Im Jahr 2016 macht Deutschland mich immer noch sprachlos. Oder besser: fassungslos. Und zwar nicht wegen des großartigen Tors, welches Bastian Schweinsteiger geschossen hat. Sondern wegen all der Fouls, die weiter gegen Frauen ausgeübt werden, ohne dass jemand die rote Karte zieht. Denn während beim Fußball die Spielregeln anscheinend ziemlich klar definiert sind, sind sie es beim Umgang mit Frauen anscheinend nicht wirklich.
Nicht gepfiffene Fouls
Wenn ich zurückblicke erinnere ich mich an den Typen, der mir in der U-Bahn schräg gegenüber saß und sich einen runterholte während er mich anstarrte. Ich war 12. Oder an den Mann, der mir auf der Rolltreppe von hinten an die Brüste fasste. Ich schrie, er kackte mich an, ich solle mich nicht so anstellen, keiner tat etwas im vollen Kaufhaus. Ich war 13. Ich erinnere mich an die älteren Männer, die mir hinterher pfiffen und dabei dreckig lachten. Ich war unsicher, denn ich war gerade dabei eine Frau zu werden. Ich war 14.
Der alltägliche Sexismus in all seinen Facetten ist völlig inakzeptabel. Letzlich ist es ein Ausdruck mangelnder Wertschätzung und damit fehlender Gleichberechtigung der Frau.
Manuela Schwesig
Mein Sportlehrer hat mir und anderen Mitschülerinnen mit größerer Oberweite oft eine Extra-Behandlung zukommen lassen, die ihn sichtbar erfreute. Als ich es meiner Mutter erzählte und die zur Schulleitung ging wurde es banalisiert. Er wurde zwar vom Sport „befreit“, aber ich musste ihm weiterhin jeden Tag begegnen und wurde als die Hysterische dargestellt. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass er wegen eines ähnlichen Vorfalls schon von einer anderen Schule verwiesen worden war. Meiner Schule war das egal. Anstatt der roten Karte gab es eben nur die gelbe. Ich war 15. Ich erinnere mich an die Jungs, die die volle Tanzfläche nutzen, um Frauen an die Brüste oder unter den Rock zu greifen und dabei auch gerne fester zupackten. Es war nicht viel Raum, um sich zu wehren, laut werden hat bei den Bässen nicht geholfen. Sie lachten. Ich war 16. Ich könnte noch weitermachen, aber es soll nicht um mich gehen. Sondern um den Fakt, dass die angeblichen Spielregeln nicht eingehalten werden und es keinen Schiedsrichter gibt, der die gelbe Karte zeigt. Es geht darum, dass Mädchen und Frauen oftmals noch nicht einmal gefragt werden, sondern einfach benutzt. Und dann kommt beim Alltagssexismus das #neinheisstnein oftmals auch zu spät.
Der misslungene Anpfiff
Jetzt könnte man sagen, dass all diese Ereignisse ja schon einige Zeit zurück liegen. Aber auch der Anpfiff in das Jahr 2016 war mit den unfassbaren Ereignissen in Köln nicht wirklich gelungen. Was mich wirklich entsetzte war nicht die Tat als solches, so schlimm und inakzeptabel sie auch ist. Was mich entsetzte war der fehlende #Aufschrei. In dem Bestreben den Tätern gegenüber „politisch korrekt“ zu sein, ging meines Erachtens der Blick auf die Betroffenen verloren. Denn politisch korrekt wäre gewesen zu sagen: Hände weg! Hände weg von Frauen, die nicht nach euren Händen gefragt haben. Es wäre richtig gewesen ein klares Statement darüber zu treffen, dass Frauen in diesem Land Rechte haben, die Freiheit zu tragen was sie wollen und vor allem niemandem zur Verfügung stehen. Egal ob Mann oder Frau, deutsch oder geflüchtet, Christ, Buddhist oder Moslem. Ich habe mit offenem Mund zugeschaut, wie vorsichtig um das Thema „Wie benennen und behandeln wir die Täter?“ herumgetrippelt wurde anstatt mit der Hand auf den Tisch zu hauen und ein klares Statement für die Frauen in diesem Land anzugeben. Schon wieder wurden die Spielregeln nicht eingehalten.
