Femininer Leadership – und was soll ich damit?

Femininer Leadership – und was soll ich damit?

Heute ging es in den Fragen am Freitag bei the feminine way unter anderem um femininen Leadership. Eine Woche nach 11/9 wird es deutlich – die Welt braucht soviel mehr Femininen Leadership. Und jede von uns kann dabei sein.

Femininer Leadership ist einer der Schlüssel mit dem wir die Welt verändern können. Zu einer Welt, welche wieder erfüllt ist von Mitgefühl, Inklusion, Gemeinschaft, Ehrlichkeit, Wahrhaftigkeit, Liebe…

Doch was ist Femininer Leadership? Und wie können wir ihn im Alltag umsetzen?

Leadership ist keine Position. Leadership ist eine Entscheidung.
Simon Sinek

Leadership ist das sichtbare Resultat aus Energie und Intelligenz. Ausgehend davon, wie sich unsere Energie zusammensetzt und unsere Intelligenz sich formt, zeigt sich die Qualität von Leadership.

Der Unterschied von femininem Leadership zu der Art von Führung, wie wir sie bisher oftmals sehen ist, dass er die Einzelne ermächtig. Es ist die Veränderung von der Autorität zum Leader, vom Elfenbeinturm zum Leuchtturm. Es ist der Wandel von „Der Gewinner bekommt alles“ zu „Gemeinsam sind wir stärker“, vom aktuell aggressiven Corporate Life hin zum integrativen Cooperative Lifestyle. Weg vom „Schlachtfeld Unternehmen“, auf dem Menschen um Positionen wetteifern und darum kämpfen, dass ihre authentische Stimme gehört wird, hin zu einem vertrauensvollen Umfeld in den Menschen eingebunden sind und Partnerschaften kreiert werden

Vom Dreieck zum Kreis

Im Gegensatz zu dem hierarchischen System – oft durch ein Dreieck symbolisiert – in dem es nur einen an der Spitze geben kann, existiert femininer Leadership im Kreis. Einem Kreis in dem wir gemeinsam sitzen, alle auf Augenhöhe agieren und jede durch ihre innere Haltung zur Leaderin werden kann.
Der Leadership, wie wir ihn so oft sehen basiert auf Kalkül und Strategie, er ist verkopft und folgt logischen Abfolgen, um zum Erfolg zu kommen. Femininer Leadership ist dagegen die Verkörperung einer inneren Haltung.

Die femininen Energie ist die, welche für die Verkörperung der Schöpfung steht. Es geht dabei um eine innere Haltung, die Handlungen folgen lässt. Es geht um die Verkörperung dessen, was wir fühlen – den Ausdruck des Mitgefühls, der Liebe, der Wahrhaftigkeit, welche uns inne wohnt.

Ein grundlegender Aspekt ist, dass feminine Führung für etwas geht. Es geht nicht mehr darum etwas Altes zu bekämpfen. Denn das gegen das wir kämpfen, dem geben wir Energie. Es geht darum uns stark zu machen für das, an was wir glauben. Uns zu erheben für das, was wir in die Welt bringen wollen. Uns zu bewegen für das, was uns bewegt. Es geht dabei nie nur um uns, sondern auch immer um das wir.

Ermächtige dich

Willkommen Sister – es ist an der Zeit. Es ist an der Zeit für jede Einzelne von uns, uns darüber klar zu werden, für was wir stehen oder für was wir stehen wollen – um uns dann dafür zu erheben. Das kann im Kleinen, wie im Großen passieren.

Es passiert in der Erziehung unserer Kinder, den Werten die wie ihnen vermitteln und die sie verinnerlichen. Es passiert indem wir unser Lächeln wie Konfetti verteilen und damit die Energie der Menschen, denen wir begegnen erhöhen. Es passiert, indem wir als Schwestern gemeinsam gehen, uns in unser Einzigartigkeit anerkennen und unterstützen. Es passiert, wenn wir uns unsere Freiräume nehmen, uns nähren und uns daran erinnern, dass jedes Nein auch immer ein Ja zu uns und für das, an was wir glauben ist.

Es ist die Zeit, in der wir alle gefragt sind lebende Antworten für dringende Fragen zu werden, unsere Verantwortung für jede einzelne Handlung anzuerkennen und Pflichtbewusstsein für unsere Umwelt zu entwickeln. Es ist an der Zeit von aggressiver Lethargie zu aktivem Leadership zu bewegen.

Nur wenn wir die femininen Prinzipien in alle bereits vorhandenen Strukturen einfließen lassen können wir neue Modelle für Business, Politik und Gesellschaft erschaffen. Diese werden sichtbar in Regeneration, Vertrauen und Frieden.

Passend dazu gibt es am 26.11. in Hamburg AWAKENING – wo es um die Aktivierung deiner femininen Urkraft geht. Ich freue mich, wenn du dabei bist

Und so möchte ich dir für dieses Wochenende den Gedanken mitgeben: wie kannst du mehr von deiner Wahrheit in die Welt bringen?

In Sisterhood,

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Warum Donald Trump mein Trainer ist

Warum Donald Trump mein Trainer ist

Heute Morgen hatte ich ein übles Déjà vu als ich aufgewacht bin. Wie einige Monate zuvor bin ich ins Bett gegangen mit der vermittelten Gewissheit, dass das Worst Case Scenario nicht eintreten würde. Und dann kam der Brexit.

Seitdem war ich vorsichtiger, aber auch gestern Abend wurde mir vermittelt, dass ich gut schlafen gehen könnte. Ich konnte es nicht, um ehrlich zu sein. Denn das komische Bauchgefühl vom letzten Mal machte sich auch dieses Mal wieder breit. Und als ich heute Morgen aufwachte hatte es sich bestätigt. Die Vergangenheit hatte wieder über die Zukunft bestimmt. Die Alten hatten die Jungen wieder überstimmt.

