Löwentor im europäischen Kontext
Hier im Norden konnten unsere Vorfahren Sirius übrigens gar nicht zur selben Zeit sehen wie in Ägypten – oft erst im Winter. Stattdessen orientierten sie sich an anderen Fixsternen, wie Stella Polaris, dem Nordstern, der für Seefahrer und europäische Nomadenvölker entscheidend war. (über den spreche ich auch in „Du bist die Antwort“ noch mehr im Hinblick auf unsere Visionen und deren Umsetzung)
Auch unsere Sternbilder, Rituale und Tiere waren andere: Während in Ägypten der Löwe eine Verkörperung der Göttin war (siehe die Sphinx), war es in Europa eher der Bär, im späteren Winter auch der Wolf.
Unsere Feste und mythologischen Marker waren – wie bei den Ägyptern – an lokale Naturereignisse gebunden: Sonnwenden, Mondzyklen, Sternbilder zur Orientierung für Jagd, Ernte oder Viehhaltung. Und so war Sirius für uns eher ein Winterstern.
Für uns gab es zu dieser Jahreszeit den Beginn der Ernte zum 8 Vollmond nach der Wintersonnenwende und wer etwas Magie und Wunscherfüllung brauchte konnte am Himmel den Sternschnuppenzug der Perseiden beobachten. Dieser erreicht seinen Höhepunkt meist um den 13./14. August. Auch eine wunderbare Art des Manifestierens.
Was heißt das für uns heute?
Natürlich können wir uns in die kollektive Manifestationsenergie einklinken. Doch wenn wir das tun, ist es vielleicht auch hilfreich, nicht nur an uns, sondern die Welt zu denken. Lasst uns Frieden, Fülle und Freiheit für alle manifestieren.
Doch ich selber habe gelernt, wie kraftvoll es ist, wenn wir unsere spirituellen Ursprünge erinnern und gleichzeitig die eigenen kulturellen Wurzeln ehren. Denn oft haben wir in Europa vergessen, dass auch hier einst Sternenwissen, Mythologien und zyklische Naturspiritualität lebendig waren – bis die Christianisierung dieses Wissen systematisch verdrängt hat.
Anstatt das Löwentor zu inszenieren, können wir auch fragen: Wie hätten meine Vorfahr:innen diesen Zeitpunkt markiert? Sie hätten wahrscheinlich die Ernte eingeläutet. Die Zeit der Schnitterin. Wir können schauen, ob wir Stella Polaris am Himmel finden, den Fixstern, der uns immer wieder nach hause führt. So wie schon Generationen von Menschen vor uns. Und wir können uns an unsere lokalen Tiere erinnern und aus dem Löwentor ein „Wolfstor“ machen – passend zu Sirius, der in vielen Kulturen auch als „Hundsstern“ bekannt ist.
Tiefe statt Trend
Spirituelle Trends sind schön – sie verbinden uns, geben uns Fokus und Kraft. Und gleichzeitig liegt die wahre Magie oft darin, die tieferen Schichten zu verstehen und zu spüren, wie alt dieses Wissen wirklich ist – auch in unserer eigenen Kultur.
Morgen ist also nicht „der einzige magische Tag des Jahres“. Die alte Magie ist weniger an ein fixes Datum gebunden als an den Kosmos selbst. In Verbindung mit der Ernte-Energie ist dies jedoch eine gute zeit um Klarheit in deine Entscheidungen zu bringen. Und damit auch in das, was du wirklich willst.
Ich für meinen Teil werde morgen wahrscheinlich mit den Wölfen heulen, meine Intentionen sprechen und mich mit der alten wie der neuen Energie verbinden. Und ich werde in die Dunkelheit fahren und die Sterne beobachten.
Mein Tipp: Feiere, wie es sich für dich stimmig anfühlt. Ob Löwe, Wolf oder Bär – verbinde dich bewusst mit den Ursprüngen und spüre die Kraft, die entsteht, wenn wir Wissen und Intuition zusammenbringen.