SoulWave Radio #0045 Soul Sickness – Wenn die Seele krank ist

In unserer oftmals hektischen und herausfordernden Welt passiert es vielen Menschen, dass sie sich überfordert fühlen oder viele Dinge einfach gar nicht mehr fühlen wollen, weil es uns überwältigt. Auch als Kinder gibt es Momente, die für uns so schwer zu ertragen waren, dass wir beschlossen haben die Erlebnisse emotional abzuspalten. Was passiert ist, dass der Verstand sich dem Herzen über verschließt. Wir können den mentalen Zugang zu unseren Emotionen abschalten. Das Herz bleibt dabei aber weiterhin offen und fühlt weiterhin und nimmt wahr, was um uns passiert – bewusst oder unbewusst. So kann es passieren, dass unserer Emotional-Körper irgendwann überlastet ist bzw. unter Stress steht.

Was Soul Sickness ganz genau ist, wie du sie erkennen kannst und vor allem auch, was du tun kannst, darum geht es in dieser Episode. Wir bewegen uns in der Welt, wo Schamanismus auf Schulmedizin trifft und gehen den Dingen auf den Grund.

SoulWave Radio #0044 Zurück aus der Dunkelheit

Ursprünglich dachte ich es würde zurück aus der Sommerpause heißen, doch es hat dann doch insgesamt länger gedauert als gedacht. Ich freue mich sehr, dass es nun weitergeht mit dem SoulWave Radio. Und heute berichte ich dir aus der Zeit dazwischen und nehme dich mit in eine Welt, in der wir in der Dunkelheit das Licht finden.

Selbstverständlich entschlüsseln wir auch wieder einige Mythen, vor allem die darüber, wie wir als Frauen zu transformieren haben. Ich teile mit dir, warum es definitiv nicht erstrebenswert ist ein Drachentöter zu sein und was eigentlich hinter der Geschichte des mutigen Helden steckt – ja, es kann wehtun. Diese Episode nimmt dich mit, weit zurück zu unserer inneren Wahrheit.

Ich freue mich darauf zu erfahren wie es dir beim Hören ging und welche Gedanken sich für dich daraus ergeben.

Spiritueller Burn Out

Spiritueller Burn Out

Ich erinnere mich noch gut, als ich mich 2008 selbständig gemacht habe und hochmotiviert auf meine Kunden zugegangen bin. Ich wollte die Welt retten, wollte sicherstellen, dass alle die besten Ergebnisse erzielen und wollte vor allem all meine Heilfähigkeiten wirksam werden lassen. Die besten Absichten könnte man jetzt sagen. Doch nicht umsonst gibt es den Satz: der Weg zur Hölle ist gepflastert mit guten Absichten.

Einige Monate später erzielte ich hervorragende Ergebnisse, jedoch war ich absolut erschöpft. Die Arbeit strengte mich an, ich hatte das Gefühl mir wird es zu viel. Und vor allem hatte ich keine Kapazitäten mehr für meine privaten Kontakte. Ich fühlte mich komplett alle. Ich hatte einen spirituellen Burn Out.

Auch wenn man es vor 10 Jahren noch nicht so nannte, so waren die Symptome eindeutig. Ich hatte im wahrsten Sinne des Wortes all meine Energie verfeuert. Und auch wenn es nicht ganz einfach war aus diesem Zustand wieder raus zu kommen, so bin ich rückblickend sehr dankbar dafür und dankbar, dass es mir so früh passiert ist.

Ich hatte damals niemanden, der mir erklären konnte, was da eigentlich genau passiert ist, weswegen ich mich heute umso mehr freue, meine Einsichten zum Thema spiritueller Burn Out mit dir zu teilen. Denn insbesondere wenn wir in den sogenannten serviceorientierten Berufen arbeiten oder als Mütter multiplen Bedürfnissen gerecht werden wollen, dann sind wir potentielle Kandidaten für einen spirituellen Burn Out.

Mehrere Feuer lassen uns ausbrennen

Die Symptome sind nachlassende Konzentrationsfähigkeit, das Bedürfnis nach Ruhe, sozialer Rückzug, Ungeduld mit Anderen, Überempfindlichkeit, ein starkes Schlafbedürfnis, Erschöpfung, Müdigkeit…. es ist fast, als ob wir einfach keinen Raum mehr für Andere haben und unsere Arbeit strengt uns an. 

