Gendergerechte Sprache und ahnengeprägte Gedanken

Gendergerechte Sprache und ahnengeprägte Gedanken

Genderst du schon oder weigerst du dich noch? Noch nie wurde so viel über Sternchen, Doppelpunkte und Schrägstriche diskutiert, wie im letzten Jahr – so fühlt es sich jedenfalls an. Und das ist meiner Meinung nach auch gut so. Was diese Diskussion jedoch auch zutage gefördert hat ist der Unwille weißer – manchmal gar nicht so alter und gar nicht so heterosexueller – Männer, sich produktiv an der Debatte zu beteiligen. Mit Hinweisen auf entstehende Sprachbarrieren wird darauf hingewiesen, dass kurze Intonationspausen quasi zur Schnappatmung führen könnten. Und nein, es liegt nicht am körperlichen Gesundheitszustand, dass die Herren – und ja auch viele Damen – sich weigern, sondern am geistigen Programm, welches dringend mal ein Upgrade bräuchte.

Unsere Sprache hat das maskuline Generikum als Ausgangspunkt. Und wer meint sich darauf ausruhen zu können, den muss ich enttäuschen – denn das war nicht immer so. Erst mit der Entstehung des Patriarchats war es essenziell den binären Unterschied zwischen Mann und Frau aufzumachen – sollte er doch den Herrschafts- und Dominanzanspruch des Mannes unterstreichen. Und da der Mann nun zum Maß aller Dinge wurde, wurde das maskuline Generikum zum Maßstab in der Sprache. Sprache bildet unsere Gedanken ab. Sprache zeigt, wie wir denken und fühlen. Und so kann bewusst geformte Sprache dazu führen, dass wir bestimmte Dinge eben nicht mehr hinterfragen.

Sprache schafft Bewusstsein

Sprache zeigt, was uns als Gesellschaft bewegt – so kennen die Schotten 400 Worte für Schnee, unter anderem „fleefle“ (Schnee, der um die Ecke weht) oder „flindrikin“ (leichter Schneeschauer). Sprache zeigt, wer wir als Gesellschaft sind, so kennen wir nur das maskuline Generikum. Was wir nicht hören, das denken wir nicht. Was wir nicht denken, das existiert nicht. Doch woran liegt es, dass es manchen Menschen anscheinend so schwerfällt, sich umzugewöhnen?

Der offensichtlichste Grund ist der des Machterhalts und der Privilegiensicherung. Denn: so lange das männliche Generikum gilt, solange ist der Mann weiterhin Maßstab der Dinge und sichert damit seine Position in der gesellschaftlichen Struktur. Es wäre ja nicht wirklich schlau, dies alles abzugeben für ein paar Gendersternchen. Ein weiterer Grund ist der Wunsch nach Sicherheit. Doch Sicherheit geht in diesem Fall auch mit Kontrolle einher – kontrolliere ich die Sprache, kontrolliere ich wie die Welt sich ausdrückt. Was bedeutet: wenn sich Sprache verändert, dann können sich aus gesellschaftlichen Strukturen verändern und ich kann mir nichtmehr sicher sein, wo ich am Ende dann lande. Und ein weiterer Grund ist die Notwendigkeit an Rollenmustern festhalten zu müssen, damit man die eigenen Verhaltensweisen und Lebensmodelle nicht hinterfragen muss. Denn wenn Sprache sich öffnet, dann öffnet sie eben auch Räume von Rollenzuschreibungen – das geht einher mit Karrieremöglichkeiten, Lebensformen, Charakterzügen, Stereotypen. Diese Öffnung des Raums kann Nervosität verursachen, denn aus einmal stehen Dinge, die eben noch als gegebene Tatsachen existierten zur Debatte.  Und dies sind nur drei Gründe, aus denen Menschen an verkrusteten Sprachstrukuren festhalten beziehungsweise so tun, als ob diese immer schon so gewesen wären.

Gendergerechtigkeit fordert Gesellschaftsstrukturen heraus

Oft wird auch das Argument angeführt, dass es eben nicht die besondere Ansprache aller Gender nötig wäre, man wüsste ja was gemeint ist. Gender wäre ja nun nicht wirklich so wichtig. Ein Beispiel, welches zeigt, wie eklatant falsch diese Aussage ist, ist der monotheistische patriarchale Gott – von dem wir uns ja angeblich kein Bildnis machen dürfen. Sobald ich diesen jedoch als Göttin bezeichne, stellen sich im Vatikan die roten Lackschuhe quer. Wenn Gender nicht so wichtig ist – warum wir es dann gerade an dieser Stelle so wichtig genommen? Was wäre, wenn Gott eine schwarze, queere, Frau wäre? Oder sogar eine schwarze queere nichtbinäre Person? Es würde die komplette christliche, jüdische und islamische Weltsicht in Frage stellen. Und genau deswegen ist gendergerechte und genderanerkennende Sprache so wichtig. Denn Sprache prägt unsere Sicht auf die Welt.

