denkmal, sondern vermutlich das älteste Zeichen dafür, dass dieser Ort bereits vor der patriarchalen Machtübernahme als heilig galt – als Platz der Verehrung, der Verbindung zwischen Himmel und Erde, zwischen Mensch und Kosmos. Dass ausgerechnet dort später die Pharaonen ihre Grabstätten errichten ließen, ist kein Zufall, sondern eine strategische Setzung: Man übernahm den heiligen Ort und wandelte seine Bedeutung.

Ein Prinzip, das auch in Europa bekannt ist. Die Christianisierung des Kontinents funktionierte zu großen Teilen über genau diesen Mechanismus: Kraftorte wurden „getauft“, Kirchen auf heidnische Tempel gebaut, Bäume gefällt, die einst heilig waren, und Feste umbenannt, um sie in das neue Dogma zu integrieren.

So wie Karl der Große einst bei uns durch die Lande zog, um die alten Kultplätze zu zerstören oder zu „erneuern“, so taten es auch die frühen Machthaber in Ägypten: Sie legten sich die Orte untertan, die schon lange vor ihnen bedeutungsvoll waren.

Isis, Maria, Frau Holle – Die Wandlung der großen Mutter

In dieser Übergangszeit begegnen wir immer wieder der Großen Mutter – jener archetypischen Kraft, die in unzähligen Namen, Bildern und Mythen überliefert wurde. In Ägypten war sie Isis – Göttin des Lebens, der Magie, der Heilkunst, der Sterne. In Nordeuropa war sie Frau Holle, Freya, Frigg – Hüterinnen der Jahreszeiten, der Fruchtbarkeit, der Schwellen zwischen Leben und Tod. Im Christentum wurde sie zu Maria, zur reinen Mutter, zur Himmelskönigin.

Dass so viele dieser weiblichen Urbilder miteinander verbunden sind, ist kein Zufall. Es ist Ausdruck eines kollektiven Bewusstseins, das tief verankert ist in der Erinnerung der Menschheit. Die mythologischen Linien zeigen deutlich, wie aus Isis Maria wurde, wie sich in der Gestalt von Frau Holle uralte Göttinnenaspekte wiederfinden, wie aus Freya – der Falkenträgerin – eine „Heilige“ wurde, deren ursprüngliche Kraft domestiziert wurde. Doch die Spuren sind noch da. Und das Löwentor ist eine Einladung, sie wieder sichtbar zu machen.

Löwentor im europäischen Kontext

Hier im Norden konnten unsere Vorfahren Sirius übrigens gar nicht zur selben Zeit sehen wie in Ägypten – oft erst im Winter. Stattdessen orientierten sie sich an anderen Fixsternen, wie Stella Polaris, dem Nordstern, der für Seefahrer und europäische Nomadenvölker entscheidend war. (über den spreche ich auch in „Du bist die Antwort“ noch mehr im Hinblick auf unsere Visionen und deren Umsetzung)

Auch unsere Sternbilder, Rituale und Tiere waren andere: Während in Ägypten der Löwe eine Verkörperung der Göttin war (siehe die Sphinx), war es in Europa eher der Bär, im späteren Winter auch der Wolf.

Unsere Feste und mythologischen Marker waren – wie bei den Ägyptern – an lokale Naturereignisse gebunden: Sonnwenden, Mondzyklen, Sternbilder zur Orientierung für Jagd, Ernte oder Viehhaltung. Und so war Sirius für uns eher ein Winterstern. 

Für uns gab es zu dieser Jahreszeit den Beginn der Ernte zum 8 Vollmond nach der Wintersonnenwende und wer etwas Magie und Wunscherfüllung brauchte konnte am Himmel den Sternschnuppenzug der Perseiden beobachten. Dieser erreicht seinen Höhepunkt meist um den 13./14. August. Auch eine wunderbare Art des Manifestierens. 

Was heißt das für uns heute?

Natürlich können wir uns in die kollektive Manifestationsenergie einklinken. Doch wenn wir das tun, ist es vielleicht auch hilfreich, nicht nur an uns, sondern die Welt zu denken. Lasst uns Frieden, Fülle und Freiheit für alle manifestieren.

