Black Moon – Inbegriff der dunklen femininen Energie

Black Moon – Inbegriff der dunklen femininen Energie

Am 21. August 2017 ist Black Moon und dieser ist für die totale Sonnenfinsternis am 21. August verantwortlich. Mit dieser Sonnenfinsternis endet auch die Finsternis-Serie, die im März 2017 begonnen hat.

Die Schwärze

Es gibt verschiedene Formen des Black Moon. Zum einen kann er als der zweite Neumond in einem Kalendermonat auftauchen. Dieses sind die häufigeren Black Moons, die alle 29 Monate stattfinden, wobei der Monat je nach Zeitzone in der ich mich befinde bestimmt wird. Zum anderen kann der Black Moon der dritte Neumond in einer Jahreszeit mit 4 Neumonden. Diese Black Moons sind seltener und treten nur etwas alle 33 Monate auf. Astonomen unterteilen das Jahr in die Jahreszeiten und normalerweise hat jede Jahreszeit 3 Neumonde. Wenn eine Jahreszeit 4 Neumonde hat, wird der dritte Neumond zum Black Moon. Damit bildet er das Gegenstück zum Blue Moon.

Wo wir stehen

Der Schwarze Mond steht für eine urweibliche Energie – die empfangende Qualität. Im August ist bereits traditionell die Erntesaison eröffnet. Und so sind wir eingeladen uns der Ernte-Qualität des Monats zu öffnen und uns nach innen auszurichten. Und auf die letzten 6 Monate zurückzuschauen und wahrzunehmen, was sich alles entwickelt hat. Die Intentionen vom Anfang des Jahres, die jetzt erntereif werden, die Wünsche auf dem März, die sich jetzt manifestiert haben. Der August ist der Monat, in dem mit dem Schnitterinnenfest die ernte beginnt und damit auch der Monat, in dem wir für uns beginnen können zu gucken, wie unsere Ernte für das Jahr so aussieht. Was wir alles empfangen durften, was noch am reifen ist und was wir noch enpfangen dürfen – ganz in der Energie des  BLACK MOON.

Dunkle Leere – feminine Weisheit

Die feminine Energie wird oftmals auch also die dunkle Energie bezeichnet – und damit ist nicht die dunkle Seite der Macht gemeint, sondern die Qualität, die sie mit sich bringt. Das Feminine steht unter anderem für Empfänglichkeit, Stille, den Blick nach Innen, Innehalten und Intuition. Es ist die Schöpferkraft – aus der Leere wird alles geboren. Aus der Dunkelheit entspringt das Licht. Aus der Stille entstehen Wille und Gedanke. Die Gnostiker glaubten, Gottes erster Gedanke war “nichts” – no-thing – und das war die Göttin Sige, aus der alle anderen Ideen entstanden. Sie personifiziert die universelle Leere, welche die Galaxien, die Sterne und die Planeten beinhaltet.

Alle Weisheit und alles Wissen kommen von Sige, da sie allwissend und allsehend ist. Die Gnostiker sehen ins Sige auch die Mutter von Sophia, der Göttin der Weisheit. Das macht sie quasi zur Großmutter des christlichen Gottes.

Der schwarze Mond lädt uns dazu ein den Blick nach Innen zu richten und auf das zu schauen, was geboren werden will. Neben der grundsätzlichen Neumond-Qualität von Neubeginn, steht der schwarze Mond für die Qualität von großem Erwachen und Klarheit. Er ist extrem kraftvoll und markiert oft einen Wendepunkt in einem Zyklus.

Aus der schwärzesten Schwärze wird das Gold geboren.

Philipp Carr-Gomm

Wenn du also schon länger ein leises Flüstern vernimmst oder dein Herz versucht eine neue Melodie zu summen, dann ist jetzt ein guter Zeitpunkt die Augen zu schließen und nach Innen zu schauen. Werde zur Alchemistin deiner Wünsche. Werde zur Schöpferin. Was möchte sich zeigen? Was möchte geboren werden? Welcher Samen möchte in dieser fruchtbaren Dunkelheit gesetzt werden? Lass all den Mindfuck verstummen, verbrenne die altbekannten Zweifel, schneide die Bänder der Verpflichtung durch bevor du dich auf die Reise in dein Inneres machst. Und dann lausche dem, was sich vielleicht ganz laut oder aber auch ganz vorsichtig und leise meldet. Dazu fügt es sich dieses Mal, dass wir ein wunderbar langes Wochenende vor uns haben – Zeit durchzuatmen und loszulassen. Und ein wunderbarer Moment uns in die feminine Energie fallen zu lassen, zu empfangen und zu genießen.

Wie du einkehren kannst – eine Zeremonie

Je nachdem wie deine Zeitplanung aussieht, kannst du diese Zeremonie in 30 Minuten machen oder aber auch einfach über das Wochenende strecken. Du benötigst Papierschnipsel, eine Kerze (mit feuerfester Unterlage), Streichhölzer, Geschenkband (aus Stoff), Papier und Stift, Blumen. Ich habe mir für dieses Wochenende einen kleinen Black Moon Altar eingerichtet, quasi einen Mini-Zeremonien-Platz. Dazu habe ich ein schwarzes Tuch genommen, auf dem zwei goldene Schalen stehen, eine rote Kerze und Blumen. In der einen Schale verbrenne ich die Zweifel, in der anderen finden die abgeschnittenen Verpflichtungen Platz. Und das leere Papier lädt das Neue ein.

Konkret: Du kannst all die Glaubenssätze und Zweifel auf Papierschnipsel schreiben und verbrennen. Du kannst Geschenkband nehmen, Namen drauf schreiben und die Verpflichtung symbolisch durchschneiden. Auf dem Papier notierst du all das, was sich meldet und geboren werden will. Finde Ruhe und gehe nach Innen – du kannst die Augen schließen, meditieren, summen, deinen Blick auf die Kerze konzentrieren. All das, von dem du merkst, dass es dich von dem Weg nach innen abhält, wird verbrannt oder abgeschnitten. Jeder Impuls, der sich von Innen meldet wird notiert – ohne zu bewerten oder ins „wie“ zu gehen.