Was manche Personen neben fehlendem gesunden Menschenverstand daran hindert gendergerechte Sprache zu nutzen sind oftmals auch ahnengeprägte Gedankenmuster, die dazu führen, dass wir die Erfahrungen oder Überzeugungen unserer Ahnen übernommen haben. Das kann zum einen aus patriarchalen Strukturen die positiv erlebt wurden erwachsen sein – wenn ich den gewünschten Stereotyp folge, dann bin ich erfolgreich & gemocht. Oder aber aus dem genauen Gegenteil, indem traumatische Erfahrungen im Zusammenhang mit dem Brechen der Geschlechtsstereotype in den Generationen vor uns gemacht wurden.  So war es vor noch nicht allzu langer Zeit für queere Menschen lebensgefährlich offen ihre Vorlieben zu leben. So war es für Frauen gefährlich Rechte einzufordern oder einfach nur das Recht über ihre körperliche Verfügbarkeit anzumerken. Woher auch immer es kommt, es ist an der Zeit diese veralteten epigenetischen Informationen zu transformieren und mit allen Gehirnzellen im Hier und Jetzt anzukommen.

Ahnengeprägte Muster erkennen bedeutet Freiheit

Dazu sei gesagt: auch ich habe bei mir einige dieser Gedankenmuster entdeckt – vielleicht nicht im Bezug auf Sprache, doch im Bezug auf patriarchale Idee definitiv. Das wir sie haben ist nicht unsere Schuld. Sie aufzulösen ist unsere Verantwortung. Wie das geht? Zum Beginn können wir all die Gedanken, die uns zum Thema gendergerechte Sprache kommen aufschreiben. Alle positiven kommen in eine Spalte, alle negativen in die andere. Dann nehmen wir die negativen und fragen uns: gab es in meinem Leben ein Ursprungserlebnis, welches diese Annahme oder diesen Gedanken begründet. Bei Ja: Zeit sich dem inneren Kind zuzuwenden. Bei nein: Zeit sich den Ahnen zuzuwenden. Denn dann haben wir es übernommen. Diese Sätze können wir dann gehenlassen zum Beispiel mit der Aussage: „Was auch immer passiert ist, ich erkenne es an. Doch es ist vorbei und ich lebe im Jahr 2021. Die Welt ist eine andere.“

Selbstverständlich können wir auch tiefer eintauchen, das Erkennen ahnengeprägter Strukturen allein kann jedoch schon sehr kraftvoll sein, denn erkannt ist schon zum Teil gebannt. Wir können ab dem Moment beginnen bewusst anders zu denken und zu entscheiden. Und damit einen neuen Raum öffnen – für tolerantere Handlungen, anerkennender Sprache und ein Miteinander, welches die Welt für unsere Enkelkinder auch noch lebenswert macht. Gendergerechte Sprache ist so viel mehr als nur Sternchen und Doppelpunkte – es ist die Entscheidung für eine gerechtere Welt jenseits von Dominanz und Beherrschung, hin zu einem wirklichen echten Miteinander, in dem wir alle gesehen werden und endlich so sein dürfen wie wir sind. Und wenn wir schon so sind, dann dürfen wir so bleiben – es verliert auf Dauer niemand, wir alle werden gewinnen. Schwer vorstellbar in einem System, in dem nur einer gewinnen kann. Und das ist genau die Macht gendergerechter Sprache: sie schafft eine neue Welt.

Die Macht der natürlichen Zeit und wie wir die Kontrolle verloren

Die Macht der natürlichen Zeit und wie wir die Kontrolle verloren

Mit dem gefühlten Ende der Pandemie sind auch langsam und sicher alte Gewohnheiten in unser Leben zurück gekehrt. Einige wurden begrüßt, wie das unbeschwerte Treffen mit Menschen, die wir lieben oder das gemeinsame Sport machen. Andere stellen uns manchmal immer noch vor Herausforderungen, wie der plötzliche Anstieg an sozialen Kontakten oder die Erwartung jetzt außergewöhnliches erleben zu müssen. Und es ist fast so, als ob nach einer Pause die kollektive Stechuhr, wieder installiert wurde. Die Zeit geht weiter, wir sind bald wieder im alten Takt. Doch noch immer fällt es allen leicht wieder zur alten Taktung zurückzukehren.

Das Interessante daran ist, dass es im Kern nicht erstaunlich ist, dass sich die Taktung der mechanischen Zeit für viele eher einschränkend als befreiend anfühlt. Denn es ist eine Zeit, die entkoppelt ist von Realität und Umgebung. Die Uhr tickt, unabhängig von dem, was im Leben passiert. Unerbittlich. Und kleine Hinweise lassen darauf schließen, dass unser natürliches Verhältnis zur Zeit eigentlich ein anderes ist, als das, was die Taktung unserer Gesellschaft uns vorgibt.

So verschob sich während der Lockdowns die sogenannte Duschspitze von 7 auf 9 Uhr morgens. Die Duschspitze ist der höchste Wasserverbrauch am Morgen – ohne Schule und Anfahrt zum Büro blieben die Menschen länger liegen – man hätte ja auch freiwillig weiterhin früh aufstehen können. Denn die Zeit treibt uns.