Trikot-Wahl
Als Krönung stolperte ich dann vor einiger Zeit über ein Facebook-Posting, in dem Frauen darauf hingewiesen wurden besser keinen Pferdeschwanz zu tragen, da dieser es potenziellen Vergewaltigern einfacher mache, sie an den Haaren zu packen und statistisch Frauen mit Pferdeschwanz häufiger vergewaltigt werden würden. Bedeutet das, dass ich mir eine Kurzhaarfrisur zulegen soll, damit Männer mich weniger wahrscheinlich vergewaltigen? Dazu kamen Empfehlungen keine Kleidung zu tragen, die leicht zu entfernen oder mit einer Schere „aufzuschneiden“ ist. Soll ich jetzt ernsthaft mit Mütze, gepolstertem Jumpsuit und schweren Stiefeln durch die Gegend laufen?
Wenn das Recht einer jungen Frau auf Unversehrtheit wirklich ernst genommen würde, gäbe es Selbstverteidigung für Frauen als Schulfach. Statt dessen lernen wir nach wie vor Anpassung.
Luisa Francia
Schon wieder geht die Aufforderung in die falsche Richtung. Denn wie verquer ist die Welt bitteschön, dass ich als Frau Rücksicht auf die möglichen Reaktionen von Männern nehmen muss, die sich und ihren Trieb leider nicht unterdrücken können? Warum wird Männern, die es immer noch nicht verstehen nicht einfach deutlich klargemacht, dass sie ihre dreckigen Futtfinger gefälligst bei sich behalten sollen, denn sonst gibt es die rote Karte. Egal in welchem Trikot die Frau das nicht immer selbst gewählte Spielfeld betritt.
Das Team
Ich kenne so gut wie keine Frau, die nicht schon einmal belästigt, begrapscht, bepöbelt, Opfer von Übergriffen oder vergewaltigt wurde. Und das ist das eigentliche Thema. Dass es offensichtlich keine Null-Toleranzgrenze gibt, sondern eine „Stell- Dich-nicht-so-an“- Kultur. Das wir in einer Gesellschaft aufwachsen, in der uns nicht klar ist, dass das Fehlverhalten einiger Männer genau das ist: ein Fehlverhalten ist, welches geahndet werden müsste – allerdings gibt es keinen Schiedsrichter, der sich dessen annimmt. Aktuell auch am Beispiel Gina-Lisa Lohfink zu beobachten, welcher auf Shehadistan.com auf den Punkt gebracht zusammengefasst wird. In dem Fall wird das Opfer zum Täter, auf Basis eines absurden Strafrechts, welches uralt ist und offensichtlich am Thema vorbei gestaltet wurde. Die Tatsache, dass das Video einer Vergewaltigung, bis zu seiner Entfernung, auf einem Porno-Portal gut bewertet wird, zeigt wie dramatisch die Lage ist.
Frauen werden nicht frei sein, solange ihre Unterwerfung als sexy gilt.
Sheila Jeffreys
Um beim Fußball zu bleiben: da bekommt diejenige, die mit einer Blutgrätsche gefoult wurde quasi die Karte dafür gezeigt, dass sie angeblich eine Schwalbe verübt hätte. Wieder bin ich sprachlos ob fehlender konkreter Handlungen und klarer Aussagen seitens der Menschen, die wirklich etwas ändern können. Ich habe mich während passend zur EM dem #TeamGinaLisa angeschlossen. Und dort ist jeder herzlich willkommen, der für das Einhalten klarer Spielregeln und Fair Play im Spiel zwischen Frau und Mann ist – auch Männer.
Ich kann die Stelle in der Bibel einfach nicht finden, in der Gott der Frau die Gleichberechtigung abspricht.
Sarah Moore Grimké
Ich bin nicht nur Mitglied im TeamGinaLisa, sondern auch im Team Claudia Nauman. Claudia Naumann, die als erste Frau ein EM-Spiel kommentiert hat und damit einen sexistischen Shitstorm ohnegleichen ausgelöst hat.
Erneuerung der Spielregeln
Ich glaube, dass es an der Zeit ist, dass wir die Spielregeln neu bestimmen und klar und deutlich formulieren. Dazu gehören Respekt und Fair Play und das Ziehen der roten Karte, sobald sich jemand nicht daran hält. Es kann nicht sein, dass der beherzte Griff von Jogi Löw in seinen eigenen Schritt mehr mediale Aufmerksamkeit bekommt, als ein unerlaubter Griff an die Brüste oder in die Hosen von Frauen. Sexismus fängt nicht erst dann an, wenn Frauen von Männern belästigt werden, sondern schon viel früher. Und dazu gehört auch, wenn ein Vergewaltigungsopfer gedisst wird oder eine Frau die ihren Job macht aufgrund ihres Geschlechts bepöbelt wird.