Wie spiritueller Burn Out entsteht und mit welchen einfachen Schritten du ihn umgehen und sogar umkehren kannst verrate ich dir in dem Video.

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In dem Video gehe ich auch darauf ein, wie wichtig es ist zu erkennen, aus welchem Energiereservoir wir unsere Kraft schöpfen. Arbeiten wir mit unserer eigenen Energie, dann laufen wir schnell leer – und vor allem agieren wir nicht nachhaltig. Denn diejenigen, die wir unterstützen oder vermeintlich heilen werden schlussendlich abhängig von der Dosis unserer Energie.

Das richtige Energiereservoir

Nur wenn wir uns mit der universellen Energie verbinden – diesem niemals endenden Energiereservoir und damit auch den Anderen damit verbinden, dann können wir wirklich langfristige Veränderungen erzielen ohne uns zu erschöpfen.

Wenn wir das tun, dann dienen wir quasi mit unserem Herzen. Denn wir gehen aus dem Weg und öffnen uns für etwas, was größer ist als wir. Und wir erkennen die Autonomie des Anderen an. Nutzen wir unsere Energie bleiben wir im Ego, wir nehmen die Ergebnisse als persönliche Erfolge und damit geht es am Ende nie wirklich um die Anderen, sondern immer um uns. Und das führt zu spirituellem Burn Out.

Ich bin neugierig zu erfahren, wie es dir mit diesem Thema geht.

Femtelligence – Leadership für die nächsten 7 Generationen

Femtelligence – Leadership für die nächsten 7 Generationen

Lange habe ich versucht zu benennen, was für mich an vielen Leadership-Konzepten nicht stimmig war. Abgesehen von den ausgedienten patriarchalen, superhierarchischen und oftmals auch angstbesetzten Old-School Führungskonzepten hat sich in den letzten Jahren zwar schon einiges getan. Wir werden inklusiver, diverser, flacher in den Hierarchien und wir öffnen uns langsam der femininen Energie in Leadership – was übrigens nicht wirklich was mit dem Geschlecht, sondern mit der Grundenergie zu tun hat. Was mir allerdings in moderner Führung oft noch fehlt ist der wirklich uralte Ansatz: Für die nächsten 7 Generationen.

Yin-Yang ist mehr als nur ein Konzept von Gegensätzen. Es ist der Ursprung aller Dinge, eine Energie, eine Ganzheit.

Gary Erickson

Die Menschheit befindet sich an einem Wendepunkt. Dies wird von Wissenschaftlern berichtet, von Weisheits-Hütern angekündigt, von Indigenen erfahren, von Frauen gefühlt und von den meisten Individuen auf diesem Planeten wahrgenommen. Es ist offensichtlich, das die alten Konzepte nicht mehr funktionieren, dass aktuelle Strukturen nicht langfristig haltbar sind, dass Führung, so wie sie bisher verstanden wurde nicht in eine wünschenswerte Zukunft führen kann.

In diesen herausfordernden Zeiten sind wir dazu aufgefordert Verantwortung zu übernehmen. Es ist an der Zeit, dass wir aufhören dorthin zu gucken, wo unserer Finger hinzeigt und uns anstatt dessen der drei Finger, die wir währenddessen auf uns selbst richten, gewahr zu werden. Es ist die Zeit, in der wir alle gefragt sind lebende Antworten für dringende Fragen zu werden, unsere Verantwortung für jede einzelne Handlung anzuerkennen und Pflichtbewusstsein für unsere Umwelt zu entwickeln. Es ist an der Zeit von aggressiver Lethargie zu aktivem Leadership zu bewegen.

Was die Kolonialisierung über Jahrhunderte zerstört hat kann die Kultivierung von Femtellligence wieder herstellen. Die Verantwortung für die siebte Generation ist ein Konzept, das die gegenwärtige Generation dazu anregt, zum Wohle der siebten Generation in die Zukunft zu leben und zu arbeiten. Es wird angenommen, dass es mit dem Irokesen – dem Großen Gesetz der Irokesen – entstanden ist, das dazu da war, sieben Generationen vorauszudenken (etwa 140 Jahre in die Zukunft) und zu entscheiden, ob die Entscheidungen, die sie heute treffen, ihren Kindern in sieben Generationen dienen würde.

