Der Juli war bewegt, Anschläge – ob Terror, Amok oder beziehungsmotiviert – haben viele Menschen bewegt und unsicher gemacht. Oft habe ich nicht nur die Wut und die Trauer, sondern auch die Ohnmacht gespürt, die mit solchen Momenten verbunden war. Mich haben verschiedene E-Mails zu dem Thema erreicht; im Kern immer mit der gleichen Frage: „Wie kann ich mit diesem Wahnsinn umgehen und was kann ich tun?“ Im Zusammenhang damit poppten auch die Zweifel auf, ob es wirklich reicht, Liebe in die Welt zu schicken?
Meine Antwort darauf ist JEIN… denn: ich glaube, dass wenn wir nicht in Liebe sind, es nicht hilft Liebe zu schicken. Es gilt also zunächst in Liebe zu gehen, bevor wir irgendetwas in die Welt schicken. Denn wie heißt es immer so schön: Dein Äußeres spiegelt dein Inneres. Und ebenso glaube ich, dass Intention auch immer Hand in Hand mit Aktion gehen sollte. Das kannst du dir wie das Yin-Yang vorstellen, zwei Teile, die ein Ganzes bilden. Das feminine Sein und das maskuline Tun, welche sich perfekt ergänzen. Quasi wie die zwei Flügel, die es zum Schmetterlingseffekt braucht.Hört sich abstrakt an? Ist es gar nicht und das Schöne ist, jede von uns kann es anwenden und umsetzen.
Sein und Tun
Mein Sein bestimmt mein Tun. Und deswegen ist es auch so wichtig einen Blick auf mein Sein zu werfen, bevor ich etwas tue. Bevor ich also in Aktion gehe, ist es an mir den Blick auf mein Sein, oder mein Inneres zu werfen, um zu schauen, wie es dort aussieht. Die meisten Menschen die ich kenne tragen in irgendeiner Art und Weise Groll, Wut, Frust oder Trauer mit sich. Und auch wenn diese Emotionen als solches nicht negativ sind, so werden sie es doch, wenn wir sie unterdrücken oder unbewusst mitschleppen. Denn dann bilden sie einen kontaminierten Boden für unser Handeln und damit auch für das, was sich im Außen zeigt. Auch ich finde immer wieder Situationen, mit denen ich noch nicht im Reinen bin. Wie aber kann man diesen Emotionen am besten bekommen? Eine Möglichkeit ist Vergebung – oder auf neudeutsch Forgiveness.
Vergebung ist quasi der Kärcher unter den inneren Reinigungsmethoden. Wichtig dabei: Vergebung bedeutet nicht, dass Geschehene ungeschehen zu machen oder zu relativieren. Vergebung bedeutet in deine Kraft zu kommen und dem Andere bzw. der Situation keine Macht mehr über dich zu geben. Denn solange wir Groll gegen jemanden hegen hat er Macht über uns. Wie Vergebung im einzelnen funktioniert habe ich Hier für dich zusammen gefasst. Durch Vergebung wirst du quasi „unfuckwithable“.
Von Innen nach Außen
In dem Moment, wo ich mit und in mir aufgeräumt habe, kann ich mich dem Außen zuwenden. Denn das Sein kann einen Unterschied erzeugen, wird aber erst komplett mit dem Tun – Yin und Yang eben. In dem Moment, wo ich mehr und mehr unfuckwithable werde, wird mein Stand festern, meine Stimme klarer und mein Schritt gezielter. Ich kann in Position gehen und zwar ohen Angst und Unsicherheit. Und da ist für mich das Entscheidende; das wir in Position gehen. In Position gehen heißt dabei auch mit gutem Beispiel voran gehen – den unser Tun wird das der Anderen beeinflussen. Schon Ghandi sagte:
Be the change you want to see in the world.
Ich bin der festen Überzeugung, dass jede von uns Leaderin sein kann. Allerdings gilt es, das angestaubte Konzept von Leadership zu überdenken. Was wir oftmals als Leadership bezeichnen ist im Grunde eine Autorität, die an der Spitze eines Systems sitzt und dieses beherrscht, was am Ende der Pyramide oft zu Unsicherheit und Angst führt und damit zu Handlungseinschränkungen. Leadership bedeutet aber im Kern zu erkennen, dass wir alle Teil der Gemeinschaft sind und diese nur wirklich dann funktionieren kann, wenn wir eine Atmosphäre von Vertrauen und Liebe schaffen.
Eine Entscheidung, keine Position
Für mich ist Leadership im Alltag eine Entscheidung und keine Position. Sicherlich können wir nicht in einem Schritt das Thema IS auflösen oder die Entwicklung in der Türkei stoppen. Was wir aber können, ist im Alltag in Position zu gehen. Ob ich einer alten Dame die Tüte trage, anstatt genervt zu sein dass sie vor mir her schlurft; jemanden die Tür aufhalte, anstatt mich durchzuquetschen; jeden Menschen der mir entgegen kommt anlächele; anstatt den Blicken auszuweichen; der Freundin einfach nur zuhöre und ihr den Raum halte, anstatt direkt einen Rat parat zu haben; der Obdachlosen ein Brötchen kaufe, anstatt abfällig auf das Gesocks zu gucken, der Kassiererin einen ernstgemeinten schönen Tag wünsche, anstatt blick und wortlos mein Rückgeld zu nehmen und zu verschwinden, in einer unklaren Situation zu fragen ob alles ok ist, anstatt wegzuschauen… es gibt unzählige Möglichkeiten. Schon die Pfadfinder wußten:
Jeden Tag eine gute Tat.