Es ist Zeit, dass wir nicht nur als Frauen, sondern als Gesellschaft wacher werden, mehr zusammenstehen und noch lauter werden um dafür zu sorgen, dass niemand aus unserem Team einfach ungeahndet gefoult werden kann. Und das bedeutet auch, jungen Männern rechtzeitig einen respektvollen Umgang mit Frauen zu vermitteln, welcher Beschimpfungen, Beschmutzungen und Belästigungen kategorisch ausschließt. Es ist an uns, unsere Stimme zu heben und zu verstehen, dass mit jeder Frau, der Unrecht widerfährt auch uns selbst Unrecht widerfährt, wenn es keine rote Karte gibt. Denn das ist Sisterhood.
In diesem Sinne,

Dieser Beitrag kommt nicht nur von Herzen, sondern ist auch Teil der DMW-Blogparade
Entschuldigung – ich weiß nicht, wie oft ich dieses Wort in den letzten Wochen gehört habe. Und ich will es nicht mehr hören. Vor allem nicht mehr von Frauen. In der letzten Zeit war ich viel in der Republik unterwegs und habe mich unter anderem auf verschiedenen Konferenzen mit vielen Frauen ausgetauscht. Und ein Wort, dass immer wieder zwischen diesen Unterhaltungen und in vielen Situationen gefallen ist und mir zu oft von Frauen entgegengebracht wurde, ist „Entschuldigung“. Und ich kann und will es nicht mehr hören. Denn wir Frauen entschuldigen uns viel zu oft für Dinge, die keiner Entschuldigung benötigen.
Was hinter der Entschuldigung steckt…
Es gibt drei Motivationen hinter Entschuldigungen:
- Man hat wirklich etwas so richtig verbockt
- Man erreicht die eigenen Maßstäbe nicht
- Man drückt sich durch die Entschuldigung um die Verantwortung
Der meiner Meinung nach einzige legitime Grund für eine Entschuldigung ist der erste. Denn: ich kann mich wortwörtlich wirklich nur von etwas „entschuldigen“, wenn ich in Schuld war bzw. Schuld auf mich geladen habe. Schuld steht dabei dafür, dass jemand für einen Verstoß gegen eine gesetzte Norm verantwortlich ist. Als ich von einem betrunkenen Autofahrer auf dem Fahrradweg angefahren wurde, war für mich die Schuldfrage ziemlich klar. Abgesehen davon, dass dieser sich nie dafür entschuldigt hat.
Meine Beobachtung allerdings ist, dass wir als Frauen dazu tendieren uns für Dinge zu entschuldigen, die weder in unserer Verantwortung liegen, noch gegen irgendeine gesetzte Norm verstoßen. Und damit entschuldigen wir uns nicht, sondern beladen und quasi mit Schuld. Oftmals total unnötig.
Was passiert, wenn wir uns ohne wirklichen Grund entschuldigen, ist, dass wir uns unbewusst in einen Zustand begeben, der dafür sorgt, dass wir anfangen zu schlingern.
Wer mit Schuld beladen ist, geht gewundene Wege.
Wenn wir Schuld auf uns laden, nehmen wir eine Last auf uns und diese macht uns oftmals unbeweglich und lässt uns teilweise erstarren. Welchen Grund gibt es also, sich für Dinge zu entschuldigen, die nicht wirklich dramatisch sind oder eindeutig gegen eine Norm verstoßen? Oftmals passiert es, dass wir uns an unserem inneren Bild von der perfekten Frau messen. Und sobald wir dieses nicht einhalten können – was übrigens so gut wie unmöglich ist, fangen wir an uns zu entschuldigen. Das Bild der perfekten Frau an der wir uns messen, treibt auch den Perfektionsdrang, der dazu führt, dass sich das Gefühl von nicht gut genug sein entwickelt. Und das ist der Punkt an dem viele Frauen beginnen sich zu entschuldigen.
In der Beziehung zu Anderen machen wir uns durch unnötige Entschuldigungen unnötig klein und begeben uns in eine überflüssige Abhängigkeit. Denn bei einer Entschuldigung sind wir immer auch davon abhängig, dass der oder die Anderen sie annehmen. Denn nur dann sind wir wieder frei von Schuld. Hört sich irgendwie gruselig an finde ich.
Sich ent-schuldigen
Als mir all das klar wurde, habe ich mich begonnen zu beobachten und gemerkt, wie oft auch ich mich unnötig entschuldige. Und dann habe ich als erstes tief durch geatmet und mich als erstes bei mir selbst dafür entschuldigt, dass ich mich jahrelang immer wieder in diese Situationen gebracht habe. Und dann habe ich beschlossen, mich nur noch dann zu entschuldigen, wenn es wirklich angebracht ist. Ich habe aufgehört, mich an einem unerreichbaren Ideal zu messen und ich will mich nicht mehr klein machen. Ich werde mich nicht dafür entschuldigen, dass ich laut, bunt, klar, präsent, blitzschnell, brillant oder dem anderen zu unbequem bin. Denn:
Baby, I was born this way!