Doch ich selber habe gelernt, wie kraftvoll es ist, wenn wir unsere spirituellen Ursprünge erinnern und gleichzeitig die eigenen kulturellen Wurzeln ehren. Denn oft haben wir in Europa vergessen, dass auch hier einst Sternenwissen, Mythologien und zyklische Naturspiritualität lebendig waren – bis die Christianisierung dieses Wissen systematisch verdrängt hat.

Anstatt das Löwentor zu inszenieren, können wir auch fragen: Wie hätten meine Vorfahr:innen diesen Zeitpunkt markiert? Sie hätten wahrscheinlich die Ernte eingeläutet. Die Zeit der Schnitterin. Wir können schauen, ob wir Stella Polaris am Himmel finden, den Fixstern, der uns immer wieder nach hause führt. So wie schon Generationen von Menschen vor uns. Und wir können uns an unsere lokalen Tiere erinnern und aus dem Löwentor ein „Wolfstor“ machen – passend zu Sirius, der in vielen Kulturen auch als „Hundsstern“ bekannt ist.

Tiefe statt Trend

Spirituelle Trends sind schön – sie verbinden uns, geben uns Fokus und Kraft. Und gleichzeitig liegt die wahre Magie oft darin, die tieferen Schichten zu verstehen und zu spüren, wie alt dieses Wissen wirklich ist – auch in unserer eigenen Kultur.

Morgen ist also nicht „der einzige magische Tag des Jahres“. Die alte Magie ist weniger an ein fixes Datum gebunden als an den Kosmos selbst. In Verbindung mit der Ernte-Energie ist dies jedoch eine gute zeit um Klarheit in deine Entscheidungen zu bringen. Und damit auch in das, was du wirklich willst.

Ich für meinen Teil werde morgen wahrscheinlich mit den Wölfen heulen, meine Intentionen sprechen und mich mit der alten wie der neuen Energie verbinden. Und ich werde in die Dunkelheit fahren und die Sterne beobachten. 

Mein Tipp: Feiere, wie es sich für dich stimmig anfühlt. Ob Löwe, Wolf oder Bär – verbinde dich bewusst mit den Ursprüngen und spüre die Kraft, die entsteht, wenn wir Wissen und Intuition zusammenbringen.

Wie die Kraft der Ahnen uns in der Gegenwart heilen kann

Wie die Kraft der Ahnen uns in der Gegenwart heilen kann

“Ich bin nicht ich allein.” Dieser Satz fiel mir zum ersten Mal ein, als ich mal wieder frustriert zuhause saß, weil sich einer der Themen, welches ich in gefühlt unzähligen Coaching-Sessions und energetischen Sittings bearbeitet hatte wieder meldete. Ich war Anfang 30 und konnte gefühlt meine Wohnzimmerwand mit Zertifikaten und Ausbildungsnachweisen füllen. Und dennoch fand ich mich wieder in diesem Moment, in dem es sich anfühlte, als hätte ich versagt. Das jedenfalls war die unterschwellige Botschaft, die meine Ausbilder mir mitgaben – ich würde es nicht genug wollen oder mich nicht genug hingeben.

So saß ich frustriert auf den Holzdielen im Wohnzimmer meiner Hamburger Altbawohnung und schickte ein Stoßgebet an die Putten im Stuck an der Decke. Und dann kam mir der Satz: Ich bin nicht ich allein.” Und auf einmal spürte ich, wie sich in mir etwas bewegte, sich all die aufgestauten Emotionen lösten und mir ein Stöhnen entfuhr, welches sich anhörte und fühlte, als ob es uralt wäre. Ich ließ den Prozess geschehen und flüsterte instinktiv: “Ich spüre dich” und danach “Es ist vorbei”.