„Bei jeder Überlegung müssen wir die Auswirkungen auf die siebte Generation berücksichtigen… auch wenn sie eine Haut erfordert, die so dick ist wie die Rinde einer Kiefer.“

Ausspruch der Irokesen

Femtelligence ist eine Entscheidung, keine Position.

Durch die Kultivierung von Femtelligence bei Frauen und Männern, stellen wir die Balance der Qualitäten wieder her, die essentiell dafür sind die aktuelle Krise in einen wahren Wendepunkt für die nächsten 7 Generationen zu transformieren.

Femtelligence: die tiefe alte Weisheit, die sowohl in Männern wie auch Frauen existiert.

Eine Weisheit, die das Leben schützt, fair gegenüber zukünftigen Generationen ist und auf der Basis globaler Verbundenheit handelt. Diese gepaart mit modernen Konzepten ergibt Femtelligence.

Femtelligence als Leadership-Prinzip beinhaltet drei Ebenen, die aufeinander aufbauen. Die Basis bildet die Energie. Sie bildet den Nährgrund für das, was entsteht. Die Intelligenz erschafft darauf aufbauend eine Wahrnehmung der Welt. Diese wird dann sichtbar im Leadership.

Übertragen auf das Individuum steht die Energie für die Seele, die Intelligenz für den Geist und Leadership für den Körper. Praktisch übersetzt: Die Seele steht für unsere Empfindungen, der Geist für unsere Wahrnehmung und der Körper für unsere Bewegung. Femtelligence bedeutet von Business / Geschäftigkeit über Calmness / Ruhe zu Evenness / Ausgleich zu kommen.

Intelligenz als zentrales Element

Die intuitive Seele ist ein heiliges Geschenk und der rationale Geist ein zuverlässiger Diener. Wir haben eine Gesellschaft erschaffen, die den Diener ehrt und das Geschenk vergessen hat.

Albert Einstein

Aus der Energie entsteht die Wahrnehmung der Welt durch Intuition und Ratio. Sind wir energetisch ausgeglichen, so ist es uns möglich beide Perspektiven zu vereinigen – dies ermöglicht uns beide Pole zu aktivieren und somit einen breiten ausgeglichenen Handlungsrahmen zu erschaffen. Wir können und ohne Widerspruch zwischen Kreativität und Analyse bewegen, Passion erfahren ohne das Ziel aus den Augen zu verlieren. Es ist uns möglich das Geschenk zu öffnen, da uns der Diener unterstützt.

FEMININE INTELLIGENZ MASKULINE INTELLIGENZ
Intuition Ratio
Authentizität Adaptation
Herz Verstand
Weisheit Wissen
Empfangend Bestimmend
Kreativität Analyse
Nicht linear Linear
Nähren Erobern
Selbstreflektion Durchsetzung
Interdependenz Unabhängigkeit
Geduld Aktion
Passion Bestimmung
Empathie Ziel
Synchronizität Ursache und Wirkung
Spiel Arbeit

Femtelligence erlaubt uns, unser Wissen und unsere Fertigkeiten so einzusetzen, dass wir die Herausforderungen in der heutigen Welt annehmen können. Sie befähigt uns verantwortungsvolle Hüter der Menschheit und unseres Planeten zu sein. Nur wenn wir diese femininen Prinzipien in alle bereits vorhandenen Strukturen einfließen lassen, können wir neue Modelle für Business, Politik und Gesellschaft erschaffen. Diese werden sichtbar in Regeneration, Vertrauen und Frieden.

Leadership als Entscheidung

Leadership ist keine Position. Leadership ist eine Entscheidung.

Simo Sinek

Leadership ist das sichtbare Resultat aus Energie und Intelligenz. Ausgehend davon, wie sich unsere Energie zusammensetzt und unsere Intelligenz sich formt, zeigt sich die Qualität von Leadership.