Nun kann man sagen, das ist Demokratie. Und im Kern ist das auch richtig so. Allerdings hat dieses Vorgehen einen Haken: diejenigen, die die langfristigen Konsequenzen der Entscheidungen tragen werden sind in der Minderheit. So langsam begreife ich, was es bedeutet zu sagen, dass Demokratie das bisher beste System ist was wir kennen, aber nicht wirklich das ultimativ Beste sein muss.

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Stellung beziehen ist unbequem

Überall auf der Welt bringt sich das Patriachat in Stellung. Putin, Erdogan, die Populisten überall in Europa und jetzt Trump. Es ist als ob wir den Rückwärtsgang eingelegt haben und direkt zurück in die Zeit von Säbelrasseln und Schwanzvergleichen gebeamt werden.

Als ich heute Morgen aufwachte wurde mir aber auch etwas klar – es ist an der Zeit lauter zu werden, bestimmter zu werden und vor allem nicht nachgiebiger zu werden. Dass ein Mann, der Frauen „bei der Pussy packt“, öffentlich rassistisch ist, diskriminiert und unverhohlen zugibt, dass ihn kein anderer interessiert als er selbst, demokratisch gewählter Präsident werden kann, zeigt, dass irgendetwas hier richtig falsch läuft.

Der Sieg von Trump ist ein Sieg des „ICH“ über das „WIR“. Es ist ein Sieg des momentanen Wohlbefindens über eine langfristige eventuell unbequeme Lösung. Es ist ein Sieg des Gestern über das Morgen.

Jeder von uns wählt – jeden Tag

Von uns konnte zwar niemand seine Stimme für Trump oder Hillary oder Jill abgeben, aber wir geben jeden Tag unsere Stimme für die Dinge ab, für die sie stehen. Und zwar durch unseren Konsum, unser Schweigen, unser Akzeptieren, unsere Bequemlichkeit.

Frauen bilden die Mehrheit der Weltbevölkerung. Frauen treffen 80% der Konsumentscheidungen. Frauen haben einen immensen Einfluss darauf, wie die kommenden Generationen die Welt wahrnehmen. Und Frauen entscheiden, wie andere Frauen und Menschen behandelt werden.

Ich bin mir durchaus darüber bewusst, dass die wenigsten ihr Leben von heute auf morgen komplett umkrempeln werden und vor allem jetzt wo der Winter vor der Tür steht sind Mahnwachen keine sexy Idee. Aber ich bin mir auch darüber bewusst – und vor allem an diesem Morgen im November, dass es an der Zeit ist zu handeln. Ansonsten bleibt Europa – oder gar Deutschland – am Ende ein gallisches Dorf auf der Landkarte derjenigen, die „Risiko“ mit der Welt spielen.

The winner takes it all

Wir brauchen neue Spielarten des Miteinander. Alternativen zu dem althergebrachten „divide and conquer“, zu dem Muskel- und Machtspielen der „Old Boys“ und vor allem zu einem Leadership, der auf Angst, Unsicherheit und Propaganda basiert. Für mich sollte guter Leadership Kreativität, Innovation, Sinnerfüllung und Wandel schaffen – und nicht dafür sorgen, dass wir in alten, verkrusteten Strukturen festhängen in denen die Alpha-Männchen sich gegenseitig auf die Schultern klopfen, während der Rest der Menschheit gucken kann, wo er bleibt.

Und so kann die Wahl vom Trump als US-Präsident ein Weckruf dafür sein, dass wir uns endlich wieder auf feminine Prinzipien und Qualitäten besinnen. Femininer Leadership steht für mich für einen Leadership, der für Nachhaltigkeit, Vertrauen, Liebe und Miteinander steht. Einen, der auf Inklusion anstatt Trennung setzt, der Integration über Ausbeutung stellt und Großzügigkeit vor Gier walten lässt. Es geht darum Konkurrenz durch Kooperation und Erobern durch Nähren zu ersetzen.

Sisterhood als politischer Akt

Wer jetzt stöhnt, wenn ich als Lösung die „Sisterhood“-Karte ziehe, hat das Konzept wahrscheinlich noch nicht ganz verstanden. Sisterhood ist für mich die unmittelbare Umsetzung femininen Leaderships. Sisterhood bedeutet für mich nicht, dass Frauen sich Blumenkränze ins Haar flechten, sich mit Räucherstäbchen in einem Kreis setzen und Mantren singen – obwohl ich es durchaus als eine Spielart begrüße.

Sisterhood ist eine Haltung, die das ICH berücksichtigt, aber auch immer das WIR im Blick hat. Sisterhood basiert auf der femininen Energie – und ja: auch Brüder sind willkommen! Es bedeutet zu verstehen, dass wir alle verbunden sind, dass es nicht nur einen geben kann, sondern wir gemeinsam mehr erreichen können. Sisterhood bedeutet zu verstehen, dass jede meiner Handlungen Einfluss auf meine Umwelt hat – ob unmittelbar oder mittelbar. Sisterhood ist das Bewusstsein darüber, dass die Welt nicht unser Besitz ist, sondern uns überlassen wurde, um sie für die zukünftigen Generationen zu erhalten.

Konkret heißt das, dass ich meine Konsumentscheidung bewusst treffe – der mächtigste Schalthebel gegen die Dinosaurier der „Fossilen Energie“, die Ausbeutung von Anderen und Konzerne wie Bayer, KOCH, Nestlé & Co. Es heißt, dass weniger auch mehr sein kann, ein schönes Kleidungsstück anstatt viele, Fleisch und Fisch als eine besondere Mahlzeit anstatt als Grundnahrungsmittel, Leitungswasser anstatt FIDJI.

Konkret bedeutet das, dass wir nicht mehr schweigen, weil wir nicht direkt betroffen sind – denn jede Ungerechtigkeit und Diskriminierung betrifft auch uns. Wenn die Ausnahme zum Normalfall wird verschwimmen die Grenzen. Toleranz ist die Faulheit, sich mit etwas auseinanderzusetzen, habe ich mal gehört. Und an vielen Stellen ist es ist bittere Wahrheit. Es heißt, sich schützend neben Opfer rassistischer Beschimpfungen zu stellen, unterschwellige Frauenwitze nicht zu belächeln, sondern zu entlarven und im Alltag einfach öfter mal Stellung zu beziehen, als sich wegzuducken.