Von Orientierungshilfe zum Taktgeber

 

Entstand Zeit früher in Zusammenhang mit Natur und Ereignissen, so orientiert sich heute unser Lebenstempo an der Zeit. Sprach man früher davon, dass das Jahr, in dem Anna ihre Tochter gebar einen besonders heißen Sommer hatte, spricht man heute davon, dass Anna vor ihren 30 Lebensjahr gebären sollte. Bis zum 14. Jahrhundert orientierten sich die Menschen, wenn es um zeitliche Einordnungen von Erlebnissen ging, an Naturgegebenheiten.

Heute orientieren wir uns an einem mathematischen Konstrukt, welches dafür gesorgt hat, dass wir nun auch Ereignisse, die noch nicht passiert sind, an einer fiktiven Zeitlinie ausrichten. Das pünktliche Geschehen oder eben Nichtgeschehen dieser Ereignisse definiert dann unseren Lebenserfolg.

Wurde Zeit früher im Zusammenhang mit Natur und natürlichen Rhythmen erlebt, so wird sie heute als vorgebender Taktgeber erlebt. Gab früher die Sonne die Zeit vor, ist es heute die Uhr. Wir haben uns komplett vom Rhythmus der Natur entfernt und wundern uns, warum wir immer so gehetzt sind, das Gefühl haben nicht schnell genug zu sein oder dass irgendwie nie genug Zeit da ist.

Die längste Zeit der Menschheitsgeschichte orientierten wir uns an den Rhythmen der Natur, wenn es darum ging Zeit zu definieren. Sonnenuhren teilten den Tag ein – wobei je nach Jahreszeit die Dauer der Stunden variierten. Zeit spiegelte wieder, wo wir uns innerhalb des Rhythmus der Natur befanden und half uns, uns zu verorten. Menschen beschrieben Ereignisse indem sie sich an der Natur orientierten – das Richtfest zum Supermond, die Geburt zur Sturmflut.

Und auch wenn es schon Kalender gab, so waren die einzelnen Tage eben nicht alle gleich lang, sondern veränderten sich mit den Jahreszeiten. Erst als Mönche begannen automatische Zeitmesser zu entwickeln, um eine Regelmäßigkeit und Ordnung in die Abläufe der Gebete und Abläufe im Kloster zu bringen, begann Zeit sich an regelmäßigen festlegbaren Abschnitten zu orientieren. Die Kontrolle über das spirituelle Engagement führte schlussendlich zur Kontrolle über unser aller Leben. 

Gebete als Grundlage der Zeitmessung

Mit der Einführung dieser Zeitmesser begann die Abkehr von natürlichen Zyklen hin zu mechanischen Takten. Die Kirche sorgte quasi dafür, dass wir nicht nur die Verbindung zu unserer ursprünglichen Spiritualität verloren, sondern auch die Verbindung zu unseren natürlichen Rhythmen. Und die Folgen spüren wir bis heute. Der Versuch die Zeit zu kontrollieren hat dazu geführt, dass die Uhr uns kontrolliert.

Das, was wir als gegeben hinnehmen, die immer wiederkehrende Erschöpfung, das Gefühl des gehetzt seins, die Orientierung an glatten linearen Optimallebensläufen sind alles Folgen des Versuchs eine disziplinierte Taktung für christliche Gebete zu finden. Was die Mönche begannen wurde von den Briten besiegelt. Als globale Kolonialmacht wollten sie die Kontrollen über die Zeit in all den Ländern.

Dabei ging es um mehr als nur disziplinierte Gebetstaktung – es ging darum, den kolonialisierten Menschen den eigenen Takt aufzudrücken. Mit der Eroberung der Welt musste auch die damit zusammenhängende Zeit erobert und kontrolliert werden. Und so wurde 1884 die Welt in Zeitzonen eingeteilt, welches sich alle am britischen Empire orientierten – und es bis heute tun.

 

Früher orientierten wir uns an der Natur.
Heute leitet uns die Mathematik.

Mit der Aufteilung der Welt in Zeitzonen übernahm die mechanische Zeit die Herrschaft. Und mit dieser Herrschaft verloren wir mehr und mehr den Bezug zur Natur, zu unseren Körpern, zu unseren eigentlichen Rhythmen. Wir verloren den Bezug zu natürlichen Taktgebern, wie der Sonne und alle Bedürfnisse mussten sich nun der Uhr unterordnen – entschied sie doch nun darüber, ob es Zeit für etwas war. So wurde die Vorstellung einer getakteten Zeit zu einer Realität, der wir uns alle unterwerfen.

Heute schauen wir eher auf die Uhr als an den Himmel, hören auf den Wecker anstatt auf den Gesang der Vögel. Wir sind so abgeschnitten vom natürlichen Rhythmus, dass wir uns selbst im Urlaub oft durch den Blick auf die Uhr den Rhythmus vorgeben lassen.