Und auch wenn es dir erstmal klein und banal erscheint, was du tust. Wenn wir alle gemeinsam einen kleinen Schritt tun können das ziemlich viele Schritte auf einmal sein. Mit jeder deiner Handlungen inspirierst du andere, mindestens die Person, der du sie entgegen gebracht hast. In den meisten Fällen wird diese sie weitergeben und so kann aus einer Handlung eine Welle entstehen. Wie aus dem Schmetterlingsflügelschlag, der einen Tsunami auslöst, denn schon kleine Abweichungen können langfristig ein ganzes System vollständig und unvorhersagbar verändern.
Wie also wäre es, wenn wir es gemeinsam versuchen. Gemeinsam für etwas gehen, anstatt gegen etwas zu kämpfen. Die Zeiten von „es kann nur einen geben“ sind vorbei. Es ist soweit, dass wir erkennen, dass wir gemeinsam stärker sind und so auch mit kleinen Dingen einen großen Effekt auslösen können. Es gibt den schönen Satz: wenn etwas nicht funktioniert, dann tu etwas anderes. Ich glaube es ist an der Zeit genau das zu tun, denn die herkömmlichen Wege haben zu nichts geführt.
Ich werde jetzt mal rausgehen und schauen, wie und wo ich Liebe und Vertrauen verteilen kann. Vielleicht treffen wir uns ja.
Alles Liebe,

Vergebung ist heutzutage in aller Munde, die Magie von Vergebung, die Kraft und die Einfachheit machen sie quasi zum Superfood der Selbstwirksamkeits-Techniken. Vergebung beeinflusst nachgewiesener Maßen die seelische Gesundheit und die Lebenszufriedenheit positiv und nachhaltig. Für mich damals genug Grund, um mir Vergebung genauer anzuschauen. Einer meiner ersten Lehrer war Colin Tipping, der die Radikale Vergebung lehrt. Danach bin ich auf Hoʻoponopono gestoßen und habe weitere Methoden zur Vergebung wie „Forgive into Love“ kennengelernt. Ich praktiziere mittlerweile einen eigenen Mix, denn jeder Mensch funktioniert anders und deswegen ist es wichtig, dass wir unseren eigenen Weg finden.
Was genau ist Vergebung denn nun? Vergebung ist die Umwandlung von negativen Gefühlen wie Groll, Wut und Hass, die durch Verletzungen ausgelöst wurden, in positive Emotionen wie selbstlose Liebe, Empathie, Mitgefühl und sogar in romantische Liebe. Vergebung ist die bewusste Entscheidung nicht weiter unter dem Vorfall leiden zu wollen und der anderen Person wieder mit Offenheit zu begegnen. Für mich bedeutet Vergebung auch Freiheit, denn ich befreie mich aus den Fängen von Vergangenem und hole mir die Macht und Verantwortung für mein Leben zurück.
Ziemlich gut, oder? Und das Tolle ist, dass Vergebung relativ einfach funktioniert. Allerdings ist die Grundvoraussetzung absolute Ehrlichkeit dir selbst gegenüber. Ich habe mittlerweile zwei Arten von Vergebungs-Ritualen: eines für sofort und eines für zurückliegende Ereignisse. Und am Ende teile ich mit dir, was passiert ist, seitdem ich nicht nur anderen, sondern auch mir selber vergebe.
Gehegt und gepflegt
Bei Ereignissen, die schon länger zurückliegen nehme ich mir mehr Zeit und tauche tiefer in die Situation ein. Zum Start bietet es sich an, eine Liste zu machen mit all den Momenten und Personen, gegen die du Groll, Wut, Ärger oder Trauer hegst. Trauer ist oftmals die Vorhut von Wut und tritt dann auf, wenn wir uns nicht erlauben wütend zu sein. Denn Mädchen dürfen weinen aber nicht schreien – und so haben viele von uns gelernt traurig zu sein anstatt wütend.
Wenn du deine Liste komplett hast, schau sie dir an und vielleicht erkennst du ja Muster oder Zusammenhänge. Eventuell gibt es Situationen, in denen immer wieder die gleichen Personen auftauchen. Nimm dir ein neues Blatt und ordne die Situationen für dich. Dann entscheide wo du starten willst. Ich gehe gerne immer zuerst dahin, wo der Schmerz am tiefsten sitzt, da ich weiß, dass die Erleichterung am größten sein wird.
Wenn du deinen Startpunkt gefunden hast, sorge dafür, dass du ungestört bist. Lies dir zunächst in Ruhe alle Schritte durch. Stelle deinen Alarm auf dem Handy so, dass er nach jeweils 2 Minuten klingelt. Das ist das Zeichen zum nächsten Schritt zu gehen. Finde eine bequeme Sitzposition und schließe deine Augen. Atme ein paarmal tief ein und aus.
Schritt 1: Zeitsprung
Geh zurück in den Moment und bring all die Wut, den Frust und den Schmerz wieder hoch, den du damals gefühlt hast, als dir jemand Unrecht getan hat. Dazu kannst du zurück in die Szene gehen und wahrnehmen, was du hörst, siehst, fühlst und vielleicht sogar schmeckst oder riechst. Gehe so tief wie möglich in die Situation. Wenn der Moment zu schmerzhaft ist, dann stell dir vor, wie du die Szene beobachtest.