Konkret bedeutet das, wieder lauter zu werden. Wieder sichtbarer. Wieder merkbarer. Und zwar nicht gegen das Alte, sondern für das Neue. Denn wenn wir gegen etwas kämpfen geben wir ihm Energie. Wir können das Neue schaffen, jeden Tag mit unseren Handlungen.

Erfahrung nutzen

Wir haben gelernt, was es heißt, wenn zu oft weggesehen wird. Wir haben erfahren, was passiert, wenn geschwiegen wird. Wir haben erlebt, was es heißt, wenn es zu spät ist, das Steuer rumzureißen. Und dass es dann einfach nur gruselig ist.

Und vielleicht ist es auch das, was uns von anderen Nationen unterscheidet und gerade jetzt auch bedeutet, dass wir mutig voranschreiten. Nicht dem zu folgen, was populär ist, sondern für das einzustehen, was richtig ist. Uns nicht im Schatten zu verstecken, sondern ins Licht zu treten. Und ja, es bedeutet auch, dass wir gesehen werden. Aber nur dann, wenn wir sichtbar, hörbar und spürbar werden, können wir etwas ändern. Und wer glaubt, dass kleine Dinge nicht ändern können, soll eine Nacht mit einem Moskito verbringen, sagt ein chinesisches Sprichwort.

Wenn ich in diesem Zusammenhang von Sisterhood spreche tue ich dass, weil ich glaube, dass vor allem wir Frauen es sind, die jetzt gefragt sind. Sisterhood ist mein Mutterboden. Es ist das was uns nährt – und zwar langfristig.

They tried to bury us. But we were the seeds.

Mexikanisches Sprichwort

Der Fakt, dass Donald Trump Präsident der USA geworden ist bedeutet nicht, dass die Welt morgen zuende ist. Und es wäre fatal zu sagen: ihr wolltet es so – jetzt schaut, was ihr davon habt. Denn das Denken in „wir“ und „die“ ist überholt. Es gibt nur noch ein „UNS“. Das gilt es zu verstehen, wenn wir die Schritte Richtung Zukunft machen.

Jede von uns kann einen Unterschied machen, jeden Tag. Für das einzustehen, woran man glaubt ist Leadership und es ist politisch. Und ja, ich glaube, dass vieles, das wir gerne als privat bezeichnen eigentlich auch politisch ist – wie wir unsere Kinder erziehen, wie wir konsumieren, wie.  Wir brauchen femininen Leadership jetzt mehr als je zuvor. Wir brauchen Frauen, die bewusste Entscheidungen treffen, ob an der Ladentheke, im Job oder im Familiären. Frauen, die ihre Stimme erheben – für sich und für andere. Mit jeder Handlung, die wir tun können wir inspirieren und motivieren. Es ist Zeit, dass wir uns gemeinsam erheben, unabhängig von existierenden oder gedachten Grenzen. Es ist Zeit, dass wir unseren Haltungen Handlungen folgen lassen. Denn es liegt in unserer Hand, wie wir diese Welt unseren Kindern übergeben wollen. Heute mehr denn je.

Ich nehme die Wahl von Donald Trump als Ansporn und Erinnerung. Er ist wie ein Post-It, dass mich jeden Tag daran erinnert in Leadership zu gehen. Donald Trump ist der Alarm, der mich wach bleiben lässt und mich dazu motiviert wieder mal einen Schritt über mich hinaus zu wachsen. So wie mit diesem Artikel. Donald Trump ist wie ein Trainer, der mich in Bewegung hält, solange solche Menschen an die Macht kommen, sind wir noch nicht am Ziel.

Und nein, ich werde mich nicht daran gewöhnen und damit abfinden, dass das alte System uns als das neue verkauft wird. Denn so sieht die Zukunft nicht aus. Gemeinsam können wir es beweisen. Uns und denen, die uns folgen werden.

In Sisterhood,

KAJA

 

Der November ist Zeit für femininen Flow und weibliches Awakening.

Die Natur als perfekter Taktgeber für Glück und Erfolg

Die Natur als perfekter Taktgeber für Glück und Erfolg

So langsam merken wir wieder, dass die Nächte wieder länger sind. Der Winter steht langsam vor der Tür und mit ihm die Dunkelheit, die uns zur Einkehr einlädt.

Heutzutage fällt es uns leicht, die ursprünglichen Rhythmen der Natur zu ignorieren. Wir machen das Licht an, lassen den Fernseher laufen und mancherorts werden sogar noch die Heizpilze rausgeholt. Und obwohl wir oftmals so tun, als ob all die Technik uns „stärker“ als die Jahreszeiten mach, so sind unsere Körper und inneren Rhythmen doch viel tiefer mit den Rhythmen der Erde verbunden, als es uns manchmal bewusst ist.

Besonders als Frauen haben wir durch unsere Menstruation einen unmittelbaren Zugang zu unserem persönlichen Zyklus – in alten Zeiten menstruierten die Frauen zum Neumond und ovulierten zum Vollmond hin. Heute wissen viele durch die Einnahme der Pille nicht einmal mehr, wie ihr eigentlicher Rhythmus aussieht.

Was aber wäre, wenn wir uns wieder mit den Rhythmen der Erde verbinden könnten. Was wäre, wenn wir anstatt unsere mentale Agenda durchzudrücken, wir uns in einen natürlichen Rhythmus fallen lassen können, der sich stimmig anfühlt und uns gleichzeitig in unsere Kraft bringt? Was wäre, wenn wir anstatt zu versuchen aus jedem Moment die Produktivität und Effektivität herauszupressen, koste es was wolle, wir uns in die natürlichen Zyklen von Fruchtbarkeit und Innenschau, Kreativität und Umsetzung fallen lassen könnten und damit mehr erreichen, während wir im Flow sind?