FEMININER LEADERSHIP MASKULINER LEADERSHIP
Kreis Hierarchie
Kooperation Wettbewerb
Zusammen sind wir stärker Der Gewinner bekommt alles
All-ein Allein
Frieden Macht
Einheit Dualität
Service gegenüber anderen Selbst-Service
Vertrauen Kontrolle
Liebe Angst
Leader Autorität
Serotonin – Beziehungs-Bauer Dopamin – Ziel-Erreicher
Oxytocin – Sicherheits-Netz Endorphin – Schmerz-Killer
Mitgefühl Dominanz
Raum halten Positionen beanspruchen
Hingabe Aggression
Ruhe Streben
Verbindung Konzentration
Ambivalenz aushalten Sicherheit fordern
Personen Technik
Kollektiv Individuell
Interner Fokus Externer Fokus
Prozess orientiert Ergebnis orientiert
Zuhören Sprechen
Antworten Projizieren

Femtelligence verändert Leadership. Es ist die Veränderung von der Autorität zum Leader, vom Elfenbeinturm zum Leuchtturm. Es ist der Wandel von „Der Gewinner bekommt alles“ zu „Gemeinsam sind wir stärker“, vom aktuell aggressiven Corporate Life hin zum integrativen Cooperative Lifestyle. Weg vom „Schlachtfeld Unternehmen“, auf dem Menschen um Positionen wetteifern und darum kämpfen, dass ihre authentische Stimme gehört wird, hin zu einem vertrauensvollen Umfeld in den Menschen eingebunden sind und Partnerschaften kreiert werden.

Yinnovation als neues Paradigma

Um die aktuelle Krise anzugehen braucht es ein neues Paradigma. Eine Krise ist auch immer ein Wendepunkt und ermöglicht die Chance für Innovation. Diese „Yinnovation“ wird möglich, wenn wir die lange vernachlässigten femininen Prinzipien und Qualitäten wieder tiefgreifend honorieren – sowohl in Business und Politik, als auch in der Gesamtgesellschaft und einzelnen Beziehungen. Dieses neue Paradigma beinhaltet, dass wir uns von Ausbeutung zu Integration, von Gier zu Großzügigkeit, von Konkurrenz zu Kooperation bewegen.

Dabei geht es weniger um theoretische Konzepte, als praktisches Erfahren. Es geht darum die Dinge umzusetzen – im Business und auch im privaten. Denn Leadership ist nicht nur exklusiv der Wirtschaftswelt vorbehalten, sondern findet jeden Moment statt, in dem wir eine Entscheidung treffen und zu ihr stehen. Sei sie unpopulär oder unbequem für den Mainstream, sein sie unkonventionell und umständlich für die bestehenden Strukturen. Solange sie nicht nur unser persönliches Weiterkommen, sondern auch die kommenden Generationen im Blick hat, folgt sie dem untrüglichen Kompass, der in uns als Menschen existiert.

Mit diesem Kompass verändert sich die Tragweite und die Bedeutung auch vermeintlich kleiner Entscheidungen. Für Unternehmungen und Organisationen verändert dieser Kompass nachhaltig die grundlegende Handlungsweise: blicken wir aktuell oftmals noch auf unmittelbare Gewinnmaximierung und exponentielles Wachstum, so gilt es diese mit langfristigem Effekt und gesunder Entfaltung zu ersetzen. Wir beginnen eine Unternehmung nicht mehr als Objekt zu sehen, welches maximal genutzt werden muss, sondern als Organismus, welcher umsichtig behandelt werden darf – damit dieser auch noch in 7 Generationen dienen und nähren bzw. ernähren kann.

Was ist eine Völva?

Was ist eine Völva?

Das Wort Völva bedeutet eigentlich ganz einfach Frau mit Stab, bzw. Frau, die den Stab trägt. Die Völva – im nordischen auch Vølve oder Volva, im germanischen auch Wala genannt – ist eine Seherin, Wahrsagerin, Hexe, Zauberin, Prophetin, Priesterin und Schamanin. Sie trägt Anteile von all jenen in sich und wandert zwischen den Welten und den Orten.

Für die Völva repräsentiert der Stab ihr Wissen und ihre Praxis. Er ist ein Symbol der Macht über das Übernatürliche. Heutzutage erkennen wir diese Symbolik noch in dem Königszepter und den Zauberstab. Neben den Holzständen gab es auch metallene geschwungene Stäbe, welches sich sogar bis ins alte Ägypten zurück verfolgen lassen. Selbst die Namen der Völva wiesen auf die Wichtigkeit es Stabes hin. So ist „Ganna“, der Name einer germanischen Völva, ist möglicherweise mit dem altnordischen Gandr verwandt, was Zauberstab bedeutet.

