Die Kraft von Sisterhood & Ahnen

Die Kraft von Sisterhood & Ahnen

In dieser Episode von Spoken Medicine möchte ich dir eine ganz besondere Geschichte erzählen, die  mich auch selber sehr berührt hat und zu etwas ganz Fantastischem geführt hat. Denn diese Geschichte hat mir wieder gezeigt, wie Sisterhood Welten bewegen kann. Und wie wenn wir uns trauen, unser Ding zu machen, daraus ganz wunderbare Dinge entstehen können. Es ist einfach eine Geschichte davon zu sehen, wie eine Frau ihren Weg geht und damit etwas Fantastisches in die Welt bringt. Und diese Geschichte ist nicht meine Geschichte, sondern es ist die Geschichte von Marina. Und es ist die Geschichte von einem Buch, welches du weiter unten auch sehen kannst. Es heißt Sila Rodu. Und es trägt meinen Namen.

Wir dürfen unserem Gefühl, unserer Intuition vertrauen.

Der Rest wird sich dann finden.

Kaja Andrea

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Unsere Intuition ist wie ein Navi.

Sie kann uns nur leiten, wenn wir uns bewegnen.

Kaja Andrea

Ich hoffe, dass diese Geschichte dich dazu inspiriert, dich zu trauen, deinem Impuls in deiner Intuition zu folgen und zu wissen. Unsere Intuition ist unser Kompass und unser Kompass leitet uns. Unser Kompass kann uns nur dann wirklich leiten, wie so ein Navigationssystem, wenn wir uns bewegen. Wenn wir stillstehen, kann uns das Navi keine Anleitung geben über den nächsten Schritt. Und dann zeigt es zwar die Richtung an, aber es zeigt nur die Richtung an, genauso wie so ein Kompass. Und wenn wir diesem Impuls des Richtungsweisens folgen und dem Vertrauen, das, was wir spüren, das, was wir wahrnehmen, intuitiv, dann führt es uns an Orte, die wir uns vielleicht noch nicht mehr hätten vorstellen können.

 

Trau dich deiner Intuition zu folgen. Trau dich zum kühnsten Traum deiner Ahnlinie zu werden und das zu verkörpern, was vorher noch nie jemand verkörpert hat. Und schafft dir damit ein Leben, was wirklich stimmig für dich ist. Wie in der Geschichte von Marina liegt das Gute ganz nah vor unserer Nase. Und manchmal ist die Veränderung gar nicht so groß, wie wir denken, dass sie sein müsste. Es muss nicht immer radikal und krass sein. Es kann einfach ein kleiner Switch sein. Und vor allem dürfen wir das, was uns vom Leben vor die Nase gelegt wird einfach mal annehmen. 

Direkt zum Buch Du bist die Antwort

Direkt zum Buch Sīla Rodu

Ich freue mich zu erfahren, wie dir die Folge gefallen hat und was dein Aha-Moment war.  Teile es gerne hier unter dem Beitrag deinen Kommentar mit mir oder kommentiere bei Instagram oder YouTube.

In Sisterhood.

Hier findest du das komplette Transkript
[00:00:10.460]

Hallo und herzlich willkommen zu Spoken Medicine. Mein Name ist Kaja Andrea. Ich bin dein Podcast Host in diesem Fall und ansonsten die Gründerin von Lineage Liberation und arbeite als Generationen Befreierin. Und in dieser Episode von Spoken Medicine möchte ich dir eine ganz besondere Geschichte erzählen, die ja mich auch selber sehr berührt hat und zu etwas ganz Fantastischem geführt hat. Denn diese Geschichte hat mir wieder gezeigt, wie Sisterhood Welten bewegen kann, wie wenn wir uns trauen, unser Ding zu machen, daraus ganz wunderbare Dinge entstehen können. Und ja, es ist einfach eine Geschichte davon zu sehen, wie eine Frau ihren Weg geht und damit etwas Fantastisches in die Welt bringt. Und diese Geschichte ist nicht meine Geschichte, sondern es ist die Geschichte von Marina. Und es ist die Geschichte von einem Buch, welches ich hier gerade noch mal genau hier, wenn du den Podcast siehst, kannst du es hier sehen. Dieses Buch ist es. Ich habe es noch nicht live in den Händen, weil es am 28.06.2023 erscheinen wird. Ich habe nur das Bild von dem Buch und das Buch heißt „Sila Rodo“. Und wenn du den Podcast siehst, dann siehst du, dass dort unten mein Name steht.

 

[00:02:15.590]

Und nein, ich habe kein neues Buch geschrieben, sondern das ist die tschechische Übersetzung von Du bist die Antwort. Und hinter diesem Buch steckt eine ganz fantastische Geschichte. Und ich möchte diese Podcastfolge wirklich nutzen, das zu ehren, was dort passiert ist und vielleicht dich auch zu inspirieren, dass wir uns manchmal einfach nur trauen dürfen, unserem Gefühl vertrauen dürfen. Und vor allem unserer Intuition vertrauen dürfen und sich die Dinge dann eben schon finden werden. Ja, und zwar war es so, dass „Du bist die Antwort“,  mein Buch, war das erste Buch, was ich geschrieben habe und welches 2021 veröffentlicht wurde. Und im April 2022 habe ich eine E Mail bekommen von Marina und Marina hat mich gebeten, ob ich ihr helfen könnte mit den Namen, die in einem bestimmten Kapitel vorkommen. Da geht es die Namen von Nathan Blindman und Unci Rita, die beide von den Oglala Tribe abstammen in South Dakota. Und dort gab es einige Wortschwierigkeiten. Denn Marina hatte sich in den Kopf gesetzt, dass sie keine Lust mehr hat auf technische Übersetzungen.

 

[00:03:53.100]

Marina ist eine Übersetzerin aus Pilsen, Prost, und macht hauptsächlich technische Übersetzungen. Und technische Übersetzungen sind etwas, was sie grundsätzlich super kann und was sie auch gerne macht. Und gleichzeitig hat sie gesagt, es ist Zeit für was Neues. Ich möchte mir mein eigenes Projekt schaffen. Und dann hat sie das Buch „Du bist die Antwort“ gelesen und war sofort gefesselt von dem Buch und fand es ganz großartig, was mich natürlich auch sehr berührt hat. Und hat dann gesagt :“Das Buch, das muss auch auf Tschechisch raus. Das brauchen die Frauen genauso dort, wie sie es im deutschsprachigen Raum brauchen. Und es ist wichtig, dass es übersetzt wird. Und ich wollte sowieso mal was anderes machen. Ich mache das einfach.“ Und als Marina mir dann also schrieb im April 22, da fragte sie halt nach den Übersetzungen, also nach den Namen und wie die geschrieben werden, da sie anstatt sich das Buch zu kaufen aus Versehen die Hörbuchfassung gekauft hatte. Denn all das war ihre Eigeninitiative, das finde ich immer noch so mega. Und da ich da Schwierigkeiten hatte. Daraufhin habe ich ihr natürlich sofort die richtigen Übersetzungen geschickt und habe ihr natürlich auch ein Buch geschickt von Du bist die Antwort und natürlich auch noch mal eins vom Spiritual Feminist und war ganz berührt und begeistert davon, dass Du bist die Antwort genau das gemacht hat, was eigentlich auch ein Titel ist.

 

[00:05:27.270]

Und das sagte Marina auch so schön. Der Buchtitel sagt ja, ich bin die Antwort auf all meine Fragen. Und ihre Frage war, wie kann ich was anderes machen? Und du bist die Antwort, ist die Antwort gewesen, die sie dann sozusagen für sich selber war. Und ich finde diese Geschichte einfach wahnsinnig schön und möchte sie deswegen teilen. Was dann passiert ist, dass Marina sich aufgemacht hat und gesagt hat, ich übersetze jetzt einfach mal ein paar Teile raus. Ich habe mir auch schon einen Verlag überlegt, an den ich das schicken kann. Ich schicke das einfach mal hin und dann gucken wir mal, was passiert. Alles klar, wenn du noch Hilfe brauchst, lass es mich wissen. Wenn du Rückfragen hast, lass es mich wissen. Und so haben wir uns ein paar Monate immer wieder auch hin und her geschrieben für Verständnisfragen, für inhaltliche Fragen, für Sinnfragen, damit die Übersetzung korrekt ist. Also dieser Übersetzungsauszug, den sie da an den Verlag geschickt hat. Und dann war erst mal Stille.

 

[00:06:24.950]

Und irgendwann habe ich eine E Mail bekommen von meinem Verlag hier, vom Arkana Verlag in Randomhouse aus Deutschland. Und die haben gesagt, da wäre ein Verlag, der das Buch gerne ins Tschechische übersetzen würde. Und sie würden die Rechte jetzt verkaufen. Das wäre jetzt nicht viel Geld. Aber ob das okay wäre und ob ich damit einverstanden wäre. Und ich habe natürlich sofort ja gesagt, denn Fakt ist, reich werden wird man mit Übersetzungen nicht. Doch was für mich das Entscheidende war, ist, dass ich ja sagen konnte zu dem Traum und der Vision einer Frau, die inspiriert wurde durch ein Buch, was ich geschrieben habe.

 

[00:07:06.510]

Und das war für mich so großartig und es hat sich so toll angefühlt und ich bin so dankbar, dass dieses Buch, wenn ich weiß, immer wieder kriege ich ja auch Nachrichten durchaus von euch, vielleicht auch von dir schon, wo ihr mir erzählt, was das Buch gemacht hat, was es verändert hat im Zusammenhang mit euren Ahnen, wie sich die Beziehung zu euren Ahnen verändert hat, was ihr erlebt habt. Nur das ist jetzt noch mal so eine Geschichte gewesen, wo ich gedacht habe, das ist noch mal so ein bisschen next Level, dass nicht der Inhalt aus dem Buch nur, sondern das Buch selber eine Transformation in die Welt bringt. Die ich wunderschön finde. Und dann sind die Rechte verkauft worden und dann hat das Ganze ein bisschen gedauert, weil Krise, andere Themen und so weiter und so fort.

 

[00:07:58.030]

Und jetzt hat mir Marina am Anfang der Woche geschrieben, hat gesagt Jetzt ist es so weit. Am 28.06. Kommt ein Buch raus. Es wird im Tschechischen erscheinen und ich habe das Cover gesehen und ich habe jetzt das Datum und sie hat mir einen Link geschickt zu einer Website, wo man tschechische Bücher kaufen kann. Ich kenne mich damit ja nicht aus. Und ich habe nur gedacht Wow, jetzt ist es so weit. Jetzt ist da wirklich eine Geschichte von Sisterhood und Souveränität und Selbstermächtigung in die Welt gekommen. Und es berührt mich immer wieder, was möglich ist, wenn wir uns gegenseitig unterstützen. Denn das ist das, was hinter dieser Geschichte steht am Ende des Tages. Für mich klar war von Anfang an, ich werde Marina mit all dem, was ich habe, unterstützen, ihren Weg zu gehen und ihr Ding zu machen. Sie, mit dem, was sie getan hat, das Buch unterstützt und die Botschaft, die dahinter ist, dass dadurch durch diesen Sisterhood, den wir entwickelt haben, wirklich relativ schnell ganz viele Frauen die Möglichkeit haben werden, das Buch auf Tschechisch zu lesen. Also all diejenigen, die kein Englisch sprechen. Und da aktiv in die Ahnenarbeit einzutauchen und zu wissen, dass das, was mich bewegt und was sie bewegt, eben auch ganz viele andere bewegen kann jetzt.

 

[00:09:27.020]

Und wenn ich mir vorstelle, dass es nur eine Handvoll von tschechischsprachigen Frauen sind, weil man weiß ja immer nicht, wo die Menschen in der Welt am Ende des Tages sitzen, die dieses Buch lesen und anfangen, in die Ahnenarbeit zu gehen und ich mir dann überlege, wie die Rechnung ja immer ist, dass wir wir haben zwei Eltern, vier Großeltern. Dann haben wir acht Urgroßeltern, 16 Urgroßeltern. Also es sind ja ganz viele Menschen, die von unserer Arbeit berührt werden. Und wie viele, wie viele Generationen und wie viele Menschen und Ahnen das berühren kann, das berührt mich total und immer wieder. Und das ist die Geschichte von dem Buch. Du bist die Antwort, welches jetzt auf Tschechisch erscheint. Sila Rudo. Und ich finde das Cover so wunderschön, also wenn du den Podcast gerade hörst und nicht siehst, das ist ein Baum und in der Mitte dieses Baumes, es geht eine Treppe in den Baum hinein und in der Mitte dieses Baumes öffnet sich eine Tür, aus der es hinaus scheint. Und dieses Cover ist so wunderschön, weil es genau dafür steht, worum es geht, wenn wir unsere Wurzeln heilen. Wir sind der Kern, wir sind der Stamm. Dann gibt es einen gesunden Stamm und dann kann die Krone wachsen und dann können die Früchte unserer Arbeit viele erreichen.

