Weihnachts-Wahrheiten: Die Gaben

Warum schenken wir uns eigentlich Weihnachten Dinge?

Wenn wir über den Ursprung des Schenkens reden, landen wir wieder bei der Wintersonnenwende. Zur Sonnenwende kamen die Menschen zusammen und es war der magische Moment des Übergangs – der Moment der Empfängnis, der gefeiert wurde. Auch in unseren Breitengraden wurde die Völva, die Walla, die Weleda, die Seherinnen geholt, um zu hören und zu sehen, was der nächste Zyklus bringt. Und von ihren Reisen brachten die Frauen Gaben mit. Heute sitzen wir vor unseren physischen Geschenken – warum hat sich dies verändert?



Der Wandel zum Konsum

Wir sind vom der immateriellen zur materiellen Gabe gewachsen, denn unsere Gesellschaft lernte im Wandel der Zeit das Materielle höher schätzen, als das energetische. So ist das »Fest der Liebe« heute wohl eher das »Fest der Geschenke«. Dabei ist interessant, dass das beschenken zu Weihnachten noch immer »bescheren« heißt, die Bescherung. Und hier ist der Wort-Ursprung »von Gott oder dem Göttlichen zugeteilt« »von oben für dich bestimmt«. Wir empfangen etwas, wir bekommen es zugeteilt und gehen damit weiter. In einer Zeit, in der das Bescheren, das Beschenken noch eine immaterielle Gabe bedeutete, war das Geschenk auch mal eine Botschaft. Und dieses Geschenk, die Gabe  wurde beim Zusammenkommen von der Völva (Seherin, Schamanin) überbracht.

Heute, da das Materielle wichtiger geworden ist, liegen Geschenke unterm Weihnachtsbaum und die Botschaften, die wir eigentlich in den magischen Raunächten empfangen können, bleiben größtenteils ungehört.


Weihnachts-Wahrheiten: Die Raunächte

Es geht weiter mit den Raunächten. 

Wann fangen denn nun die Raunächte an? Wir sprachen schon über das Datum, und das bedeutet, dass die Raunächte ursprünglich nicht nach Weihnachten begonnen haben, sondern nach der Wintersonnenwende. Und die Raunächte waren die Zeit in der Menschen anfingen zu lauschen. Es wurde kein frischer Baum ins Heim gestellt, man nahm altes Holz mit, das verbrannt wurde. Das alte Holz, umwickelt mit Immergrün zu entzünden und dieses Feuer ließ man über die folgenden Nächte brennen. Die Asche des Holzes wurde wieder zurück an die Erde, auf die Äcker gegeben. Es war die Zeit der Seherinnen, die eine hochgeschätzte Position in den Gesellschaften hatten. Darunter arbeiteten einige auch in Ägypten unter den Römern, da ihre Fähigkeiten bekannt waren. Sie sind als Seherinnen angehalten worden, ihren Blick gen Zukunft zu richten und ihre Botschaften »von oben« kundzutun.



Das war die Zeit der Raunächte und begann am Tag nach der Wintersonnenwende. Zudem dauerte die magische Zeit nicht  unbedingt 12 Nächte lang, die Zahl 12 ist eine christliche Bestimmung. Die Raunächte können so lang dauern, wie das Feuer brennt, gelauscht wird und Botschaften empfangen oder eben 13 Monde, wie ich es praktiziere in meinem Rhythmus. Und manchmal dauert es eben länger, bis alle Nachrichten angekommen sind. 

Somit sind die Raunächte keine 12 Nächte voller Bewegung und To-do-Listen, sondern es sind die Nächte in denen wir der Stille, dem Feuer, lauschen und mit den Geistern der Anderswelt kommunizieren um herauszufinden, was das neue Jahr für uns bereithält.

Eine Playlist für die magischen Nächte:




Weihnachts-Wahrheiten: Der Mistelzweig

Der Mistelzweig ist unwiderruflich mit Küssen und Umarmen verbunden und doch erfährt dieser in England noch größere Popularität als hier. Und von der Insel führt uns die Spur zur Weihnachts-Wahrheit um den Mistelzweig.

An Türbogen oder ähnlich hohe Stellen wird um die Zeit der Wintersonnenwende (Weihnachtszeit) ein Mistelzweig nach altem Brauch, aufhängt. Unter dem Mistelzweig wird sich dann geküsst, umarmt oder Liebe gegeben. Zurückverfolgt besagt der Brauch, dass Frauen, die unter besagtem Zweig standen, geküsst werden durften. Im prüden England damals versprach es auch, dass der Moment gekommen war, dass frau sich verheiraten durfte. Der Zweig konnte auch den Segen über den Kinderwunsch entsprechen – es ging um Fruchtbarkeit und Fülle.

