Die Lüge über die feminine und die maskuline Energie

Die Lüge über die feminine und die maskuline Energie

Wenn du diesen Beitrag liest, dann hast du höchstwahrscheinlich schon von femininer und maskuliner Energie gehört. Und du bist wahrscheinlich mit allerlei Idee und Mythen, die damit zusammenhängen konfrontiert worden. Denn oft wird feminine und maskuline Energie mit weiblicher und männlicher Energie gleichgesetzt. Und das ist ehrlicherweise Bullshit.

In vielen Weisheitstraditionen gibt es den Hinweis auf 2 Energien, die sich ergänzen, unterstützen und miteinander spielen. Was allerdings in der westlich spirituellen Szene ganz oft passiert, ist, dass diese Energien gegendert werden, sprich: maskulin wird mit männlich gleichgesetzt und feminin mit weiblich. Oder um es genauer zu sagen: maskulin wird mit der patriarchalen Vorstellung von Männlichkeit gleichgesetzt. Feminin wird mit der patriarchalen Vorstellung von Weiblichkeit gleichgesetzt. Und passiert es – vor allem in der spirituellen Szene – immer wieder, dass Frauen, die in heterosexuellen Beziehungen sind oder eine wollen, gesagt wird, dass sie einfach zu viel maskuline Energie haben und nicht genug in ihrer feminine Energie wären. In diesem Moment wird das Narrativ von femininer und maskuliner Energie verwendet wird, um Frauen wieder zu erzählen, dass sie nicht gut genug sind, dass sie etwas nicht richtig machen und dass sie sich verändern müssen. Und deswegen ist es eben so problematisch. Denn dort wird ein veraltetes Bild von Weiblichkeit mit der femininen Energie gleichgesetzt – und es wird ganz fies manipuliert und den Frauen das Gefühl gegeben, sie wären das Problem.

Das fatale Gendern von Energien

Noch einmal: maskuline Energie ist nicht gleich männliche Energie, feminine Energie ist nicht gleich weibliche Energie. Das ist substanziell, dass wir uns daran erinnern. In dem Moment, wo wir maskuline Energie dem Männlichen zuordnen und feminine Energie dem Weiblichen zuordnen, gehen wir ins Gendern und damit verhunzen wir das Konzept, das dahintersteht. Denn: es geht nicht darum, wer der bessere Mann und wer die bessere Frau ist. Es geht darum, dass wir Energien in uns haben, die jede und jeder von uns in sich hat, egal ob Mann oder Frau. Jede und jeder von uns hat feminin oder maskulin Energie in sich – auch jede non-binäre Person trägt beide Energien in sich. Und es gibt Männer mit viel femininer Energie und Frauen mit viel maskuliner Energie, ohne dass diese direkt schwul oder lesbisch sein müssen. Denn diese Energien haben nichts mit unserem sexuellen Ausdruck oder unserer sexuellen Präferenz zu tun.

In unserer Gesellschaft sind wir tendenziell so gepolt, dass wir die maskuline Energie fördern, dass wir sie als zielorientiert, nach außen gehend, fokussiert, Struktur schaffend wahrnehmen. Doch sind wir ehrlich: nicht jeder Mann ist zielorientiert, fokussiert und schafft Struktur. Das heißt: Maskulin hat erstmal nicht grundsätzlich etwas mit männlich sein zu tun. Genauso wie wir angefangen haben das Feminine als nährend, unterstützend und umsorgend zu bezeichnen, was dazu führt, dass Frauen erzählt wird, so ist die feminine Energie, so ist wie wir dich haben wollen. Doch feminine Energie ist in Wahrheit Chaos, feminine Energie ist Tod und Leben, feminine Energie ist Schöpfung aus dem Schlamm, feminine Energie ist Kreatives fließen lassen, feminine Energie ist Schöpfung, Familie, und Fucking Orgasmus. Das hat erstmal nicht mehr so viel mit unterstützen zu tun.

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Es ist einfach nicht richtig, dass alle Frauen mehr feminine Energie haben, und es ist nicht richtig, dass alle Männer mehr maskuline Energie haben. Das ist patriarchaler Bullshit, der dazu führt, dass wir in alten Rollenverteilungen hängen bleiben. Weiblichkeit hat so viel mehr Facetten als das, was uns die Gesellschaft erzählen möchte, und das, was uns die Gesellschaft glauben machen möchte. Weiblichkeit kann mit total viel maskuliner Energie existieren, Weiblichkeit kann mit total viel femininer Energie existieren. Beides und alles dazwischen ist ein Ausdruck der Weiblichkeit.