Lady Gaga
Ich glaube, dass es an der Zeit ist, unsere Häupter zu erheben und die Schultern aufzurichten und das geht oftmals nicht, wenn wir unnötige Schuld auf unseren Schultern tragen.
Ich wünsche dir aufrechte und aufrichtige Momente und viel Freude beim Leben deiner Größe.
Stay fabulous, feel feminine and live fulfilled,

Ich war diese Woche in Frankfurt bei einem Finanz-Workshop von She’s Mercedes und auf dem Innovation Summit der Women Speaker Foundation. Dort habe ich viele erfolgreiche Business-Frauen erlebt und mich gefragt: „Was ist eigentlich feminine Führung? Und was hat das mit mir im Alltag zu tun?“
Bevor ich auf die Antwort eingehe: ich benutze bewusst den Begriff feminine Führung und nicht weibliche Führung. Sowohl Frauen, als auch Männer haben eine feminine Seite und feminine Eigenschaften. So wie wir uns in den Achtzigern aufgemacht haben in das männliche Wertesystem zu gehen, ist es Männer selbstverständlich auch möglich feminin zu agieren. Wobei feminin ist hierbei keineswegs schwach bedeutet.
Führung ist meiner Meinung nicht nur etwas für den Job, sondern Führung heißt auch etwas vorleben, woran ich glaube. Es bedeutet sich so zu verhalten, wie man sich die Welt wünscht und sich damit der eigenen Vision anzunähern und im Optimalfall Andere mitzunehmen. Es bedeutet auch Visionen umzusetzen und in die Welt zu bringen. Wobei feminine Führung dies immer aus dem Herz tut.
Führung ist kein Egoshooting
Was also genau ist feminine Führung? Während maskuline Führung, so wie wir Führung noch oftmals erleben, exklusiv und vom Geist kommt, ist feminine Führung inklusiv und aus dem Herzen. „Führung hilft den Menschen jeden Tag dabei zu helfen das Beste zu geben“, sagt Marianne Dölz von Facebook. Maskuline Führung pusht und fordert, feminine pullt und fördert, denke ich. Denn feminine Führung bedeutet eben auch sich zu kümmern und empathisch zu sein.
Ellenbogen sind out
„Da sie inklusiv ist, geht es um die Sache und die Gemeinschaft“, sagt Dr. Monique R. von Siegel, CEO mrsthink.com. Es geht dabei nicht um die Einzelne, sondern um das, was wir als Frauen bewirken können. Denn jede Führung ist nur dann gut, wenn ihr auch jemand folgt. Und am einfachsten geht das, wenn man zusammengeht. Und das bedeutet eben zu erkennen, dass Ellenbogen out sind und Händchen halten eben in. Gemeinsam können wir am Ende mehr erreichen, haben alle was davon und vor allem sind die Ergebnisse nachhaltiger. Das hat sogar die Wissenschaft bestätigt.
Auch du kannst führen
Wenn du jetzt denkst: “was hat das mit mir zu tun?“, möchte ich dich einladen das Prinzip der femininen Führung mal auf dich anzuwenden. Ich habe es getan, denn ich habe ja auch kein Team, welches ich führe. Aber: ich glaube dem Dalai Lama, der gesagt hat:
The western women will change the world.
Und damit hat jede nicht nur die Chance die Welt zu verändern, sondern meiner Meinung auch die Verantwortung es zu tun. Nicht nur für uns, sondern auch für unsere Töchter, Nichten, Patentöchter und alle die noch kommen. Für eine Gesellschaft, mit deutliche mehr Platz für feminine Werte und Weiblichkeit, in der alte Weisheit und Emotionalität wieder genauso wichtig ist wie modernes Wissen und Verstand. Ich habe mir dazu die folgenden Fragen gestellt:
- Wie kann ich Menschen in meinem Umfeld darin unterstützen, in ihr Leuchten zu kommen?
- Wen kann ich in meinem Umfeld an die Hand nehmen? Mit wem kann ich kooperieren oder gemeinsame Sache machen?
- Wo fahre ich noch die Ellenbogen aus? Wie kann ich anstatt dessen die Hand ausstrecken? Wie kann ich meine gefühlt „größte Konkurrenz“ an die Hand nehmen?
- Was mache ich bisher alleine, was ich auch mit anderen tun könnte?