Es ist nicht ganz geklärt, woher der Brauch bzw. die Weisheit um den Mistelzweig entstammt. Die Mistel ist ja die einzige Pflanze ohne irdische Wurzeln, sie wächst hoch oben in Bäumen. Vielleicht erinnerst du dich an die Comics von Asterix und Obelix, in denen der Druide Miraculix auf Bäume klettert, um Misteln für den Zaubertrank zu ernten. Die Mistel war, besser ist noch immer, eine druidische, schamanische Pflanze. Da die Pflanze keine irdische Brücke hat, verbindet sie sich besonders gut mit der Anderswelt und kann ganz starke Kräfte entfalten. Darunter würde sie für Fruchtbarkeit eingesetzt. So findet sich der Kuss und der Segen für die Fruchtbarkeit auf dieser Ebene wieder.

Ein Pfeil aus Mistelzweig lässt die Sonne sterben

Die Mistel ist auch der großen Göttin Frigg, Freyja der nordischen Mythologie zugesprochen. Ihr Sohn Balda, wir kennen ihn als Sonnengott Baldur, erzählte seiner Mutter, dass er bald sterben werde. Sie alarmierte darauf alle, um den Tod der Sonne zu verhindern. Alle wollten helfen, nur Loki – Gott des Schalks, der Gemeinheit und des Bösen, schnitzte einen Pfeil aus einem Mistelzweig und brachte damit Baldur um. So starb die Sonne endgültig zur Wintersonnenwende, um dann durch die Tränen und die Liebe seiner Mutter, der großen Freyja, wiedergeboren zu werden. So sind wir in der Mythologie wieder bei »das Licht wird empfangen, das Licht wird neugeboren«. Und die Tränen der trauernden Mutter perlten auf den Mistelzweig und so entstanden die weißen Kugelfrüchtchen der Pflanze. Als ihr Sohn, die Sonne, wiederkehrt, schenkte Freyja allen Liebe und Umarmungen. Daher der Brauch, sich unter dem hoch hängenden Zweig zu küssen, sich zu versprechen und Liebe zu schenken. 


Weihnachts-Wahrheiten: Das Datum

Weihnachts-Wahrheiten: Das Datum

Warum ist die Wintersonnenwende am 21.12. und warum ist Weihnachten am 24.12.? Und was hat es eigentlich mit Santa Lucia am 13.12. auf sich? Die kurze Antwort lautet: es ist alles der gleiche Tag nur in einer anderen Zeit.

Die Natur hat ihren eigenen Kalender

 Die Wintersonnenwende als solche ist ein Naturereignis, welches sich nicht nach unserem Kalender richtet. Sondern: unser aktueller Kalender richtet sich nach der Sonne und deren Lauf. Der gregorianische Kalender hat sich an den Tagundnachtgleichen orientiert. Und die Wintersonnenwende ist der kürzeste Tag und damit auch die längste Nacht. Früher konnten die Menschen über die Beobachtung der Sterne und der Natur ihre Zeit bestimmen, je mehr wir uns davon entfernten, desto wichtiger wurden alternative Optionen. Und so entstanden Kalender, die den Menschen halfen Dinge zu systematisieren und eine für alle gültige Zeiterfassung zu erschaffen. Denn durch den Kalender können wir uns sicher sein, dass wir wirklich den gleichen Zeitpunkt am selben Tag meinen, wenn wir uns verabreden.

Drei an einem Tag – die Zeitrechnung ignoriert

Was jedoch seit Entstehen des ersten Kalenders passierte, dass es eben mehrere Kalender gab. In Europa entschieden wir uns mit dem Christentum für einen solaren Kalender. Der islamische Kalender beispielsweise orientiert sich immer noch am Mond, weswegen Ramadan eben nicht jedes Jahr am gleichen Datum stattfindet. St. Lucia, welches noch heute vorwiegend in den nordischen Gefilden gefeiert wird, findet am 13.12. statt. Zu der Zeit, als diese Feierlichkeit der christlichen Heiligen Santa Lucia gewidmet wurde, war dies das Datum an der die Wintersonnenwende stattfand. Doch dieser Kalender änderte sich und die Kirche hielt an dem Datum fest und nicht an dem Ereignis, das es bedingt. Ebenso erging es Weihnachten, das im julianischen Kalender, in dem die Wintersonnenwende am 24.12. passierte, implementiert wurde. Auch dies waren christliche Feierlichkeiten, die zur Zeit der Wintersonnenwende stattfanden.  Mit der Einführung des gregorianischen Kalender – den wir auch heute noch nutzen – wurde das Datum der Wintersonnenwende auf den 21.12. verschoben, doch die Kirche beließ das Fest.

Somit gibt es also heute 3 Feierlichkeiten, die eigentlich im Kern alle das Gleiche meinen und einfach nur deswegen an verschiedenen Tagen stattfinden, weil sich unsere Zeitrechnung verändert hat.


Weihnachts-Wahrheiten: Das Datum

Weihnachts-Wahrheiten: Frau Holle

Die Wintersonnenwende war die Zeit von Frau Holle. Nicht Frau Holle nur als die alte Dame, die oben im Himmel steht und die Kissen ausschüttelt damit es schneit, sondern Frau Holle als die große Göttin die den Zeitenlauf spinnt.