Beispiel: ich erinnere mich an den Moment, in dem ich beim Sport ungerecht benotet wurde. Ich stelle mir vor, wie ich in der Sporthalle bin, schaue an mir runter und kann meine Sportklamotten sehen, fühle das Quietschen des Bodens unter den Füßen, höre das Dribbeln der Bälle, rieche den Schweiß und sehe meinen Sportlehrer vor mir, wie er mir bewusst eine schlechtere Note gibt, als Rache dafür, dass ich ihn wegen sexueller Belästigung gemeldet habe. Ich spüre, wie er diesen Moment innerlich genießt.
Schritt 2: Gefühlsprung
Wenn du den Moment klar vor dir hast, lass deinen Emotionen freien Lauf, springe quasi in deine Gefühle. Lass die Wut, den Frust, die Trauer hochkommen, nimm wahr, wo im Körper du sie spüren kannst. Und lass sie weiter kommen. Wenn Tränen fließen oder du merkst wie dein Körper reagiert – lass es geschehen.
Beispiel: Ich spüre wie die Wut in mir hochsteigt. Es fühlt sich an, wie ein heißer Lavastrom, der aus meinem Unterbauch langsam ansteigt, bis er an meinem Hals angekommen ist. Ich merke, wie ich die Fäuste balle.
Wenn wir zürnen, hat unser Gegner seinen Zweck erreicht, wir sind in seiner Gewalt.
Ernst Freiherr von Feuchtersleben
Schritt 3: Liebessprung
Verändere deine Perspektive und sieh die gleiche Person vor dir aber diesmal mit Mitgefühl. Frage dich, was du aus dieser Situation gelernt hast? Wie hat dieser Moment dein Leben besser gemacht? Robert Betz bezeichnet solche Menschen als „Arschengel“ – Engel, die uns gesandt wurden, um an ihnen zu wachsen. Und in seiner wunderbaren Geschichte über die kleine Seele und Vergebung sagt Neale Donald Walsh: „Ich (Gott) habe dir nichts als Engel geschickt“. Jeder, der jemals in unser Leben getreten ist, auch diejenigen, die uns verletzt haben, sind niemand anderes, als jemand, der uns eine wichtige Lernaufgabe vermittelt. Was nicht bedeutet, dass das was passiert ist richtig oder fair war. Nehme also deine Situation und überlege dir, was kannst du aus der Situation für dich mitnehmen, so schmerzhaft sie auch gewesen sein mag. Wie hat sie dir geholfen zu wachsen?
Als nächstes richte deinen Fokus auf die andere Person. Welchen Schmerz oder welche Ängste hat sie erlebt, dass sie dazu gebracht hat, das zu tun? Es gibt den schönen Satz:
Verletzte Menschen verletzen Menschen.
Das beinhaltet, dass diejenigen, die andere verletzen dies tun, weil ihnen an irgendeiner Stelle auf irgendeiner Ebene auch Verletzung widerfahren ist. Schau dir die Person vor dir an und denk darüber nach, wie sie in ihrer Kindheit oder in den vergangenen Jahren verletzt worden sein könnte.
Beispiel: Ich habe meinen Sportlehrer gesehen und ihn mir als kleinen Jungen vorgestellt. Vielleicht hatte er einen Vater, der gewalttätig war, vielleicht hat er Missbrauch erfahren, vielleicht wurde er als Kind immer ungerecht behandelt. Der einzige Weg, wie er sich sicher fühlen konnte, war Schwächere spüren zu lassen, dass sie schwächer waren.
Und das ist der Moment, in dem du die FREE-FORMEL anwenden kannst:
Ich vergebe dir. / Es tut mir leid. / Danke. / Ich liebe dich.
Der Inhalt der Formel ist so zu verstehen: Ich vergebe dir, was du getan hast. / Es tut mir leid, dass ich dich verwechselt habe, dich in eine falsche Rolle gedrängt habe… / Ich danke dir für die Chance , das Wachsen, die Einsichten / Ich schicke dir Liebe. Und genau das ist es, was du zum Abschluss tust: Schicke der Person Liebe, schicke dir Liebe und schicke allen Beteiligten Liebe. Das kannst du als Lichtstrahl aus deinem Herzen machen, als Leuchten, als Herz-Konfetti-Regen was auch immer für dich passend ist. Und spüre in dich hinein, wo du diese Liebe spürst und wie du dich mit den anderen verbindest.
Wenn wir Menschen entlassen bedeutet das nicht, dass was auch immer passiert sein mag okay ist. Es bedeutet nicht, dass die ganze Welt jetzt in Ordnung ist, es wird immer wieder Arschengel in deinem Leben geben. Was es bedeutet ist, dass die Person und die Situation keine Macht mehr über und haben und dass der Schmerz über das, was passiert ist uns nicht mehr auffrisst.
Du musst dabei nicht den Anderen bitten dir zu vergeben, es reicht vollkommen aus, dass du vergibst. Das ist absolut in deiner Macht. Und wenn du damit beginnst, ermächtigst du dich selber und wirst innerlich stärker, präsenter und “unfuckwithable”. Sinngemäß bedeutet „unfuckwithable“: Wenn du wirklich in Frieden bist und in Kontakt zu dir selbst bist und wenn nichts, was jemand sagt oder tut, dich ärgert und wenn keine Negativität dich berühren kann. Dann bist du unfuckwithable!