Menstruation – Mond – Mutter Erde

Unsere Menstruation steht mit dem Mondzyklus in Verbindung und wir bei den Ureinwohnern Amerikas auch Moon-Time genannt. Dort habe ich auch den Ausdruck „I am in my mooning“ – ich bin in meinem monden – kennengelernt. Daraus leitet sich auch der einzelne Monat ab. Unser Zyklus hat vier Phasen – Menstruation, Follikelphase, Ovulation, Lutealphase. Jede dieser Phasen hat eine bestimmte Energie und Kraft, die sie mit sich bringt. So ist es zum Beispiel sogar wissenschaftlich belegt, dass Frauen an Tagen um den Einsprung herum erfolgreicher in Verhandlungen mit Männern sind, da diese die ausgestoßenen Pheromone wahrnehmen.

Aus den Monaten setzt sich unser Jahr zusammen – ursprünglich aufgeteilt in die 13 Mond-Monate. Die vier Phasen des Jahres kennen wir als Winter, Frühling, Sommer und Herbst. Man kann sagen, dass Mutter Natur ihren eigenen Zyklus hat. Denn jede Jahreszeit ist quasi ein energetisches Äquivalent zu den Phasen, die wir aus unserem eigenen Zyklus kennen.

Indem wir uns wieder mit diesen Rhythmen verbinden, können wir bewusster dafür werden, wann wir sozusagen dazu eingeladen sind nach vorne zu preschen und an welchen Zeitpunkten es herausfordernder sein könnte. Wir können lernen die Gegebenheiten für uns zu nutzen und damit aus dem Pushen in den Flow kommen. Wir können unseren natürlichen femininen Fluss wieder befreien und unsere feminine Kraft fließen lassen. Ich gucke beispielsweise, dass ich keine Großveranstaltungen habe, wenn ich meine Menstruation habe und lege meine Zeiten für kreative Phasen in meine Follikelphase – die Phase, in der sich das Gewebe aufbaut.

Die Energie der einzelnen Phasen

Menstruation (Neumond) // Winter: Innenschau, Loslassen, Ruhe, Neuausrichtung, tiefe Verbindung zur Intuition und der inneren Weisheit, die „heilige“ Zeit in der Frauen traditionell in Kreisen zusammenkamen, Reinigung, Zugang zu der ureigenen Magie

Follikelphase (zunehmender Mond) // Frühling: Zunahme der Aktivität, Aufbau von Neuem, Kreativität, voller Energie sein, Lust auf Neues, Neugier, Fühler austrecken, sprießen

Ovulation (Vollmond)// Sommer: Eisprung, höchste Fruchtbarkeit, Verlangen nach Verbindung, Lust auf Gemeinschaft, Anziehungskraft, Überzeugungskraft, kraftvolle Kommunikation, überzeugender Ausdruck, Abenteuerlust, Lust auf Mehr

Luteale Phase (abnehmender Mond) // Herbst: Abnehmende Vitalität, Erntezeit erhöhtes Ruhebedürfnis, Rückzug, Fokus auf die kleinen Dinge, systematisches Abarbeiten, Ernte einholen, Vorbereitungen auf den Winter

Wenn wir uns in den femininen Rhythmus fallen lassen, bedeutet das, dass wir unser Jahr eventuell anders planen als bisher. Es ist eine Einladung uns wieder zurückzuverbinden.

Meine Jahresplanung

Ich nutze den Winter um zu schauen, was von der Ernte, die ich eingeholt habe auch im nächsten Jahr noch Früchte tragen soll. Ich schaue auf meine Ziele und Wünsche und passe diese an. Ich verbinde mich tief mit meiner inneren Weisheit und nutze diese Zeit des Rückzugs um Klarheit zu gewinnen. Somit kann ich die Basis für das neue Jahr kommen und dafür sorgen, dass meine Wünsche und Ideen Früchte tragen werden. Unabhängig von all den Weihnachtsmärkten und der vorweihnachtlichen Shoppingmarathons ziehe ich mich gerne zurück und fahre das Tempo runter, um dem was sich zeigen will Raum zu geben.

Der Frühling ist die Zeit in der ich beginne neues Anzustoßen. Es ist die Zeit in der ich spüre, dass ich voller Energie stecke. Ich baue neue Verbindungen auf, implementiere Projektideen oder setze Pläne um. Beispielsweise mit Manifest Miracles, welches ich gemeinsam mit Franziska veranstalte.

Im Sommer ist die Zeit in der ich unterwegs bin, ich bin draußen, treffe neue Menschen und schaffe neue Verbindungen. Ich bin offen für Vorschläge und Idee und die Luft hängt quasi voller toller Dinge, die ich umsetzen könnte. Das ist auch die Zeit, in der Projekte an mich herangetragen werden und sich neue Partnerschaften bilden.

Den Herbst nutze ich dann, um die Ernte einzuholen. Ich analysiere, was funktioniert hat und schaue, welche Ideen aus dem Winter Früchte getragen haben. Ich ordne und sammle und sortiere mich.

Finde deinen Rhythmus wieder

Auf deinen persönlichen Zyklus übertragen kannst du diese Phasen auch immer wieder im Kleinen beobachten. Ich merke, dass ich während meiner Menstruation gerne im Rückzug bin und besonders gut an meine Intuition angebunden bin – passend dazu veranstalte ich dann auch die Neumond-Circle. Ebenso spüre ich, dass ich zum Einsprung hin gerne aktiv und unter Menschen bin – ich lege also meine Lunch-Dates und meine sozialen Aktivitäten eher in diese Phase.

Seitdem ich meinem Rhythmus und dem urfemininen Rhythmus der Mutter Erde folge und mich wahrlich dort hinein fallen lasse spüre ich, wie die Dinge einfacher werden. Ich muss nicht mehr so viel pushen und kann die einzelnen Phasen gezielte nutzen und mit ihnen gehen. So plane ich nicht nur mein Leben, sondern auch Business-Themen. Ich habe Meetings in meiner fruchtbaren Phase, vermeide externe Termine zu meiner Menstruation. Und so ist auch Becoming.You an dem natürlichen Rhythmus ausgerichtet. wir starten zum Mondfest Samhain in der Verbindung zu unseren Ahnen und schließen zum Oktober mit dem Abschluss der Ernte. Auch die teilnehmenden Frauen berichten, wie es sich auf einmal ganz anders anfühlt so im Einklang mit der Natur durch den Jahreskreis zu gehen.