Und das war es dann auch. Nach all den vorher gedrehten Runden brauchte ich 30 Minuten auf meinem Wohnzimmerboden mit stöhnen, schütteln und vielen Tränen und auf einmal war dort Frieden und Ruhe. Ohne dass ich es wusste, hatte ich den Grundstein für meinen weiteren Weg gelegt. Ich hatte ein Ahnentrauma erlöst.

Wenn der Ursprung nicht in dir liegt

 

Erst später wurde mir klar: Häufiger als wir denken, ist das, was wir spüren, nicht unseres. Mittlerweile zeigt meine Erfahrung, dass es sogar über 60% der Themen sind, die im Ursprung nicht unsere sind. Es sind die Echos unserer Ahnen. Erinnerungen, die nicht in unserem Kopf, sondern in unseren Zellen wohnen. Gefühle, die nicht von uns stammen, sondern von denen, die vor uns waren.

Heute wissen wir: Erlebtes verändert nicht nur unser Nervensystem – es kann auch epigenetisch weitergegeben werden. Studien zeigen, dass traumatische Erfahrungen (wie Krieg, Gewalt oder Flucht) biochemische „Marker“ hinterlassen, die bestimmen, welche Gene ein- oder ausgeschaltet sind. Diese Veränderungen können an Kinder und Enkel weitervererbt werden – als erhöhte Stressanfälligkeit, Angst, Erstarrung, Überverantwortung oder das Gefühl, „nicht ganz hier“ zu sein.

Studien zeigen: Traumatische Erfahrungen verändern nicht den genetischen Code selbst, wohl aber die biochemische „Schaltzentrale“, die entscheidet, welche Gene an- oder abgeschaltet werden. Diese epigenetischen Markierungen können über Generationen weitergegeben werden – selbst wenn das auslösende Ereignis längst vergangen ist.

So zeigte eine Studie an Überlebenden der Shoah, dass die Kinder und Enkelkinder dieser Menschen erhöhte Stress-Sensitivität und veränderte Hormonprofile aufwiesen – obwohl sie die Traumata selbst nicht erlebt hatten. Ähnliches wurde bei den Nachkommen von Kriegsgefangenen, Geflüchteten oder hungernden Müttern beobachtet.

 

Keine Nostalgie, sondern eine neue Zukunft

 

Für mich ist die Arbeit mit den Ahnen daher ist kein Rückzug in Nostalgie. Sie ist ein Akt der Transformation – auch kulturell. Wir verändern akiv die Vergangenheit und kreieren damit eine neue Zukunft. Und wenn wir beginnen und wieder bewußt mit unserem indigenen europäischen Erbe zu verbinden, müssen wir nicht mehr bei anderen Kulturen suchen. Wir können eine eigene, verkörperte, verwurzelte Spiritualität leben. Eine, die heilt – uns, unsere Linie, unsere Welt.

Ich spreche dabei nicht von Ahnenarbeit als romantischer Rückbesinnung auf vergangene Zeiten. Sondern als klarer, tief transformierender Praxis, die in unsere Gegenwart hineinwirkt. Ahnenarbeit heißt: Ich nehme bewusst Verbindung auf zu meiner Linie – und treffe eine Entscheidung. Welche Muster ich weiterführe. Und welche ich beende.

Es ist ein heiliger Akt von Selbstermächtigung: Nicht weil wir stark sein müssen. Sondern weil wir verbunden sind. Jede:r von uns ist Teil einer Geschichte, die vor unserer Geburt begann. Unsere DNA trägt nicht nur Augenfarbe und Körpergröße, sondern auch Erlebnisse, Ängste, Verluste. Die Forschung nennt das transgenerationale Weitergabe oder epigenetische Prägung. Spirituelle Traditionen nennen es Ahnenlinie. Und egal, wie wir es benennen – es wirkt.

Was weitergegeben wurde, kann gewandelt werden. Wir müssen es nicht weitertragen.

Viele von uns haben spirituelle Wege gesucht – im Außen, in anderen Kulturen, in fernen Traditionen. Und dabei etwas übersehen: Dass auch unsere Wurzeln heilig sind. Auch hier, in Mitteleuropa, gibt es ein tiefes, erdiges Wissen. Ein Wissen um Zyklen, um Würde, um die Verbindung zwischen den Lebenden und den Toten, welches lange unterdrückt wurde – durch Christianisierung, Kolonialisierung, Patriarchat – und das nun wieder aufsteigt.