Einfach und schnell
Für aktuelle Situationen wende ich direkt einfach nur die FREE-Formel an. Denn ich habe die Situation meistens noch präsent und gehe unmittelbar in Vergebung. Dazu suche ich mir einen ruhigen Ort und spreche die Formel. Smoit kann ich ebenfalls kurzfristig erkennen, was ich lernen kann und Liebe schicken. Dieser Vergebungs-Quickie hat schon Situationen komplett gedreht. Besipielsweise war ich in einem Meeting und habe gemerkt, dass eine Person permanent gegen mich agiert und mich schräg behandelt. Ich bin also aufs Klo – nicht umsonst heisst es das Stille Örtchen – und habe die FREE-Formel gesprochen. In dem Moment wurde mir klar, was ich lernen kann, ich habe das Muster erkannt und konnte loslassen. So bin ich mit wierdererlangter Macht und kraftvoll ins Meeting zurück und habe es erfolgreich zu Ende bringen können. Ein Teilnehmer hat mich später gefragt, was ich draußen genmacht hätte, danach wäre ich wie ausgewechselt gewesen.
Durch Vergebung zur Freiheit
Ich habe über die Jahre gemerkt, wie mich jede Vergebung freier gemacht hat. Ich konnte spürbar meinen Handlungsspielraum erweitern und die neu gewonnene Kraft für mich einsetzen. Und bin versöhnlicher geworden, kann mich schneller und besser abgrenzen und Ruhe mehr in mir. Irgendwann habe ich auch begonnen mir selber zu vergeben, für all die Momente, in denen ich nicht bei mir war, über meine Grenzen gegangen bin, nicht authentisch gehandelt habe. Oder auch unschöne Dinge über andere gesagt habe, fies zu Menschen gewesen bin oder gemeine Gedanken gehabt habe. Damit konnte ich mich noch mehr selbt umarmen und Frieden mit mir schließen. Und werde so Schritt für Schritt mehr unfuckwithable.
Und wenn es darum geht VErgebung auf die aktuellen Ereignisse anzuwenden: Von Collin Tipping gibt es ein wunderbares Arbeitsblatt, welches die Prinzipen der Radikalen Vergebung in Bezug auf Ereignisse in der Welt anwendet.
Ich wünsche dir befreiende Momente.
Alles Liebe,

Bildquelle unfuckwithable: Fractal Enlightment
Vor einiger Zeit habe ich einen Beitrag zu Thema Sisterhood geschrieben. In dem ging es unter anderem darum, dass ich an Kollaboration glaube und nicht mehr das Konkurrenz-Klischee füttern will, welches immer wieder durch die Legende von der Stutenbissigkeit genährt wird. Danach erreichten mich viele positive Rückmeldungen, aber auch solche, in denen der Tenor was: Ich versuche das ja, aber es gibt so viele Frauen, die Sisterhood definitiv nicht leben! Ich bin mir durchaus darüber im Klaren, dass wir nicht im „Airy-Fairy-Happy-Land“ leben und dass auch Frauen ihre Ellenbogen ausfahren können. Ich weiß auch, dass wir nicht alle hüftschwingend und singend Hand in Hand über Blumenwiesen schweben. Auch wenn ich das durchaus manchmal für sehr angebracht halten würde. Worum es mir geht, dass es an der Zeit ist zu verstehen, dass jedes Mal wenn eine Frau einer anderen ein Bein stellt oder ihr einen Dolchstoß versetzt, sie sich eigentlich selbst und auch allen anderen unbeteiligten Frauen die Wunde zufügt.
So sieht es aus…
Wir leben im Jahr 2016, im Zeitalter von Wahlfreiheit und Patchwork-Lebensentwürfen. In einer Zeit, in der Frauen selbst entscheiden können wie sie ihr Leben leben wollen, frei wählen können. Sollte man denken. Allerdings gibt es zwei Phänomene die dafür sorgen, dass die fiesesten Stöcke uns von augenscheinlichen Teamkameradinnen zwischen die Beine geschmissen werden. Dafür gibt es zwei Gründe: Angst, dass es nicht genug gibt und die Unsicherheit über den eigenen Weg.
Als Mädchen sind wir mit den Bildern der Prinzessin die ausgewählt werden muss aufgewachsen. Mit Spielnachmittagen voller Barbies und mit nur einem Ken. Mit der Idee davon, dass es nicht genug für alle gibt. Und gleichzeitig wurde uns durch die Frauenpresse eingebläut, dass wir nicht schlank genug, schön genug, smart genug sind. Irgendwann haben viele von uns angefangen das zu glauben. Das ist der Moment in dem aus Kooperation Konkurrenz wird. Wir spielen nicht mehr miteinander, sondern um etwas. Dann wird die Frage gestellt: „Was hat die, was ich nicht habe?“, anstatt uns auf unsere Stärken zu konzentrieren. Die Konsequenz ist, dass wir mit diesen Gedanken unheimlich viel Energie und Zeit verschwenden, die wir anders einsetzen könnten. Und es führt dazu, dass ich mich noch schlechter fühle, denn wenn ich mich ständig mit den Stärken einer vermeintlichen Konkurrentin beschäftige, fokussiere ich mich in Wirklichkeit auf meine eigenen Schwächen. Der Wettlauf um das imaginative „erwählt werden“ ist im vollen Gange und es passiert, was gemeinhin als Stutenbissigkeit bezeichnet wird.