Ich lade dich ein, auch für dich selbst einfach mal zu schauen, wie gut du mit deinem Rhythmus verbunden bist. Und wenn du Lust hast, kannst du passend zum Start in den neuen Zyklus noch mit mir gemeinsam in Becoming.You in die Tiefe gehen..

Alles Liebe,
KAJA

Wo die maximale Liebe wohnt

Wo die maximale Liebe wohnt

Diese Woche habe ich es herausgefunden – ich habe wortwörtlich den Ort gefunden, an dem die Maximale Liebe wohnt. Und sie wohnt ganz woanders, als wo man es sich erwartet hätte. Nämlich in einer kleinen Souterrain-Wohnung in einer 30er-Zone. Was zuerst verwundert, schien mir dann doch ziemlich passend.

Mir begegnen Momentan überall Herzen, ob auf dem Boden, als Graffiti, auf Rucksäcken, an Straßenlaternen – ich nehme es als ein Zeichen, mich daran zu erinnern, wieviel Liebe in meinem Leben ist, wieviel Liebe da noch kommen darf und vor allem, dass es essentiell ist, dass ich mich selbst liebe. Dabei bedeutet Selbstliebe für mich vor allem, mich gut und gütig zu behandeln.

Oft begegnet mir dann die Frage, wo Selbstliebe aufhört und Egoismus anfängt. Dazu findest du hier mehr. Kurz gesagt:

Solange du denkst, dass du egoistisch bist,

kannst du kein Egoist sein.

Der Egoist fragt sich nicht, ob er egoistisch ist, er ist es einfach so. Der Egoist macht sich keine Gedanken um die Anderen, er denkt an sich, der Egoist kommt gar nicht auf die Idee kurz innezuhalten um zu denken: Geht das jetzt zu weit?“. Solange du also eines dieser Dinge tust, bist du mit Sicherheit nicht egoistisch und darfst gerne noch weiter in die Liebe zu dir Selbst gehen.

Warum ich es passend fand, dass die maximale Liebe nun in einer kleinen dunklen und gar nicht so leicht zu findenden Wohnung wohnt? Weil uns die maximale Liebe oft in den dunklen und unerwarteten Momenten begegnet, dann, wenn wir sie gar nicht erwarten. Die maximale Liebe zeigt sich, wenn wir aus der Liebe zu etwas oder jemandem über uns hinaus wachsen, wenn wir, um etwas, was uns heilig ist zu beschützen, uns vor es stellen, ohne wenn und aber. Die maximale Liebe zeigt sich in dem Moment, wenn wir am Boden sind und sich jemand neben uns setzt und die Hand reicht. Sie zeigt sich, wenn wir unsere dunkele Seite rauslassen und uns dennoch ein Licht entgegen strahlt.

Wie die maximale Liebe aussieht

Die maximale Liebe kann die Liebe sein, die wir anderen geben, von anderen bekommen, uns selbst geben oder die manche Menschen von Gott, den Engeln, Spirit oder anderen Dingen erfahren. Ich hatte gestern ein sehr erfüllendes und von Liebe erfülltes Telefongespräch mit einer Freundin. Plötzlich brach das Gespräch ab, weil ihr Akku leer war. Als sie mich später zurück rief sagte sie: Auf einmal spürte ich, wie eine Welle der Liebe durch mich durch fuhr. Denn ich war so erfüllt von unserem Gespräch. Durch die Unterbrechung und dadurch, dass sie dann alleine im Wald stand war sie so verbunden und erfüllt, und da spürte sie, wie die maximale Liebe sie auf ihrem Spaziergang begleitete. Unverhofft, unerwartet, in den Momenten, in denen wir nicht unbedingt damit rechnen – da steht sie neben uns, umarmt uns oder reicht uns die Hand.

Oder heute früh in meinem Mastermind, wo ich wieder erlebete, dass wenn sich jemand von seiner verletzlichen, konfusen, unperfekten Seite zeigt, auf einmal die Maximale Liebe den Raum betritt und alles verändern kann. Solange wir die Tür für die auflassen, unsere Hand nicht zur Faust ballen, sondern offen halten un dunser Herz nicht hinter Ketten verstecken, sondern geöffnet halten, kann sie eintreten.

Ich habe für mich selbst gemerkt, dass es Momente gibt, wo ich die Liebe erwarte, wo mein Kopf mir sagt: Jetzt muss es sich so anfühlen. Jetzt muss es passieren. Aber meistens war es dann nicht so. Denn der Kopf wohnt im oberen Geschoß und hat die maximale Liebe in ihrer Souterrain-Wohnung noch nie besucht. Deswegen kennt er sie auch gar nicht und weiß nicht, wo sie sich so rumtreibt.

Ich habe mir vorgenommen mich mehr dafür zu öffnen, die maximale Liebe an unerwarteten Orten zu treffen, so wie einen guten Freund, den man vom Yoga kenn und auf einmal beim Salsa trifft. Und ich habe beschlossen mein Herz besonders in den etwas dunklen Momenten noch mehr zu öffnen. Anderen gegenüber, aber vor allem mir selbst. Denn das habe ich gelernt:

Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.

Was bedeutet, ich muss zunächst mich selbst lieben, bevor ich jemanden anderes lieben kann. Und zwar so wirklich. Die Liebe nach der wir so oft suchen, finden wir nur, wenn wir sie zuerst uns selbst schenken, denn wie sollen wir sie sonst erkennen, wenn wir sie nicht vorher selbst probiert haben?