Ich habe beschlossen meine Freunde auf ihre Talente, Besonderheiten und Außergewöhnlichkeiten aufmerksam zu machen, denn das tue ich bisher noch nicht wirklich oft. Dabei ist es so wichtig, dass wir uns gegenseitig immer wieder unsere Einzigartigkeit vor Augen halten, bis wir sie wirklich umarmen. Das kann sein, dass wir Talente von Kindern sich frei entfalten lassen, auch wenn sie augenscheinlich zu nichts führen, oder Hobbies von Freunden unterstützen auch wenn sie uns nicht begeistern.
Führung inspiriert
Mir ist auch klar geworden, dass ich die Ellenbogen immer dann ausfahre, wenn ich Angst habe. Deswegen werde ich in Zukunft schauen, um was oder vor was ich da eigentlich Angst habe, denn ich möchte in Liebe sein und anstatt jemanden den Ellenbogen in die Brust zu rammen, seine Hand nehmen. Außerdem ist Angst wenig inspirierend.
Kommende Woche werde ich auch direkt wieder damit anfangen mit anderen zu essen. Das habe ich vernachlässigt und viele Mahlzeiten alleine eingenommen. Da nehme ich mir auch ein Beispiel an Regine Mehler, CEO der Women Speaker Foundation, die laut eigener Aussage nie alleine ist. Und sie wirkt damit sehr zufrieden. Mein Ziel ist es durch mein Handeln andere zu inspirieren, denn das ist für mich die wahre Bedeutung von Führung. Und meiner Meinung nach die wahre Stärke femininer Führung.
Alles Liebe und stay fabulos,

Hustle – ich kann es nicht mehr hören. Gerade in meinen „unternehmerischen Umfeld“ stoße ich immer wieder auf dieses Wort. Und irgendwann habe ich geglaubt, dass ich auch einfach nur mehr „hustlen“ muss und dann werde ich erfolgreich. Bis ich bemerkt habe, dass ich mich selbst belüge.
Ich liebe was ich tue. Aber ich liebe mich mehr als meine Tätigkeit. Um ehrlich zu sein liebe ich mich mehr als alles andere. Deswegen ist dieser Beitrag kein Business-Beitrag, sondern gilt auch generell für alles im Leben. Ich habe die Erfahrung mit meinem Business gemacht. Es gab Zeiten, in denen stand mein Business an erster Stelle. Schließlich hatte ich ja gegründet und damit musste der Erfolg im Business ja erste Priorität haben. Ich habe 14 Stunden Schichten geschoben, mir schnell zwischendurch mal was zu essen gemacht, während ich weiter auf den Rechner starrte und bin mit meinem Handy ins Bett gegangen. Getreu dem Motto
„Hustle, hustle, hustle“
Überall schrie es mir in der Gründungs-Blase entgegen: No hustle no game! No hustle no profit! No hustle no progress! Und ich habe dem einfach mal geglaubt. Bis mir irgendwann vor Erschöpfung die Tränen gekommen sind, mein Kopf nur noch gaga war und ich mein Körper mir signalisierte: es reicht! In dem Moment wurde mir klar: all hustle, no heart. Denn „hustle“ bedeutet übersetzt etwas schnell erledigen oder Betriebsamkeit. Aber es bedeutet eben auch Schwindel, Abzocke, jemanden drängen und schubsen oder sich etwas ergaunern.
Die Seele beschwindeln
Und genau das ist mir in der Zeit passiert. Ich habe mich selbst beschwindelt, mir selbst etwas weggenommen, ich habe meine Seele abgezockt und mich permanent weiter geschubst, als ob es um Leben und Tod ging. Dabei geht es im Business nicht darum anzukommen. Ein erfolgreiches Unternehmen wird sich immer weiterentwickeln und verändern.
Das einzig beständige ist der Wandel.
Es gibt keinen Endzustand, sondern nur Meilensteine. Und wenn ich beginne mich selbst zu belügen, kann ich kein wirklich nachhaltiges Business aufbauen.