Und damit bleiben wir an der Frage hängen, anstatt uns auf das zu konzentrieren, was wir schon haben und was wir richtig gut können und daraus mein eigenes Profil zu entwickeln.
Be yourself. Everyone else is already taken.
Oscar Wilde
Erst wenn wir unser eigenes klares und authentische Profil entwickeln, bekommen wir auch Zugang zu den Jobs und Optionen, die zu uns passen, uns wachsen lassen und unsere Brillanz zum Vorschein bringen. Sisterhood ist nicht anderen Frauen den Ellenbogen in den Unterleib zu rammen, da ihre Stärken mich auf meine Schwächen aufmerksam machen. Sisterhood ist nicht andere Frauen bloßzustellen um für den Moment selber besser darzustehen. Sisterhood ist nicht, andere Frauen zu Fall zu bringen, weil man sich selber nicht zutraut die Schwelle zu nehmen. Sisterhood bedeutet für mich, die Stärken anderer Frauen zu schätzen, sie anzuerkennen und als Inspiration zu sehen. Und mir gleichzeitig klar über das zu sein, was mich ausmacht, um dieses im richtigen Moment einsetzen zu können. Es bedeutet aufzuhören den alten Geschichten von „nicht genug“ zu glauben und aus der Angst zu gehen. Sisterhood ist immer ein Vertrauensvorschuss – in meinem Fall habe ich ihn nie bereut. Nur dann ist Sisterhood auch wirklich möglich und einfach großartig. Dann bilden sich Connections und Verbindungen, Kooperationen und Community. Und dann profitieren viele anstatt nur eine.
Diese Idee von Sisterhood bedeutet auch, andere so sein zu lassen wie sie sind. Mit ihren Stärken und Schwächen und ihren Lebensmodellen. Sisterhood beinhaltet Respekt vor den Entscheidungen anderer Frauen zu haben, auch wenn meine eigenen anders ausfallen würden. Dazu gehört, dass wir uns nicht gegenseitig dissen, ob „Vollzeitmutter“, „Vollverdienerin“ oder „Vollweib“. Ich sage immer:
Jede Frau spiegelt eine andere Facette von Weiblichkeit wieder.
Und wer bin ich es darüber zu urteilen. Ich kann für mich entscheiden, dass ich denke, dass es für Kinder vollkommen okay ist, wenn ihre Mutter arbeitet und dennoch absolut respektieren, wenn eine andere Frau für sich entschieden hat, dass es das Beste für ihr Kind ist, wenn sie mit ihm zu hause bleibt. Ich kann für mich entscheiden, dass ich mich mit Kleidergröße 36 am wohlsten fühle und dennoch die Vielfalt weiblicher Körper schätzen. Indem ich erkenne, dass es für mein Leben keinen Unterschied macht, ob eine Frau ein kurzes Kleid oder hohe Schuhe trägt, mit ihrem Kind zu hause bleibt oder Vollzeit arbeitet, schaffe ich die Grundvoraussetzung für wahre Sisterhood. Wenn ich anfange mich auf mich zu konzentrieren, anstatt meine Energie mit anderen zu vertun kann Magie passieren.
There is a special place in hell for women who don’t help other women.
Madeleine Albright
Sisterhood ist Kooperation – zu erinnern, wie kraftvoll wir sind, wenn wir zusammenstehen und zu begreifen, dass eben am Ende keine von uns ihren Weg alleine geht. Sisterhood ist der Schlüssel zur Freiheit, denn die Welt wird sich nur ändern, wenn wir gemeinsam gehen und für die Freiheit von jeder Frau einstehen.
Gesellschaft erschafft nicht die Menschen. Die Menschen erschaffen die Gesellschaft.
Gemeinsam können wir eine neue Gesellschaft schaffen, eine die Gesellschaft die Freiheit für jede Frau bedeuten kann. Und Sisterhood ist ein entscheidender Schlüssel. Ein Schlüssel, der uns dahin bringt, dass wir nicht mehr als Prinzessinen ausgewählt werden, sondern als Königinnen unser gemeinsames Reich erschaffen können. Bei all den miesen Momenten und krassen Kommentaren gegen Frauen, die gerade in den letzten Wochen wieder im Netz kursierten, ist es an der Zeit, dass wir endlich anfangen uns selbst zu ermächtigen, für unsere Würde einzutreten und gemeinsam für eine Gesellschaft gehen in der Kooperation wichtiger ist als Konkurrenz und Stutenbissigkeit Sisterhood weicht.
In Sisterhood,

P.S. Dieser Beitrag wurde nicht nur von den Rückmeldungen sondern auch von der DMW-Blogparade inspiriert.
Diese Woche war für mich ein wunderbares Lehrstück dafür, wie ich mich selbst ausbremse und eine herrliche Erinnerung daran, dass man Visionen nicht mit einem Lasso fangen kann. Denn Visionen sind wie Wolken. Nachdem ich neu inspiriert zurück nach Hamburg kam, hatte ich mir zunächst etwas Zeit genommen, um die Ideen und Erkenntnisse sacken zu lassen. Und dann ging es los…
Willkommen im Mindfuck
Am Tag nach meiner geplanten „Adaptation“ wache ich auf, setze mich an den Rechner und will nun all die wunderbaren Ideen und die großartige Vision in ein Konzept packen, welches ich direkt konkretisieren könnte, um es dann in Workshops zu verwandeln und am besten noch diesen Monat den ersten zu geben… und ich finde mich vor einem leeren Dokument wieder, welches schnell durch Facebook ersetzt wird – denn da gibt es mit Sicherheit die richtige Inspiration. Dem folgt ein Seitenblick auf Instagram – Heimat von motivierenden Zitaten, schönem Essen und dehnbaren Menschen in atemberaubender Natur. Blick zurück auf das leere Blatt. Google wird schon helfen – und so lasse ich die Bibliothekarin der Weltinformationen ordentlich zwischen den virtuellen Regalen hin und her laufen, um am Ende doch nicht zufrieden mit ihrer Auswahl zu sein.