 

[00:11:00.270]

Dann können die Früchte unseres Seins die nächsten Generationen nähren. Und das ist genau das, warum es eben auch in dieser Geschichte geht, wie dieses Buch jetzt in die Welt geht. Und wer weiß, wer sich jetzt davon inspiriert fühlt, es noch zu übersetzen, zu merken, dass alles möglich ist und dass am Ende des Tages wirklich, wie das Buch auf Deutsch eben auch sagt, du bist die Antwort, die Antwort in uns liegt und vor allem die Antwort in der Verkörperung dessen liegt, was wir uns wünschen. Also diese Geschichte zeigt es einfach noch mal umso mehr zu merken, es gibt Themen und das sind eben diese Ahnen Themen, die uns abhalten können davon, bestimmte Dinge zu tun, bestimmte Dinge zu machen und zurückzuhalten. Und wenn wir die lösen, ich gehe da gar nicht so sehr darauf ein, weil Marias Geschichte ist Marias Geschichte, zu merken, es gibt einen neuen Raum, es entsteht etwas Neues, es entsteht ein neues Bedürfnis, es entsteht ein neuer Wunsch. Darum geht es ja auch in dem Buch. Also es nicht nur die Ahnenarbeit geht, aber eben auch die Heilung, die möglich ist und damit die eigene Lebensvision, die wir entstehen lassen können. Und wenn wir diese Energie und diese Kraft verkörpern, der Weisheit, der Kraft unserer Linie, wenn wir die Blockaden sozusagen und die Traumata und Stressoren lösen und transformieren, dann entsteht auf einmal dieser Raum manchmal wirklich direkt vor unserer Nase, wenn wir zum Beispiel ein Buch lesen.

 

[00:12:28.630]

Und den können wir betreten und das dann zu tun. Darin liegt die Transformation und darin liegt die Macht und darin liegt die Veränderung. Denn den Mut und die Initiative, die Marina gezeigt hat, ich weiß nicht so spontan, ob ich den in MUMM gehabt hätte. Und ich finde es ganz wunderbar und ganz großartig. Und damit geht diese Episode auch schon zu Ende. Also falls du jemand hast, der Tschechisch spricht und dem du dieses Buch empfehlen möchtest, dann kannst du es sehr gerne tun. Ich verlinke das natürlich auch noch mal. Und ansonsten hoffe ich, dass diese Geschichte dich dazu inspiriert, dich zu trauen, deinem Impuls in deiner Intuition zu folgen und zu wissen. Unsere Intuition. Anders gesagt, unsere Intuition ist unser Kompass und unser Kompass leitet uns. Unser Kompass kann uns nur dann wirklich leiten wie so ein Navigationssystem, wenn wir uns bewegen. Wenn wir stillstehen, kann uns das Navi keine Anleitung geben über den nächsten Schritt. Und dann zeigt es zwar die Richtung an, aber es zeigt nur die Richtung an, genauso wie so ein Kompass. Es zeigt nur die Richtung an. Und wenn wir diesem Impuls des Richtungsweisens folgen und dem Vertrauen, das, was wir spüren, das, was wir wahrnehmen, intuitiv, dann führt es uns an Orte, die wir uns vielleicht noch nicht mehr hätten vorstellen können.

 

[00:14:06.490]

In diesem Fall hat es ein Jahr gedauert und auf einmal ist was Neues in der Welt. Dann führt es uns in Momente, die wir uns gar nicht hätten ausmalen können. Und wirklich zu merken, die Macht liegt darin, dass wir das verkörpern, was wir uns wünschen. Die Macht liegt darin, dass wir das verkörpern, weswegen wir hier sind, was uns erfüllt, was uns glücklich macht, was unserem Potenzial die Verkörperung auf dieser Erde ermöglicht, auch wenn sich das jetzt total abgefahren anhören mag. Es hilft nicht, wenn wir uns wünschen, es wäre so schön. Es hilft dann, wenn wir nach vorne gehen und den ersten Schritt tun. Und dabei müssen wir nicht schon den nächsten übernächsten und übernächsten Schritt kennen. Im Fall dieser Geschichte, dieses Beispiels ist es so, es war klar, ich möchte was anderes. Und in dem Moment las sie das Buch und dann hat sie die Initiative ergriffen. Und daraus ist etwas ganz Wunderbares entstanden. Und genau darauf zu vertrauen und genau dem zu folgen. Und ich hoffe, dass das so ein bisschen so eine Inspiration ist, die diese in Anführungsstrichen außer der Reihe Episode dir mitgeben kann. Und ja, ich bin sehr neugierig zu erfahren, was du in die Welt bringst und was du verkörpern möchtest.

 

[00:15:32.500]

Ich wünsche dir erstmal eine gute Zeit. Und falls du das Buch Du bist die Antwort noch nicht kennst, dann ist jetzt natürlich der perfekte Moment, es dir auch auf Deutsch zu bestellen. Ich verlinke das auch noch mal darunter. Und wie gesagt, wenn du jemanden kennst, wo du denkst Hey, das ist ein wunderbares Geschenk auf Tschechisch, auf geht’s, verschenke es und bring es in die Welt. Darüber freue ich mich sehr. Und worüber ich mich natürlich auch immer freue, sind die fünf Sterne bei Apple als Bewertung. Denn damit, da sind wir wieder dabei, Thema Assistent und Souveränität und miteinander Neues kreieren. Je mehr Sternchen der Podcast auf Apple erhält, desto mehr zeigt Apple diesen Podcast auch anderen Menschen und desto mehr Menschen können diesen Podcast finden. Und das fände ich ganz wunderbar. Und ich glaube, die anderen, die ihn dann finden, auch. Und du kannst eben Teil dessen sein, indem du deine fünf Sterne hinterlässt. Und du kannst mir natürlich auch jederzeit, darüber freue ich mich sehr, einen Kommentar hinterlassen auf dem Blog, auf Spotify, auf YouTube und auf allen anderen Plattformen, wo es diesen Podcast noch zu hören bzw. Zu sehen gibt. Ich wünsche dir erstmal alles Liebe.

 

[00:16:53.220]

Trau dich deiner Intuition zu folgen. Trau dich zum kühnsten Traum deiner Ahnlinie zu werden und das zu verkörpern, was vorher noch nie jemand verkörpert hat. Und schafft dir damit ein Leben, was wirklich stimmig für dich ist. Und wie in diesem Beispiel manchmal liegt das Gute ganz nah vor unserer Nase und manchmal ist auch die Veränderung gar nicht so groß, wie wir brauchen. Es muss nicht immer radikal und krass sein. Es kann einfach ein kleiner Switch sein. Und das, was uns vor die Nase gelegt wird, einfach mal zu nehmen. Das Thema Annehmen ist da auch ganz groß. Kann man auch noch mal eine Podcastfolge zu machen und zu sagen Okay, das, was ich da sehe, das nehme ich an und ich mache da was mit. Und auf einmal können sich Dinge komplett verändern. In diesem Sinne. Viel Freude bei der Veränderung. In Sisterhood.

 

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Die Kraft von Sisterhood & Ahnen

Wozu eigentlich Ahnenheilung?

In dieser Episode werden wir in ein Thema eintauchen, mit dem ich mich tagtäglich beschäftige und zu dem ich dennoch immer wieder Fragen gestellt bekomme. Ahnenheilung. Denn die Fragen, die ich immer wieder gestellt bekomme sind: Wozu machen wir das eigentlich? Also wozu setze ich mich eigentlich mit Menschen auseinander, die schon lange tot sind? Da kann ich doch nichts mehr machen. Und was hat das mit mir zu tun im Hier und Jetzt? Und wie kann das mein Leben verändern? Und die Frage ist natürlich total berechtigt. Vor allem, wenn wir mit unserem westlichen Mindset da dran gehen, in dieser sehr logisch rational verhafteten Denkweise, die wir oft einfach im „Westen“ haben, der „zivilisierte Denkweise“.

In der indigenen Sichtweise gehen wir „hinüber“,

in die unsichtbare Welt.

In der religiösen Sichtweise verlassen wir die Erde,

hoch in den Himmel oder eben in die Hölle.

Kaja Andrea

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Unsere Ahnen waren die größte Konkurrenz zum christlichen Gott. Und so mussten sie uns verlassen.

Kaja Andrea

Was ich in den letzen Jahren gelernt habe ist, dass wenn wir an dem Symptom arbeiten, dann können wir das manchmal kurzzeitig beschwichtigen. Nur wir lösen die Ursache nicht. Wenn ich Kopfschmerzen habe, und eine Kopfschmerztablette nehme und immer wieder Kopfschmerzen habe und immer wieder eine Kopfschmerztablette nehme, dann kann ich das Symptom bekämpfen, doch ich bekomme wieder Kopfschmerzen. Die Lösung könnte sein, ich muss einfach einen Liter mehr trinken am Tag, dann bekomme ich keine Kopfschmerzen mehr, dann gehe ich an die Ursache heran.

Genau das machen wir bei der Ahnenheilung, wir legen den Fokus auf die Ursache anstatt auf das Symptom. Denn wenn wir uns bei ahnengeprägten Themen, also denen, die wir übertragen bekommen haben, nur auf uns und die Gegenwart fokussieren, dann kann es sehr gut sein, dass das kurzzeitig hilft, wie die Kopfschmerztablette und wir denken: „Super, das Thema hat sich irgendwie erledigt.“ Doch was dann passiert ist, dass das Thema wieder auftaucht. Der nächste Kopfschmerz, kommt. Das Thema wieder hoch. Wir finden wieder eine kurzzeitige Lösung und dann kommt es trotzdem wieder. Mit Ahnenheilung kümmern wir uns um die Ursache. Und machen somit aus einer kurzfristigen Lösung eine langfristige Veränderung. 

Wir müssen zum Ursprung des Thema,

um es langfristig zu lösen.

Ansonsten behandeln wir ein wiederkehrendes Symptom.

Kaja Andrea

Jedes Mal wenn wir in unserer Linie arbeiten, berühren wir nicht nur uns, sondern auch alle anderen. die mit dem jeweiligen Ahnen verbunden sind. Und damit bewegen wir eben nicht nur unser Leben, sondern das Leben von vielen. Und das ist für mich etwas, was Ahnenheilung zu einem sehr kraftvollen Tool macht zum Arbeiten. Wir bewegen also nicht nur die Vergangenheit, sondern auch die Gegenwart. 

Und gleichzeitig verändern wir die Zukunft, die möglich ist. Denn wenn wir Traumata aus unseren Linien lösen, wenn wir Stressoren und festgesteckte Emotionen aus unseren Linien lösen, dann gilt es ja nicht nur für die Generation, die jetzt da sind, sondern auch für alle anderen, die uns folgen.

Direkt zum Buch Du bist die Antwort

Was deine seelische Gesundheit mit deinen Ahnen zu tun hat

Ich freue mich zu erfahren, wie dir die Folge gefallen hat und was dein Aha-Moment war.  Teile es gerne hier unter dem Beitrag deinen Kommentar mit mir oder kommentiere bei Instagram oder YouTube.

In Sisterhood.