Unsere Ahnen waren unsere ersten spirituellen Begleiter. Vorchristliche Kulturen hielten engen Kontakt mit der unsichtbaren Welt. Sie ehrten die Toten, baten sie um Rat, feierten die Rückkehr der Seelen zur Wintersonnenwende. Viele Bräuche, die wir heute als „Weihnachtsmärchen“ abtun, sind ursprünglich Rituale der Ahnenerinnerung. Die Lebkuchen etwa – einst „Laibe des Lebens“ – waren Gaben an die Toten.

 

Wurzeln rekultivieren, Verbindung erleben

 

Heute haben die meisten von uns nicht gelernt, wie man mit den Ahnen spricht. Es ist, als hätten wir unsere Wurzeln gekappt – kollektiv und individuell. Doch wir können sie wieder beleben. Wir können Verbindung aufbauen. Kraft schöpfen. Klarheit gewinnen. Denn wenn wir unsere Ahnen ehren, ehren wir auch uns selbst. Wenn wir uns zurückverbinden, entsteht eine neue Form von Sicherheit. Nicht weil „alles gut“ wird. Sondern weil wir nicht mehr allein stehen. Nicht umsonst gibt es den Satz:

Gehe, als ob tausende von Ahnen mit dir gehen.

Wenn du das Gefühl hast, dass deine Themen tiefer liegen – dann hast du höchstwahrscheinlich recht. Wenn du manchmal spürst, dass du für etwas leidest, das nicht deins ist – dann vertraue dem.
Und wenn du bereit bist, dich zurückzuverbinden – dann bist du nicht allein.

Ich habe in den letzten 15 Jahren mit vielen Menschen gearbeitet, die tief transformierende Erfahrungen gemacht haben – ohne viele Worte, ohne Drama. Weil sie plötzlich verstanden haben: Ich bin Teil von etwas Größerem. Weil sie nicht mehr kämpfen mussten, um stark zu sein.
Weil sie sich endlich gehalten gefühlt haben – nicht durch andere, sondern durch ihre Linie.

Manchmal braucht es nur einen inneren Satz, um das Feld zu drehen:
„Ich sehe euch. Ich danke euch. Und ich gehe meinen eigenen Weg.“

Denn: Die Ahnen warten nicht darauf, dass wir perfekt sind. Sondern dass wir bereit sind, hinzuhören.

 

 

Palästina – eine Geschichte

Palästina – eine Geschichte

Wenn wir dieser Tage auf die Bilder aus Gaza schauen und dann hören, dass das alles am 07. Oktober 2023 begann, dann muss uns klar sein, dass das nicht stimmt. Das das, was Israel seit dem 08. Oktober 2023 tut nur das Ende einer lang existierenden Geschichte von Kolonialisierung, Enteignung und Vertreibung ist. Und dass diese Geschichte in Deutschland nicht frei erzählt wird. Denn:

Die Bundesrepublik Deutschland steckt

im Trauma-Bonding mit dem Staat Israel.

Es geht in dieser Episode und Geschichte, wir gehen 10000 Jahre zurück, was Kolonialisierung mit dem Klima zu tun hat, wieso du deine Übernachtungen nicht mehr bei airbnb buchen solltest und was du tun kannst, um auf der richtigen Seite der Geschichte zu stehen. Ganz konkret, einfach umsetzbar. 

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Alles nachzulesen ist hier:

https://kajaandrea.de/palaestina-eine-geschichte-von-kolonialisierung-enteignung-vertreibung/

https://kajaandrea.de/palaestina-oekonomie-des-genozids-power-to-the-people/

Dort findest du auch alle Jahreszahlen, weiterführenden Links und Tipps. Ich freue mich auf deinen Kommentar.

In Sisterhood.