Wenn wir jetzt zurückgehen in die Art und Weise, wie die Menschen die Welt gesehen haben, bevor es den monotheistischen Gott gab, dann erinnern wir uns daran, dass es die Göttin gab, die facettenreich dargestellt wurde. Das ist genau das, worum es geht: durch die monotheistische Perspektive gibt es nur eine Option, wie du Frau sein darfst. Es gibt nur eine Option, wie du Mann sein darfst. Und somit gibt es nur eine Form des Ausdrucks der femininen Energie und eine Form des Ausdrucks der maskulinen Energie. Alles andere muss wegfallen, denn im Patriarchat brauchen wir das Duale, wir brauchen das Festgelegte, damit „A“ sich besser fühlen kann als „B“, damit Der Mann das Gegenteil der Frau sein kann.

Das ist das Konzept, was dafür sorgt, dass wir uns so sehr einschränken. Denn die mögliche Bandbreite, der volle Regenbogen, die Vielfältigkeit Vielfältigkeit ist in unserer Gesellschaft nicht vorgesehen, weil sie den Raum von gut / schlecht, ja / nein,  Mann / Frau sprengen würde und damit das Grundkonzept, auf dem diese Gesellschaft wirklich aufgebaut. Immer noch. Lasst uns gemeinsam zurückgehen in die wahre Weite, lasst uns zurückgehen in diese Öffnung, in das uns „uns selbst erlauben“, lass uns unseren eigenen Weg von Weiblichkeit zu finden.

Freier Ausdruck ist Sisterhood

Und das ist eben auch ein Bestandteil von Sisterhood – wahrer Solidarität und Souveränität. Denn da musst du deine ureigene Weiblichkeit nicht leben, wie ich meine Weiblichkeit lebe, Dein Ausdruck deiner femininen Kraft, deiner femininen Energie kann ein anderer sein als meiner, weil wir innerlich vielleicht ganz unterschiedlich sind.

Wenn du also das nächste Mal hörst von dem Narrativ, dass du nicht feminin genug bist oder dass du mehr in deine feminine Energie gehen musst, dann kannst du laut sagen: BULLSHIT! Denn dann geht es in den allermeisten Fällen nur darum, dir zu sagen, dass du nicht richtig bist. Es ist patriarchaler Bullshit. Dann geht es darum, dich in eine Box zu zwingen, dich anders zu machen als du wirklich bist und dich wirklich einzuschränken. Das muss aufhören, vor allem und überhaupt in der spirituellen erwachten Blase.

Sei diejenige, die du wirklich bist und nicht diejenige, die dir erzählt werden, die du sein musst.

Juni – Monat der Göttin Juno

Juni – Monat der Göttin Juno

Willkommen im Juni – dem Monat, der der Göttin Juno gewidmet ist. Juno ist nicht nur die Große Göttin, sie steht auch für die fruchtbare erwachsene Frau. Sie lädt uns ein die Dinge reifen zu lassen und sie erinnert uns daran, dass es neben dem maskulinen Genius eben auch eine feminine Juno gab. Juno war für die Rämer nicht nur ein, beziehungsweise die Göttin, sondern sie wurde quasi auch durch jede Frau verkörpert. Damit trug also jede Frau ihre Juno in sich.

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Lebst du Sisterhood in Misere oder Macht?

Lebst du Sisterhood in Misere oder Macht?

Mal ehrlich, wenn du dich mit deinen Freundinnen austauschst, teilt ihr als erstes eure Erfolgserlebnisse oder sprecht ihr über das, was mal wieder nicht so richtig funktioniert hat? Erzählst du wie wunderbar dein Partner oder deine Partnerin ist oder erwähnst du eher, was wieder nicht geklappt hat, wo du enttäuscht warst, wo du dir mehr wünscht?

Direkt vorab: du brauchst dich nicht ertappt zu fühlen, denn leider geht es den meisten von uns so. Wir verbinden uns tendenziell in der Misere und über den Mangel, durch die Dinge, die nicht funktionieren, die Momente, in denen wir nicht gesehen wurden, die Situationen, in denen wir nicht zufrieden waren.

Mir ging es selbst auch jahrelang so, bis ich erkannte, was wirklich hinter diesem Muster steckt. Und wie es dafür sorgt, dass wir uns als Kollektiv der Frauen in der Misere und im Mangel halten, anstatt in unsere Macht und unsere Möglichkeiten zu gehen.