 

Körperloser Rhythmus als Alltagstakt

Ich persönliche erlebe es immer wieder, dass ich gefragt werden, wann denn die richtige Zeit für etwas bestimmtes sei. Meine Antwort dazu ist, als erstes aus dem Fenster zu schauen: Ist es hell oder dunkel? Ist es Sommer oder Winter? Wo steht der Mond, wo steht die Sonne? Unsere Ahnen haben nicht gewusst, dass um 4.14 Uhr morgens der Vollmond exakt ist, sie haben sich an dem, was sie wahrnehmen konnten orientiert. Und ich bin mir sicher, dass ihre Vollmondrituale genauso kraftvoll waren.

Unsere Ahnen haben auch nicht jedes Jahr am gleichen Tag mit der Saat begonnen, sondern sie haben auf die Natur geschaut, die ihnen gezeigt hat, wann es so weit war. Es ist eine Sache intellektuell zu wissen, wann der Neumond im Kalender steht und aus der Information heraus aktiv zu werden. Es ist etwas anderes körperlich zu wissen, wann der Neumond ist, da man den Lauf des Mondes beobachtet und somit aus der Verbindung heraus Impulsen folgt.

In dem Moment, wo wir uns wieder mit der natürlichen Zeit verbinden, werden wir auch wieder Teil von etwas. Wir verbinden uns mit den Rhythmen der Erde und damit auch mit unserem eigenen. Wenn wir dann Schlafschwierigkeiten haben, blicken wir als erstes aus dem Fenster anstatt auf die Uhr – scheint dort der Vollmond wissen wir Bescheid.

Es ist eine Sache vom Kopf her zu wissen, wann der Neumond ist.Es ist etwas anders körperlich zu spüren, wann der Neumond ist.

Ebenso kann uns die Orientierung am alten Jahreskreis helfen. Auch dort wurden die Feste, die heute kalendarisch auf Daten festgelegt wurden, ursprünglich am Lauf von Mond und Sonne orientiert. In der Verbindung mit dem Jahreskreis bekommen wir auch wieder eine Verbindung zu der natürlichen Zeit – während in der mechanischen Zeit im gregorianischen Kalender der Dezember die Zeit des Jahresendspurt bildet und zur Aktivität mahnt, ist die Zeit um die Wintersonnenwende in der natürlichen Zeit die es Rückzugs und des Innehaltens. Als Frau kann ich mich auch an dem Zyklus meines Körpers orientieren: in den Zeiten des Eisprungs beispielsweise haben viele mehr Energie und können mit Unterstützung der Pheromone erfolgreicher verhandeln. In meiner Arbeit beobachte ich immer wieder, wie Frauen durch die Verbindung mit den natürlichen Rhythmen wieder mehr zu sich finden. Schlafschwierigkeiten verschwinden, nervöse Unruhe legt sich, das Gefühl des gehetzt seins löst sich auf.

Lebensqualität durch Natürlichkeit

Als ich begonnen haben mein Leben wieder mehr im Einklang mit der natürlichen Zeit zu planen, habe ich ebenfalls den Unterschied gemerkt. Ich hatte wieder mehr Energie und vor allem das Gefühl mehr Zeit zu haben. Um uns mit den ursprünglichen Rhythmen unserer Ahnen zu verbinden, müssen wir die Uhr nicht aufgeben – doch wir dürfen beginnen, sie anders zu nutzen. Nicht als Taktgeber, sondern als Orientierungshilfe.

Denn es ist hilfreich zu wissen, wann wir uns treffen – und vor allem, wenn wir wissen, dass 10:00 Uhr für uns beide das Gleiche bedeutet. Unseren Takt dürfen wir uns wieder von der natürlichen Zeit gestalten lassen – und ja, da gehören Jahreszeiten, Mondzyklen, Blütezeit der Bäume und Menstruation dazu.

Zur Ahnenzeit gehören Jahreszeiten, Mondzyklen, Blütezeiten und Menstruation.

Drei Dinge, die uns helfen können, uns im Alltag mit der „Ahnenzeit“ zu verbinden sind:

      • Den Lauf von Sonne und Mond beobachten – und zwar nicht nur auf dem Papier, sondern am Himmel. Denn der Mond steht nicht jeden Abend an der gleichen Stelle…
      • Ein Stück Natur finden, welches wir jeden Tag besuchen und den Lauf der Jahreszeiten beobachten. Es kann tief verbinden mit der natürlichen zeit sein, wenn man jeden Tag den gleichen Spaziergang macht.
      • Spätestens mit Beginn des Sonnenuntergangs alle Lichtquellen auf „warm“ schalten – damals gab es auch nur Feuer – und damit unserem Körper erlauben wieder mehr in die natürliche Zeitqualität einzutauchen. Dabei ist es vollkommen okay im Winter mehr zu schlafen.

Durch die Verbindung mit der natürlichen Zeit verlagert sich auch der Fokus – wir werden wieder zur bewussteren Beobachterin, wir haben Teil an der Erfahrung der Zeit, wir erleben sie wieder, denn sie existiert durch uns. Die Corona-Pandemie hat damals zwar die Uhren nicht angehalten, doch sie hat unser Verhältnis zur täglichen Taktung in Frage gestellt. Die Duschspitze ist nur ein kleiner Hinweis darauf.