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Hunger als Strategie

Hunger als Strategie

Wir müssen reden. Gaza. Genozid. Epigenetik. Über einen erweiterten Blick auf das, was gerade vor unseren Augen passiert. Und warum es uns vielleicht auch ganz anders betrifft, als es uns bisher klar ist. Wir schauen auf die epigenetischen Zusammenhänge, werfen einen Blick über unser Leben hinaus und warum wir als Menschheit feststecken und wie die Auseinandersetzung mit unserer epigenetischen allostatischen Last uns daraus holen kann. 

Wenn wir die Muster nicht erkennen,

werden sie sich immer wiederholen.

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Interesse an Ahnenarbeit?

Ahnen-Workshop 

Ausbildung ECHO®-Practitioner

Und hier alle Links:

EPIGENETIK & TRANSGENERATIONALES TRAUMA

Holocaust-Kinder und Genveränderung (NR3C1) https://en.wikipedia.org/wiki/Epigenetics_of_anxiety_and_stress%E2%80%93related_disorders

https://www.wired.com/2015/03/fat-sick-blame-grandparents-bad-habits/

Dutch Hunger Winter & IGF2-Methylierung https://en.wikipedia.org/wiki/Transgenerational_epigenetic_inheritance

https://www.verywellhealth.com/intergenerational-trauma-5191638

Review zu Traumaübertragung beim Menschen https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6127768/

https://www.medicamondiale.org/en/violence-against-women/overcoming-trauma/transgenerational-trauma.html

Polnische Studie zu Schuldtrauma & PTSD https://www.nature.com/articles/s41598-023-44300-6

https://www.medscape.co.uk/viewarticle/how-second-world-war-trauma-passed-next-generation-2019a100001n

HUNGER ALS SYSTEMATISCHES MACHTINSTRUMENT

Gaza & Holocaust – Brot als Lockmittel Täuschung durch Lebensmittel im Ghetto Theresienstadt https://encyclopedia.ushmm.org/content/en/article/deceiving-the-public

Allgemeiner Überblick zu Theresienstadt https://encyclopedia.ushmm.org/content/en/article/theresienstadt

Irish Famine (1845–1852) Psychische Folgen der Great Famine https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30652234/

https://www.medicalindependent.ie/comment/guest-columnist/the-psychological-legacy-of-the-great-hunger/

Analyse durch Oonagh Walsh: Epigenetik & Trauma https://researchonline.gcu.ac.uk/en/publications/nature-and-nurture-the-great-famine-and-epigenetic-change-in-irel

Historischer Überblick – politisch herbeigeführt https://en.wikipedia.org/wiki/Great_Famine_(Ireland)

Bengal Famine (1943) Churchills Rolle & Koloniale Verantwortung https://www.theguardian.com/world/2019/mar/29/winston-churchill-policies-contributed-to-1943-bengal-famine-study

https://newint.org/features/2021/12/07/feature-how-british-colonizers-caused-bengal-famine https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC9735018/

Native Americans – Hunger als Genozid-Werkzeug Hunger auf dem Trail of Tears (Cherokee) https://www.nobelpeacecenter.org/en/news/hunger-on-the-trail-of-tears

https://en.wikipedia.org/wiki/Trail_of_Tears

Rationierung in Reservaten (strukturelle Mangelernährung) https://www.nefe.org/news/2024/04/mass_genocide_through_generational_limited_and_processed_food_access.aspx

https://www.smithsonianmag.com/history/a-stark-reminder-of-how-the-us-forced-american-indians-into-a-new-way-of-life-3954109/

Long Walk & Bosque Redondo (Navajo-Umsiedlung) https://en.wikipedia.org/wiki/Treaty_of_Bosque_Redondo

https://en.wikipedia.org/wiki/Long_Walk_of_the_Navajo

Boarding Schools & kultureller Genozid https://en.wikipedia.org/wiki/American_Indian_boarding_schools

https://eji.org/news/history-racial-injustice-cultural-genocide/

Genozid-Klassifikation & systemisches Vorgehen https://en.wikipedia.org/wiki/Native_American_genocide_in_the_United_States

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