Hier findest du das komplette Transkript
[00:00:08.560]

Hallo und herzlich willkommen zu Spoken Medicine. Ich freue mich sehr, dass du auch dieses Mal wieder mit dabei bist. Mein Name ist Kaja Andrea, ich bin dein Podcast Host und freue mich heute ganz besonders auf das Thema, denn wir werden in ein Thema eintauchen, mit dem ich mich tagtäglich beschäftige und zu dem ich dennoch immer wieder Fragen gestellt bekomme. Und zwar geht es das Thema Ahnen Heilung. Denn eine Frage, die da immer wieder kommti ist: Wozu machen wir das eigentlich? Also wozu setze ich mich eigentlich mit Menschen auseinander, die schon lange tot sind? Da kann ich doch nichts mehr machen. Und was hat das mit mir zu tun im Hier und Jetzt? Und wie kann das mein Leben verändern? Und die Frage ist natürlich total berechtigt. Vor allem, wenn wir mit unserem westlichen Mindset da dran gehen. Also wenn wir in dieser sehr logisch rational verhafteten Denkweise, die wir oft einfach im Westen haben, die zivilisierte Denkweise, wenn wir mit der da rangehen. Und ich möchte dich heute einladen auf eine Reise in das indigene Denken oder die indigene Sicht der Welt, wie sie auch bei uns in Europa vor gut 1000 Jahren vollkommen präsent war.

 

[00:01:52.500]

Und dann noch mal kurz die Erinnerung, 1000 Jahre sind gar nicht so viel, wenn wir uns die Menschheitsgeschichte als solches angucken. Fühlt sich für uns natürlich in so einem einzelnen Leben nach ganz viel an, aber in Wirklichkeit ist es gar nicht so viel. Und einmal da rein zu gucken, die indigene Weltsicht und dann aber auch wirklich ganz konkret möchte ich dir erzählen, wie das funktioniert… Wie das funktioniert mit der Ahnenheilung, warum das relevant ist für uns auch im Hier und Jetzt und was es damit auf sich hat. Und wir gehen auch noch auf zwei, drei kleine Bonbons ein.

 

[00:02:29.150]

Also wenn wir in der westlichen, linear denkenden Perspektive bleiben, dann ist es so, dass wir geboren werden und dann leben wir und dann werden wir gestorben und dann gehen wir unter die Erde. Das ist so die Atheistische Sichtweise. Und dann zerfallen wir und kann man einen Baum draufsetzen. Wer freut sich? Die andere Sichtweise, wenn wir in die religiöse Sichtweise gehen, die christliche Sichtweise, ist die, dass wir geboren werden und dann sterben wir. Und dann kommen wir entweder, je nachdem welche Religion wir angehören, in den Himmel oder wenn wir Katholiken sind, gibt es auch die Option, dass wir in die Hölle kommen, wenn wir nicht brav gewesen sind und ganz viele böse Dinge getan haben.

 

[00:03:16.810]

Aber, und das ist ganz wichtig, fix ist, dass wir die Erde verlassen, also dass wir hochgehen in den Himmel oder runter in die Hölle. Das habe ich übrigens auch noch nie so ganz verstanden. Wo da oben und unten ist oder ob die Hölle jetzt der Erdkern ist und wir quasi in die Erde zurückgehen. Was Sinn machen würde, wenn wir und bare with me, ich komme gleich auf den nächsten Punkt, uns das angucken. Also wir sind auf der Erde und dann verlassen wir die Erde. Und wenn wir jetzt ein bisschen weiter zurückgehen und uns die indigene Sichtweise auch der europäischen Völker angucken, zum Beispiel auch der Kelten, dann ist es so, dass wir geboren werden. Und dann leben wir. Wenn wir sterben, dann gehen wir nicht irgendwo anders hin und dann verschwinden wir nicht, sondern unser Körper natürlich zerfällt zu Staub, Erde, Kompost, so wie das auch in der atheistischen Sichtweise ist. Der Unterschied ist aber dazu, dass es neben der wissenschaftlichen Perspektive, dieser physischen Perspektive eben auch eine spirituelle Perspektive gibt, die sagt: Die Seele löst sich aus dem Körper und sie geht in die Anderswelt. Und die Anderswelt ist eben nicht im Himmel ganz weit weg oder in der Hölle ganz weit weg, wo auch immer die Hölle ist, sondern die Anderswelt ist quasi eine Parallelwelt, die parallel zu der sichtbaren Welt existiert, eine Welt, die wir mit dem normalen physischen Auge eben nicht sehen können.

 

[00:04:51.260]

Und diese Welt ist die Welt der Ahnen. Deswegen komme ich darauf zu sprechen. Und diese Welt der Ahnen ist eben auch die Welt, in der die Ahnen sind und aus der sie dann eben aber auch wieder zurückkehren können in die sichtbare Welt, indem sie neu geboren werden. Also die Idee von Inkarnation und Reinkarnation gibt es dort. Und es gibt eben auch diese Perspektive der Welt, dass unsere Ahnen nicht weg sind, irgendwo im Himmel verschwunden, irgendwohin, wo wir nicht wissen, wo das ist, sondern dass sie noch ganz nah bei uns sind und relativ nah dran sind. Und es gibt eben auch die Geschichte, der keltischen Völker. Es ist nicht der Celtics, sondern der Kelten in unserem Breitengraden, sag ich jetzt mal, die ganz berüchtigt waren als Kämpfer, weil sie keine Angst hatten zu sterben, weil für sie war es so, wenn ich sterbe, dann werde ich begraben und werde im Schoß der Mutter begraben. Also ich kehre nach Hause zurück, dann wieder neu geboren zu werden. So alles easy. Und was man daran sieht, ist, dass es damals eben diese zyklische Sichtweise von Kreisläufen wie auch dem Lebens Kreislauf gab, während wir heute in einer linearen Sichtweise sind mit Anfang und Ende.

 

[00:06:10.710]

Wenn etwas zu Ende ist, dann ist es zu Ende und wir ganz schwierig für uns kollektiv in Zyklen denken können. Das geht ganz oft noch mit dem Monatszyklus oder dem Mondzyklus. Und zu merken, das ist ja immer ein Kreislauf. Aber so für andere Dinge fällt uns das schwer. Wenn wir uns auf diese Sichtweise einlassen, dann wird auch deutlich, dass unsere Ahnen durchaus nicht verschwinden, sondern immer wiederkommen können. Es gab damals auch die Situation, wo man sich das Baby angeguckt hat, wenn es geboren wurde und geguckt hat, wem sieht es wohl ähnlich? Ist es vielleicht der Urururopa Herbert, der da zurückkommt oder so? Und wir hatten ein ganz anderes Verhältnis zu unseren Ahnen. Wenn wir jetzt wieder zurückgehen auf die rein wissenschaftliche Perspektive, dann ist die Wissenschaft mittlerweile auch so weit zu sagen, wir können verstehen und nachweisen, dass Geschehnisse unserer Vorfahren teilweise so intensiv waren, dass sie quasi auf der DNA abgespeichert werden und weitergegeben werden in die nächsten Generationen. Da gibt es vielfältigste Beispiele für. In der indigenen Sichtweise war es schon immer so. In Nordamerika spricht man beispielsweise von den sieben Generationen vor uns und nach uns, die unser Handeln beeinflussen bzw.

 

[00:07:43.480]

Von deren Handeln wir beeinflusst sind. Da kommen wieder zwei Weltsichten zusammen. Wenn wir jetzt in das Thema AhnenHeilung gehen, dann wird daraus ein Schuh, weil wenn wir davon ausgehen, dass es Themen gibt, die zu groß waren für unsere Ahnen Traumata, Kriegserlebnisse, Trennungen, gesellschaftliche Herausforderungen. Ich muss mein Kind abtreiben, weil es sonst ein Bastard ist und so weiter. Oder ich musste mein Kind verstecken. Oder ich musste jemanden heiraten, den ich nicht heiraten wollte und es war die Hölle. Also da gibt es ja auch noch ganz viele Dinge, die wir im Hier und Jetzt in Europa gar nicht mehr so massenweise erleben. Passiert immer noch alles, weiß ich. Und diese Dinge, diese Ereignisse, die liegen dann auf der DNA und werden dann bei uns spürbar. Das heißt, so funktioniert die Übertragung von Traumata, intergenerational und auch transgenerational. Und da wirklich zu merken Okay, das, was damals passiert ist, beeinflusst mich im Hier und Heute.

 

[00:08:53.770]

Jetzt kann ich natürlich davon ausgehen, dass ich mich mit dem Thema im Hier und Heute beschäftigen kann. Nur wer mich ein wenig kennt, der weiß, dass ich gerne auch immer nach der Ursache suche. Denn was ich gelernt habe in den letzten, es sind bald schon 20 Jahre, die ich mich mit diesen Themen offiziell beschäftige, und das hat ja alles viel früher auch, ist, dass wenn wir an dem Symptom arbeiten, dann können wir das manchmal kurzzeitig beschwichtigen, sage ich jetzt mal, oder beruhigen. Nur wir lösen die Ursache nicht. Wenn ich Kopfschmerzen habe, wenn eine Kopfschmerztablette nehme und immer wieder Kopfschmerzen habe und immer wieder eine Kopfschmerztablette nehme, dann kann ich das Symptom bekämpfen, doch ich bekomme wieder Kopfschmerzen. Die Lösung könnte sein, ich muss einfach einen Liter mehr trinken am Tag, dann bekomme ich keine Kopfschmerzen mehr, dann gehe ich an die Ursache heran. Und das Gleiche machen wir mit der Ahnenheilung. Wenn wir also an den Themen hängen oder uns nur auf die Themen in Bezug auf uns fokussieren, die wir übertragen bekommen haben, von dem wir vielleicht auch gar nicht mehr wissen, dass wir sie übertragen bekommen haben, weil wir die Option gar nicht in Betracht ziehen, dass wir sie übertragen bekommen haben. Dann kann es sehr gut sein, dass das kurzzeitig hilft, wie die Kopfschmerztablette und wir denken: „Super, das Thema hat sich irgendwie erledigt. Doch was passiert ist, dass es wiederkommt. Nächster Kopfschmerz, kommt. Nächstes Mal poppt das Thema wieder hoch. Wir finden wieder eine kurzzeitige Lösung und dann kommt es trotzdem wieder.

 

[00:10:39.680]

Das wäre zum Beispiel so was wie, also eine Sache, die ich zum Beispiel hatte, war, und ich habe das ja auch schon mal erzählt, aber das ist so ein Klassiker, dass ich immer was zu essen dabei haben musste, wenn ich unterwegs war. Also es war immer dieses Gefühl, wenn ich nichts dabei habe, dann könnte ich verhungern, dann kriege ich nichts zu essen. Und ich weiß, ich wusste in meinem Kopf, dass es vollkommen Banane ist, diesen Gedanken zu haben, weil ich mich immer irgendwo bewegt habe, wo irgendwo ein Supermarkt war oder man irgendwo irgendwie was zu essen bekommen hätte. Und trotzdem hatte ich dieses Gefühl. Und ich habe einige Dinge getan. Ich habe Ernährungsprogramme gemacht. Ich bin ins Coaching damit gegangen. Ich habe Mindset-Geschichten gemacht. Mein Gott, ich habe mich abgerackert an dem Thema, weil ich gemerkt habe, das lässt mich überhaupt nicht. Und ich war damals in einem Job, in dem ich viel, viel, viel gereist bin. Seit der Pandemie reisen wir alle auch gar nicht mehr so viel. Aber ich bin damals wirklich richtig viel gereist. Übrigens mein einziger echter Job, könnte man sagen, bevor ich mich selbstständig gemacht habe. Und da habe ich gemerkt, das ist für mich einfach, das schränkt mich total ein. Ich muss mich mit dem Thema auseinandersetzen und habe wie gesagt diese ganzen Dinge gemacht. Und dann war es auch kurzzeitig gut, aber es kam immer wieder. Dann war es kurzzeitig gut und dann kam es irgendwann wieder.

 

[00:11:59.000]

Es gab irgendwann immer wieder den Moment, wo ich merkte, ich muss jetzt diesen Proteinsnack in der Tasche haben oder ich muss die Packung Mandeln dabei haben. Und zwar nicht, weil ich weiß, es ist jetzt irgendwie eine lange Fahrt und es ist gut einen Snack dabei zu haben, sondern selbst wenn es nur ein kurzer Weg war, ich hatte das Gefühl, ich brauche das, sonst verhungere ich. Und das war das, was ich meine mit die Kopfschmerztablette, dass ich also gemerkt habe, irgendwann, ich finde immer irgendwie eine kurzzeitige Lösung, aber das Problem bzw. Das Thema ist irgendwie nicht gelöst, es kommt halt doch irgendwann immer wieder. Manchmal ist es ein halbes Jahr ruhig, manchmal ist es drei Monate ruhig und dann kommt es immer wieder. Und da ist mir klar geworden, ich muss gucken, wo die eigentliche Ursache ist. Und dann bin ich eben wirklich noch mal mehr in das Thema Ahnen reingekommen. Krass, das ist gar nicht mein Thema, das ist ein Ahnenthema.