Krabben als Köder

Vielleicht kennst du die Geschichte vom Krabbenkorb. In der werden Frauen mit den Krabben verglichen. In Deutschland wird diese Geschichte insbesondere für Frauen verwendet. Dabei wird gesagt, dass wenn eine Krabbe versuche aus dem Korb zu krabbeln, die anderen sich dranhängen und sie dadurch wieder zurückziehen. So würde Frauen sich gegenseitig am Aufstieg hindern. Auf den ersten Blick können sicherlich einige das Gefühl bekommen, dass diese Geschichte ja total stimmig sei. Wir alle haben sicherlich schon einmal eine Frau erlebt, die uns runtergezogen hat. Doch die Wahrheit ist, dass diese Geschichte ein patriarchales Narrativ ist, welches uns in die Irre führt und mal wieder die Frauen als Schuldige dastehen lässt.

Denn die Wahrheit ist: Die Krabben können nicht einfach so aus dem Krabbenkorb krabbeln. Wäre dies möglich, würden sie es tun. Und das Gleiche gilt für Frauen – wir können nicht so einfach aus dem patriarchalen Korsett aussteigen – wäre es möglich würden wir es tun und die Welt wäre eine andere. Morgen schon. Denn oftmals sind wir uns nicht einmal über den patriarchalen Krabbenkorb bewusst. Die Idee davon, dass wir Frauen alle denken:“ Was ich nicht habe, sollst du auch nicht haben.“ ist ebenfalls ein Mythos, der so lange wiederholt wurde, bis wir ihn glaubten und selber dachten. All dies sind epigenetische Prägungen, Idee und Verhaltensweisen, die über die Jahrhunderte und Jahrtausende immer wieder wiederholt und damit tiefer in unser Kollektives Gedächtnis und unseren kollektiven Emotionalkörper eingeprägt wurden.

Die Wahrheit ist: für Frauen war es einfach sicherer – überlebenssichernd – wenn sie sich in ihrer Misere anstatt in ihrer Macht verbanden – denn Macht wurde ihnen im Patriarchat abgesprochen – wir sehen es heute ja auch noch oft genug. Der Machtanspruch darf von Männern kommen – dort wird er gefordert und gefördert. Kommt er aber von einer Frau, dann wird es gefährlich. Denn eine mächtige Frau könnte die Strukturen zum Schwanken bringen. Oft genug haben wir als Frauen erlebt, dass wenn andere Frauen in ihre Macht gehen, dies Konsequenzen für uns alle haben kann. Und die Wahrheit ist auch: für die längste Zeit des Patriarchats gab es für Frauen einfach mehr Misere, denn wir konnten nicht frei wählen, wie unser Leben auszusehen hat.

Falsche Erwartungen führen zu verzogener Wahrnehmung

Und der andere Punkt ist: wir erwarten im beruflichen Umfeld von Frauen eine ganz andere Solidarität als von Männern, weswegen wir auf Frauen, die sich nicht kollegial verhalten intensiver und deutlicher reagieren als auf Männer, die dies nicht tun. Denn wenn wir ehrlich mit uns sind, dann sind wir es kollektiv gewohnt von Männern übergangen, ignoriert oder zur Seite geschubst zu werden – vor allem, wenn es um die Erfüllung ihrer Bedürfnisse geht. So ist es eben im Patriarchat. Von Frauen erwarten wir Solidarität in der Misere – historisch gesehen verständlich – und bemerken viel deutlicher, wenn diese ihren Fokus auf sich setzen, wenn diese in ihre Macht gehen und damit alte kollektive epigenetische Trigger aktivieren. Denn: was ein Mann darf ist für eine Frau auch im Jahr 2022 immer noch nicht automatisch okay.

Dies ist ein guter Moment, um auch noch einmal bei dir selbst einzuchecken: wie siehst du Männer, wie siehst du Frauen? Was erwartest du von Männern, was erwartest du von Frauen? Was erlaubst du Männern, was erlaubst du Frauen? Egal wie die Antworten lauten, verurteile dich nicht direkt – wir brauchen nicht noch mehr Frauen, die sich runtermachen – sondern sei dankbar für die Beobachtung und die Klarheit. Von dieser Erkenntnis aus können wir beginnen aktiv etwas zu ändern. Unser inneres Patriarchat ist stärker und präsenter als wir es oftmals glauben. Es ist nicht unsere Schuld, dass es so ist. Doch wenn wir es erkennen, ist es unsere Verantwortung, etwas zu ändern.