Lass dir so viel Zeit wie du brauchst. Du kannst auch mehrere Momente der Einkehr zelebrieren und immer tiefer gehen. Lass die Kerze gerne das ganze Wochenende brennen (puste sie aus, wenn du das Haus verlässt), das lädt ein immer wieder etwas zu verbrennen und somit immer tiefer zu gehen. Zum Abschluss bläst du die Kerze aus und gibst die Blumen in ein Gewässer, als Dank für die Unterstützung und als Anerkennung der femininen Energie. Wasser ist das feminine Element, es fließt immer und beständig an den tiefsten Punkt.

Diese Zeremonie ist ein Impuls – wandele ihn so ab wie es für dich stimmig ist, vertraue deiner eigenen Stimme. Willst du Zweifel abschneiden und Verpflichtungen verbrennen? Go for it! Deine Wahrheit ist das, was zählt. Je dunkler die Nacht, desto heller die Sterne – du entscheidest, wie du die Wolken vertreibst, um dann nach den Sternen zu greifen.

Erwache, fließe, tanze

Passenderweise fällt der Black Moon auf einen #magicmoonday. Eine schöne Metapher, um sich mit unseren inneren Wünschen und unserer Wahrheit wieder zu vereinigen.

Dieser Black Moon lädt uns alle ein uns wieder mehr mit dieser Stimme in uns, unserer inneren Weisheit, unserer Intuition zu verbinden. Es ist eine Einladung zu dir zu kommen, dich so zu zeigen wie du bist und deine Weiblichkeit zu leben. Egal ob Andere es kompliziert, anstrengend oder merkwürdig finden. Erlaube dir wie das Wasser zu fließen, dich tragen zu lassen und nicht immer alles begründen zu müssen. Umarme die wilde Frau in dir, tanzend, singend und wissend. Und sei gewiss – du bist nicht alleine. Überall erwachen Frauen, überall wird der Ruf gehört. Wir gehen gemeinsam. Ich freue mich drauf.

Happy Black mooning,

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Rückläufiger Merkur – verdrehte Tatsachen am Himmel und Zeit für Self-Care

Rückläufiger Merkur – verdrehte Tatsachen am Himmel und Zeit für Self-Care

Auch wenn ich spirituell offen bin, so habe ich doch meistens beide Füße auf dem Boden. Ich bin so gut ich kann im Hier und Jetzt und mir sehr klar darüber bewusst, dass das Leben auf der Erde und nicht im Himmel stattfindet. Über die Jahre habe ich bemerkt, dass je mehr ich mich meiner femininen Energie und Kraft geöffnet habe ich sensitiver für die Rhythmen und Zyklen von Himmel und Erde geworden bin. Was ich zunächst verfluchte, denn ich wollte ja weiterhin stark und unabhängig sein, nehme ich mittlerweile als Einladung oder Inspiration zum Fließen und mich drauf einlassen. Ich sehe es als den femininen Flow und die Verbindung zu dem was ist.

Drei- bis viermal im Jahr heißt es „Oh nein! Merkur ist rückläufig!“. Was in Insiderkreisen als „Mercury Retrograde“ bezeichnet wird, bedeutet nichts weiter, als dass der Planet Merkur rückwärts läuft. Dabei verändert der Planet nicht seine Richtung, sondern die Erde „fährt“ in einem schnelleren Tempo an Merkur vorbei, sodass von der Erde aus der Eindruck entsteht, als ob der langsamere Planet sich rückwärts bewegt.

Wenn der Götterbote rückwärts läuft

Was bedeutet es nun für uns auf der Erde, wenn der Merkur rückläufig ist? Merkur, der kleinste Planet ist nach dem Götterboten benannt worden. Er ist der Schutzgott des Verkehrs, der Reisenden, der Kaufleute und der Hirten, steht für Kommunikation und Logik. All dieser Dinge werden mit Aktionen im Außen verbunden, der Reisende bricht in eine neue Welt auf, Kommunikation ist eine Botschaft nach Außen und auch im Verkehr bewegen wir uns nach vorne. Ist der Merkur nun rückläufig so kann dies als Einladung dazu gesehen werden mal nicht nach Außen, sondern nach Innen zu schauen. Das Motto für Mercury Retrograde ist positiv formuliert: Tempo rauszunehmen. Es gilt Entscheidungen gut abzuwägen, durchzuatmen und bevor man impulsiv reagiert noch einmal innezuhalten.

Oder aber auch, um Ordnung zu schaffen. Die Rückläufigkeit ist nämlich auch ein Zeitraum, in dem man überfällige Aufgaben bewältigen kann. Oft schieben wir Dinge vor uns her – während der Rückläufigkeit wird es dann Zeit, diese Dinge in Ordnung zu bringen. Es ist der perfekte Moment, die liegen gebliebene Buchhaltung zu machen, offene Rechnungen zu begleichen oder alte Verträge aufzulösen.

Die Zeit ist wunderbar dafür geeignet, Aussprachen zu treffen. Alles, was bisher im Raum hängt, kann jetzt geklärt werden. Missverständnisse können bereinigt werden, Dinge verstanden und alte Verpflichtungen gelöst werden. Mercury Retrograde bietet sich hervorragend dazu an Bilanz zu ziehen, Themen tiefer zu beleuchten und eventuelle Korrekturen vorzunehmen. Es ist die Zeit des Überdenkens und des sich in Ruhe eine Meinung zu bilden.