In der Zeit des Pushen und Antreiben habe ich mich selbst beschwindelt. Ich habe nicht gut für mich gesorgt und nicht auf meine eigentlichen Bedürfnisse geachtet. Ich habe geglaubt, dass die angeblichen Bedürfnisse meines Business wichtiger sind, als die meinen. Habe denjenigen geglaubt, die mir gesagt haben, dass viel viel hilft und doch weniger geschafft als ich mir erhofft habe. Am Ende habe ich nicht nur mich, sondern auch mein Business und mein Umfeld betrogen. Denn ich war nirgendwo mehr 100%ig da. In dieser Zeit habe ich drei Dinge gelernt:
Angst ist kein guter Berater
Ein großer Teil dessen was ich getan habe war von Angst bestimmt, auch wenn ich mir damals dessen nicht wirklich bewusst war. Ich hatte Angst nicht gut genug zu sein, nicht schnell genug zu sein, dass mir jemand anderes den Kunden wegnehmen könnte, nicht professionell genug zu sein, nicht „cool“ genug zu sein, you name it! Anstatt mich auf das zu konzentrieren, was ich schon erreicht hatte, habe ich mich auf das fokussiert, was fehlt und somti ein permanentes Gefühl von Mangel erzeugt. Und das hat sich auf mein Business übertragen. Mir haben damals zwei Dinge geholfen:
Fokus auf Erfolg: ich habe mir eine unendliche Liste von den Dingen gemacht, die ich schon erreicht habe. Unendlich, weil diese Liste immer wieder ergänzt wurde, sobald ein neuer Erfolg hinzukam. Egal wie klein der war. Damit konnte ich meine Mangelperspektive wechseln.
Fragen nach wozu: bei jedem Handlungsimpuls habe ich mich gefragt, wozu ich das jetzt machen will. Wenn die Antwort eine angstgetriebene „nicht-xy-genug“-Antwort war, dann habe ich es gelassen. Konnte ich es mir gegenüber entspannt und nach vorne gerichtet rechtfertigen, dann habe ich es getan. Somit habe ich schnell gelernt wirksame Handlungsimpulse von Mindfuck-Impulsen zu unterscheiden.
Mein Business muss für mich arbeiten
Solange ich angestellt war, habe ich gerne für jemanden anderes gearbeitet und auch die Vorteile genossen. Der Schritt in die Selbständigkeit bedeutete ab dem Zeitpunkt für mich zu arbeiten. Allerdings war ich dann so auf das Business fokussiert, das ich mich aus den Augen verlor. Ich habe also eine Inventur gemacht und mich ehrlich gefragt: wozu habe ich mich selbständig gemacht? Dabei hat mir auch die Übung Klarheit durch Kontrast geholfen. Mit einem klaren „hin zu“ konnte ich mir bei jedem Schritt die Frage stellen: „Bin ich auf dem richtigen Weg?“, dem richtigen Weg zu mir. Und dabei immer meinen Nordstern im Auge zu behalten. Ich habe mein Business dem angepasst, denn der Zweck dieses Business ist, dass es mir einen bestimmten Lebenstil ermöglicht. Und nicht, dass ich mich für das Business aufreibe. Dann hätte ich auch angestellt bleiben können.
Zu mir stehen
So oft habe ich gedacht, ich müsste auf die Anderen hören und Dinge so machen, wie sie mir gesagt wurden. Auch wenn sie innerlich kein „Hell Yes!“ bei mir erzeugt haben. Nachdem mir wieder klar war wozu ich den Schritt in die Selbständigkeit gegangen war, war ein zentraler Punkt Authentizität. Denn nur wenn ich ehrlich mit mir bin und mich so zeige wie ich bin, kann auch mein Business sich mir anpassen. Solange ich mich verstelle oder Konventionen anpasse, läuft es einfach nicht rund. Seitdem ich konsequent meinen Weg gehe, egal was andere sagen, läuft es auch im Business wieder rund. Und zwar ganz entspannt, denn das ist ein Teil dessen, wie ich es mir wünsche.
Ich stehe zu mir, zu Purpur und Gold auf der Webseite, zum Pendeln bei Business-Entscheidungen, zum uralten Frauenwissen, was sich in meine geschäftlichen Planungen einwebt. Ich stehe dazu, dass ich vormittags nicht zu erreichen bin, weil es meine kreative Zeit ist, dazu, dass ich keine Termine vor 11 mache und mich sowohl zu Businessthemen als auch zu weiblichen Rhythmen äußere. Du wirst mich nicht im Hosenanzug sehen, egal wie „ernst“ die Lage ist und ich duze jeden, der mit mir arbeitet.
Seitdem ich mich konsequent klar zeige und meine klaren Grenzen ziehe, gibt es keinen Hustle mehr. Sicherlich gibt es Dinge, die erledigt werden müssen und ja, ich arbeite auch gerne und viel, wenn es der Moment erfordert. Wenn das aber nicht der Fall ist, kann ich mein virtuelles Büro auch hervorragend schließen. Was ich für mich gelernt habe ist: höre auf dein Herz und lass dich nicht verunsichern.
Sich den Ängsten zu stellen, die dich treiben ist effizienter, als dich blind treiben zu lassen.