Es beginnt mit uns

Was wäre also, wenn du bewusst beginnst dich in Zukunft in deiner Macht mit den Frauen um dich herum zu verbinden? Was wäre wenn wir beginnen uns in unserer Macht zu bestärken, anstatt die Misere zu vertiefen? Wie könnte das für dich aussehen?

Ich habe ganz konkret damit begonnen über meine Erfolge zu sprechen, die Dinge die gut laufen und das, was mich erfreut zu teilen. Mit meinen Freundinnen habe ich eine „Prahle-Kultur“ entwickelt. Als erstes teilen wir uns die tollen Dinge mit, die passiert sind oder die wir selber gestaltet haben. Mindestens einmal in der Woche teilen wir für was wir in unserem Leben dankbar sind. Und wir sind ehrlich was unsere Wünsche und Visionen angeht – sie werden geteilt und von niemandem angezweifelt. Denn Zweifel sind die Cousinen von Misere und Ohnmacht.

Wenn wir dieses gesellschaftliche System verändern wollen, dann muss die Veränderung mit und durch uns beginnen. Und zwar mit machtvoller Lebenslust! Und wenn du richtig einsteigen willst, das Sovereignty Re-Bootcamp startet bald!

Was bist du dir wert?

Was bist du dir wert?

Selbstwert – einer der am meisten strapazierten Werte in unserer Gesellschaft. Und ich glaube auch der am meisten unterdrückte und klein gemachte. Während wir kollektiv externe Werte feiern und innere Werte als charmanten Ersatz für fehlende äußere Entsprechungen der kollektiven Werteskala heranziehen, ist der Selbstwert zum Stiefkind geworden. Dabei ist mir wichtig: Selbstwert hat nichts mit Egoismus oder Narzissmus zu tun. Denn: ein gesunder Selbstwert ruht in dir und ist nicht so leicht zu erschüttern. Während ein Egoist sich selbst in den Mittelpunkt stellen muss, kann ich es mit gesundem Selbstwert gut aushalten, wenn andere im Mittelpunkt stehen. Ein Narzisst muss andere abwerten, um sich aufzuwerten – damit ist er von anderen abhängig, während gesunder Selbstwert mich souverän sein lässt.

Für viele von uns ist unser Selbstwert nicht unbedingt in seiner vollen Größe, sondern er ist kleiner als er eigentlich sein darf. Auch kein Wunder – denn uns wird ja die ganze Zeit erzählt an welchen Stellen wir angeblich falsch sind – Aussehen, Sexiness, Verhalten, Rollen… was auch immer an Frauen kritisiert werden konnte, er wurde in den letzten Jahrtausenden kritisiert. Denn das was wir verlernt haben, was uns anders erzählt wurde ist, dass unser Selbstwert in irgendeiner Art und Weise mit der gesellschaftlichen Bewertung in Verbindung steht. Das ist nicht richtig. Und das dürfen wir ändern.

Wir dürfen unseren Selbstwert wieder von der gesellschaftlichen Erwartung an Frauen befreien, denn er darf und muss unabhängig davon existieren.

Einer der ersten Schritte ist darauf zu achten, wie wir mit uns selbst umgehen und wie wir unsere eigenen Bedürfnisse, Fähigkeiten und Charaktermerkmale wertschätzen. Denn wie ich mit mir spreche zeigt, wie ich mich selbst wertschätze. Wie ich mich betrachte, zeigt, wie ich mich wertschätze. Ich habe beispielsweise gelernt meinen Körper als etwas wertvolles zu betrachten, auch wenn er nicht den gesellschaftlichen Idealvorstellungen entsprechen mag. Er trägt mich durch diese Welt, hat viele Krankheiten, Herausforderungen und Stress überstanden. Er ermöglicht mir das Leben, Das ist für mich so viel mehr wert, als das optimale Aussehen. Ich habe den Wert meines Körpers, von der Bewertung der Gesellschaft entkuppelt.

Wir können uns im Alltag beobachten, denn dort bekommt unser Selbstwert den Platz und Raum oder eben nicht. In den kleinen Entscheidungen. Nein zu sagen, wenn es zu viel wird. Ja zu sagen zu der Pause. Nein zu sagen zu Dingen die uns zehren. Ja zu sagen zu Dingen die und nähren.  Ja sagen zu guter Nahrung, zu essen mit Zeit, Dingen, die mir Freude bereiten. Zu wissen, was ich mir wert bin und es mir nicht von einer Kosmetikmarke sagen lassen zu müssen. Unser Selbstwert hat ein Recht darauf, dass wir ihn hören und ernst nehmen. Und nicht immer wieder über ihn hinweg trampeln. Dann wird er leiser und schwächer.