Innere Ernte

Ich werde die kommenden drei Wochen „Mercury Retrograde“ dazu nutzen, nach Innen zu schauen und in meine Bedürfnisse einzutauchen. Denn je mehr ich bei mir bin, desto besser kann ich mein Herz und meine Seele hören. Und die Früchte dessen ernten, was in ihnen erwachsen ist und erblüht. Dazu gehören für mich Self-Care, Self-Love und Self-Worth. Gerade, wenn es Zeit ist nach Innen zu schauen, nutze ich gerne den Moment mich wieder daran zu erinnern, was mir wirklich guttut und hinzuspüren, was vielleicht gar nicht mehr so gut ist, wie gedacht. Vielleicht, weil es eine unbewusste Routine geworden ist, die erneuert oder verändert werden darf. Das gilt für mich privat als auch fürs Business. Dort schaue ich beispielsweise auf meine Systeme, Strukturen und Botschaften. Passen die noch zu meiner Herzstimme? Sind sie weiterhin effektiv und entlasten mich? Gibt es etwas, was ich lassen kann und somit den Fokus erhöhen? Ich habe für mich jedes Mal andere Punkte, die zu den einzelnen Bereichen gehören – für dieses Mal stehen bisher die folgenden auf der Liste:

Selbst-Fürsorge

Konsequent 1 Stunde vorm Schlafengehen Off-Screen gehen. Ins Bett gehen, wenn ich die ersten Anzeichen von Müdigkeit spüre. Zeit für mich im Kalender einplanen. Wöchentliche Treatments einplanen. Gutes, leckeres Essen. Zeit für Essen. Mehr Zeit in der Natur.

Selbst-Liebe

Singen. Tanzen. Meditieren. Emotionen fließen lassen. Zeremonien machen. Sisterhood-Circle schaffen. Mehr Blumen kaufen. Bäume umarmen. Zeit in Stille.

Selbst-Wert

Meine Wünsche formulieren. Klarheit schaffen. Ausmisten und das loslassen, was mir nicht mehr guttut. Mein Business betrachten und erneuern. Neue Designs testen. Fotos machen. Mich ausschließlich mit positiven Menschen umgeben. Nur meinem Herzen folgen. Mehr Zeit für Soul-Sparkle.

Für die Zeit vom rückläufigen Merkur liegt mein Fokus ganz bei mir – auf das was in meinem Inneren ist. Ich werde viel Zeit mit mir verbringen und nicht von Event zu Event hasten. Ich werde bewusst meine Kontakte wählen und altes erledigen oder lösen. Passenderweise bleibt der rückläufige Merkur drei Wochen – genau die Zeit, die es braucht, Verhaltensweisen zu Gewohnheiten werden zu lassen.  Wie im Innen, so im Außen heißt es. Ich merke immer wieder, dass wenn ich bewusst in mich kehre, ich klarer werde in dem, was ich will und deutliche Impulse für meine nächsten Schritte erhalte. Ich freue mich darauf zu erfahren, was auf deiner Liste steht. Und wünsche dir viel Spaß bei der Einkehr zu dir.

Alles Liebe!

 

Die kommenden Phasen für den Rückläufigen Merkur sind:

21.04.2023-15.05.2023 / 23.08.2023-15.09.2023 / 13.12.2023-02.01.2024 / 01.04.-25.04.2024 / 05.08.2024-28.08.2024 / 26.11.2024-15.12.2024

Der Schmetterlingseffekt und wie du die Welt verändern kannst

Der Schmetterlingseffekt und wie du die Welt verändern kannst

Der Juli war bewegt, Anschläge – ob Terror, Amok oder beziehungsmotiviert – haben viele Menschen bewegt und unsicher gemacht. Oft habe ich nicht nur die Wut und die Trauer, sondern auch die Ohnmacht gespürt, die mit solchen Momenten verbunden war. Mich haben verschiedene E-Mails zu dem Thema erreicht; im Kern immer mit der gleichen Frage: „Wie kann ich mit diesem Wahnsinn umgehen und was kann ich tun?“ Im Zusammenhang damit poppten auch die Zweifel auf, ob es wirklich reicht, Liebe in die Welt zu schicken?

Meine Antwort darauf ist JEIN… denn: ich glaube, dass wenn wir nicht in Liebe sind, es nicht hilft Liebe zu schicken. Es gilt also zunächst in Liebe zu gehen, bevor wir irgendetwas in die Welt schicken. Denn wie heißt es immer so schön: Dein Äußeres spiegelt dein Inneres. Und ebenso glaube ich, dass Intention auch immer Hand in Hand mit Aktion gehen sollte. Das kannst du dir wie das Yin-Yang vorstellen, zwei Teile, die ein Ganzes bilden. Das feminine Sein und das maskuline Tun, welche sich perfekt ergänzen. Quasi wie die zwei Flügel, die es zum Schmetterlingseffekt braucht.Hört sich abstrakt an? Ist es gar nicht und das Schöne ist, jede von uns kann es anwenden und umsetzen.

Sein und Tun

Mein Sein bestimmt mein Tun. Und deswegen ist es auch so wichtig einen Blick auf mein Sein zu werfen, bevor ich etwas tue. Bevor ich also in Aktion gehe, ist es an mir den Blick auf mein Sein, oder mein Inneres zu werfen, um zu schauen, wie es dort aussieht. Die meisten Menschen die ich kenne tragen in irgendeiner Art und Weise Groll, Wut, Frust oder Trauer mit sich. Und auch wenn diese Emotionen als solches nicht negativ sind, so werden sie es doch, wenn wir sie unterdrücken oder unbewusst mitschleppen. Denn dann bilden sie einen kontaminierten Boden für unser Handeln und damit auch für das, was sich im Außen zeigt. Auch ich finde immer wieder Situationen, mit denen ich noch nicht im Reinen bin. Wie aber kann man diesen Emotionen am besten bekommen? Eine Möglichkeit ist Vergebung – oder auf neudeutsch Forgiveness.

Vergebung ist quasi der Kärcher unter den inneren Reinigungsmethoden. Wichtig dabei: Vergebung bedeutet nicht, dass Geschehene ungeschehen zu machen oder zu relativieren. Vergebung bedeutet in deine Kraft zu kommen und dem Andere bzw. der Situation keine Macht mehr über dich zu geben. Denn solange wir Groll gegen jemanden hegen hat er Macht über uns. Wie Vergebung im einzelnen funktioniert habe ich Hier für dich zusammen gefasst. Durch Vergebung wirst du quasi „unfuckwithable“.