Die „Erfindung der Zeit“ wurde initiiert durch die Kirche, die Gleichschaltung ist ein Resultat des Kolonialismus – beide wollten Kontrolle. Wen wir eine Zeitenwende wollen, dann müssen wir auch die Zeit wenden. Und der mechanischen Zeit die Macht zu nehmen und unsere Abläufe wieder mehr in die Hand der natürlichen Zeit zu legen wäre ein erster Schritt dahin.

Die „Erfindung der Zeit“ wurde initiiert durch die Kirche, die Gleichschaltung ist ein Resultat des Kolonialismus – beide wollten Kontrolle.

Wir können uns nun entscheiden, ob wir uns wieder komplett der Kontrolle der mechanisch getakteten Uhr unterwerfen – denn die Uhr ist nicht die Zeit. Oder ob wir uns erlauben dies als Chance zu sehen und mehr in Einklang mit der natürlichen Zeit und damit auch mit uns selbst zu bringen.

 

Beltane & Walpurgisnacht – was dahinter steckt

Beltane & Walpurgisnacht – was dahinter steckt

Ostern liegt hinter uns und in der Nacht zum 1. Mai öffnen sich die Vorhänge zwischen den Welten auf dem Blocksberg.  Ursprünglich ein Mondfest, welches sich an Ostern anschließt, wird Beltane mittlerweile als Walpurgisnacht in der Nacht vom 30.04. auf den 01.05. gefeiert. Um die ganze Geschichte zu sehen, lohnt es sich, dass wir noch einmal einen kurzen Blick zurück werfen.

Der Ursprung des Osterfestes, welches sich auf den Tod und die Auferstehung von Jesus fokussiert, war die Feier des Femininen, ihrer Fruchtbarkeit und wie diese kraftvoll wieder sichtbar wurde, nach ihrer Zeit im Dunkeln, in der anderen Welt, unter der Erde, im der Gebärmutter der Erde….nun ist sie wieder da, voller Energie, vibrierend und kraftvoll!

Von Mädchen zur machtvollen Frau

Auf diesem Bild siehst du mich zum Vollmond am Osterwochenende nach einer wirklich wunderschönen Apache Womanhood Ceremony für eine junge Frau, besprenkelt und gesegnet mit dem weißen Lehm und im Hintergrund die Crown Dancer, welches die Asche des Feuers der Nacht zuvor umrunden… ja, es gibt einen Zusammenhang zwischen dieser Zeremonie und dem deutschen Osterfeuer. In der Womanhood Zeremonie wird das Mädchen zur Frau geformt… das Feuer als Moment der Transformation… ihr heiliger Fluss wird gefeiert. Es ist eine Zeremonie welche überall in Nordamerika existiert. 

Dieses junge Mädchen wird zur Frau und nun, im lunaren Kalender einen Mond später, ist sie die junge Frau, die sich ihren Gefährten auswählt. Im lunaren Kalender wurde Beltane am 5. Vollmond nach der Wintersonnenwende gefeiert. Damit es ist eines der Jahreskreisfeste, welches kein festes Datum hat. Es ist der Moment, in dem die jungen Paare über den Besen springen um ihre „Verlobung“ zu feiern. Gemeinsam verbringen sie ein Jahr minus einen Tag und wenn sie dann immer noch gemeinsam gehen wollen findet anschließend die Hochzeit statt – ein Grund warum im Mai traditionell so viele Hochzeiten gefeiert wurden.

Fruchtbarkeit, Vereinigung und Zeugung

Beltane ist somit ein Fest des Lebens, der Fruchtbarkeit, der Vereinigung, der Zeugung und des Sieges der Sonne und des Sommers über den Winter. Für dich ist es der perfekte Moment, um eigene Idee oder Projekte in die Welt zu bringen, Neues entstehen zu lassen oder Dinge endlich anzupacken. 

Gleichzeitig ist dies auch die Zeit, in der die weisen Frauen an Kraftplätzen oder heiligen Hainen zusammenkamen und Zeremonien und Rituale gestalteten. Die Kirche machte daraus die Walpurgisnacht, eine Nacht in der die teuflischen Hexen satanistische Rituale beginnen, während sie nackt auf ihren Besen durch die Lüfte flogen. Ein ganz berühmter dieser Orte ist der Blocksberg, der Brocken im Harz. (Und ja, daher hat Bibi Blocksberg ihren Namen)

Dabei ritten die sogenannten Hexen nicht wirklich auf den Besen durch die Lüfte. Der Ursprung des Mythos vom „Ritt auf dem Besen“ sind Zusammenkünfte, wie die auf dem Blocksberg. An denen haben sich Priesterinnen und Druiden getroffen und sich durch eine sogenannte Flugsalbe mit Halluzinogenen mit der Göttin verbunden und in andere Sphären geschaut. Sie sind quasi durch die Dimensionen gereist. Allerdings wurde ab den Hexenprozessen des 16. und 17. Jahrhunderts das Motiv der Teufelsverehrung zu den Ritualen hinzugedichtet. Mit der unerbittlichen Christianisierung wurden diese alten Bräuche als heidnisch verdammt; die ursprüngliche, auf matriarchalische Gesellschaftsstrukturen zurückgehende Bedeutung, ging verloren.