Um deinen Selbstwert wieder lauter und stärker werden zu lassen, können dir die folgenden Sätze helfen. Sprich sie gerne laut aus und spür nach, wo und wie du es im Körper fühlen kannst.

  • Mein Wert ist unabhängig von dem, was andere über mich denken oder sagen.
  • Mein Wert ist unabhängig von dem, was ich mache, wann ich mache und wie ich es mache.
  • Mein Wert ist unabhängig davon wieviel Geld ich verdiene und wieviel ich besitze.
  • Mein Selbstwert wird nur bestimmt durch meine Zuneigung und meinen Zuspruch.
  • Wenn ich meinen vollen Selbstwert lebe und verkörpere, dann inspiriere ich andere und verändere die Welt, für mich all diejenigen, die nach mir kommen.
  • Meinen vollen Selbstwert zu verkörpern ist mein Geburtsrecht.

Dein Selbstwert bildet die Basis dafür, wie du in die Welt gehst. Es ist das, was uns am meisten „genommen“ bzw. ausgetrieben wurde. Kollektiv und gesellschaftlich wurde er so klein wie möglich gemacht, Es ist unsere Aufgabe ihn wieder so groß wie möglich zu machen. So groß, wie er eigentlich ist und ihm wieder den Raum einzuräumen, den er verdient und der ihm gehört. Und dann zu merken, dass niemand in der Welt uns unseren Selbstwert nehmen kann, wenn wir mit ihm verbunden sind. Niemand kann mein Bild von mir selbst ändern, wenn ich verbunden bin. Ich finde mich toll. Ich mag mich. Ich existiere frei von der Bewertung durch andere. Das ist gelebte Souveränität. . Das ich bei mir bleiben darf.

Im Juni startet das Sovereignty Re-Bootcamp! Dort werden wir deinen Selbstwert wieder in seine wahre Größe bringen – und noch viel mehr!

Wird die Welt wirklich von den westlichen Frauen gerettet?

“The World will be saved by the Western Women.” Das hat der Dalai Lama 2009 in Vancouver auf dem International Peace Summit gesagt. Doch ich möchte heute die Frage stellen: Wird die Welt wirklich von den westlichen Frauen gerettet? Denn selbstverständlich bemühen wir alle allzu gerne dieses Zitat – kommt es dann ja auch noch vom Dalai Lama. Ich bin mir jedoch nicht sicher, ob dieses Zitat wirklich gültig ist. Denn zugleich hat es für mich, wenn wir es als „westliche weiße“ Frauen bemühen auch immer den Beigeschmack vom White Savior Complex. Wir werden die Welt retten.

Jedoch ist das Thema: Wir werden die Welt nicht retten, wenn wir nicht anfangen, genau das zu tun. Wir werden die Welt nicht retten, wenn wir uns jedes Mal das Privileg rausnehmen, auszuchecken, wenn es uns unbequem wird. Wir werden die Welt nicht retten, wenn wir nicht anfangen, uns aus unserer Komfortzone rauszubewegen. Das kann sich jetzt unangenehm lesen für die ein oder andere, aber ich glaube, es ist wichtig, dass wir uns dem stellen. Weil das ist das, was wir als westliche Frauen, als europäische Frauen haben: Privileg. Das Privileg, uns zurückziehen zu können an vielen Stellen. Und oft nutzen wir dieses Privileg. Ich ertappe mich auch immer mal wieder dabei.  

Die ohnmächtige Frau

Ich möchte gerne darauf schauen, woran das liegt. Also auch insbesondere darauf schauen, wo dieses Verhalten herkommt und was das mit der Epigenetik zu tun hat, um das ganze Ding so ein bisschen aufzulösen. Denn diese Tendenz zu sagen: oh, das ist mir jetzt zu viel, da checke ich aus. Oder auch: oh, das kann ich nicht aushalten, da checke ich aus. Diese Tendenz ist eine, die oftmals in den Situationen spürbar wird, in denen es darum geht in Aktion zu gehen, in meine Macht als Frau zu gehen, mich sichtbar zu machen, für etwas einzustehen. Dabei ist es gerade dann so eklatant wichtig da zu bleiben, denn die Frauen in der Ukraine, im Jemen, in Äthiopien, im Iran, die alle können nicht mal gerade so auschecken. Die brauchen unsere Präsenz. Doch wir checken aus, obwohl wir noch nicht mal an vielen Stellen wirklich direkt betroffen sind. „Das wird mir zu viel.“ „Ich lass heute mal keine Nachrichten an.“ „Ich muss meine Energie hochhalten, ich muss gucken, dass ich in Ordnung bin.“ Ja und Nein.