Von Innen nach Außen

In dem Moment, wo ich mit und in mir aufgeräumt habe, kann ich mich dem Außen zuwenden. Denn das Sein kann einen Unterschied erzeugen, wird aber erst komplett mit dem Tun – Yin und Yang eben. In dem Moment, wo ich mehr und mehr unfuckwithable werde, wird mein Stand festern, meine Stimme klarer und mein Schritt gezielter. Ich kann in Position gehen und zwar ohen Angst und Unsicherheit. Und da ist für mich das Entscheidende; das wir in Position gehen. In Position gehen heißt dabei auch mit gutem Beispiel voran gehen – den unser Tun wird das der Anderen beeinflussen. Schon Ghandi sagte:

Be the change you want to see in the world.

Ich bin der festen Überzeugung, dass jede von uns Leaderin sein kann. Allerdings gilt es, das angestaubte Konzept von Leadership zu überdenken. Was wir oftmals als Leadership bezeichnen ist im Grunde eine Autorität, die an der Spitze eines Systems sitzt und dieses beherrscht, was am Ende der Pyramide oft zu Unsicherheit und Angst führt und damit zu Handlungseinschränkungen. Leadership bedeutet aber im Kern zu erkennen, dass wir alle Teil der Gemeinschaft sind und diese nur wirklich dann funktionieren kann, wenn wir eine Atmosphäre von Vertrauen und Liebe schaffen.

Eine Entscheidung, keine Position

Für mich ist Leadership im Alltag eine Entscheidung und keine Position. Sicherlich können wir nicht in einem Schritt das Thema IS auflösen oder die Entwicklung in der Türkei stoppen. Was wir aber können, ist im Alltag in Position zu gehen. Ob ich einer alten Dame die Tüte trage, anstatt genervt zu sein dass sie vor mir her schlurft;  jemanden die Tür aufhalte, anstatt mich durchzuquetschen; jeden Menschen der mir entgegen kommt anlächele; anstatt den Blicken auszuweichen;  der Freundin einfach nur zuhöre und ihr den Raum halte, anstatt direkt einen Rat parat zu haben; der Obdachlosen ein Brötchen kaufe, anstatt abfällig auf das Gesocks zu gucken, der Kassiererin einen ernstgemeinten schönen Tag wünsche, anstatt blick und wortlos mein Rückgeld zu nehmen und zu verschwinden, in einer unklaren Situation zu fragen ob alles ok ist, anstatt wegzuschauen… es gibt unzählige Möglichkeiten. Schon die Pfadfinder wußten:

Jeden Tag eine gute Tat.

Und auch wenn es dir erstmal klein und banal erscheint, was du tust. Wenn wir alle gemeinsam einen kleinen Schritt tun können das ziemlich viele Schritte auf einmal sein. Mit jeder deiner Handlungen inspirierst du andere, mindestens die Person, der du sie entgegen gebracht hast. In den meisten Fällen wird diese sie weitergeben und so kann aus einer Handlung eine Welle entstehen. Wie aus dem Schmetterlingsflügelschlag, der einen Tsunami auslöst, denn schon kleine Abweichungen können langfristig ein ganzes System vollständig und unvorhersagbar verändern.

Wie also wäre es, wenn wir es gemeinsam versuchen. Gemeinsam für etwas gehen, anstatt gegen etwas zu kämpfen. Die Zeiten von „es kann nur einen geben“ sind vorbei. Es ist soweit, dass wir erkennen, dass wir gemeinsam stärker sind und so auch mit kleinen Dingen einen großen Effekt auslösen können. Es gibt den schönen Satz: wenn etwas nicht funktioniert, dann tu etwas anderes. Ich glaube es ist an der Zeit genau das zu tun, denn die herkömmlichen Wege haben zu nichts geführt.

Ich werde jetzt mal rausgehen und schauen, wie und wo ich Liebe und Vertrauen verteilen kann. Vielleicht treffen wir uns ja.

Alles Liebe,

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Vergebung – das Supertool der Selbstwirksamkeit

Vergebung – das Supertool der Selbstwirksamkeit

Vergebung ist heutzutage in aller Munde, die Magie von Vergebung, die Kraft und die Einfachheit machen sie quasi zum Superfood der Selbstwirksamkeits-Techniken. Vergebung beeinflusst nachgewiesener Maßen die seelische Gesundheit und die Lebenszufriedenheit positiv und nachhaltig. Für mich damals genug Grund, um mir Vergebung genauer anzuschauen. Einer meiner ersten Lehrer war Colin Tipping, der die Radikale Vergebung lehrt. Danach bin ich auf Hoʻoponopono gestoßen und habe weitere Methoden zur Vergebung wie „Forgive into Love“ kennengelernt. Ich praktiziere mittlerweile einen eigenen Mix, denn jeder Mensch funktioniert anders und deswegen ist es wichtig, dass wir unseren eigenen Weg finden.

Was genau ist Vergebung denn nun? Vergebung ist die Umwandlung von negativen Gefühlen wie Groll, Wut und Hass, die durch Verletzungen ausgelöst wurden, in positive Emotionen wie selbstlose Liebe, Empathie, Mitgefühl und sogar in  romantische Liebe. Vergebung ist die bewusste Entscheidung nicht weiter unter dem Vorfall leiden zu wollen und der anderen Person wieder mit Offenheit zu begegnen. Für mich bedeutet Vergebung auch Freiheit, denn ich befreie mich aus den Fängen von Vergangenem und hole mir die Macht und Verantwortung für mein Leben zurück.

Ziemlich gut, oder? Und das Tolle ist, dass Vergebung relativ einfach funktioniert. Allerdings ist die Grundvoraussetzung absolute Ehrlichkeit dir selbst gegenüber. Ich habe mittlerweile zwei Arten von Vergebungs-Ritualen: eines für sofort und eines für zurückliegende Ereignisse. Und am Ende teile ich mit dir, was passiert ist, seitdem ich nicht nur anderen, sondern auch mir selber vergebe.

Gehegt und gepflegt

Bei Ereignissen, die schon länger zurückliegen nehme ich mir mehr Zeit und tauche tiefer in die Situation ein. Zum Start bietet es sich an, eine Liste zu machen mit all den Momenten und Personen, gegen die du Groll, Wut, Ärger oder Trauer hegst. Trauer ist oftmals die Vorhut von Wut und tritt dann auf, wenn wir uns nicht erlauben wütend zu sein. Denn Mädchen dürfen weinen aber nicht schreien – und so haben viele von uns gelernt traurig zu sein anstatt wütend.