Frau Holle und unser Ur-Rhythmus

Die Spinne, wie wir sie beim letzten Mal über Lametta kennengelernt haben, ist die Spinnerin. Das sind die Nornen, das ist die Qualität der großen Göttin wie es sie überall in der Welt gibt. Die unser Schicksal spinnt, die den Gang der Dinge spinnt und die dafür sorgt, dass diese ewig währenden Rhythmen immer wieder existieren. Was uns davon geblieben ist, ist Frau Holle.

Übrigens gibt es sehr viel mehr Märchen als nur das von Goldmarie und Pechmarie, und sehr viel mehr Mythologien rund um Frau Holle. Vor allem im süddeutschen Alpenländischen Raum existieren noch ganz viele Orte, die ihr wirklich gewidmet sind. Im Rest von vom deutschsprachigen Europa auch, doch die Mystik hat sich in den Alpenländern viel länger gehalten und die Menschen sind viel länger mit Frau Holle verbunden geblieben. 

Frau Holle ist die Repräsentantin der großen Göttin und damit ist sie auch diejenige, die uns in ihr Reich holt, wenn wir sterben und die uns wieder zurück ins Leben schickt. Das heißt, sie gebiert uns wieder, wenn wir erneut ins Leben gehen oder  zum ersten Mal ins Leben gehen. Und da erkennt man schon die Mythologie, die auch in der Wintersonne vorhanden ist, dem Ursprung von Weihnachten. 

Frau Holle, die wahre Herrscherin der Weihnacht

Es geht immer um den ewigen Kreislauf von Leben und Sterben – von hinübergehen und wiedergeboren werden. Es geht darum zu erkennen, dass all das was hier passiert nicht linear und endlich ist.  Wenn wir es mit den alten Mythen betrachten, mit denen die Menschen seit Urzeiten die Welt betrachtet haben, dann ist es ein Zyklus in dem wir uns befinden und die Wintersonnenwende markiert genau diesen Übergang: Von hinüber gegangen sein und wieder empfangen – um im Frühjahr neu geboren zu werden. Deswegen ist Frau Holle die wahre Herrscherin der Weihnacht, da sie nach der Wintersonnenwende die geweihten Nächte einleitet.

Und was wäre also, wenn wir in Zukunft wirklich ganz bewusst Kekse und Milch für Frau Holle, die große Göttin rausstellen, statt für den Weihnachtsmann? Wie würden sich unsere Wünsche dann verändern?

Du möchtest tiefer in die Mythologie und Energie von Frau Holle eintauchen? In dieser 2stündigen Experience tauchen wir ein in die Welt von Frau Holle und es gibt auch eine schamanische Reise.


Weihnachts-Wahrheiten: Das Datum

Weihnachts-Wahrheiten: Die Weihnachtsgans

Es gibt die Tradition, dass Menschen an einem der Weihnachtstage eine Gans essen. Warum wir das tun, das ist eine gute Frage, denn der Ursprung dahinter ist ein ganz anderer als man wahrscheinlich vermuten würde.

Gans – der Vogel der Anderswelt

Die Weihnachtsgans als solche ist eigentlich keine Weihnachtsgans, sondern man könnte es sich denken eine »Wintersonnenwende-Gans« und die Gans war der Vogel der Göttin, der Vogel von Frau Holle. Schauen wir in die alten Märchen, dann finden wir ganz oft auch Gänse als die Vögel, die zwischen den Welten wandeln, die sozusagen selber auch die Form verändern. Es gibt Menschen, die in Gänse verwandelt werden und nach einer bestimmten Zeit wieder sich zurückverwandeln – die Gans war also ein ganz wichtiger Vogel. Als die Menschen sesshaft wurden, lebte die Gans mit den Menschen. Die Gans wurde nun also geschlachtet, und dies nicht nur um sich den Bauch vollzuschlagen, sondern in Hingabe an die Göttinnen. Damals war es noch Brauch, diese Gaben zu reichen, und man hat auch das Blut der Gans genommen und damit das Land gesegnet. Auch Dinge wurden zur Ehrung an die Göttinnen gesegnet. Da die Menschen einfach damals nichts haben verkommen lassen, wurde die Gans natürlich auch dann danach gegessen.

Beifuß als symbolische Zugabe

Interessant war, dass die Füllung der Weihnachtsgans oftmals Beifuß gewürzt wurde und wer sich ein bisschen mit Räuchern auskennt, der hört jetzt schon was kommen kann. Beifuß ist ebenfalls eine der Pflanzen, die Frau Holle zugeordnet werden. Beifuß wurde zum Beispiel auf

den Schoß oder an die Füße von sterbenden, beziehungsweise verstorbenen, hinübergegangenen Menschen gelegt wurde, wenn die Seele weg war und  nur nach der Körper anwesend. Um der Seele zu helfen, diesen Übergang zu machen:  Es ist eine Pflanze mit Kontakt in die Anderswelt. Beifuß klärt und reinigt, wenn wir ihn räuchern  und er ist ein ganz sanftes Gewürz. Das Kraut wurde eher als  symbolische

Beigabe der Weihnachtsgans um wirklich auch die Pflanze der Göttin hineinzugeben. Und so ist Frau Holle im Kern dafür verantwortlich, dass die Menschen noch heute zu Weihnachten Gans essen.