 

[00:12:51.970]

So, und jetzt habe ich diese Erkenntnis, dass es ein Thema ist, was nicht meines ist, sondern was übertragen wurde, sprich was in meinem Rucksack mir schon mitgegeben wurde in dieses Leben von Menschen, die vor mir gelebt haben. Und der Logik nach ist es natürlich jetzt so, wenn ich diese Kopfschmerzen heilen will, muss ich die Ursache finden. Und wenn das ausgetrocknete Teil ist, dann muss ich dort wässern. Sprich, wenn ich dehydriert bin, muss ich trinken. Wenn die Ursache jetzt in der Vergangenheit liegt, dann heißt es für mich eben auch, wenn sie bei meinem Ahnen liegt oder meiner Ahnen liegt, so und so viel Generationen zurück, dass ich dahin gehen muss und gucken muss, was braucht es da, an der Stelle diese emotionale Erleichterung, diese emotionale Transformation, Auflösung zu kreieren, die dann dafür sorgt, dass ab dann es sozusagen wieder gut fließen kann und die Symptome gar nicht erst wieder im Hier und Jetzt entstehen, weil die Grundursache beseitigt ist. Und das ist das, warum es für uns wichtig ist, unsere Ahnen zu heilen. Und Ahnenheilung ist auch so ein Wort, das ist vielleicht auch gar nicht so ganz passend, sondern es geht eher für mich, ich nenne es gerne auch Ahnenanerkennung. Ich glaube, das ist eher so ein besseres Wort. Das ist aber was, wo die meisten dann nichts mit anfangen können. Denn am Ende des Tages geht es ganz oft darum, dass wir anerkennen, was unseren Ahnen passiert ist, dass wir anerkennen, was dort geschehen ist.

 

[00:14:26.680]

Denn man kann sich das so vorstellen, wenn wir es ganz bildlich sehen, dass es dort einen Teil von Energie gibt. Also auch da noch mal kurz einen Schwenk. Wenn wir in die Weltsicht gehen und sagen unser Körper zerfällt, zu Staub, Asche, Kompost, gibt es aber eben genauso auch naturwissenschaftlich das Ding, dass Energie nicht verschwindet, wenn sie nicht von einem schwarzen Loch gefressen wird. Und auch da gibt es noch ganz viele andere Theorien zu. Und diese Energie ist ja weiter da. Sprich das ist die Energie, mit der die Seele, das Wesen, der Ahne, die Ahnin weiter existiert. Und wenn ein Teil dieser Energie bildlich gesprochen in so einer endlos Loopschleife festhängt, quasi zwischen dieser Welt und der nicht sichtbaren Welt. Dann geht es da nicht vorwärts, dann hängt da was. Das ist so, wie wenn so eine Schallplatte, wie sagt man das, einen Sprung hat, immer wieder zurückhüpft. Das heißt, das ganze Lied kann nicht vorwärts gehen. Und das gilt eben nicht nur für diese Person, die damals von vor X, Y Generation es erlebt hat, sondern dieser Sprung in der Platte, dieses Hängenbleiben sorgt dafür, dass es eben auch für alle anderen nicht weiter fließt mit dem Thema an der Stelle.

 

[00:15:45.960]

Und deswegen ist es so wichtig anzuerkennen, was war. Jetzt verlassen wir dabei natürlich den Weg des logisch Rationalen, weswegen es uns auch manchmal so schwer fällt, uns vielleicht auf diese Arbeit einzulassen. Mir fällt es nicht schwer. Aber ich bin da auch. Ich bin damit großgeworden. Ich kenne es aus vielen anderen Traditionen. Ich sehe, dass überall auf der Welt Menschen Ahnentraditionen haben. Und deswegen war es für mich nicht schwer, mich darauf einzulassen. Ich sehe allerdings auch, dass unsere Ahnenkultur, die wie gesagt bis vor gut 1000, 1200 Jahren existiert hat, so ins Vergessen geraten ist, dass wir das Gefühl haben, das ist was ganz Merkwürdiges, was wir machen. Und deswegen ist da immer meine Einladung, uns daran zu erinnern, 1200 Jahre sind nicht wirklich viel im Vergleich mit der Menschheitsgeschichte. Und die Menschen in Europa hatten schon immer Ahnenkultur und Ahnenkult und Ahnentradition, wie auch immer man es nennen möchte. Der Grund, warum wir es nicht mehr haben und es ist ganz wichtig, das wirklich wahrzunehmen, ist, weil die Ahnen die größte Konkurrenz für den christlichen Gott waren. Und es ist wahrscheinlich auch immer noch sind.

 

[00:17:01.150]

Denn der christliche Gott sitzt dort als und das gilt wahrscheinlich auch für den islamischen Allah und alle anderen Religionen, ich nehme nur das als Beispiel, weil mir das am vertrautesten ist. Der christliche Gott sitzt dort oben, irgendwo im Himmel, ganz weit weg von uns und schaut auf uns runter und guckt, was wir richtig machen und was wir nicht richtig machen. Er ist sozusagen die Instanz, die darüber entscheidet, ob wir unser Leben gut leben. Das ist ja eine Hierarchie, die da entsteht. Also der Gott da oben und wir hier unten. Jetzt kann man natürlich sagen, aber Kaja, wir hatten ja immer schon Götter. Und dann kann ich sagen Ja, der Götter Himmel in Anführungsstrichen, auch die Idee, dass die immer im Himmel waren. Es ist auch nur eine Idee, die irgendwann gekommen ist. Es war auch nicht immer so. Ich sage mal, der Götterreigen war immer schon vielfältig. Und je weiter man zurück guckt, desto interessanter ist es, sind es eben Götter mit Macken, sind es Götter mit Charakterzüge, sind es Götter mit schwierigen, schwierigen Umsetzungsproblemen manchmal auch, Dinge, die sie fast schon menschlich machen. Und da finden wir den Hinweis auf die lebendige Ahnenkultur. Denn natürlich waren unsere Ahnen bei uns. Sie waren bei Frau Holle, Hel, Hölle. Jetzt haben wir auch das Bild, woher das kommt. Also in der Anderswelt und haben darauf gewartet, dass ihre Zeit ist, dass Frau Holle sagt Kannst du wieder rübergehen.So, der Hader ist ja die Unterwelt bewacht, wo ja anscheinend keiner rausgegangen ist, aber auch nicht so ganz stimmt, auch noch mal drüber reden, sozusagen diese Übergänge bewacht.

 

[00:18:49.050]

Und in dem Moment, wo wir unsere Ahnen haben als eine Verbindung, bei der wir Rat bitten können, die wir Unterstützung bitten können und die eben so ähnlich sind zu uns, weil sie eben auch nicht fehlerfrei sind, entsteht natürlich auch für uns ein Raum, der uns entspannt sein lässt, der uns erlaubt, noch mal durchzuatmen, zu sagen Okay, die waren nicht fehlerfrei, ich war nicht fehlerfrei. Ich tu mein Bestes. Und zwar tu ich mein Bestes, für die nächsten sieben Generationen beispielsweise eine gute Ahnin zu sein. Ich weiß, dass man Handeln hier, das, was morgen übermorgen ist, beeinflusst. Der christliche Gott funktioniert ja ganz anders, das wissen wir alle. Da geht es nur darum, dass ich alles tun muss in diesem Leben, bestimmten Regeln zu folgen, die nicht unbedingt fürs höchste, beste Gut der Gemeinschaft sind und auch nicht fürs höchste beste Gut meiner Kinder, Kindeskinder und so weiter, ob persönlich oder kollektiv, sondern die gut sind für die Kirche. Und wenn ich diese Regeln nicht befolge, dann werde ich bestraft.

 

[00:20:00.500]

Das gab es bei der Ahnenkultur nicht, dass wenn du die Regeln nicht befolgst, dass du bestraft wirst, sondern es gibt Regeln, an die wir uns halten. Das sind Regeln, die ganz oft mit den natürlichen Kreisläufen zu tun haben. Und man erfährt im Leben schon Konsequenzen, wenn man sich nicht an diese Rhythmen und Zyklen hält. Es ist nicht so, dass man danach auf ewig in der Hölle ist. Zurück zum Thema Ahnenheilung. Warum ist es also wichtig, unsere Ahnen zu heilen, damit wir ihnen helfen, aus diesem Zwischenfeld sozusagen, zwischen unserer Welt und der anderen Welt, an das Welt herauszukommen, damit sie im wahrsten Sinne des Wortes rübergehen können, gute Ahnen zu werden. Und wenn sie das tun, dann kann die Platte sich weiterdrehen, dann verschwindet der Sprung aus der Platte, dann kommen die Kopfschmerzen nicht mehr wieder, dann ist alles wieder im Fluss. So kann man sich das vorstellen, funktioniert es mit der Ahnenheilung. Das kann man natürlich sagen, das ist alles Glaubenssache, Kaja, das kannst du dir ja ausgedacht haben, höre ich und verstehe ich auch. Nur meine Erfahrung und die Erfahrung von hunderten von Menschen, mit denen ich gearbeitet habe, von über tausenden, Millionen von Menschen, die immer noch aktiv in Ahnenkultur existieren, zeigt, dass etwas passiert, wenn wir uns mit unseren Ahnen verbinden.

 

[00:21:25.860]

Warum das für uns so schwer ist, ist, weil es ein Ahrentrauma ist, was uns davon abhält, uns mit unseren Ahnen zu verbinden. Das ist jetzt interessant, weil man denkt, das ist jetzt ja irgendwie so ein Paradox. Nur dadurch, dass unser größter Schmerz darin liegt, dass uns die Ahnen genommen wurden. Und wir seitdem ja vor allem immer danach suchen, wo gehöre ich hin? Ich möchte in Verbindung gehen. Ich möchte zu etwas größerem Ganzen gehören. Und man dann immer guckt, in welche spirituelle Community kann ich denn reinpassen? In welche, welchen Verein kann ich denn reinpassen? In welchen Zusammenhang? Wo kann ich denn zu Hause sein? Ich fühle mich so allein und abgeschnitten, was übrigens auch mit diesem christlichen Konzept zu tun hat, dass ich hier bin und da oben irgendwie ein Gott sitzt und ich immer noch nicht weiß, ob ich in Anführungsstrichen nach Hause darf. Erst wenn ich ganz brav gewesen bin, dann entscheidet der Petrus darüber am Ende auch noch mal irgendjemand ganz anderes, ob sich die Schlüssel, ob sich die Tore zu der Himmels Tür öffnen für mich oder nicht. Das gibt es in der alten Spiritualität ja gar nicht. Diese Sehnsucht nach Verbundenheit, diese Seele, sucht nach Zugehörigkeit, die liegt in dem Schmerz begründet, den wir erfahren haben, als wir in Europa missioniert und christianisiert wurden.

 

[00:22:41.610]

Denn in dem Moment haben wir nicht nur die Verbindung zu unseren Ahnen verlorenüber all die Ahnen wurden ausgetauscht zu Gott, sondern die Wälder wurden abgeholzt, Menschen wurden umgesiedelt, wir haben die Verbindung zu dem Land verloren und wir haben einfach mit der christlichen Kultur ganz viel dieser rhythmischen und zyklischen Lebensweisen verloren, in denen wir uns als Teil von etwas gefühlt haben. Gehe ich im Jahreskreis, das machen wir ja im Jahresprogramm, so gehe ich im Jahreskreis. Und ich hatte das heute gerade erst in einer gemeinsamen Session, wo eine Frau sagte: Das ist so krass. Seitdem ich mit dir durch das Jahr gehe, bin ich auf einmal voll da. Ich merke das in meinem Körper. Ich merke es in meinem Sein. Und ich kann dir das gar nicht sagen, was es ist. Aber ich merke, ich bin im Rhythmus. Ich bin in diesem Kreis. Es fließt alles. Es ist so krass. Ich war noch nie so präsent in meinem Körper. Unser Körper ist Natur und der natürliche Kreislauf ist eben ein Kreislauf und keine Linie. Wenn wir das jetzt wieder zurückbringen auf das Thema Ahnen Heilung, dann ist ganz klar, dass dieser Ur Schmerz des getrennt werden. Also in dem Moment, wenn wir gucken Oh mein Gott, wir sind missioniert worden und oh mein Gott!