Wenn du deine Liste komplett hast, schau sie dir an und vielleicht erkennst du ja Muster oder Zusammenhänge. Eventuell gibt es Situationen, in denen immer wieder die gleichen Personen auftauchen. Nimm dir ein neues Blatt und ordne die Situationen für dich. Dann entscheide wo du starten willst. Ich gehe gerne immer zuerst dahin, wo der Schmerz am tiefsten sitzt, da ich weiß, dass die Erleichterung am größten sein wird.

Wenn du deinen Startpunkt gefunden hast, sorge dafür, dass du ungestört bist. Lies dir zunächst in Ruhe alle Schritte durch. Stelle deinen Alarm auf dem Handy so, dass er nach jeweils 2 Minuten klingelt. Das ist das Zeichen zum nächsten Schritt zu gehen. Finde eine bequeme Sitzposition und schließe deine Augen. Atme ein paarmal tief ein und aus.

Schritt 1: Zeitsprung

Geh zurück in den Moment und bring all die Wut, den Frust und den Schmerz wieder hoch, den du damals gefühlt hast, als dir jemand Unrecht getan hat. Dazu kannst du zurück in die Szene gehen und wahrnehmen, was du hörst, siehst, fühlst und vielleicht sogar schmeckst oder riechst. Gehe so tief wie möglich in die Situation. Wenn der Moment zu schmerzhaft ist, dann stell dir vor, wie du die Szene beobachtest.

Beispiel: ich erinnere mich an den Moment, in dem ich beim Sport ungerecht benotet wurde. Ich stelle mir vor, wie ich in der Sporthalle bin, schaue an mir runter und kann meine Sportklamotten sehen, fühle das Quietschen des Bodens unter den Füßen, höre das Dribbeln der Bälle,   rieche den Schweiß und sehe meinen Sportlehrer vor mir, wie er mir bewusst eine schlechtere Note gibt, als Rache dafür, dass ich ihn wegen sexueller Belästigung gemeldet habe. Ich spüre, wie er diesen Moment innerlich genießt.

Schritt 2: Gefühlsprung

 Wenn du den Moment klar vor dir hast, lass deinen Emotionen freien Lauf, springe quasi in deine Gefühle. Lass die Wut, den Frust, die Trauer hochkommen, nimm wahr, wo im Körper du sie spüren kannst. Und lass sie weiter kommen. Wenn Tränen fließen oder du merkst wie dein Körper reagiert – lass es geschehen.

Beispiel: Ich spüre wie die Wut in mir hochsteigt. Es fühlt sich an, wie ein heißer Lavastrom, der aus meinem Unterbauch langsam ansteigt, bis er an meinem Hals angekommen ist. Ich merke, wie ich die Fäuste balle.

Wenn wir zürnen, hat unser Gegner seinen Zweck erreicht, wir sind in seiner Gewalt.
Ernst Freiherr von Feuchtersleben

Schritt 3: Liebessprung

Verändere deine Perspektive und sieh die gleiche Person vor dir aber diesmal mit Mitgefühl. Frage dich, was du aus dieser Situation gelernt hast? Wie hat dieser Moment dein Leben besser gemacht? Robert Betz bezeichnet solche Menschen als „Arschengel“ – Engel, die uns gesandt wurden, um an ihnen zu wachsen. Und in seiner wunderbaren Geschichte über die kleine Seele und Vergebung sagt Neale Donald Walsh: „Ich (Gott) habe dir nichts als Engel geschickt“. Jeder, der jemals in unser Leben getreten ist, auch diejenigen, die uns verletzt haben, sind niemand anderes, als jemand, der uns eine wichtige Lernaufgabe vermittelt. Was nicht bedeutet, dass das was passiert ist richtig oder fair war. Nehme also deine Situation und überlege dir, was kannst du aus der Situation für dich mitnehmen, so schmerzhaft sie auch gewesen sein mag. Wie hat sie dir geholfen zu wachsen?

Als nächstes richte deinen Fokus auf die andere Person. Welchen Schmerz oder welche Ängste hat sie erlebt, dass sie dazu gebracht hat, das zu tun? Es gibt den schönen Satz:

Verletzte Menschen verletzen Menschen.

Das beinhaltet, dass diejenigen, die andere verletzen dies tun, weil ihnen an irgendeiner Stelle auf irgendeiner Ebene auch Verletzung widerfahren ist. Schau dir die Person vor dir an und denk darüber nach, wie sie in ihrer Kindheit oder in den vergangenen Jahren verletzt worden sein könnte.

Beispiel: Ich habe meinen Sportlehrer gesehen und ihn mir als kleinen Jungen vorgestellt. Vielleicht hatte er einen Vater, der gewalttätig war, vielleicht hat er Missbrauch erfahren, vielleicht wurde er als Kind immer ungerecht behandelt. Der einzige Weg, wie er sich sicher fühlen konnte, war Schwächere spüren zu lassen, dass sie schwächer waren.

Und das ist der Moment, in dem du die FREE-FORMEL anwenden kannst:

Ich vergebe dir. / Es tut mir leid. / Danke. / Ich liebe dich.

Der Inhalt der Formel ist so zu verstehen: Ich vergebe dir, was du getan hast. / Es tut mir leid, dass ich dich verwechselt habe, dich in eine falsche Rolle gedrängt habe… / Ich danke dir für die Chance , das Wachsen, die Einsichten / Ich schicke dir Liebe. Und genau das ist es, was du zum Abschluss tust: Schicke der Person Liebe, schicke dir Liebe und schicke allen Beteiligten Liebe. Das kannst du als Lichtstrahl aus deinem Herzen machen, als Leuchten, als Herz-Konfetti-Regen – was auch immer für dich passend ist. Und spüre in dich hinein, wo du diese Liebe spürst und wie du dich mit den anderen verbindest.