Einmal richtig tief durchatmen und vor allen durchschlafen ist eine wesentlich effektivere Investition in dein Business als durchgearbeitete Nächte. Die Dinge gezielt anzugehen, den eigenen klaren Fokus zu setzen und zu erkennen, was man wirklich will hilft, das andere links liegen zu lassen. In CRAFT YOUR CALLING zeige ich nun anderen Frauen, wie sie ein Business ins Leben bringen können, was sie dabei unterstützt das Leben zu führen, welches sie sich wünschen. Und das Feedback ist durchweg positiv.
Wenn du also auch nach einem Weg suchst, aus dem ewigen Tun auszusteigen: trau dir und traue dich. Es ist möglich.
Alles Liebe,

Weiblichkeit im Business… was heißt das? Der Auslöser für dieses Artikel war der Moment vor 2 Wochen, als ich merkte, dass ich pushe und nicht mehr bei mir bin. Wie so viele hatte ich kurzzeitig vergessen auf meinen Körper anstatt auf meinen Verstand zu hören. Im März diesen Jahres gab es für mich einige gesundheitliche Herausforderungen, welche durchaus ernste Konsequenzen hätten haben können. Ich habe sofort mein Support-System aktiviert und bin dabei an großartige Mediziner und alternative Heiler gekommen, die mich gut durch die Zeit begleitet haben. Ich habe die notwendigen unterstützenden Präparate bekommen und auf dem Papier geht es meinem Körper wieder besser, was mich freut. Und ich bin optimistisch, dass die kommenden Kontrollen das bestätigen werden.
Und dann war ich drauf und dran einfach weiter zu machen. Denn schließlich sollte ja das CRAFT YOUR CALLING business bootcamp starten. Der Termin war gesetzt, also trieb mich mein Verstand. Als ich dann vorletzte Woche neben dem normalen Coaching-Alltag noch zwei Vorträge hatte und unerwartete Anfragen rein kamen merkte ich: auch wenn mein Verstand mein, dass es jetzt weitergehen muss, mein Körper und meine Seele sind noch nicht soweit. Und dann flüsterte meine innere Stimme mir: Es braucht Zeit krank zu werden. Und es braucht Zeit zu heilen. Und jetzt war es an mir, das zweite zuzulassen.
Gut Ding will Weile haben.
Denn schließlich waren noch nicht einmal 8 Wochen vergangen. Mir ist klar geworden, dass ich momentan nicht 100%ig präsent bin. Und ich habe mich daran erinnert, warum ich dieses Business so gestaltet habe, wie du es kennst. Ich habe mich damals für ein Business mit Weiblichkeit, Ehrlichkeit und Liebe entschieden. Und ich sehe es auch bei meinen Kundinnen, egal ob sie selbständig oder angestellt sind: sobald sie beginnen diese Werte in ihre Tätigkeit zu bringen, verändert sich spürbar etwas.
Weiblichkeit als Wirkungskraft
Weiblichkeit bedeutet für mich nur an der Oberfläche, mich weiblich zu kleiden und zu geben. Im Kern geht es bei Weiblichkeit für mich darum in meine feminine Kraft zu gehen. Und das auch konsequent im Business zu tun. Mein Schritt in die Selbständigkeit war dazu ein wichtiger Schritt, denn für mich persönlich war es der Weg aus einem männlich, bzw. maskulin geprägten Leistungssystem, in dem ich mich nicht mehr wiedergefunden habe. Die Werte und Normen, die dort vertreten wurden, haben für mich nicht funktioniert, obwohl ich im System sehr gut funktioniert hatte.
Obwohl ich im System funktionierte, funktionierte das System nicht für mich.
Es blieb eine Leere und ich blieb auf der Strecke. Ich wollte etwas schaffen, in dem meine Bedürfnisse gehört werden und in dem es selbstverständlich auch darum geht ordentlich Geld zu verdienen, aber eben nicht mit dem Hintergedanken, dass ich immer höher, schneller und weiter muss. Ich wollte ankommen, was für mich keineswegs Stillstand bedeutet. Meine feminine Kraft in mein Business zu integrieren heißt für mich, meinen Impulsen zu folgen hätte.
In den letzten Jahren habe ich mich mehr und mehr auf meinen eigentlichen Rhythmus besonnen. Ein Rhythmus geprägt von Zyklen, die mich beeinflussen. Das sind unter anderem der Mondzyklus, denn so wie dieser ganze Ozeane bewegt, bewegt er auch mich, die zu über 80% aus Wasser besteht und wie wir alle ein Teil des Ozeans in sich trägt. Das ist mein Menstruationszyklus, mit dem Wechsel von empfangen zu kreierend. Das ist der Zyklus der alten Jahreszeiten, mit Innenschau im Winter und Dynamik im Sommer. Und anstatt mich weiter in extern vorgegebene Rhythmen zu zwängen, gebe ich meinem ureigenen Rhythmus Raum. Und was dabei entsteht ist kreativer, effizienter und wirkungsvoller als es jemals zuvor der Fall war.