 

[00:24:03.450]

Am besten kenne ich natürlich die Geschichte der Waldvölker aus der Ecke, wo ich geboren wurde. Die haben erleben müssen, wie die Irminsul das Heiligtum abgeholzt wurde. Einige sagen auch, dass aus dem Holz eine Kirche gebaut wurde von Karl dem Großen. Der hat Teile, also da sind Tausende von Menschen, ja Tausende, Zehntausende gestorben. Dann hat er Teile der Völker genommen und hat die umgesiedelt von sagen wir mal Detmold nach Köln. Fühlt sich nicht so weit an, waren damals aber Welten. So, und auf einmal verliere ich meine Identität und mein Angebot an sein. Und dann werden mir noch meine Ahnen genommen. Also das große Ganze, in dem ich existiere, das große Ganze, auf dem ich existiere, die Erde. Und auf einmal fühle ich mich verloren. Und dieses Gefühl hält bis heute an.

 

[00:24:51.690]

Und deswegen ist es wichtig, dass wir unsere Ahnen heilen bzw. Dass wir anfangen, Ahnenschmerz anzuerkennen, Ahnentrauer anzuerkennen, Ahnentrauma anzuerkennen und uns dem zu widmen. Und das Ding ist, dass wir das einfach für so lange Zeit nicht gemacht haben, warum wir keine Angst haben, sagen Oh mein Gott, dann, wenn ich damit anfangen, dann ist das so ein riesiger Berg von Traumata, die ich mich kümmern muss. Also ja, der ist da, aber du musst dich nicht alles kümmern, sondern das, warum wir uns kümmern dürfen, sind die Dinge, die wir in unserem Körper in Hier und Jetzt wahrnehmen, weil das sind die Dinge, die sozusagen angepiekt sind, die aktiv sind. Wenn ich zum Beispiel mein Bruder und mich vergleiche, dann hat der ganz andere Themen als ich, weil der in einem anderen Körper geboren ist, weil der mit einer anderen Wahrnehmung geboren ist und weil bei dem andere Themen aktiv sind als bei mir. Wenn wir uns beide also unser Anliegen widmen würden, würde er andere Themen angehen als ich. Und das ist okay. Wir müssen nicht alle alles angehen.

 

[00:25:48.170]

Doch was wirklich immer wieder prägnant ist und sichtbar ist, ist, sobald wir es anfangen anzuerkennen, dass es etwas gibt, was sozusagen wie so ein Sprung in der Platte in unserer Ahnenlinie hängt. Und dann auch wirklich diese Tatsache anerkennen, die ja nun auch wissenschaftlich bewiesen ist, dass es Reaktionen, Verhaltensmuster, Emotionen gibt, die nicht aus uns heraus entstanden sind, sondern die uns mitgegeben wurden. Und dann anfangen, dort Dinge zu bewegen. Ich habe noch nie jemanden gehabt, der unberührt aus einer Ahnen Session herausgegangen ist. Noch nie. Und was ich immer wieder merke, ist, dass selbst Menschen, die skeptisch sind, wenn sie sich einfach nur auf den Prozess, ich gehe ja in einen klaren Prozess rein in der Arbeit, wenn du dich einfach nur auf diesen Prozess einlässt, selbst wenn ein Teil von dir glaubt, es ist Bullshit, es funktioniert.

 

[00:26:51.730]

Das Entscheidende ist, dass wir diesen Ursprung finden, dass wir mit den Ahnen in Kontakt gehen und dass wir sagen Hey, und wenn das Bild des Ahnen oder der Ahnen als Person schwierig ist für dich, dann stell dir vor, das ist dieses kleine energetische Ding, was in einem Energieloop hängt. Und wo es darum geht, dieses Teilchen aus diesem Loop rauszuholen, damit es wieder flitzen kann und frei sein kann. Die Veränderungen, die dadurch entstehen, sind prägnant, signifikant und für mich immer wieder so tiefgehend, dass sie mich jedes Mal wieder demütig werden lassen, zu merken, wie sich Muster, Verhaltensweisen, Denkweisen, also eine tiefe Überzeugung wie in unserer Familie wird keiner reich oder Wir können das nicht. Oder bei uns wird jede Ehe geschieden. Oder ich überlege gerade, was die letzten Themen waren, mit denen Frauen zu mir gekommen sind. So Dinge, die wir als selbstverständlich erachten, weil sie halt eben schon immer da waren, die unsere Sicht der Welt so tief prägen, dass sie eben auch unser Verhalten und unsere Entscheidung, unsere Lebensentscheidung prägen.

 

[00:28:07.100]

Wenn wir die als Ahnenthema erkennen und wenn wir dann das Schicksal der Ahnen, was dahinter steht, anerkennen und wir das auflösen können, also den Sprung aus der Platte rausholen, den trockenen Rachen wässern. Dann verändert sich auf einmal alles. Und ich meine es wirklich so, es ändert sich alles. Ich hatte letztens eine Frau in einer Ahnen Session, die saß da. Und guckte nur von rechts nach links. Man merkte so okay, da bewegt sich was. Und irgendwann. Also ich habe sie machen lassen. Es dauert eine Minute. Zwei. Okay. Wir warten, bis sie sich da durchgearbeitet hat. Und irgendwann guckte sie mich an und sagte. Es ist jetzt alles anders, oder? Und dann fing sie an zu lachen. Und hatte erst mal nicht mehr auf, dass ich wirklich alles, was sie mitgebracht hatte, in die Session alles gelöst hat. Und das ist der Grund, warum Ahnen Heilung auch im 21. Jahrhundert so relevant ist. Es ist eine uralte Praktik, die wir einfach für einen kurzen Moment unserer Geschichte, für diese knapp 1000 Jahre, sage ich jetzt mal, vergessen haben. Und gleichzeitig ist es eine Praktik, die so wichtig ist für unsere persönliche Gesundheit und Heilwerdung und Freiheit und unseren Frieden und für das Kollektiv.

 

[00:29:51.860]

Weil das, was eben auch passiert und jetzt wird es für mich immer noch mal so so krass, das zu beobachten. Wenn ichich mich mit einer Ahnen zum Beispiel verbinde, sagen wir mal sieben Generationen zurück, mütterlicherseits, dann ist es ja nicht nur meine Ahnen. Sondern vielleicht ist es auch deine Ahnen. Man weiß aber nicht, wie man verwandt ist. Je weiter man zurück guckt, desto mehr ist es so. Eigentlich sind wir alle irgendwie Cousinen. Und wenn ich an dieser Stelle was verändere, dann verändert sich nicht nur meine persönliche Platte. Sondern dann können sich auch all die anderen Platten verändern, die mit diesem Sprung in der Welt sind. Macht das Resonanz? Also für mich ist es immer so, ich musste das einmal sacken lassen. Also ich sehe das immer wieder im Kleineren, wenn zum Beispiel jemand sagt Krass, meine Cousine hat sich gemeldet oder Krass, mein Onkel hat das und das oder Krass, mein was weiß ich. Da ist irgendwas in dem familiären Feld, was sich danach bewegt, wo alle immer ganz erstaunt sind, wo ich mir denke Na, du hast ja genau an dem Punkt gearbeitet und das beeinflusst natürlich deine Geschwister sowieso. Aber es beeinflusst auch deine Mutter.

 

[00:31:07.260]

Es beeinflusst je nachdem, wo du auf welcher auf welcher Seite du warst. Und dann wird es natürlich auch die Geschwister deiner Mutter beeinflussen. Wenn wir jetzt sagen, wir waren auf der mütterlichen Seite und damit eben dann auch die Cousins und Cousinen, die da sind, die aus der mütterlichen Seite sozusagen kommen. Es beeinflusst so viel mehr Menschen. Und wenn wir anfangen, Ahnenheilung als solches wieder auch als als Tool zu kultivieren, dann heilen wir im wahrsten Sinne des Wortes nicht nur uns, also wir machen uns wieder heil, Platte, heil, Sprung raus, sondern wir geben eine potenzielle Heilung in ein kollektives Feld. Und es ist eine immense Kraft und Power, die dahinter steckt. Und damit ist für mich eben auch das Thema Ahnen Heilung eines, wo wir wirklich anerkennen, es geht nicht nur mich, sondern ich gehe hier auch im wahrsten Sinne des Wortes, trotzdem mal so in Anführungsstrichen, in Service zu etwas Größerem. Und zwar im Service zu Menschen, die ich nicht kenne. Und für die ich es dennoch auch tue. In der Hoffnung, dass der Schmerz, die Verzweiflung, der Hunger, was auch immer es ist, was ich spüre, was immer wieder kommt, sich nicht nur bei mir löst, sondern auch bei all den anderen, mit denen ich über diesen einen Knotenpunkt verbunden bin, lösen darf.

 

[00:32:38.080]

Und wenn ich mir überlege, wie lange wir keine Ahnenheilung gemacht haben, aktiv in Masse, was eben auch bedeutet Ahnenverbindung, weil solange die Verbindung nicht da ist, können wir auch nicht in Ahnen Heilung gehen. Irgendwie logisch. Und das Feld öffnet sich jetzt ja wieder. Einfach auch deswegen, weil wir freier sind von Kirche. Und je freier wir sind von Kirche als Institution. Und ich sage nicht, dass es jeder kann mit Gott wie er möchte und mit Jesus wie er möchte da. Das hat das für mich gar nicht zu tun, sondern mit der Macht, die diese Institution über unsere spirituelle Bewegungsfreiheit hatte. Seitdem das weniger wird, kommen sofort wieder all diese alten Dinge hoch. Es ist fast so, als ob diese Erinnerung in uns geschlummert hat. So unsere Ahnen auf der anderen Seite stehen sagen Na, endlich können wir mal bitte! Und damit bewegen wir eben nicht nur unser Leben, sondern das Leben von vielen. Und das ist für mich etwas, was Ahnenheilung zu einem sehr kraftvollen Tool macht zum Arbeiten. Und der andere Aspekt dabei ist, wenn ich jetzt, ich habe ja viel gesprochen von der Vergangenheit und ich habe viel gesprochen von dem, was parallel passiert mit den Cousins und Cousinen.

 

[00:34:00.510]

Und gleichzeitig verändern wir die Zukunft, die möglich ist. Denn wenn wir Traumata aus unseren Linien lösen und ich benutze das Wort Traumata, wenn wir Stressoren, festgesteckte Emotionen aus unseren Linien lösen, Sprünge da rausnehmen, das Lied kann weiterlaufen, der Fluss ist wieder da. Dann gilt es ja nicht nur für die Generation, die jetzt da sind, sondern auch für alle anderen. Denn wenn sich es in uns löst. Also wenn ich jetzt eine Tochter kriegen würde, dann würde die garantiert nicht mehr das Bedürfnis haben, Snack mitzunehmen, weil sie Angst hat, dass sie Hunger hat. Das Thema ist weg. Und damit bin ich diejenige, die es aus der Linie gelöst hat. Und das Gleiche gilt für alle anderen Themen, die angeprägt sind. Und wenn wir uns manchmal fragen, was kann ich tun? Dann denke ich mir immer, es muss keiner von uns vor 10.000 Leuten stehen. Das ist großartig, wenn wir das wollen. Aber. Und gleichzeitig ist besser gesagt. Ist es genauso kraftvoll zu sagen Ich committe mich zur Heilung meiner Linie. Ich committe mich dazu, jedes Mal, wenn die Themen hochkommen, direkt einzuchecken. Mein Thema, ein Thema an, Thema kollektiv, wenn es ein Thema ist, es anzugehen und zu wissen, dass ich damit die denkbare, lebbare, erlebbare Zukunft für all diejenigen, die nach uns kommen, individuell, also als meine Kinder oder als kollektive Kinder, verändere.