Wenn wir Menschen entlassen bedeutet das nicht, dass was auch immer passiert sein mag okay ist. Es bedeutet nicht, dass die ganze Welt jetzt in Ordnung ist, es wird immer wieder Arschengel in deinem Leben geben. Was es bedeutet ist, dass die Person und die Situation keine Macht mehr über und haben und dass der Schmerz über das, was passiert ist uns nicht mehr auffrisst.

Du musst dabei nicht den Anderen bitten dir zu vergeben, es reicht vollkommen aus, dass du vergibst. Das ist absolut in deiner Macht. Und wenn du damit beginnst, ermächtigst du dich selber und wirst innerlich stärker, präsenter und “unfuckwithable”. Sinngemäß bedeutet „unfuckwithable“: Wenn du wirklich in Frieden bist und in Kontakt zu dir selbst bist und wenn nichts, was jemand sagt oder tut, dich ärgert und wenn keine Negativität dich berühren kann. Dann bist du unfuckwithable!

unfuckwithable - vergebung

Einfach und schnell

Für aktuelle Situationen wende ich direkt einfach nur die FREE-Formel an. Denn ich habe die Situation meistens noch präsent und gehe unmittelbar in Vergebung. Dazu suche ich mir einen ruhigen Ort und spreche die Formel. Smoit kann ich ebenfalls kurzfristig erkennen, was ich lernen kann und Liebe schicken. Dieser Vergebungs-Quickie hat schon Situationen komplett gedreht. Besipielsweise war ich in einem Meeting und habe gemerkt, dass eine Person permanent gegen mich agiert und mich schräg behandelt. Ich bin also aufs Klo – nicht umsonst heisst es das Stille Örtchen – und habe die FREE-Formel gesprochen. In dem Moment wurde mir klar, was ich lernen kann, ich habe das Muster erkannt und konnte loslassen. So bin ich mit wierdererlangter Macht und kraftvoll ins Meeting zurück und habe es erfolgreich zu Ende bringen können. Ein Teilnehmer hat mich später gefragt, was ich draußen genmacht hätte, danach wäre ich wie ausgewechselt gewesen.

Durch Vergebung zur Freiheit

Ich habe über die Jahre gemerkt, wie mich jede Vergebung freier gemacht hat. Ich konnte spürbar meinen Handlungsspielraum erweitern und die neu gewonnene Kraft für mich einsetzen. Und bin versöhnlicher geworden, kann mich schneller und besser abgrenzen und Ruhe mehr in mir. Irgendwann habe ich auch begonnen mir selber zu vergeben, für all die Momente, in denen ich nicht bei mir war, über meine Grenzen gegangen bin, nicht authentisch gehandelt habe. Oder auch unschöne Dinge über andere gesagt habe, fies zu Menschen gewesen bin oder gemeine Gedanken gehabt habe. Damit konnte ich mich noch mehr selbt umarmen und Frieden mit mir schließen. Und werde so Schritt für Schritt mehr unfuckwithable.

Und wenn es darum geht VErgebung auf die aktuellen Ereignisse anzuwenden: Von Collin Tipping gibt es  ein wunderbares Arbeitsblatt, welches die Prinzipen der Radikalen Vergebung in Bezug auf Ereignisse in der Welt anwendet.

Ich wünsche dir befreiende Momente.

Alles Liebe,

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Bildquelle unfuckwithable: Fractal Enlightment

Von Konkurrenz zu Kooperation – warum wir uns mit Stutenbissigkeit selbst ein Bein stellen

Von Konkurrenz zu Kooperation – warum wir uns mit Stutenbissigkeit selbst ein Bein stellen

Vor einiger Zeit habe ich einen Beitrag zu Thema Sisterhood geschrieben. In dem ging es unter anderem darum, dass ich an Kollaboration glaube und nicht mehr das Konkurrenz-Klischee füttern will, welches immer wieder durch die Legende von der Stutenbissigkeit genährt wird. Danach erreichten mich viele positive Rückmeldungen, aber auch solche, in denen der Tenor was: Ich versuche das ja, aber es gibt so viele Frauen, die Sisterhood definitiv nicht leben! Ich bin mir durchaus darüber im Klaren, dass wir nicht im „Airy-Fairy-Happy-Land“ leben und dass auch Frauen ihre Ellenbogen ausfahren können. Ich weiß auch, dass wir nicht alle hüftschwingend und singend Hand in Hand über Blumenwiesen schweben. Auch wenn ich das durchaus manchmal für sehr angebracht halten würde. Worum es mir geht, dass es an der Zeit ist zu verstehen, dass jedes Mal wenn eine Frau einer anderen ein Bein stellt oder ihr einen Dolchstoß versetzt, sie sich eigentlich selbst und auch allen anderen unbeteiligten Frauen die Wunde zufügt.

So sieht es aus…

Wir leben im Jahr 2016, im Zeitalter von Wahlfreiheit und Patchwork-Lebensentwürfen. In einer Zeit, in der Frauen selbst entscheiden können wie sie ihr Leben leben wollen, frei wählen können. Sollte man denken. Allerdings gibt es zwei Phänomene die dafür sorgen, dass die fiesesten Stöcke uns von augenscheinlichen Teamkameradinnen zwischen die Beine geschmissen werden. Dafür gibt es zwei Gründe: Angst, dass es nicht genug gibt und die Unsicherheit über den eigenen Weg.

Als Mädchen sind wir mit den Bildern der Prinzessin die ausgewählt werden muss aufgewachsen. Mit Spielnachmittagen voller Barbies und mit nur einem Ken. Mit der Idee davon, dass es nicht genug für alle gibt. Und gleichzeitig wurde uns durch die Frauenpresse eingebläut, dass wir nicht schlank genug, schön genug, smart genug sind. Irgendwann haben viele von uns angefangen das zu glauben. Das ist der Moment in dem aus Kooperation Konkurrenz wird. Wir spielen nicht mehr miteinander, sondern um etwas. Dann wird die Frage gestellt: „Was hat die, was ich nicht habe?“, anstatt uns auf unsere Stärken zu konzentrieren.  Die Konsequenz ist, dass wir mit diesen Gedanken unheimlich viel Energie und Zeit verschwenden, die wir anders einsetzen könnten. Und es führt dazu, dass ich mich noch schlechter fühle, denn wenn ich mich ständig mit den Stärken einer vermeintlichen Konkurrentin beschäftige, fokussiere ich mich in Wirklichkeit auf meine eigenen Schwächen. Der Wettlauf um das imaginative „erwählt werden“ ist im vollen Gange und es passiert, was gemeinhin als Stutenbissigkeit bezeichnet wird.