Walburga als Platzhalterin

Der Name der Walpurgisnacht hat übrigens mit einer Äbtissin aus England zu tun, welche im 8 Jahrhundert unserer Zeitrechnung gelebt hat. Sie wurde heiliggesprochen und ihr Gedenktag wurde auf den 1. Mai gelegt – was ein Zufall! Auf einmal gebt es, wie mit Lichtmess zu Imbolc und Weihnachten zur Wintersonnenwende, ein alternatives Ereignis, welches dafür sorgen sollte, dass die alten Bräuche in vergessen gerieten.

Es gibt allerdings einige Stimmen, die sagen, dass die eigentliche Waluburg in Wirklichkeit eine germanische Seherin war. Es gibt Aufzeichnung, die bestätigt, dass es im 2. Jahrhundert eine germanische Seherin aus dem Stamm der Semnonen in Ägypten gab, die diesen Namen trug. Sie war bekannt für ihre außerordentlichen Fähigkeiten. Demnach musste die gute Walburga aus England als „Stand-In“ herhalten, um den Mythos zu brechen.

Woher auch der Name wirklich kommen mag – es ist die Zeit, in der sich die Türen zur Anderswelt öffnen. Die Schleier zwischen den Welten werden dünn und wir können Dinge wahrnehmen oder empfangen, die uns sonst vielleicht verborgen geblieben wären. Daher ist dies auch eine gute Nacht für Empfängnis jeder Art —  auf physischer, geistiger oder emotionaler Ebene. Es lohnt sich also die Eingebungen des Feuers oder deine Träume aufzuschreiben.

Setze eine Intention: Was willst du in die Welt bringen? Was darf sich für dich im Sommer zeigen? Werde dir klar über die eine Sache, der du Priorität beimessen willst. Willst du ein neues Projekt angehen? Möchtest du deine Berufung leben? Hast du Lust etwas ganz Neues in dein Leben zu holen? Wähle den Samen, aus dem etwas sprießen soll. Schreibe dir auf, was es ist und wie es sich zeigen darf.

Entfache das Feuer: Das Feuer steht für die Hitze und die Sonne. Du kannst ein echtes Feuer entzünden oder ein inneres. Dein inneres Feuer kannst du entfachen, indem du die Schwestern Kreativität und Sexualität frei lässt. Plane für das Wochenende Dinge ein, die dir Lust bereiten oder bereite dir selber Lust – mit einem Partner oder alleine. Bist du alleine, arrangiere alles so, als ob du dich selbst verführen würdest. Mit dem entfachen des Feuers setzt du die Energie frei, um Dinge in die Welt zu bringen.

Empfange: Nimm dir Zeit zu empfangen. Nutze den Moment in dem die Hitze des Feuers langsam nachlässt und lausche der Stimme in dir. Meditiere, beobachte ein Feuer oder lausche deinem Herzschlag. Nimm dir Zeit und stell die Frage: Wie kann ich das Wachstum unterstützen? Wie kann ich meinen Wunsch ins Leben bringen? Und dann lausche. Egal welcher Gedanke kommt, schreib ihn auf und wisch ihn nicht weg. Vertraue deiner inneren Weisheit und Göttlichkeit.

Und wenn du tiefer einsteigen willst, dann kannst du dich mit deinen Ahninnen verbinden und ihre Weisheit mit in diese Zeit holen. Dafür gibt es diese Experience, in der wir auch gemeinsam die Hexenwunde heilen.


Wozu du dich auch immer entscheidest – erinnere dich an die Macht, die ursprünglich durch uns Frauen floß. Sie ist immer noch da. Zeit sie wiederzubeleben!

In Sisterhood,

Sisterhood bedeutet gemeinsam zu gehen

Sisterhood bedeutet gemeinsam zu gehen

Wenn wir nach vorne Richtung Freiheit, Gleichbehandlung und gelebtem Feminismus schreiten wollen, dann ist ein entscheidender Bestandteil, dass wir uns das kollektive Erleben von Frauen anschauen – und gleichzeitig anerkennen, dass es in diesem Kollektiv eine Bandbreite von Lebenswelten gibt. 

Noch heute erleben wir an allen Ecken und in unzähligen Momenten, dass Männer und Frauen eben nicht gleichbehandelt werden und definitiv auch nicht die gleichen Erlebnisse teilen. Die metoo-Debatte hat es deutlich gezeigt. Auch in meinem Umfeld gab es Männer, die erstaunt, geschockt oder betroffen waren von den beschriebenen Erlebnissen und es teilweise gar nicht glauben konnten, dass dies tagtäglich quasi vor ihrer Nase passiert. Diese Momente, in denen eine Frau einen Umweg nach Hause nimmt, weil dieser beleuchtet ist, in denen eine Frau die Firmenfeier früher verlässt, da der Alkoholpegel der männlichen Kollegen steigt, in denen eine Frau mitten auf der Straße anzüglich angesprochen oder bewertet wird. 