Ich gucke auf die Uhr – es ist Mittag, Zeit zu essen. Irgendetwas in mir sagt: „Mach eine Pause. Geh raus in die Natur. Gönn dir einen Tee in der Sonne.“ Doch da dröhnt es: „Du machst das jetzt erst fertig. Es kann nicht sein, dass du nichts produzierst.“ Also setze ich mich bei wunderbarem Sonnenschein wieder an den Rechner. Vorher atme ich tief durch und bitte um eine Inspiration, ein Zeichen. Nach einer halben Stunde fange ich in meiner Verzweiflung an meine Webseite zu aktualisieren – Hauptsache beschäftigt sein und produktiv… und dann bekomme ich mein Zeichen. Auf einem Foto prangt mir mein eigenes Zitat entgegen:
Der Verstand ist ein großartiger Diener.
Aber ein grauenhafter Meister.
Das war ein „BAM! In your face!“ – und ich musste über mich selber lachen. Ich war volle Kanne in die Mindfuck-Falle getappt. Ich, die allen immer wieder vom Mindfuck erzählt, habe mich voll davon in Beschlag nehmen lassen. Was bedeutet, dass ich in so einem Moment nicht wirklich voraus schauen kann.
Verstand und Vergangenheit gehen Hand in Hand
Es gibt ein wunderbares Bild, wie Körper, Geist und Seele mit den Qualitäten von Zeit zusammen gehen. Dabei ist der Verstand mit der Vergangenheit verbunden. Denn er kann nur auf der Basis von erfahrenem funktionieren. Er ist quasi reagierend und zieht Schlussfolgerungen aus dem, was schon einmal passiert ist. Der Körper befindet sich in der Gegenwart. Er ist unser Gradmesser für das Hier und Jetzt und zeigt klar an, was im Moment ansteht. Wenn wir mit unserem Körper verbunden sind, sind wir präsent und klar. Die Seele ist die Visionärin – sie sieht die Zukunft, aber auf ihre Art und Weise. Und diese ist eben nicht immer so konkret und greifbar, wie es der Verstand braucht.
Die Seele sagt „WAS“.
Der Verstand fragt „WIE“.
Oftmals versuchen wir das WAS direkt in ein WIE zu zwängen. Das ist aber so, wie wenn man Wolken mit einem Lasso fangen wollen würde. Es ist ein zweckloses Unterfangen.
Visionen sind wie Wolken
Durch verschiedene Eindrücke verdichten sich Aha-Momente zu einer Idee – so wie aus kleinen Wasserpartikeln eine Wolke werden kann. Diese kann größer und dichter werden – es bildet sich eine Vision. Das Problem ist: man kann die Vision sehen, aber man kann sie noch nicht greifen. Und dass ist der Moment, in dem Hingabe an den Moment und Geduld gefragt ist. Denn es braucht Zeit, bis die einzelnen Tropfen in der Wolke groß und schwer genug sind, um als Regen auf die Erde zu fallen. Und erst das ist der Moment, in dem wir sie auffangen können.
Manchmal passiert es, wie in meinem Fall, dass es sich so anfühlt, als ob die Wolke schon bereit wäre ihre Tropfen loszulassen. Wir glauben die Idee oder die Vision schon so klar zu sehen, dass es doch jetzt soweit sein muss. Und dann setzt der Mindfuck ein, der Verstand übernimmt das Lasso und meint die Wolke mit der Vision fangen und das WAS zu einem WIE machen zu können. Er will den Prozess kontrollieren.
Aber wir können die Tropfenbildung nicht beeinflussen. Wir können nur den Moment genießen und auf den Regen warten, um ihn dann aufzufangen. Bis eine Wolke zu regnen beginnt dauert es, Sonne, Wind, Gebirge und Temperaturen beeinflussen diesen Prozess. Sie alle wirken zusammen. Bei einer Vision kann dies noch der nächste Hinweis sein, eine inspirierende Unterhaltung, ein Artikel den wir lesen oder eine Begegnung, die uns eine neue Perspektive eröffnet. Wenn wir unsere Visionen zu schnell in die Welt bringen wollen, nehmen wir ihnen die Chance zu ihrer vollen Größe zu wachsen und wir nehmen uns die Chance in unser volles Potenzial zu gehen.
Lass uns im Regen tanzen
Ich habe mich nach meinem Zeichen zurück gelehnt, das Lasso hingelegt, die Kontrolle abgegeben und den Mindfuck auf stumm gestellt. Ich habe mich daran erinnert, wie ich als Kind stundenlang durch das Dachfenster die Wolken beobachten konnte – und zugesehen habe, wie sie sich veränderten. Sie bildeten immer neue Bilder und Formen während sie vorbei zogen. Damals habe ich es einfach nur genossen mich von ihnen inspirieren zu lassen. Und wenn die ersten Tropfen auf das Fenster fielen, bin ich in den Garten und habe im Regen getanzt.