Und damit bleiben wir an der Frage hängen, anstatt uns auf das zu konzentrieren, was wir schon haben und was wir richtig gut können und daraus mein eigenes Profil zu entwickeln.

Be yourself. Everyone else is already taken.

Oscar Wilde

Erst wenn wir unser eigenes klares und authentische Profil entwickeln, bekommen wir auch Zugang zu den Jobs und Optionen, die zu uns passen, uns wachsen lassen und unsere Brillanz zum Vorschein bringen. Sisterhood ist nicht anderen Frauen den Ellenbogen in den Unterleib zu rammen, da ihre Stärken mich auf meine Schwächen aufmerksam machen. Sisterhood ist nicht andere Frauen bloßzustellen um für den Moment selber besser darzustehen. Sisterhood ist nicht, andere Frauen zu Fall zu bringen, weil man sich selber nicht zutraut die Schwelle zu nehmen. Sisterhood bedeutet für mich, die Stärken anderer Frauen zu schätzen, sie anzuerkennen und als Inspiration zu sehen. Und mir gleichzeitig klar über das zu sein, was mich ausmacht, um dieses im richtigen Moment einsetzen zu können. Es bedeutet aufzuhören den alten Geschichten von „nicht genug“ zu glauben und aus der Angst zu gehen. Sisterhood ist immer ein Vertrauensvorschuss – in meinem Fall habe ich ihn nie bereut. Nur dann ist Sisterhood auch wirklich möglich und einfach großartig. Dann bilden sich Connections und Verbindungen, Kooperationen und Community. Und dann profitieren viele anstatt nur eine.

Diese Idee von Sisterhood bedeutet auch, andere so sein zu lassen wie sie sind. Mit ihren Stärken und Schwächen und ihren Lebensmodellen. Sisterhood beinhaltet Respekt vor den Entscheidungen anderer Frauen zu haben, auch wenn meine eigenen anders ausfallen würden. Dazu gehört, dass wir uns nicht gegenseitig dissen, ob „Vollzeitmutter“, „Vollverdienerin“ oder „Vollweib“. Ich sage immer:

Jede Frau spiegelt eine andere Facette von Weiblichkeit wieder.

Und wer bin ich es darüber zu urteilen. Ich kann für mich entscheiden, dass ich denke, dass es für Kinder vollkommen okay ist, wenn ihre Mutter arbeitet und dennoch absolut respektieren, wenn eine andere Frau für sich entschieden hat, dass es das Beste für ihr Kind ist, wenn sie mit ihm zu hause bleibt. Ich kann für mich entscheiden, dass ich mich mit Kleidergröße 36 am wohlsten fühle und dennoch die Vielfalt weiblicher Körper schätzen. Indem ich erkenne, dass es für mein Leben keinen Unterschied macht, ob eine Frau ein kurzes Kleid oder hohe Schuhe trägt, mit ihrem Kind zu hause bleibt oder Vollzeit arbeitet, schaffe ich die Grundvoraussetzung für wahre Sisterhood. Wenn ich anfange mich auf mich zu konzentrieren, anstatt meine Energie mit anderen zu vertun kann Magie passieren.

There is a special place in hell for women who don’t help other women.

Madeleine Albright

Sisterhood ist Kooperation – zu erinnern, wie kraftvoll wir sind, wenn wir zusammenstehen und zu begreifen, dass eben am Ende keine von uns ihren Weg alleine geht. Sisterhood ist der Schlüssel zur Freiheit, denn die Welt wird sich nur ändern, wenn wir gemeinsam gehen und für die Freiheit von jeder Frau einstehen.

Gesellschaft erschafft nicht die Menschen. Die Menschen erschaffen die Gesellschaft.

Gemeinsam können wir eine neue Gesellschaft schaffen, eine die Gesellschaft die Freiheit für jede Frau bedeuten kann. Und Sisterhood ist ein entscheidender Schlüssel. Ein Schlüssel, der uns dahin bringt, dass wir nicht mehr als Prinzessinen ausgewählt werden, sondern als Königinnen unser gemeinsames Reich erschaffen können. Bei all den miesen Momenten und krassen Kommentaren gegen Frauen, die gerade in den letzten Wochen wieder im Netz kursierten, ist es an der Zeit, dass wir endlich anfangen uns selbst zu ermächtigen, für unsere Würde einzutreten und gemeinsam für eine Gesellschaft gehen in der Kooperation wichtiger ist als Konkurrenz und Stutenbissigkeit Sisterhood weicht.

In Sisterhood,

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P.S. Dieser Beitrag wurde nicht nur von den Rückmeldungen sondern auch von der DMW-Blogparade inspiriert.

Visionen kann man nicht mit einem Lasso fangen

Visionen kann man nicht mit einem Lasso fangen

Diese Woche war für mich ein wunderbares Lehrstück dafür, wie ich mich selbst ausbremse und eine herrliche Erinnerung daran, dass man Visionen nicht mit einem Lasso fangen kann. Denn Visionen sind wie Wolken. Nachdem ich neu inspiriert zurück nach Hamburg kam, hatte ich mir zunächst etwas Zeit genommen, um die Ideen und Erkenntnisse sacken zu lassen. Und dann ging es los…

Willkommen im Mindfuck

Am Tag nach meiner geplanten „Adaptation“ wache ich auf, setze mich an den Rechner und will nun all die wunderbaren Ideen und die großartige Vision in ein Konzept packen, welches ich direkt konkretisieren könnte, um es dann in Workshops zu verwandeln und am besten noch diesen Monat den ersten zu geben… und ich finde mich vor einem leeren Dokument wieder, welches schnell durch Facebook ersetzt wird – denn da gibt es mit Sicherheit die richtige Inspiration. Dem folgt ein Seitenblick auf Instagram – Heimat von motivierenden Zitaten, schönem Essen und dehnbaren Menschen in atemberaubender Natur. Blick zurück auf das leere Blatt. Google wird schon helfen – und so lasse ich die Bibliothekarin der Weltinformationen ordentlich zwischen den virtuellen Regalen hin und her laufen, um am Ende doch nicht zufrieden mit ihrer Auswahl zu sein.