 

[00:35:41.260]

Und damit eine lebenswertere Zukunft schaffe für all diejenigen, die kommen und damit selber im Hier und Jetzt schon zu einer guten Ahnen werde. Denn all das, was wir jetzt auflösen, das müssen unsere Kinder und unsere Kindeskinder nicht mehr mittragen. Und je weniger Themen wir haben und ich meine, wir haben, wenn wir jetzt mal kollektiv gucken, ist es einiges. So. Desto freier wird der Raum, der betreten werden kann. Und von daher ist für mich Ahnenheilung auch mein Dienst an der Gemeinschaft. Das ist das Mindeste, was ich tun kann, weil ich es eben kann. Wenn ich mir dessen bewusst bin, wenn ich es erkannt habe. Ja. Und damit bewege ich die Zukunft und sorge dafür, dass wir aufhören, Dinge zu wiederholen an ungesunden Beziehungsmustern, an toxischen Verhaltensweisen, an Missbrauch, der weitergegeben wird. Was gibt es noch? All diese Dinge, die uns davon abhalten, in unsere Kraft zu gehen, in unsere Macht zu gehen. All diese Glaubenssätze, die uns als Frauen glauben, machen, dass wir kleiner sind, dass wir unwichtiger sind und so weiter und so fort. All das hängt ja damit zusammen.

 

[00:36:52.620]

Weil die Erfahrungen, die unsere Ahnen gemacht haben. Die Hexenwunde, da gibt es übrigens ein ganz wunderbares Angebot, was man auch auf der Webseite runterladen kann. Heile deine Hexenwunde. Das sind die Themen, die wir lösen können. Und wenn ich mir überlege, dass es eine Welt gibt, in der Frauen sich wieder trauen, in ihre Macht zu gehen, sich nicht für ihre Spiritualität zu entschuldigen. In Weisheit zusammenkommen, in Sisterhood zusammenkommen, wenn diese Wunde auch gelöst ist. Und all das, was da dranhängt. Was für eine krasse Welt wäre das? Und das ist der Moment, wo ich wieder Hoffnung schöpfe. Ich glaube, dass es zum einen natürlich wichtig ist, dass wir all diese wunderbaren Innovationen haben, eine lebenswerte Zukunft zu schaffen. Nicht nur für uns, sondern für diejenigen, die nach uns kommen. Und gleichzeitig bin ich tief davon überzeugt, dass an Arbeit, an Heilung, an Anerkennung, an Klärung, wie auch immer wir es nennen wollen, die Verbindung mit unseren Ahnen der zweite riesengroße Schlüssel ist. Denn nur damit können wir dafür sorgen, dass wir aufhören, historische Dinge zu wiederholen, uns weiterhin dumm zu verhalten, weil wir einfach in traumatischen Verhaltensweisen feststecken, aus denen wir nicht rauskommen. Und damit eben wirklich einen neuen Raum erschaffen. Und das ist das, warum ich Ahnenarbeit liebe. Ich hoffe, dass ich dir ein bisschen klarer machen konnte, was da passiert. Es gibt unzählige Beispiele, die ich erlebt habe in meinen 15, 20 Jahre, glaube ich, 16 Jahren, glaube ich. 16 Jahre sind es jetzt 16 Jahre offizielle Selbstständigkeit. Ich habe ja vorher, wer meine Geschichte kennt, weiß, dass ich schon sehr viel früher mich auf den Weg gemacht habe.

 

[00:38:59.190]

Aber ich habe so viele Beispiele. Ich glaube, da könnte man eine eigene Podcastfolge draus machen. Was es bewegt und es ist wirklich jedes Thema schon dabei gewesen. Das heißt auch da noch mal der Hinweis. Es geht nicht darum, was für ein Thema es ist. Also es ist nicht so, dass es bestimmte Themen gibt, die voll Ahnenthemen sind, sondern es geht immer bei jedem Thema, was du hast, da drum, herauszufinden, ist es persönlich, ist es ein ahnengeprägtes Thema oder ist es ein kollektives Thema? Kollektive Themen sind die Themen, die aus gesellschaftlichen Strukturen heraus immer wiederholt werden, aus klassischen Erwartungen, die an Frauen da sind, beispielsweise Lebenslauf, Erwartungen und so weiter und so fort, die nicht unbedingt individuelle Erfahrungen sind. Und die können durchaus auch Ahnenthemen, kollektive Themen können auch Ahnenthemen sein, sind dann quasi kollektive Ahnenthemen. Also wenn wir ein Thema haben, lohnt es sich als erstes immer zu gucken, wo liegt der Ursprung? Und dann an diesen Ursprung zurückzukehren, unseren persönlichen, den Ahnen geprägten oder den kollektiven und dort in die Heilung zu gehen, in die Veränderung zu gehen, in die Transformation zu gehen und damit eben diesen neuen Raum aufzumachen und zu wissen, wenn wir das Ahnenfeld betreten, dann bringen wir ja quasi die Energie von vielen in Bewegung.

 

[00:40:28.770]

Und ja, das ist eine wunderschöne Sache. Ich hoffe, ich konnte dir mit dieser Episode heute so ein bisschen mehr erklären, was es mit dem Thema Ahnenheilung auf sich hat, wie das Ganze funktioniert, wie wir damit eben auch wirklich im wahrsten Sinne des Wortes unsere komplette Familie verändern können, auch die lebenden noch. Also wenn es so Familienthemen gibt, kann man die auch mit reinnehmen. Und wie man einfach dadurch, dass wir uns öffnen, die Welt verändern kann. Also so blabla sich das anhören mag, so wahr ist es. Ich freue mich natürlich sehr zu erfahren, wie dir diese Folge gefallen hat. Kommentiere gerne auf dem Blog, YouTube unter dem Video, lass mir einen Kommentar bei Spotify da. Und ich freue mich natürlich auch von Herzen immer über die Bewertungen. Vor allem die Sternchen, die fünf Sternchen bei Apple. Denn durch das Kommentieren und durch die Bewertung hilfst du dem Podcast, dass er sichtbarer wird und machst es anderen Menschen leichter, diesen Podcast auch zu finden. Und damit sind wir quasi wieder beim Dienst am Kollektiv, dass wir Dinge nicht nur für uns tun, sondern eben auch für alle. Denn ich gehe davon aus, dass auch du ein Interesse daran hast.

 

[00:41:56.510]

Und darüber würde ich mich sehr freuen, wenn dieser Podcast mal ein bisschen weiter in die Welt geht. Ich wünsche dir erst mal einen wunderschönen weiteren Tag, wann auch immer du das hörst heute. Und lade dich ein, einfach mal hineinzuspüren und auf die Suche zu gehen. Was mir noch wichtig ist, bevor wir diese Episode beenden. Unsere Linien sind natürlich nicht nur voll von Schwere und Trauma und Drama und allem, sondern da liegt auch ganz viel Weisheit, da liegt auch ganz viel Kraft, da liegt ganz viel Stärke. Denn sonst wären du und ich heute nicht hier. Unsere Ahnen haben schon einiges zusammengezaubert, damit wir heute hier sind. Und auch das anzunehmen und anzuerkennen. Nur auch diese Stärke und dieses Potenzial und diese Kraft eröffnet sich uns erst dann, wenn wir wieder in Verbindung gehen. Und das ist das, was ich immer wieder merke. Oftmals gehen wir in die Heilung als erstes über die Misere, sozusagen über die Herausforderung, über den Schmerz. Und wenn wir uns darauf einlassen, dann gibt es auf einmal ganz viele Geschenke, die wir entdecken dürfen. Was übrigens eine wunderschöne Nebenwirkung ist, wenn wir uns auf die Ahnenarbeit einlassen. So, nun aber. Ich wünsche dir und deinen Ahnen eine fantastische Zeit.

 

[00:43:20.080]

Wenn du tiefer einsteigen möchtest, verlinke ich noch mal ein paar Blogposts in den Shownotes. Und es gibt natürlich weiterhin das Ahnenbundle, was du direkt auf meiner Website dir buchen kannst, wenn du möchtest. Im Ahnenbandel geht es drei Themen, wo wir direkt in die Ahnen Heilung gehen. Und wenn du sagst, die sprechen mich an, dann ist das eine super Möglichkeit. Oder du kannst ja auch Heide, deine Hexenwunde besorgen. Und da geht es wirklich darum, uns zu trauen, uns zu zeigen, uns zu trauen, uns spirituell zu zeigen, uns zu trauen, uns mit unserer Weisheit als Frauen zu zeigen. Denn auch da gibt es noch ein Kollektiv, ganz schön viel aufzuarbeiten. Und Heide deine Hexenwunde ist auch eine der Home Experiences, die du für dich zu Hause machen kannst und die ganz wunderbar und kraftvoll ist. Also es gibt einiges zu entdecken auf der Website, alle Links packe ich in die Shownotes und ich wünsche dir jetzt einfach erst mal eine wunderbare Zeit mit deinen Ahnen. Wenn du möchtest, lade sie einfach ein, zünde eine Kerze an und sage ich weiß, dass ihr da seid. Ich werde mich jetzt auf den Weg machen. Alles Liebe von mir, für dich, für dich und deine Ahnen in Sisterhood.

 

[00:44:44.360]

Dankeschön.

 

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Die Kraft von Sisterhood & Ahnen

Frauenrhythmus im Jahreskreis

Heute geht es um ein Thema, welches für mich lebensverändernd war. Als ich begonnen habe, den Jahreskreis als Praxis für mich in meinen Alltag einzubinden, war ich absolut überrascht davon, welche Auswirkungen das hatte. Ich habe gemerkt, wie es uns als Frauen kraftvoll macht bzw. was sich für uns wirklich verändern kann, wenn wir uns auf diesen uralten Zyklus wieder einlassen. Und damit sind wir auch schon mitten im Thema, denn das Wort Zyklus sagt eigentlich schon alles.

Wir sind zyklische Wesen.

Der Jahreskreis mit diesen acht Festen,

das uralte indigene europäische Medizinrad,

mit seinen acht Speichen, erinnert uns daran.

Kaja Andrea

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Wenn wir anstatt linear zu denken beginnen

zyklisch zu leben, dann entsteht ein neuer Raum.

Einer, der wesentlich größer ist und

gleichzeitig viel mehr Details beinhaltet.

Kaja Andrea

Wir bewegen uns im Normalfall im Kalender, den wir haben. Wir starten am 1. Januar. Wir enden am 31. Dezember. Und dazwischen findet das Jahr statt. Wir teilen unsere Zeit oftmals in Wochen und Tage ein und existieren in diesem Rhythmus. Das habe ich auch ganz lange so gemacht. Bis ich gemerkt habe, dass es irgendwie nicht so richtig für mich funktioniert. Mir ist es als erstes aufgefallen am Jahreskreis. Und dann habe ich gemerkt, wie ich das Ganze rückwärts sozusagen übertragen kann in diese kleineren Zyklen, die wir haben.

Der Jahreskreis ist das, was wir als die vier Jahreszeiten kennen. Und gleichzeitig ist es ganz viel mehr. Denn der Jahreskreis ist vier Sonnenfeste und vier Mondfeste, die uns durch das Jahr begleiten oder leiten, könnte man eher sagen. Mit ihren natürlichen Markern und gleichzeitig aber auch mit ihren Mythen, die dahinter stecken und die uns immer wieder ein bisschen daran erinnern, wo wir uns gerade befinden, was gerade wichtig ist. Und diese Geschichten werden seit Urzeiten sorgsam gesponnen und geben uns Orientierung und helfen uns wirklich auch uns zu verorten. Und für mich helfen sie auch mit ihren Zeremonien meiner Seele, sich zu verorten.

Ich plane mittlerweile nicht mehr von Tag zu Tag,

sondern nehme meinen Zyklus als Maßstab:

Ich plane von Menstruation bis Menstruation

Kaja Andrea

Was wäre denn, wenn ich nicht den Tag oder die die einzelne Woche als Maßstab nehme, sondern meinen Zyklus als Maßstab nehme. Dann kann ich sagen: ich plane von meiner Wintersonnenwende bis zur nächsten Wintersonnenwende. Das heißt von dem Tag meiner Menstruation bis zur nächsten Menstruation. Und in dieser Zeit möchte ich diese bestimmten Dinge erledigt haben. 