Weiblichkeit im Business bedeutet für mich mich als Frau zu sehen, mich als Person zu sehen und beidem einen Raum zu geben und den zu halten. Egal, was andere sagen.
Ehrlich währt am längsten
Wenn ich in Business nachhaltig agieren will, ist ein unabdingbarer Schlüssel Ehrlichkeit. Und zwar zuallererst die Ehrlichkeit mir selbst gegenüber. Vor allem in der Selbständigkeit, aber auch wenn ich für jemanden anderes arbeite. Wenn ich das bestmögliche Resultat erzielen will, ist es wichtig ehrlich zu mir zu sein. Will ich das wirklich? Was ist es mir wert? Bin ich bereit meinen Fokus und meine Energie dort hinein zu investieren? Nur wenn ich diese Fragen mit einen „Hell Yes!“ – beantworten kann, kann ich wirklich das bestmögliche Ergebnis erzielen. Ich stelle mir immer diese Fragen und wenn ich eine mit „Nein“ beantworte, frage ich mich, wie ich aus dem „Nein“ ein „JA“ machen kann. Und wenn das nicht funktioniert heißt es:
If it is not a „hell yes!“, it is a „hell no!“
Manchmal sind es nur Kleinigkeiten, und schon bin ich wieder Feuer und Flamme. Dabei hilft es das eigene Warum, den eigenen Nordstern zu kennen. Dieser dient als der perfekte Kompass, wenn es darum geht herauszufinden, ob dich etwas deiner Erfüllung näher bringt oder nicht. Ich versuche immer so ehrlich wie möglich zu mir und damit auch zu anderen zu sein. Wenn mich etwas nicht rockt, dann ist es durchaus sinnvoll, die Idee weiter zu geben oder den Kunden weiter zu empfehlen, an jemanden, der sein ganzen Herzblut in die Umsetzung steckt. Wenn ich aus meinen Herzen handele, kann ich langfristigen Erfolg erzielen, denn alle profitieren davon.
Die liebe Liebe
Ich liebe was ich tue. Aber ich liebe mich mehr als meine Tätigkeit. Es gab Zeiten, in denen stand mein Business an erster Stelle. „Hustle, hustle, hustle“ – dem Motto bin ich auch einige Zeit auf den Leim gegangen. Denn „hustle“ bedeutet übersetzt etwas schnell erledigen oder Betriebsamkeit. Aber es bedeutet eben auch Schwindel, Abzocke, jemanden drängen und schubsen oder sich etwas ergaunern. Und das passt für mich nicht zu Weiblichkeit, Ehrlichkeit und Liebe. Denn:
Liebe bedeutet für mich zuallererst mich selbst zu lieben.
Und mich auch dementsprechend zu behandeln. Liebevoll mit mir umzugehen und mich nicht zu pushen. Was nicht bedeutet, dass ich nicht fokussiert und gezielt an Dingen arbeite und nur alles geschehen lasse. Es bedeutet für mich zu gucken, was kann ich gut und wer kann die Dinge, die in denen ich nicht leuchte für mich tun. Es bedeutet in Ruhe zu schauen, wie ich am besten an mein Ziel komme ohne sofort loszurennen und dann außer Puste zu sein und zu merken, ich hätte vorher abbiegen können.
Und so habe ich generell den Fuß vom inneren Gaspedal genommen. Und halte dafür einen klaren Fokus. Denn weniger ist oftmals mehr. Ich habe gelernt, dass wenn ich mich auf wenige Dinge konzentriere ich effektiver und effizienter bin, als wenn ich alles gleichzeitig mache. Und am Ende des Tages damit auch das erreiche, was ich will. Und deswegen habe ich CRAFT YOUR CALLING geschaffen, um auch anderen Frauen zu zeigen, wie sie ein Business erschaffen können, welches sich ihnen anpasst und gleichzeitig finanziell und persönlich erfolgreich ist.
Ich bin jetzt wieder in meinem Rhythmus. Und werde den heutigen Freitag den 13. und das anstehende Pfingstwochenende für Kreativität und Selbstliebe nutzen.
Wie lebst du deine Weiblichkeit im Business? Und welche Herausforderungen hast du? Ich freue mich von dir zu hören.
Alles Liebe,