Eine Völva ist eine machtvolle Allrounderin. Heutzutage würde man sie wahrscheinlich als Visionärin, Pionierin, Vermittlerin, Master Coach, Mentorin, Thought Leader und Energy Worker bezeichnen. Eine Völva ist nicht nur magisch aktiv, sie agiert auch als Beraterin für weltliche Entscheidungen. So verbindet sie beide Welten und versteht es die Botschaften aus der „Anderswelt“ in diese Welt zu übersetzen und anzuwenden. Eine Völva ist eine Vermittlerin zwischen den Welten – zu ihr kommen Menschen, die Rat benötigten. In der Vergangenheit wurde sie hoch angesehen und dementsprechend entlohnt. Eine Völva ist eine unabhängige Frau in ihrer Kraft.

Die Völva begibt sich zunächst auf die Reise zu sich selbst, bevor sie reist um anderen zu helfen. Modern ausgedrückt beginnt sie mit ihrer eigenen Familie und Herkunftsgeschichte – ihrem Oorlog und Wyrd.  Wyrd oder auch Wurd ist ein germanischer Begriff, der das allgemeine Geschick oder das Schicksal beschreibt, primär das der Menschen. Ohne Selbsthilfe können wir anderen nicht helfen. Sie reist weit, um ihr Wissen zu testen und breitere Einblicke zu gewinnen.

Die Geschichte der Völvas

Die berühmteste Völva ist Heiði in der apokalyptischen Weissagung Völuspá (wörtlich: „Prophezeiung der Völva“). Es wir dabei vermutet, dass sie dieses Götterlied über sich selbst schreibt.

Im deutschsprachigen Raum war Veleda eine hochgeachtete Völva, welche auch an den Externsteinen wirkte. Noch heute ist der „Sitz der Veleda“ nach ihr benannt. Der Name Veleda leitet sich von dem keltischen Wort veld für sehen ab, sie war Namensgeberin für die Firma Weleda. Sie lebte zurückgezogen in einem Turm unweit der Lippe. Es wird gesagt, dass sie als Seherin nur über Verwandte Anfragen und Antworten kommunizierte. Im Jahre 77 nahmen Römern sie gefangen genommen bzw. sie gewährten ihr eventuell auch Asyl nach einem Aufstand. Selbst noch im 2. Jahrhundert diente die Völva Waluburg – der Name ist wahrscheinlich mit dem altgermanischen Walus verwandt, der Zauberstab oder Stab bedeutet – aus dem germanischen Stamm der Semnonen in Ägypten in einem römischen Heerlager. Die Römer machten sich also durchaus die Dienste der weisen und mächtigen Frauen zu Nutze – manchmal freiwillig, manchmal unter Zwang. Die Völvas waren hoch geachtet und in ganz Europa bekannt. Bei einigen Keltologen werden die Völvas auch als Druidinen bezeichnet, was allerdings ihrem Stand nicht ganz gerecht wird.

Die Völvas wählten bewusst die Abgeschiedenheit und das Sein etwas außerhalb der engen Gemeinschaft, denn es erlaubte ihnen einen klaren Blick auf die Zusammenhänge und Vorgänge. So waren sie voll präsent, wenn sie halfen und ihr Werk verrichteten und eher zurückgezogen in ihrem Sein. Durch ihren klaren Blick konnte die Völva Dinge erkennen die anderen verborgen blieben und hatte somit auch die Fähigkeit die Häuptlinge und Stammesvorsteher frei von persönlichen Interessen zu beraten.

Mit der gezielten Christianisierung in Europa im 4. Jahrhundert begann die gezielte Förderung der Religion. Spätestens mit den missionierenden Sachsenkriegen Karl des Großen verschwanden die letzen Völvas offiziell von der Bildfläche. Die sich ausdehnende Missionierung und Bekehrungen zum Christentum verdrängten systematisch die ursprüngliche indigene Spiritualität und ersetzten sie durch Religion. Unterstützt wurde dies auch durch kirchliche und zivile Gesetze, die gegen die Völvas erlassen wurden, wie in diesem angelsächsischen Kirchenrecht:

Wenn irgendein Wicca (Hexe), Wiglaer (Zauberer), falscher Schwur, Morthwyrtha (Anbeter der Toten) oder irgendein verschmutztes, offensichtliches Horcwenan (Hure) irgendwo im Land ist, wird der Mensch sie vertreiben. Wir lehren, dass jeder Priester das Heidentum auslöschen und Wilweorthunga (Brunnenverehrung), Licwiglunga (Beschwörungen der Toten), Hwata (Omen), Galdra (Magie), Menschenverehrung und die Gräuel, die die Menschen in verschiedenen Arten von Hexerei ausüben, und in Frithspottum (Friedenseinfriedungen) mit Ulmen und anderen Bäumen, mit Steinen und mit vielen Phantomen verbieten soll.