In diesem Sinne passt es wunderbar, dass die Tage gerade immer kürzer werden. Es erinnert mich daran, dass die maximale Liebe unerwartet kommt und oftmals im Dunkeln. Und vor allem habe ich erkannt, dass die Maximale Liebe direkt um die Ecke wohnt, ohne dass ich es wusste.

Wo begegnest du der Maximalen Liebe?

Alles Liebe,

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Wenn das Gefühl von falsch goldrichtig ist

Wenn das Gefühl von falsch goldrichtig ist

Oft wenn wir uns nicht richtig fühlen, ist die natürliche Schlussfolgerung, dass etwas mit uns nicht stimmt, oder irgendetwas bei uns nicht richtig ist. Was aber wäre, wenn unser Gefühl ein Zeichen dafür wäre, dass wirklich etwas nicht stimmig oder richtig ist? Und zwar nicht mit uns, sondern in der Welt, der Situation oder der Konversation in der wir uns gerade befinden.

Unser Alltag entspricht einem Film mit endlosen Snapchatfiltern – ohne dass wir wissen, dass das was wir sehen Filter sind. Oft übernehmen wir diese Filter von unseren Eltern, Lehrer oder der Gesellschaft in der wir leben. Und irgendwann erinnert sich niemand mehr daran, dass es die Filter sind, durch die wir schauen, aber nicht die Wahrheit, die wir sehen. Einige dieser Filter fühlen sich irgendwann so unpassend an, dass wir beginnen sie zur Seite zu schieben. Geschehen bei dem Wahlrecht für die Frau oder der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare. Andere hingegen sind so tiefliegend, dass wir sie mit unserem Verstand nicht als Filter identifizieren können. Wir glauben dem Status Quo und dass die Welt so aussieht.

Macht definiert Normal

Die gesellschaftliche Norm wird von denen gemacht, die die Macht haben oder haben wollen. Und sie vertreten mit dem geschaffenen Status Quo ihre Interessen. In den letzten 2000 Jahren waren Männer diejenigen, die den Normalzustand definiert haben. Nicht besonders vorteilhaft für uns als Frauen.

Der Status Quo ist nur eine Momentaufnahme und er muss wahrlich nicht der wahrhaftige Normalzustand sein. Der Status Quo lässt sich ändern – wenn wir es wollen. Chimamanda Ngozi Adiche führt in ihrem Essay „We all should be femininsts“ das Beispiel ihrer Zwillings-Nichten auf. Hundert Jahre zuvor wären die beiden in Nigeria noch getötet worden, weil Zwillinge als Unglücks-Boten galten. Sie sagt:

Kultur macht nicht den Menschen.

Der Mensch macht die Kultur.

Wie aber können wir die Kultur verändern? Indem wir anfangen der Wilden Frau in uns wieder zu vertrauen. Unser Verstand kann diese Wahrnehmungsfilter oftmals nicht erkennen, denn sein Funktionieren basiert in vielen Fällen genau auf diesen Filtern. Der Verstand kann nur logische Schlüsse aus vergangenen, ihm bekannten Ereignissen ziehen. Wer sie aber durchleuchten kann, ist unsere Intuition, unser Urinstinkt, die wilde Frau in uns. Die wilde Frau, die sich noch an die Zeit vor den Snapchat-Filtern erinnert, die mit dem Ursprung verbunden ist, die weiß ohne zu begründen.

Das Treffen mit der wilden Frau

Ich hatte das Glück vor einigen Jahren am eigenen Leib erfahren zu dürfen, was es bedeutet, wenn Intuition und Urinstinkt über dem Verstand stehen und ernst genommen werden. Ich war mit drei Freundinnen in Arizona unterwegs. Eine ist Zuni, eine Navajo und die dritte hat assysrische Wurzeln – was sie jedoch vereinte war die Selbstverständlichkeit, mit der die feminine Intuition Gewicht hatte.

Als ich das erste Mal äußerte, dass ich kein gutes Gefühl hätte, zu einem bestimmten Ort zu gehen wurden sofort die Pläne geändert. Sobald eine von uns ein Bauchgefühl hatte wurde dem vertraut. Noch nie zuvor hatte ich so etwas erfahren und ich merkte, wie es mein ganzes System herausforderte. Aber auch, wie in mir etwas wuchs, was ich vorher nur flüchtig kannte. Allein die Tatsache, dass andere meiner Intuition rückhaltlos vertrauten, ließ sie lauter werden. Das blieb nicht ohne Konsequenzen.

Wieder zurück stellte ich fest, dass ich mich immer häufiger in Momenten wiederfand, in denen ich meiner Intuition folgte uns mein Urinstinkt sich meldete. Die wilde Frau in mir begann den Status Quo zu hinterfragen – für mich, für mein Leben und für die Gesellschaft in der ich lebe. Und es war gar nicht so leicht wie gedacht. In der Zeit wurde einer meiner Lieblingssätze:

Sagt wer?

Wir sind umgeben von so vielen Filtern auf die Welt und so daran gewöhnt, dass wir sie nicht mehr erkennen. Aber wer sagt eigentlich, dass die Dinge so sein müssen, wie sie sind? Und so habe ich mich in jeder Situation, jedem Gespräch, bei jedem Gedanken gefragt: Sagt wer? Durch das Fragen wurde mir klar, dass sie meisten Filter nicht besonders frauenfreundlich sind und dass einiges getan wird, sie aufrecht zu erhalten.

So geschehen bei Alicia Keys, die dafür angefeindet wurde, dass sie kein Make Up mehr tragen will. Ein Moment, in dem Wahrhaftigkeit als falsch dargestellt wird. Tagtäglich werden Frauen dafür bepöbelt, weil sie sich nicht zuhause verstecken, während sie ihr Kind stillen. Eine der natürlichsten Sachen der Welt wird als unnatürlich dargestellt. Die Tatsache, dass Menstruationsblut in der Werbung durch blaugefärbtes Wasser dargestellt wird und Autos über die Binde fahren – um das Thema so zu tabuisieren. Dabei ist es eine natürliche Körperreaktion, die vor langer Zeit sogar mal heilig war.