Meine Arbeit hat mir in mehr als zehn Jahren deutlich gezeigt, dass in unserer DNA eben andere Erlebnisse abgespeichert sind als in der von Männern. Und es wurde deutlich, dass diese Informationen bei uns komplett anders aktiviert werden, eben weil wir Frauen sind.  Das können kollektive Verhaltensweisen und Themen sein, die von unseren Ahninnen an uns weitergegeben wurden, die vielleicht noch in uns aktiv sind und unser Handeln im Hier und Jetzt beeinflussen. Und das oftmals sehr viel mehr, als es uns bewusst ist. Noch bis 1962 durften Frauen ohne Zustimmung des Mannes kein eigenes Bankkonto eröffnen – das bedeutete totale wirtschaftliche Abhängigkeit trotz eventueller eigener Arbeit. Erst nach 1969 wurde eine verheiratete Frau als geschäftsfähig angesehen. Seitdem wird auch erst der eheliche Beischlaf nicht mehr als eheliche Verpflichtung seitens der Frau angesehen! Die Vergewaltigung in der Ehe ist allerdings erst seit 1997 ein Straftatbestand. 

Es gibt so viele Beispiele – leider. So viel, was uns als Kollektiv der Frauen, noch jeden Tag begegnet. Denn: Keine von uns wird wirklich frei sein, solange nicht alle Frauen frei sind. 

Sisterhood bedeutet gemeinsam zu gehen. Feminismus hört nicht am Ende meiner Lebenswelt auf, sondern schließt uns alle ein. Und auch wenn wir heute nicht gemeinsam marschieren, so kann jede von uns ihre Schritte machen – für sich, für uns und für diejenigen, die nach uns kommen.

Denn nur weil ich die noch immer existierende Ungleichheit nicht akut spüre, weil ich privilegiert bin, nur weil ich bestimmte Missstände nicht erleben, weil sie in meiner Blase nicht vorkommen, nur weil ich das Gefühl habe uns geht es als Frauen doch gut, weil mein inneres Patriarchat immens stark ist, bedeutet es nicht, dass ich nicht verantwortlich bin. Sisterhood bedeutet alle mitzunehmen. Feminine Energie denkt im Kollektiv. Denn: wenn es allen gute geht, geht es auch mir gut. Ich bin ein Teil von allem.

In diesem Sinne: Du bist die Antwort. Auf die Gebete derjenigen, die vor uns kamen und ihr Leben für unsere Rechte riskierten. Auf die Fragen derjenigen, die nach uns kommen und deren Fragen wir beantworten werden müssen.

Lass uns gemeinsam gehen – für ein feministisches Gesellschaftssystem, in dem das Patriarchat nur noch ein Eintrag in den Geschichtsbüchern ist.

März – Zeit des Öffnens und Anpackens

März – Zeit des Öffnens und Anpackens

 Der März ist der Monat der Taten, der Umsetzung und des Anpackens. Nicht umsonst ist sein Name vom Gott Mars abgeleitet. Traditionellerweise war der März der Monat, an dem die Bauern anfingen wieder auf die Felder zu gehen. Nach dem Karnevals-Fest wurde also ordentlich angepackt. Nachdem beim ausgelassenen Feiern alle verderblichen Vorräte verbraucht wurden, ging es nun an die Arbeit. Wunderbar dazu passt die Neumond-Konstellation, bei der es um die Sehnsucht nach Erlösung im Hinblick auf spirituelle und religiöse Themen geht. Wir sind dazu eingeladen und in diesen Tagen nicht zu sehr um konkrete Dinge zu kümmern, sondern zu träumen und zu meditieren. Um dann die gewonnenen Erkenntnisse umzusetzen, um uns zu befreien und Belastungen oder Einschränkungen loszuwerden.

Träume auf die Erde holen

Und so kannst du ein Wochenende wunderbar dazu nutzen sich mit Kostümen in andere Welten träumen, durch Verkleidungen jemand anderes werden. Sich dem Genuss und der Fülle hingeben. Wenn du kein Fan des klassischen Kölner-Karnevals bist, dann kannst du dieses Neumond-Wochenende auch wunderbar alternativ gestalten. Der Neumond steht immer für den Beginn eines Mondzyklus. In den Neumondtagen können wir den Fokus und die Intention für das setzen, was kommen soll, was sich bis zum Vollmond zeigen darf. Und so kannst du für dich schauen, welche Samen du säen willst.