1. kanonisches Gesetz, das unter König Edgar im 10. Jahrhundert erlassen wurde.

Die Völvas wurden im Zuge der Christianisierung verfolgt und getötet, was auch zu einer extremen Polarisierung der Rolle der Frauen in der germanischen Gesellschaft führte.

Völva in der heutigen Zeit

Eine Völva verbindet die Welten – ob die spirituelle mit der materiellen, die moderne mit der traditionellen oder die systemische mit der individuellen. Sie kann zwischen den Welten wandeln und Zusammenhänge und Dinge sehen, die anderen verborgen sind. Eine Völva hat eine tiefe Kenntnis von zwischenmenschlichen Beziehungen und einen klaren Blick zum Durchschauen von Systemen, Heutzutage fungiert sie als Mentorin und als spirituelle Ratgeberin. Sie kann Kontakt mit den Ahnen herstellen und Botschaften übermitteln. Sie erkennt das Potential derjenigen die zur ihr kommen und kann eine klare Vision für die kommenden Schritte entwerfen – ob Businessplan oder persönliche Entwicklung. Eine moderne Völva vermittelt zwischen den Welten, sie kann mit Spirits verhandeln und bei Gehaltsverhandlungen unterstützen. Sie ist Mentoring und Krisenhelferin zugleich. Sie ist Ansprechpartnerin für all die nicht greifbaren Themen und Expertin für all die Symptome, deren Ursache nicht gefunden wird. Sie schüttelt den Status Quo, ist auf den Punkt und absolut präsent.

Mein Weg als Völva

Schon früh habe ich begonnen mich auf Reisen zu begeben, um zu Lernen noch bevor ich je von einer Völva gehört habe. Ich reiste mit 15 nach Köln um mehr über Rückführungen zu lernen und danach unter anderem nach Kanada, Holland, New Mexiko, La Gomera, Arizona und Ägypten – immer um zu lernen oder mein Wissen und meine Fähigkeiten zu testen. Die Völva ist im Gegensatz zu der Priesterin nicht an einen Tempel gebunden, sie wandert umher. Für mich war es eine Erleichterung dies zu lernen, denn mit fiel es schon immer schwer nur einen einzigen Tempel zu haben. Ich bin diejenige, die umherzieht. Selbst mein Diné (Navajo) Name weist darauf hin. Meinen Weg in der Tradition der Völvas zu gehen bedeutet für mich, mich wieder aktiv mit unserem spirituellen Erbe zu verbinden. In meiner Arbeit überbrücke ich die heutzutage gedachten Trennungen zwischen dein einzelnen „spirituellen Professionen“, sondern verbinde sie wieder – so wie die Völvas es taten.

Ich verbinde diese uralte Weisheit mit moderndem Wissen, denn ich glaube auch, dass es nicht darum geht alles exakt so zu machen wie es damals war, sondern es den heutigen Gegebenheiten anzupassen. Spiritualität ist eben keine in Stein gemeißelte Religion, sondern eine pulsierende Wahrheit, die durch unser aller Adern läuft. Sie besteht nicht auf fixierte Abläufe, sondern passt sich den Gegebenheiten an.

Und so trage ich heutzutage auch keine Lederschlappen mehr und lebe in einer Holzhütte, sondern lackiere mir meine Nägel und freue mich über meine beheizte Altbauwohnung in Hamburg. Ich wandele zwischen den Welten und fahre gleichzeitig mit meinem Fahrrad durch den Großstadtdschungel. Ich kommuniziere mit Ahnen und Verstorbenen und schicke ebenfalls Emails auf die andere Seite des atlantischen Ozeans. All dies ist kein Widerspruch, wenn wir erkennen, dass es nicht diese und jede Welt gibt – sondern eben nur eine Welt. Diese in ihrem vollen Umfang zu erkennen befreit uns. Von der Illusion des Mangels, des Abgeschnitten sein, der Einsamkeit und dem Gefühl wir müssten noch etwas tun.

Eine moderne Völva verbindet uralte Weisheit mit modernem Wissen. Sie öffnet den Weg in eine neue Welt. In meinem Fall die Welt der souveränen Frauen.