Ich gucke auf die Uhr – es ist Mittag, Zeit zu essen. Irgendetwas in mir sagt: „Mach eine Pause. Geh raus in die Natur. Gönn dir einen Tee in der Sonne.“ Doch da dröhnt es: „Du machst das jetzt erst fertig. Es kann nicht sein, dass du nichts produzierst.“ Also setze ich mich bei wunderbarem Sonnenschein wieder an den Rechner. Vorher atme ich tief durch und bitte um eine Inspiration, ein Zeichen. Nach einer halben Stunde fange ich in meiner Verzweiflung an meine Webseite zu aktualisieren – Hauptsache beschäftigt sein und produktiv… und dann bekomme ich mein Zeichen. Auf einem Foto prangt mir mein eigenes Zitat entgegen:

Der Verstand ist ein großartiger Diener.

Aber ein grauenhafter Meister.

Das war ein „BAM! In your face!“ – und ich musste über mich selber lachen. Ich war volle Kanne in die Mindfuck-Falle getappt. Ich, die allen immer wieder vom Mindfuck erzählt, habe mich voll davon in Beschlag nehmen lassen. Was bedeutet, dass ich in so einem Moment nicht wirklich voraus schauen kann.

Verstand und Vergangenheit gehen Hand in Hand

Es gibt ein wunderbares Bild, wie Körper, Geist und Seele mit den Qualitäten von Zeit zusammen gehen. Dabei ist der Verstand mit der Vergangenheit verbunden. Denn er kann nur auf der Basis von erfahrenem funktionieren. Er ist quasi reagierend und zieht Schlussfolgerungen aus dem, was schon einmal passiert ist. Der Körper befindet sich in der Gegenwart. Er ist unser Gradmesser für das Hier und Jetzt und zeigt klar an, was im Moment ansteht. Wenn wir mit unserem Körper verbunden sind, sind wir präsent und klar. Die Seele ist die Visionärin – sie sieht die Zukunft, aber auf ihre Art und Weise. Und diese ist eben nicht immer so konkret und greifbar, wie es der Verstand braucht.

 Die Seele sagt „WAS“.

Der Verstand fragt „WIE“.

Oftmals versuchen wir das WAS direkt in ein WIE zu zwängen. Das ist aber so, wie wenn man Wolken mit einem Lasso fangen wollen würde. Es ist ein zweckloses Unterfangen.

Visionen sind wie Wolken

Durch verschiedene Eindrücke verdichten sich Aha-Momente zu einer Idee – so wie aus kleinen Wasserpartikeln eine Wolke werden kann. Diese kann größer und dichter werden – es bildet sich eine Vision. Das Problem ist: man kann die Vision sehen, aber man kann sie noch nicht greifen. Und dass ist der Moment, in dem Hingabe an den Moment und Geduld gefragt ist. Denn es braucht Zeit, bis die einzelnen Tropfen in der Wolke groß und schwer genug sind, um als Regen auf die Erde zu fallen. Und erst das ist der Moment, in dem wir sie auffangen können.

Manchmal passiert es, wie in meinem Fall,  dass es sich so anfühlt, als ob die Wolke schon bereit wäre ihre Tropfen loszulassen. Wir glauben die Idee oder die Vision schon so klar zu sehen, dass es doch jetzt soweit sein muss. Und dann setzt der Mindfuck ein, der Verstand übernimmt das Lasso und meint die Wolke mit der Vision fangen und das WAS zu einem WIE machen zu können. Er will den Prozess kontrollieren.

Aber wir können die Tropfenbildung nicht beeinflussen. Wir können nur den Moment genießen und auf den Regen warten, um ihn dann aufzufangen. Bis eine Wolke zu regnen beginnt dauert es, Sonne, Wind, Gebirge und Temperaturen beeinflussen diesen Prozess. Sie alle wirken zusammen. Bei einer Vision kann dies noch der nächste Hinweis sein, eine inspirierende Unterhaltung, ein Artikel den wir lesen oder eine Begegnung, die uns eine neue Perspektive eröffnet. Wenn wir unsere Visionen zu schnell in die Welt bringen wollen, nehmen wir ihnen die Chance zu ihrer vollen Größe zu wachsen und wir nehmen uns die Chance in unser volles Potenzial zu gehen.

Lass uns im Regen tanzen

Ich habe mich nach meinem Zeichen zurück gelehnt, das Lasso hingelegt, die Kontrolle abgegeben und den Mindfuck auf stumm gestellt. Ich habe mich daran erinnert, wie ich als Kind stundenlang durch das Dachfenster die Wolken beobachten konnte – und zugesehen habe, wie sie sich veränderten. Sie bildeten immer neue Bilder und Formen während sie vorbei zogen.  Damals habe ich es einfach nur genossen mich von ihnen inspirieren zu lassen. Und wenn die ersten Tropfen auf das Fenster fielen, bin ich in den Garten und habe im Regen getanzt.

In den letzten Tagen habe ich anstatt zwanghaft vor einem leeren Blatt zu sitzen viele andere Dinge von meinen magischen Meilensteinen erledigt. Der Mindfuck kann keine Visionen formen, denn sein Chef der Verstand ist mit der Vergangenheit verbunden. Die Zukunft gehört der deiner Seele und deinem Herzen. Ich blicke immer wieder auf meine Vision und beobachte, wie sie sich verändert. Ich genieße es zu sehen, wie sie neue Formen annimmt. Und wenn es soweit ist, dann werde ich raus gehen und tanzen, wie damals. Und wahrscheinlich auch trommeln, damit du dazukommen kannst und wir gemeinsam tanzen.

Ich freue mich drauf. Bis dahin,

stay fabulous, feel feminine and live fulfilled

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