Was dadurch passiert ist das Folgende: wir beginnen in größeren Räumen zu denken, was uns einen größeren Spielraum gibt. Das bedeutet nicht unbedingt, dass wir weniger machen, sondern dass wir anders machen. Anstatt Tätigkeiten über den Tag zu clustern, fangen wir an, sie in Wochen zu clustern und sie unserem Zyklus anzupassen, Und damit habe ich direkt in einem Zeitraum von 21-28 Tagen zu denken anstatt nur im kleinen 24-Stunden-Ablauf zu hängen. Und so beginnt sich nicht nur unser Raum zu öffnen. Sondern der Jahreskreis wird zur Inspiration für unseren ureigenen Rhythmus, für den Rhythmus unserer Körper und eine neue Art des Seins.

Direkt zum Buch Spiritual Feminist

Unterschied Walpurgisnacht & Beltane


Ich freue mich zu erfahren, wie dir die Folge gefallen hat und was dein Aha-Moment war.  Teile es gerne hier unter dem Beitrag deinen Kommentar mit mir oder kommentiere bei Instagram oder YouTube.

In Sisterhood.

Hier findest du das komplette Transkript
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Spoken Medicine mit Kaja. Andrea. Hallo und herzlich willkommen zum Spoken Medicine Podcast. Mein Name ist Kaja Andrea. Podcast-Host, Storytellerin, Generation-Befreiern und spirituelle Mentoren. Und ich helfe Frauen dabei, ein Leben zu kreieren, welches wirklich stimmig ist für sie und dir ein Leben zu kreieren, welches stimmig ist für dich, wenn du Lust hast. Dieser Podcast soll ein kleines bisschen dazu beitragen. Und deswegen habe ich heute ein Thema mitgebracht, welches für mich absolut verändernd war. Man kann fast sagen lebensverändernd. Als ich mich damit auseinandergesetzt habe und als ich angefangen habe, das in mein Leben so zu inkorporieren, also einzubetten und zwar das, was den Jahreskreis als Praxis für uns als Frauen so kraftvoll macht bzw. was sich für uns wirklich verändern kann, wenn wir als Frauen uns auf diesen uralten Zyklus wieder einlassen. Und damit sind wir eigentlich auch schon mitten im Thema, denn das Wort Zyklus sagt eigentlich schon alles. Lass uns vorne anfangen.

 

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Also, wir bewegen uns im Normalfall im Kalender, den wir haben. Wir starten am 1. Januar. Wir enden am 31. Dezember. Und dazwischen findet das Jahr statt. Wir teilen unsere Zeit oftmals in Wochen und Tage ein. Und existieren in diesem Rhythmus. Das habe ich auch ganz lange so gemacht. Bis ich gemerkt habe, dass es irgendwie nicht so richtig für mich funktioniert. Mir ist es als erstes aufgefallen am Jahreskreis. Und dann habe ich gemerkt, wie ich das Ganze rückwärts sozusagen übertragen kann in diese kleineren Zyklen, die wir haben. Der Jahreskreis ist das, was wir als die vier Jahreszeiten kennen. Und gleichzeitig ist es ganz viel mehr. Denn der Jahreskreis ist vier Sonnenfeste und vier Mondfeste, die uns durch das Jahr begleiten oder leiten, könnte man eher sagen. Mit ihren natürlichen Markern und gleichzeitig aber auch mit ihren mystischen Geschichten oder mythischen Geschichten, ihren Mythen, die dahinter stecken und die uns immer wieder ein bisschen daran erinnern, wo wir uns gerade befinden, was gerade wichtig ist. Und diese Geschichten werden seit Urzeiten sorgsam gesponnen und geben uns Orientierung und helfen uns wirklich auch uns zu verorten und für mich auch immer mit ihren Zeremonien helfen Sie meiner Seele, sich zu verorten.

 

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Wenn wir uns den Jahreskreis angucken, dann hat man auf den ersten Blick wie gesagt Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Im klassischen Jahreskreis würde man wahrscheinlich sagen haben wir Winter, Frühling, Sommer, Herbst. Doch der Jahreskreis beginnt mit Samhain. Wir kennen es im christlichen Kontext als Allerheiligen oder aller Seligen. Und zwar interessanterweise nicht am 31.10. , sondern am elften Vollmond nach der Wintersonnenwende. Und da geht es dann auch schon los, denn es ist ein Mondfest. Genauso wie die anderen drei Mondfeste, die wir haben, wenn wir rückwärts gehen, um zu August das Schnitterinnenfest, um zu Mai Beltane und um zu Februar Imbolc. Und jedes dieser Feste hat seine eigene Geschichte.

 

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Bei Samhain geht es darum, uns mit den Wurzeln zu verbinden, also wirklich nach innen zu gehen und ins Lauschen zu gehen. Das ist die Einladung. Die Nächte werden länger. Die Zeiten verändern sich. Wir kehren nach innen. Wir kennen es normalerweise so, wir muckeln uns gerne ein und da merken wir es auch oft ganz besonders, das obwohl wir diese Bedürfnisse haben und die in uns drin sind, außen der Jahresendspurt angekündigt ist und alles weiterlaufen muss und noch mal ganz viele Termine stattfinden vor Weihnachten und ganz viel Aktion und ganz viel Action. Und ich es immer wieder von ganz viel Frauen hören, die sagen hätte ich ich will eigentlich nur mich zurückziehen und einmuckeln und mit meinem heißen Kakao oder mit meinem heißen Tee sitzen und irgendwie nach innen lauschen. Und das ist genau nämlich, dass: dafür steht im Kern der Winter. Die Leute haben sich damals früher darauf vorbereitet, haben alles winterfest gemacht und sind dann in den Rückzug gegangen, wo es auch noch nicht so viele, wo es keine Elektrik gab und man einfach irgendwie nicht die ganze Nacht das Licht anhaben konnte. Oder auf einen Netflix starren sozusagen. Und diesen Rhythmus, den haben wir total verloren in unserer modernen Zeit, wo es darum geht, immer produktiv zu sein und vor allem, wo es darum geht, dass wir sagen „cease the day“. Also wir fokussieren uns auf den Tag, diesen kleinen Mini-Rhythmus. Und in dem muss alles immer passieren, anstatt uns auf einen größeren Rhythmus zu fokussieren.

 

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Und wenn wir das übertragen, diese Zeit des Winters, diese Zeit des Rückzugs und der Ruhe eher, dann kommen wir auch an die Wintersonnenwende. Das ist sozusagen der Wendepunkt. Das ist die längste Nacht, der kürzeste Tag im Jahr. Und dann schließen sich darin die Raunächte an traditionellerweise. Das hast du vielleicht auch schon mal gehört. Das ist die Zeit, in der die Menschen gelauscht haben,  in die Zukunft fusioniert haben, wo die Völven, die Weisen, die weisen Frauen, die Walas in die Zukunft geschaut haben, gesagt haben Was wird im kommenden Jahr alles passieren oder was sind die Tendenzen? Mit den Ahnen hat man auch viel gesprochen zu der Zeit. Und wenn wir diesen Rhythmus, nur diesen Ausschnitt, dieses Rhythmuses jetzt übertragen, dieses Zyklus auf den nächsten Zyklus, den Menstruationszyklus, dann ist die Zeit von Samhain bis zur Wintersonnenwende quasi die prämenstruelle Phase. Die Wintersonnenwendezeit die menstruelle Phase mit den Raunächten. Und dann ist sozusagen mit Imbolc, das offiziell das Fest ist, wo das Licht zurückkehrt, kommen wir in die nächste Phase des Zyklus. Der Eisprung wäre dann als Äquivalent Mittsommer die Sommersonnenwende im Juni.

 

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Und wenn wir in diesen Zyklus gucken, dann kommen wir auf einmal in einen ganz anderen Rhythmus, weil wir uns nicht mehr auf dem Klitzekleinen bewegen, sondern weil wir das Ganze auf einer viel größeren Plattform, auf einem viel größeren Bild sehen und damit auch viel feiner in die Dinge reingehen können. Und vor allem wozu es führt, ist, dass wir wegkommen aus diesem linearen. Hier starte ich am 1. 01. und am 31. 12. ist es zu Ende. Bis dahin muss das passiert sein oder muss ich das erledigt haben, sondern ich fange an, wieder zurück in ein zyklisches Sein zu gehen. Ich fange wieder an, in einen zyklischen Rhythmus zu gehen. Jeder Atemzug ist ein Zyklus. Wir leben in Zyklen und unsere Menstruation ist ein Zyklus. Und wenn du nicht mehr menstruierst, kannst du dich an dem Mondzyklus orientieren.

 

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Was übrigens auch interessant ist. Der Grund, warum wir Männer mit dem Sonnenzyklus eher in Verbindung bringen, weil er eben kürzer ist als der des Mondes für uns sichtbar. Und der Zyklus des Mannes oftmals eben in diesen kurzen Phasen, also erst über 24 Stunden stattfindet. Deswegen auch nicht so, ich will nicht sagen intensiv, aber so langwierig fühlbar ist. Und der Zyklus der Frau eher im Rhythmus des Mondes geht, also länger spürbar ist. Es ist nicht das eine ist besser, das andere ist schlecht. Das ist einfach nur das Anerkennen einer anderen Wahrnehmung der Welt, einer anderen Körperlichkeit und Verkörperung in der Welt und eines anderen bezugnehmens auf die Welt. Denn was ich vorhin meinte, wenn ein kommt, das ist sozusagen die prämestruelle Zeit, das ist das PMS, was wir kennen in der Menstruation, was Frauen kennen, in der Menstruation gesagt wird, Es ist so viel, ich will einfach nur meine Ruhe haben. Ich bin, wenn wir so genervt sind und angestrengt sind und pissig werden und aggro werden. Und ich habe lange Zeit auch gedacht, dass das so sein muss, bis ich angefangen habe, mich mit diesen alten Rhythmen und den Zyklen mehr auseinanderzusetzen und gemerkt habe nie der Grund, warum ich so PMS, ich bin so aggro bissig so ist, weil ich, wenn ich jetzt auf den Jahreskreis gucke und den als Zyklus nehme, ich jetzt in meiner Ahnenzeit bin, in der Rückkehr zu den Wurzeln, in der Rückbesinnungzeit. Ich gehe in die Ruhe. Im Alltag, in unserer patriarchalen Gesellschaft wird mir aber erzählt : Hey, immer weiter machen und immer durchpushen und lass dich nicht aufhalten! Usw. und so fort. Und dann, wenn die Menstruation, wenn die Blutung kommt, nicht, ziehe dich zurück, lausche wie in den Rauhächten deinen Vision. Oder wie beim Orakel von Delphi, dass man nur einmal im Monat befragen konnte, weil da die Phytia, die oberste Priesterin bzw. diejenige, die ausgewählt wurde um in der Zeit ihr die Weissagung zu geben, dann blutete. Denn wenn sie ihre Menstruation hatte, war sie am offensten, hat sich am meisten verbunden, war am sensitivsten in ihrer Wahrnehmung.

 

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So, und wenn wir das jetzt mal nehmen und übertragen. Und überlegen, dass wir meistens in Tagesrhythmen uns befinden und nicht in Menstruationsrhythmen planen und nicht im Jahresrhythmus planen und auch da wirklich sagen okay, wie kann ich mein Jahr so gestalten? Und ich weiß eben alle Jobs usw. und so fort, dass ich im Winter mehr Ruhe reinkriege, dass ich wirklich diese Zeit reinkriege und Zeit für Rückkehr und Einkehr und vielleicht nicht die riesengroße Bums-Falera-Familienfeier mache, sondern mir ein paar Tage für mich nehme und daraus Kraft schöpfe.

 

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Denn das ist es, was am Ende des Tages ich beobachte es immer wieder unsere mentale und psychische und physische und spirituelle Gesundheit so sehr unterstützen kann, wenn wir vor allem als Frauen uns wieder daran erinnern, dass wir im Kern zyklische Wesen sind. Und der Jahreskreis mit diesen acht Festen, also das uralte indigene europäische Medizinrad, könnte man sagen, mit seinen acht Speichen, erinnert uns daran. Denn wir können jederzeit gucken, Welche innere Jahreszeit habe ich gerade? Wo befinde ich mich gerade? Ich merke, so bleiben wir in dem Beispiel Ich brauche den Rückzug, ich will bei mir bleiben. Okay, ich bin gerade so in meinem inneren Spätherbst. Frühwinter, das erkenne ich an. Was bedeutet das in der Natur? In der Jahreszeit ist es kalt, ist es dunkel, wird ziehen uns zurück. Dann gönne ich mir das auch. Und das bedeutet nicht, dass wir jetzt alle irgendwie selbstständig werden müssen und nackt mit Elfen durch den Wald tanzen. Das meine ich nicht, sondern dass wir anerkennen können, dass sind vielleicht die. Das ist die Woche im Monat, in der ich keine Verabredung treffe. So mache ich es.