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Es geht natürlich darum, dass ich klar bin, dass ich für mich einstehe, dass ich gucke, dass meine Bedürfnisse gewahrt werden. Und gleichzeitig zu erkennen, dass nichts von dem was wert ist, wenn es nicht allen anderen auch gut geht. Denn ich kann nicht sagen, ich habe als Frau meine totale Freiheit, wenn es mir scheißegal ist, wie es den anderen geht. Dann hängen wir im Patriarchat fest. Es ist wichtig, dass wir als Frauen unsere Bedürfnisse wieder erinnern und erkennen dürfen. Und gleichzeitig anzuerkennen, dass am Ende darum geht, dass am Ende die Bedürfnisse aller gewahrt sind. Ist für alle gesorgt, dann bin ich ja Teil von alle.  Somit kann ich mein Handeln auch immer wieder am höchsten und besten Gut aller orientieren. Ich bin Teil davon.

Das Riechsalz in die Hand nehmen

Das heißt nicht, dass ich in den Burnout laufen muss, dass ich komplett erledigt bin, dass ich komplett erschöpft bin, sondern dass wir anfangen, auch das Thema zu verändern, zu erkennen. Es bedeutet, dass ich mich um mich kümmern kann, natürlich kann ich das. Aber das ist nicht das Einzige, worum es in dieser Welt geht, denn wir sind keine Insel auf dieser Welt, wir sind alle miteinander verbunden. Im spirituellen Kontext wird es ja auch immer gerne wieder betont. Wir sind alle eins. Das bedeutet aber dann eben auch, dass das, was in anderen Ländern passiert, wo gerade Not, Krieg, Diskrimierung herrscht, eben auch mich betrifft. Ich bin Teil dieser dieses Netzes. Und den meisten von uns geht es so gut, dass wir was tun können. Egal was es ist. Es gibt so viele Optionen. Wir können spenden, wir können Menschen fragen, was wir tun können. Wir können kreativ werden. Wir können so viele Sachen machen. Ich habe zum Beispiel unter anderem den Fundraiser gestartet. Das heißt nicht, dass jeder von uns komplett die Welt verändern muss und zur größten Aktivistin werden. Sondern das bedeutet, dass wir wach bleiben, dass wir aufmerksam bleiben und dass wir erkennen, dass wir uns eben nicht immer wieder rausnehmen. Denn wenn wir das tun, gehen wir in die Phase der ohnmächtigen Frauen zurück. Wir verlassen unsere Macht, sind ohne Macht – eben ohnmächtig, bis man uns das Riechsalz unter die Nase hält.

Und natürlich ist es wichtig, dass ich meine Bedürfnisse wahre. Natürlich ist es wichtig, dass ich gucke, wo sind meine Grenzen? Und natürlich ist es wichtig, als allererstes überhaupt herauszufinden: was sind eigentlich meine wirklichen Bedürfnisse? Doch noch wichtiger ist es das Ganze nicht zur Ego Shit Show werden zu lassen. Sondern zu merken, dass wenn ich meine Bedürfnisse kenne, ich auch anderen viel besser helfen kann, ihre Bedürfnisse zu erfüllen. Wenn ich weiß wer ich bin, dann kann ich auch mit anderen ganz anders in Kontakt gehen. Wenn ich gut für mich sorge und zwar auf die richtige Art und Weise, dann kann ich auch für andere sorgen. Es geht am Ende des Tages nicht um uns, es geht um etwas, das größer ist als wir. Und das ist auch gut so.

The World will be saved by the Western women.

Doch nur dann, wenn wir diesen Schritt gehen, raus aus der Komfortzone unseres kollektiv Riechsalz unter die Nase halten und wirklich erkennen: Wir sind diejenigen, die die Macht in der Hand haben.Wir sind diejenigen, die so viel Macht in der Hand haben, aber solange wir uns nicht dieses kollektive Riechsalz wieder unter die Nase reiben und wieder wach werden und in die Macht gehen, hilft es niemandem.

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