In den letzten Tagen habe ich anstatt zwanghaft vor einem leeren Blatt zu sitzen viele andere Dinge von meinen magischen Meilensteinen erledigt. Der Mindfuck kann keine Visionen formen, denn sein Chef der Verstand ist mit der Vergangenheit verbunden. Die Zukunft gehört der deiner Seele und deinem Herzen. Ich blicke immer wieder auf meine Vision und beobachte, wie sie sich verändert. Ich genieße es zu sehen, wie sie neue Formen annimmt. Und wenn es soweit ist, dann werde ich raus gehen und tanzen, wie damals. Und wahrscheinlich auch trommeln, damit du dazukommen kannst und wir gemeinsam tanzen.
Ich freue mich drauf. Bis dahin,
stay fabulous, feel feminine and live fulfilled

Sisterhood is my instinct. Wer mich kennt und weiblich ist hat diesen Satz mit hoher Wahrscheinlichkeit schon einmal gehört. Denn Sisterhood ist für mich ein Konzept, welches ich atme und an welches ich aus meinem tiefsten Herzen glaube. Je älter und vielleicht auch weiser ich werde, desto präsenter ist Sisterhood in meinem Leben geworden. Und ich habe auch einige Zeit gebraucht zu verstehen und vor allem zu fühlen, dass jede Frau meine Schwester ist. Denn das ist es, was Sisterhood in seiner letzten Konsequenz für mich bedeutet.
There is a special place in hell for women who don’t help other women.
Madeleine Albright
Der Begriff Sisterhood, so wie ich ihn verwende, bezeichnet die Verbindung von Frauen, die nicht biologisch verwandt, aber in Solidarität verbunden sind. Sisterhood kann sich auf feministische, politische oder gesellschaftliche Themen beziehen, aber auch die Unterstützung von anderen Frauen oder die Anerkennung der femininen Qualitäten, die Frauen zueigen sind bedeuten. Wenn ich mich auf Sisterhood beziehe geht es dabei auch immer um eine Verbundenheit unter Frauen, die sich von der mit Männern unterscheidet. Dabei ist es mir aber wichtig deutlich zu machen, dass es nie gegen Männer geht, sondern darum sich gegenseitig als Frauen zu unterstützen. Das kann auch durch die Zusammenwirkung mit Männern sein, denn feminine Energie ist inklusiv und nicht exklusiv.
Sisterhood was never about everybody agreeing ….
Jennifer Baumgardner
Sisterhood ist Gemeinschaft und in der darf durchaus diskutiert werden, denn gegenseitiger Respekt und Akzeptanz sind wichtige Grundlagen. Und bei Sisterhood geht es nicht um rosarote Wölkchen, sondern tiefe Verbindung. Sisterhood bedeutet nich immer etwas zu tun, sondern auch manchmal einfach nur zu sein. Da zu sein, präsent zu sein, in gemeinschaft zu sein. Dabei ist es essentiell vor allem den Raum zu halten für die Frauen und die feminine Energie in und mit der wir uns bewegen. Auch wenn ich nicht alles genauso machen, sagen oder umsetzen würde, so ist es für mich aber selbstverständlich – vor allem in meinem Sisterhood Circle – die Einzelne auf ihrem Weg zu unterstützen, ihr den nötigen Raum zu geben oder meine Ressourcen mit ihr zu teilen. Sisterhood ist die Erkenntnis, dass wir durch unser Frau sein verbunden sind. Auch wenn es noch einige Frauen gibt, die sich dagegen sträuben.
Women instinctually know how to nourish each other, and just being with each other is restorative.
Tanja Taaljard
Schon seit Urzeiten kommen Frauen zu besonderen Zeiten zusammen, um Weiblichkeit zu zelebrieren. Ob in Moon Lodges oder Roten Zelten – den Ursprung fanden diese Zusammenkünfte in der Menstruation der Frau. Zu Neumond kamen die Frauen einen Stammes, einer Gruppe zusammen und menstruierten gemeinsam. Diese Zeit wurde auch genutzt, um sich auszutauschen, Sorgen, Nöte, Erkenntnisse miteinander zu teilen und einen Raum zu schaffen in dem genau das möglich ist. Es war auch die Zeit der Visionen und des Erschaffens von Ideen, welche sich im Anschluss manifestieren sollten. So hat ein Circle nicht nur die Frau, sondern auch ihre Ideen und Visionen getragen. Dabei ging es immer darum in Gemeinschaft zu sein und unsere Vorfahrinnen wussten noch, wie stärkend diese sein konnten. Diese Idee von Frauen die zusammenkommen wird seit vielen Jahrhunderten „verteufelt“, es ist an der Zeit und wieder an sie zu erinnern.
Because theres one thing stronger than magic: sisterhood.