Verkleide dich

Als was wolltest du dich als Kind immer verkleiden und warum? Was war dein tiefer Wunsch? Und wenn du es heute noch einmal tun könntest, welche Verkleidung würdest du jetzt wählen? Wer würdest du gerne sein? Wie würdest du gerne sein? Vielleicht hast du ja noch alte Kinderfotos, dann kannst du dich ganz einfach mit deinem inneren Kind verbinden. Unser inneres Kind war spirituell noch viel angebundener als wir. Es kann die Sehnsucht leichter benennen. Schließe deine Augen und triff dich mit ihr. Verkleidet euch und beobachte, welche Verkleidung du wählst. Mit einem „Free Writing“ kannst du die Fragen oben beantworten. Dabei werden alle „Aber“ oder „unmöglich“ gestrichen. Lustig wird es gemeinsam mit Freundinnen, wenn jede Accessoires zum Verkleidung mitbringt und ihr euch gegenseitig inspirieren könnt. (Das geht auch online <3 )

Verwandele dich

Wenn du weißt, was in dir schlummert, steht die Frage im Raum: warum tust du es nicht? Warum bist du nicht einfach so? Und bevor du jetzt all die Gründe auszählst, warum es nicht geht – wie könntest du dich verwandeln? Und wenn es nur ein bisschen und Schritt für Schritt ist. Es geht hier ja nicht zu wie bei Rudi Carrell und der magischen Showbühne, sondern darum nach und nach deine spirituelle Freiheit zu leben. Welche Dinge kannst du tun, um dem Sein, nach dem deine Seele sich sehnt näherzukommen? Morgendliches Meditieren, nur „ja“ sagen, wenn ich „Ja“ meine, mehr Kleider tragen – es können kleine Dinge sein. Mach dir einen Plan und notiere dir für jede Woche bis zur Sommersonnenwende am 20.06. etwas, was du dann ins Leben bringen willst. Überfordere dich nicht. Es geht nicht um die Geschwindigkeit, sondern um deine Verpflichtung.

Verwöhne dich

Traditionell wurden um diese Zeit all die guten Sachen verzehrt, es wurde nichts mehr aufgespart für morgen. Und so kannst du dir auch dieses Wochenende mal anschauen, welche Dinge du immer für besondere Anlässe aufhebst. Die Unterwäsche, das Geschirr, die Schuhe… Gibt es ein Essen, was du dir sonst nur an den guten Tagen gönnst? Dann mach dieses Wochenende zu so einem Moment. Eine alte Weisheit sagt: So wie du dich behandelst, so werden auch andere dich behandeln. Was also hält dich zurück? Der Märzmond steht für die Öffnung für das Neue, das Voranschreiten, das nach Außen gehen, das Aktive, das Anpackende. Nimm diese Energie mit, um aus der Welt der Wünsche und Träume hinunterzusteigen und greifbares zu manifestieren und umzusetzen. Nutze die kraftvoll maskuline Mars-Energie und schreite zur Tat. Jetzt werden die Felder bestellt und die Samen für die Ernte im Herbst gesetzt. Ich wünsche dir viel Spaß beim aussähen deiner Träume und Wahrhaftigkeit. In Sisterhood,

©2017

Der Wald, die Ahnenheilung und ich

Der Wald, die Ahnenheilung und ich

Was auch immer passiert ist, wie auch immer mich fühle, sobald ich im Wald bin, beruhigt sich mein Herz und es ist fast so, als ob meine Seele tief durchatmet.

Ich bin am Teutoburger Wald geboren und noch heute – nach all den Reisen und magischen Orten – ist es der Wald, in dem ich mich wirklich zu Hause fühle.

Auf dem Weg der Ahnenheilung stieß ich auf die Waldvölker. Sie waren diejenigen, die noch mit und von dem Wald lebten. Mit der Christianisierung begann dann das große Fällen. Die heiligen Haine wurden gerodet und damit tiefe Schnitte in den Seelen der Menschen hinterlassen. Aus dem Holz der gefällten Bäume wurden Kirchen gebaut. Die Menschen wollten sie nicht betreten. Erst als in der Gotik die Kirchen den alten Hainen nachempfunden wurden, begannen die Menschen vermehrt in diese zu gehen. Etwas erinnerte sich an eine ferne Vergangenheit.

Wenn ich mich an die alten Bäume lehne und ihnen lausche ist es fast so, als ob sie mir Geschichten von vor langer Zeit erzählen. Und es ist, als ob meine Seele ein Zuhause findet.

Ahnenheilung geht weiter und tiefer, als nur bis zu denjenigen, deren Namen wir erinnern. Manche sagen bis zu 20 Generationen können wir epigenetisch wahrnehmen. Ahnenheilung ist mehr als unsere Familiengeschichte. Unsere Ahnen durchlebten auch kollektiv Momente, die uns heute noch prägen.

Ahnenheilung ist ein kraftvoller Weg, durch die Anerkennung der Vergangenheit in die volle Präsenz in der Gegenwart zu kommen.

Denn: Du bist die Antwort auf deine Fragen. Es ist in dir.

Wenn du mehr erfahren willst: am 15.03. 2021 erscheint mein neues Buch. Dort nehme ich dich auch mit auf meine Reise und teile mit dir einen magischen Satz, der mir passenderweise auch in einem Wald verraten wurde.

 dubistdieantwort.de