Aber es kann auch schmerzhaft sein, sich von Filtern zu verabschieden. Sobald ein Filter fällt uns klar wird, dass es eben nur ein Filter war – und wir die ganze Zeit die Welt schon anders hätten sehen können. Und das kann unangenehm sein. Bei weitem aber nicht so unangenehm, wie weiter hinter Filtern zu existieren.

Ohne Filter, bitte

Aus diesem Filter-Wahnsinn uns die wilde Frau führen. Wir dürfen wieder lernen unserem Urinstinkt zu vertrauen – es ist ausreichendes Indiz dafür, dass etwas nicht stimmig ist. Es braucht nicht immer eine sofortige logische Erklärung für Dinge. Das System fordert uns heraus, uns direkt zu erklären, denn es stellt den Verstand über die Intuition. Es sagt uns auch, dass Ordnung eine Tugend ist und sich ordentlich (= angepasst) zu verhalten besser ist als wild zu sein. Aber Gefühle können manchmal nicht logisch erklärt werden. Und müssen sie auch gar nicht. Denn das einzige, was unsere Intuition von uns möchte, ist, dass wir ihr vertrauen, dass wir dem Mädchen in uns vertrauen. Dass wir uns trauen.

Es kann helfen einen Schritt zurück zu treten um das ganze aus der Entfernung zu betrachten, Und manchmal ist der Filter nicht groß genug und man erhascht einen Blick auf die Wahrheit dahinter. Mir ging es in den verschiedensten Situationen so, dass plötzlich Filter verschwanden. Das ist so ähnlich wie die Bilder von permanent photogeshoppten Prominenten, die man auf einmal ohne Schminke sieht. Auf einmal verändert sich das Bild – etwas Wahrhaftiges wird sichtbar. Etwas, was so viel stärker ist, als der Filter. Das perfide daran ist allerdings, dass dieser kleine Einblick oft wieder von dem uns vorgegaukelten Normalzustand überlagert und vergessen wird.

Was aber ist, wenn wir die Filter nach und nach entfernen? Was passiert, wenn wir beginnen Verhalten und Situationen, die uns gestern noch als normal erschienen zu hinterfragen? Was passiert, wenn wir beginnen unserem Urinstinkt zu vertrauen, der wilden Frau in uns, die noch ein untrügliches Gespür für Wahrheit und Wahrhaftigkeit hat?

Durchatmen

Was wäre, wenn wir als Frauen beginnen gemeinsam die Kultur zu verändern in der wir leben? Folgen wir der Einladung von Chimamanda Ngozi Adichie und fangen wir an die Filter zu löschen und unserer Wahrhaftigkeit wieder näher zu kommen. Sie wird mit Sicherheit nicht ganz so ordentlich und adrett sein, wie das, was wie bisher kennen. Und wahrscheinlich werden wir anfangen uns aus dem Korsett der gesellschaftlichen Konventionen, welches uns oft den Atem nimmt, zu befreien. Ja, das kann manchmal herausfordernd sein und im ersten Augenblick auch Angst machen. Aber die Aussicht darauf wieder in der Wildnis tief durchatmen zu können und frei zu sein ist es mir das wert.

Ich habe mich dazu entschlossen den Status Quo zu hinterfragen, die Filter zur Seite zu schieben und die Wahrhaftigkeit zu finden. Ich muss zugeben: im ersten Moment ist es ein wenig so, als ob ein Hochglanz-Magazin seinen Glanz verliert. Anfänglich ist es ungewohnt, wenn die Dinge anders erscheinen und vor allem, wenn vieles seine unnatürliche Leuchtkraft verliert. Aber mir sind echte Frauen lieber als photogeshoppte, die mir als die Wahrheit verkauft werden. Und mir ist Wahrhaftigkeit lieber als willkürliche Wahrheiten.

Eine US-Studie besagt: Wenn eine Minderheit von 10 Prozent der Bevölkerung an eine Meinung glaubt und sie verbreitet, setzt sich diese schließlich auch in der restlichen Mehrheit durch. Lass uns die 11% sein, die den Status Quo verändern. Lass uns wieder auf das Gefühl von falsch vertrauen und wissen, dass es richtig ist. Solange, bis es sich richtig anfühlt. Die wunderbare Denise Bidot bringt es mit ihrer Kampagne auf den Punkt: #thereisnowrongwaytobeawoman

Auf Instagram gibt es den Trend die Bilder, die keinen Filter haben, also „echt“ sind mit #nofilter zu kennzeichnen. Müsste es aber nicht eigentlich genau anders herum sein?

Welchen Filter würdest du als erstes löschen?

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Meditation: Kampf den Gedanken oder Hingabe in die Stille?

Meditation: Kampf den Gedanken oder Hingabe in die Stille?

Meditation ist heutzutage in aller Munde – oder besser gesagt in aller Mind. Meditation wird all Allzweckwaffe für den gestressten westlichen Großstädter gesehen, als der Weg zu mehr Ruhe und Ausgeglichenheit. Menschen begeben sich in den Schneidersitz, um mehr Ruhe im Alltag zu finden, fokussieren sich auf ihren Atem, um den Stress gehen zu lassen und schließen die Augen auf der Suche nach innerem Frieden. Einer der ersten Schritte, den man in den allermeisten Fällen vermittelt bekommt ist das Ruhig stellen der Gedanken. Was aber, wenn genau das nicht zu dem inneren Frieden führt, den wir suchen?

Momente der Ruhe

Ich liebe es zu meditieren – wenn ich richtig in die Stille tauche, muss ich mir zuvor einen Wecker stellen, um auch wirklich zurück zu kommen. Der Beginn meiner eigenen regelmäßigen Meditations-Praxis liegt jetzt fast 10 Jahre zurück. Davor war es eher ein unregelmäßiges Eintauchen und Ausprobieren, inspiriert von der Praxis meiner Mutter. Aber auch in den letzten 10 Jahren gab es immer wieder Phasen, in denen ich nicht meditiert habe. Irgendwann fragte ich mich, woran das liegen mag. Ich habe verschiedene Arten der Meditation ausprobiert, bin gewechselt von aktiver zu passiver und habe immer wieder auch Momente der Ruhe gefunden. In eine dauerhafte tiefe Stille bin ich aber nur selten gelangt.