Robin Benway
Die moderne Version von Sisterhood baut für mich genau auf diesen mystischen Momenten auf und sie fundiert auf der Tatsache, dass wir als Frauen zyklische Wesen sind und dass sich unsere Magie in Gemeinschaft potenziert. Das bedeutet nicht, dass wir jetzt alle wieder anfangen müssen gemeinsam zu menstruieren, sondern dass wir erkennen, dass durch das Zusammenkommen eine besondere Power entfacht wird. Ich beobachte immer wieder, dass in Sisterhood Circles eine besondere Verbundenheit existiert, die auf Intuition und emotionaler Verbundenheit basiert, wie ich sie bisher nur unter Frauen kennen gelernt habe, ob virtuell oder im echten Leben, ob in großen Netzwerken oder kleinen Gruppen. In einem meiner Circles sind meine Sisters in Arizona, Kalifornien und New Mexico und dennoch sind wir tief miteinander verbunden. Im genau richtigen Moment erreicht mich die passende Whatsapp-Nachricht, trotz Zeitverschiebung und unterschiedlicher Lebenswelten. Denn wir haben gelernt unserer femininen Kraft in diesem Circle zu vertrauen, zweifeln die Aussagen oder Eingaben von niemanden nicht an und haben damit einen Rahmen erschaffen in dem wir unseren Visionen Raum geben.
Any woman who chooses to behave like a full human being should be warned that the armies of the status quo will treat her as something of a dirty joke . . . She will need her sisterhood.
Gloria Steinem
Auch im Jahr 2016 gibt es immer wieder Situationen, in denen ich dankbar für die Unterstützung meiner Schwestern bin. Momente in denen ich an mir selbst zweifele, Momente in denen die Gesellschaft mir spiegelt, dass was ich tue sei nicht ernst zu nehmen, Momente in denen ich mich nicht traue zu springen, obwohl ich weiß, dass es absolut richtig ist. Zu wissen, ich kann mich verletzlich zeigen ohne verletzt zu werden ist für mich Gold wert. Wie die meisten Frauen bin ich mit der Idee der „besten Freundin“ aufgewachsen und habe es auch geglaubt. Bis ich begriffen habe, dass diese Idee mich nur limitiert. Das war der Moment, in dem ich begonnen habe mich innerlich zu öffnen, und zwar icht nur gegenüber Frauen, sondern der Idee, dass andere Frauen keine Konkurrenz sind – wie es ja auch immer wieder erzählt wird, sondern meinesgleichen. Ich habe mich von Konzepten wie „Stutenbissigkeit“ und „Lästerschwester“ verabschiedet und mich für ein Miteinander geöffnet.
Innerhalb von kürzester Zeit hatte ich mehr Frauen als zuvor in meinem Leben, Verbindungen, von denen ich nicht wußte dass es sie gab und mir wurde bewusst wie kraftvoll diese sind. Damals habe ich verstanden, was Sisterhood wirklich bedeutet und das erste Mal erfahren, dass es ein Teil von mir ist. Heute bin ich der Überzeugung, dass jede Frau von Sisterhood profitiert. Ich habe verschiede Sisterhood-Circles, manche sind ganz eng, andere sind lockerer, manche fokussieren sich auf professionelle Themen, andere sind privat orientiert. Sisterhood bedeutet für mich aber auch, jedes Mal einer Frau zu Seite zu stehen, wenn ihr Unrecht widerfährt oder sie beispielsweise belästigt wird. Sisterhood ist für mich mehr als der Circle in dem ich sitze, es ist eine Grundhaltung.
It’s because our friendships – female friendships are just a hop to our sisterhood, and sisterhood can be a very powerful force, to give the world … the things that humans desperately need
Tanja Taaljard
Die Herausforderung besteht darin, die eigene Perspektive zu wechseln. Denn aktuell befinden wir uns noch in einer Gesellschaft, die andere Werte propagiert. Sisterhood bedeutet Kollaboration anstatt Konkurrenz, inklusiv anstatt exklusiv, Hand in Hand anstatt Ellenbogen ausfahren. Es bedeutet zu verstehen, dass wir gemeinsam mehr erreichen können als alleine, dass es nicht nur um uns, sondern auch um das Ganze geht, dass langfristige Kooperation wichtiger ist als kurzfristiger Erfolg. Sisterhood ist die Verkörperung femininer Energie, sie ist unterstützend, nähernd, verbindend – und zwar nicht nur für die Einzelne, sonder für alle im Circle und schlussendlich auch für die Welt.
Women are going to form a chain, a greater sisterhood than the world has ever known.
Nellie L. McClung
Es ist an der Zeit uns als Frauen zusammenzufinden. Und zwar nicht, weil wir gegen etwas sind, sondern für etwas stehen. Es ist an der Zeit, dass wir uns erinnern, wie kraftvoll wir sind und beginnen wieder auf unsere Weise zusammen zu kommen, Business zu machen, Entscheidungen zu treffen und zu begreifen, dass eben am Ende keine von uns ihren Weg alleine geht. Es ist an der Zeit zu begreifen, dass Sisterhood der Schlüssel zur Freiheit ist, denn keine von uns wird die Welt durch guten Willen verändern. Die Welt wird sich ändern, wenn wir gemeinsam gehen und für die Freiheit von jeder Frau einstehen. Es ist an der Zeit anzuerkennen, dass Sisterhood ein Teil von jeder Frau ist und dass dort die feminine Kraft liegt. Sisterhood ist vielleicht nicht die Lösung für alle Herausforderungen in dieser Welt, aber definitiv eine uralte Wahrheit mit Zukunft. Denn Gesellschaft erschafft nicht die Menschen. Die Menschen erschaffen die Geschallschaft. Gemeinsam können wir eine neue Gesellschaft schaffen. Und Sisterhood ist ein entscheidender Schlüssel.
Sisterhood ist mein Instinkt. Und jede Frau ist meine Schwester.
stay fabulous, feel feminines & live fulfilled,

Dieser Artikel kommt aus vollem Herzen und ist gleichzeitig ein Beitrag zur Blogparade der DMW