Woran also konnte es liegen, dass ich immer wieder in meine Praxis pushen musste und dann nicht in eine wirkliche Stille kam? Die Erkenntnis kam mir, als ich eines Tages im Schneidersitz auf meinem Bett saß und versuchte in Stille zu gehen – indem ich zunächst meinen alltäglichen Gedankenfluss ausschalten wollte. In dem Moment schoss mir eine Frage durch den Kopf: Was ist, wenn es einen maskulinen und einen femininen Weg der Meditation gibt?

Die Disziplinierung der Gedanken

Das Wort Meditation hat seinen Ursprung im lateinischen meditatio „nachdenken, nachsinnen, überlegen“, bzw. im griechischen medomai „denken, sinnen“ – ziemlich viel denken für etwas, was wir als Tor zu einem Zustand frei vom Denken bezeichnen. Das Ziel ist es in einen anderen Bewusstseinszustand zu kommen – Stille, Leere, Einssein oder eben einfach nur frei von Gedanken sein. Damit liegt der Fokus im Allgemeinen auf dem Verstand und den Gedanken. Sie zu haben oder eben nicht.

Meditation so wie ich sie kennenlernte hatte immer etwas mit der Disziplinierung des Minds, des Gedankenflusses zu tun. Es geht darum die Gedanken zu regulieren, um darüber in einen Zustand von Stille und die Freiheit von Gedanken zu kommen. Disziplin, Regulierung, Bändigung und Beherrschung – all diese Worte tauchten immer wieder in Zusammenhang mit dem ersten Schritt zur Meditation auf.

Irgendwie nicht das, wonach ich in meinem Inneren suchte. Und auch nicht der Weg, den ich wirklich gehen wollte. Ich wollte nicht kämpfen. Was aber, wenn ich anstatt mich auf den „Kampf“ gegen die Gedanken zu konzentrieren meinen Fokus auf die Liebe zur Stille richte? Was wäre, wenn ich anstatt Disziplin Hingabe wählen würde?

Wenn Du der Stille gewahr wirst, dann ist da sofort ein Zustand von stiller Wachsamkeit. Du bist präsent. Du bist aus einer kollektiven menschlichen Konditionierung von Tausenden von Jahren ausgestiegen.
Eckhart Tolle

Und so begann ich meinen eigenen Weg in die Stille zu finden. Anstatt gegen die aufkommenden Gedanken zu gehen, zentrierte ich mich auf meine Liebe zur Stille und lies mich Atemzug für Atemzug mehr hineinfallen. Ich bemerkte, wie ich schneller entspannte. Wie die Stille sich größer anfühlte und tiefer, da sie nicht mehr über den Kopf kam, sondern übers Herz. Und es kam häufiger vor, dass ich von meinem Medigong überrascht wurde und mich die Stille auch nach der Meditation weiter begleitete. Es fühlte sich so an, als ob ich über die Hingabe endlich den Raum betreten konnte, nach dem ich gesucht hatte – und es mir möglich war dort auch zu verweilen. Konnte es sein, dass der feminine Weg in die Stille wirklich ein anderer war?

Das Fließen in die Stille

Ich erinnerte mich an eine Metapher, wo feminine Energie als Wasser bezeichnet wird, das immer an den tiefsten Punkt fließt, während maskuline als Feuer, welches nach oben steigt verstanden wird. In der Meditation hatte ich jahrelang versucht, den Verstand und die Gedanken, die nach oben steigen zu bändigen, anstatt mich dem Fluss in die Tiefe hinzugeben. Rückblickend kein Wunder – entstammen doch die meisten gängigen Meditations-Techniken maskulin dominierten und hierarchischen Systemen, wie den Klostern im Himalaya, dem Guru-System in Indien oder der europäischen Kirche. Sie alle haben die Beherrschung des Minds im Fokus um dadurch eine neue Perspektive auf die Welt zu erlangen. Ich habe viel durch sie gelernt, neuer Erkenntnisse bekommen und ich habe meinen Beobachter entdeckt.

Die wirkliche Stille, den weiblichen Urgrund aus dem alles geschöpft wird, habe ich allerdings nicht gefunden. Es ging immer um einen aktiven Schritt, um etwas zu erreichen und die Stille herzustellen, während die feminine Energie die empfangende ist – diejenige, die sich öffnet.  Erst durch die liebevolle Hingabe an die Stille, konnte ich mich vollkommen in sie fallen lassen. Denn die Stille ist nichts, was ich erschaffen muss, sie ist immer da, ich darf sie einfach nur empfangen.

Wenn du dich hingibst, empfängst du mehr, als du gibst. Denn du warst nichts und nun wirst du jemand.
Antoine de Saint-Exupéry

Wenn du neugierig auf diesen Weg geworden bist, versuche beim nächsten Mal dich mit der Stille zu verbinden. Als Hilfestellung kannst du dir zunächst einmal vorstellen, wie Stille sich anfühlt und wo du sie wie in deinem Körper wahrnimmst. Erinnere dich an das letzte Mal, in dem du absolute Stille und Verbundenheit gespürt hast. Dann erlaube ihr einfach sich auszubreiten. Von Mal zu Mal kannst du dich mehr hingeben – sei dabei liebevoll mit dir. In unserer ach so geschäftigen Welt ist es manchmal nicht ganz einfach, sich direkt in den Gegenpol fallen zu lassen.  Meditation kann totale Hingabe sein – dazu gehört es aus dem Denken in das Öffnen zu kommen.

Ich bemerke, wie ich mittlerweile manchmal mit einem leichten Lächeln aus der Meditation komme und mich die Stille den Tag über begleitet. Das ist die Gehmeditation, die ich mir gewünscht habe – eine beständige Meditation zu sein. Die Stille ist immer da – wenn wir ihr den Raum geben.