 

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Also ich kenne meinen Menstruationszyklus, ich habe einen Kalender, ich weiß ganz genau, wann was passiert und kann so eben dann auch in den klassischen Kalender gucken und die dementsprechenden Tage für mich markieren und dann sagen Hey, in der Zeit gucke ich, dass ich keine Interviews mache, dass ich keine, ähm, dass ich nicht so viel Action im Außen habe, dass ich nicht abends noch 15.000 mal verabredet bin oder mich irgendeine wilde Expedition mit jemandem committe. Sondern dass ich eher mit mir bin. Dass ich vielleicht mich auf ein ruhiges Gespräch mit einer Freundin treffe, dass ich arbeitsmäßig, da mir meine Zeit meine, um kreativ zu sein, um in meinen Gedanken sozusagen in Anführungsstrichen nachzuhängen und in dieses okay, lass uns mal was Neues runterholen gehe.

 

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Gleichzeitig ist es zum Beispiel so, wenn wir jetzt im Jahreskreis gucken Beltane, Es wird ja immer gesagt, die Zeit der Hexen, das stimmt ja nicht so ganz, da kann ich den Blog auch noch mal zu verlinken. Walpurgisnacht und Zen sind zwei ganz verschiedene Geschichten und zwei ganz verschiedene narrative Welten.

 

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Diese Zeit der Vermählung. Es ist die Zeit der Fülle. Es ist auch deswegen heiraten immer noch so viele Mai. bzw. werden so viele dieser Hochzeiten initiiert. In der Zeit und da rein zu spüren und dann zu merken, dass wenn wir das jetzt auf den Zyklus übertragen, wir wenn wir merken, der Eisprung kommt näher, wir wollen uns vermählen, wir gehen raus, wir werden wieder geselliger, leutseliger, das ist die Zeit. Der Jahreskreis erzählt uns genau diese Geschichten. Das ist das Wunderbare. Wenn wir nicht so wissen und in unserem Zyklus so ein bisschen, wo dann können wir diesen acht Speichen im Jahreskreis einfach auf unseren eigenen Zyklus übertragen und gucken, was erzählt mir dieses Jahreskreis Fest: Zeit der Vermählung, Fülle, feiern, Rausgehen, Werte. Ich zeige meine Werte. Wir sind in der fruchtbaren Phase. Es geht los, der Eisprung steht bevor, die Brüste werden ein bisschen größer, die Röcke werden meistens ein bisschen kürzer, statistisch gesehen, bis der Eisprung da ist. Die volle Fülle zum Mitsommer. Und das ist sozusagen das, was wir merken.

 

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Das heißt, und jetzt wird es interessant, die Sonnenfeste Wintersonnenwende und Sommersonnenwende und die Tag und Nachtgleichen, die zeigen uns sozusagen an, wo ähm wo sich unsere Ei-Produktion befindet, könnte man sagen, das physische. Die Mondfeste, die zeigen uns an, was da ist, ein bisschen wie das Ying und Yang des Zyklus ist. Das heißt, Samehein sagt uns, welche Zeit ist jetzt, es die Zeit des Rückzugs. Hallo, wir verbinden uns mit den Wurzeln. Wir gehen zurück. Beltane beispielsweise sagt, das ist die Zeit der Vermählung und der Fülle. Okay, dann ist das jetzt dran. Okay, dann gehe ich so in diese Energie schon mal rein. Das kann ich fürs ganze Jahr so sehen, der Jahreskreis erinnert dort an den Lauf der Natur. Und wenn wir mit der viben bzw. im Einklang sind, dann geht es auch oftmals leichter.

 

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Was uns übrigens auch dazu einlädt, nicht sofort immer von heute auf morgen Amazon Prime mäßig Ergebnisse zu wollen, sondern zu sagen Ich weiß, ich säe jetzt meine Samen und oder die Eizelle lässt sich befruchten und dann dauert es etwas, bis das alles Blüte trägt. Aber zur Erntezeit kann ich ernten. Und wenn ich diese Zeit meinen Fokus halte, mein Boden nähre und gucke, dass das, was ich in die Welt gegeben habe, aufgeht, dann bekomme ich auch das, was ich mir gewünscht habe. Vielleicht sieht es ein bisschen anders aus, weil nicht jede Blume sieht aus wie auf der Verpackung, wenn sie aufgeht. Und trotzdem geht sie auf.

 

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Und das gleiche gilt eben auch, wenn wir das mit dem Menstruationszyklus machen und uns diese Geschichten des Jahreskreises als Inspiration nehmen dafür, was in welcher Zeit in unserem Kalender passieren darf. Und so mache ich das. Ich blocke mir wirklich die Tage. Ich marker die in Anführungsstrichen rot an, mittlerweile nicht mehr, das habe ich am Anfang gemacht., Da hab ich gesagt: und ab jetzt geht mein inneres Samheim los, jetzt es orange. Zeit des Rückzugs geht los. Und jetzt ist die Menstruation, die Raunächte. Das ist die Zeit, in der ich gucke, dass ich viel Zeit für mich habe, dass zu Hause bin oder nur ganz bestimmte Menschen treffe, mit denen ich diese visionären Gespräche gehen kann oder einfach mit denen sein kann. Und genau so plane ich eben auch ein, dass es die Zeit von Beltane, in meinem persönlichen Kalender. Das ist die Zeit, wo ich auf den Eisprung zugehe. Meine Pheromone fangen an rauszuschießen und ich bin wieder leutseliger. Also leg ich da meine Termine hin, wo ich rausgehe, wo ich Gruppenaktivitäten viel mache, wo ich präsenter bin. All das, was dahin liegt. Da kann man super auch so Meetings, Gehaltsverhandlungen, richtig gut. Gehaltsverhandlungen, solche Zeiten oder alles andere, wo es um Verhandeln geht, vor allem mit Männern, ist besonders gut, wenn er in dieser Zeit von ihm auf den Jahreskreis gesehen, vom Beltane bis zum Mittsommer seid. Denn dann seid ihr im vollen Saft, in der Reifungszeit und das wird gemerkt und dann kann man danach sehr gut ernten, im wahrsten Sinne des Wortes.

 

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Und das ist es, was ich dir heute mitgeben möchte, so als Perspektivveränderung. Einfach auch, dass wir wegkommen von diesem linearen: Hier fängt mein Leben an, da hört es auf und wenn ich das nicht erreicht habe, bin ich irgendwie eine Leserin. Oder Hier ist der Tag und da hat er auch und dann habe ich das nicht geschafft und dann ist es irgendwie kacke. Was uns allen immer wieder passiert interessanterweise. Sondern zu sagen, was wäre, wenn ich nicht den Tag oder die die einzelne Woche, sondern meinen Zyklus als Maßstab nehme und sage: ich plane von sozusagen meiner Wintersonnenwende bis zur nächsten Wintersonnenwende. Das heißt von dem Tag meiner Menstruation bis zur nächsten Menstruation möchte ich, dass das und das, dass ich das und das erledigt habe, dass ich das und das geschafft habe, dass ich das und das angegangen habe.

 

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Was es bedeutet: zum einen ist, dass wir anfangen, in größeren Räumen zu denken, was uns einen größeren Spielraum gibt, was nicht heißt, dass wir weniger unbedingt machen müssen. Darum geht es gar nicht, sondern dass wir die Sachen anders clustern. Anstatt sie über den Tag zu clustern, fangen wir an, sie in Wochen zu clustern oder in Tagen zu clustern. Und es macht einen riesigen Unterschied, wenn ich mir sage Hier sagen wir mal von Tag 1 bis 5 beispielsweise, jede hat ja einen eigenen Zyklus. Da setze ich mich hin. Das ist die Zeit, wo ich kreativ plane, wo ich Sachen mache, die vorausschauend sind, wo ich viel Stillarbeit machen kann, wo ich Dinge mache, die ich gut für mich alleine, vielleicht sogar auch im Homeoffice machen kann. Und das plane ich bewusst da rein. Anstatt zu gucken: Ja, das versuche ich jeden Morgen eine Stunde zu machen. Zu gucken kann ich, wie kann ich die Sachen für mich zusammen dann genauso dann zu sagen, Wenn ich in diesem Rhythmus lande, habe ich meine zweite Phase, in der ich interaktiver werde, wo ich dann vielleicht mit anderen anfange, Dinge zu konkretisieren, anzugehen, Everyday-Business mache usw. und so fort. Und dann in dieser dritten Phase zu sagen: So, und jetzt geh ich damit raus. Jetzt führe ich diese Gespräche, jetzt gehe ich in diese Kontakte, jetzt leite ich diese Kooperation an, was auch immer es sein mag in deinem Berufsfeld. Und auch da zu sagen, das muss nicht bis Ende der Woche passieren, sondern wieder in dem Zyklus zu denken.

 

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Und wenn du anfängst, das auszuprobieren. Ich weiß, dass es am Anfang etwas merkwürdig ist, weil es von uns ein Umdenken verlangt und gleichzeitig zu merken, es ist ein Rhythmus und ein Zyklus, der ganz natürlich ist, der nur deswegen nicht praktiziert wird, weil wir im Patriarchat uns auf den Mann und seinen Zyklus und seinen Rhythmus fokussieren. Der Tagesrhythmus, der Zyklus des Mannes, wie gesagt. Also Männer haben ja auch Wechseljahre usw. und so fort. Aber diese werden eben anders wahrgenommen, weil sie sich innerhalb von 24 Stunden in diesem Zyklus bewegen, während wir uns zwischen 21 Tage und 28 Tage in unserem Zyklus bewegen. Und dann alles sehr viel spürbarer ist. Und da wirklich mal zu gucken, was wäre, wenn ich das, was ich versuche jeden Tag zu machen, mal auf einen Zyklus rechne. Was ich beobachte nämlich immer wieder ist, wenn Frauen anfangen, das zu tun. Wenn wir zusammen arbeitenl vor allem im Mentoring dann, wo wir wirklich so Schritt für Schritt diese kleinen Dinge umstellen. Das ist nicht, dass man immer sagt mein ganzes Leben ändern, sondern wirklich in diese Impulse reinzugehen, dass die ganz schnell sagen ich merke, wie viel mehr ich schaffe. Ich merke, wie viel mehr Raum da ist. Und ich merke vor allem, wie sich mein System entspannt.

 

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Und ich hatte das letztens mit einer Freundin, die sagte Sag mal, wie machst du das eigentlich, wie ist dein Arbeitsrhythmus? Also als Selbständiger, weil die halt überlegt, sich selbstständig zu machen und da dabei irgendwie Schiss war, dass sie die Disziplin nicht hat. Und genau das ist nämlich das Ding. Wir denken, wir müssten uns über den Tag disziplinieren. Ich habe hier auch wieder total viele Gespräche, aber auch mit anderen Freunden sagt. Und dann sitze ich da vom Tisch und muss noch meine acht Stunden machen, weil ich denke eben nicht. Sondern es geht darum, Wenn ich also so ist es bei mir, wo ich zu ihr sagen ja dann auch gesagt habe, ich kann dir nicht genau sagen, was ich jeden Tag mache. Ich kann dir sagen, was ich in jeder Phase mache und in jeder Phase sieht, mein Morgen aber auch ein bisschen anders aussieht mein Tagesablauf ein bisschen anders aus und sieht auch dadurch, weil meine Energie eben ein bisschen anders aussieht.

 

[00:21:42.050]

Also gibt es Tage, in denen ich da Phasen, wo ich früher wach bin, wo ich aktiver bin, länger wach bleiben kann und dann auch noch mal an angerechnet auf das Jahr ist es natürlich im Sommer, wenn die Sonne scheint, bin auch ich aktiver. Im Winter weiß ich von mir, arbeite ich anders, ist meine Energie anders. Im Sommer kann mehr passieren. Also da kann ich dann noch mal nachher raus und kann lange draußen bleiben und so. Wenn ich viel mache im Winter, geht das nicht.

 

[00:22:11.510]

Und das habe ich mir auch gesagt. Ich So aktuell befinde ich mich in der und der Phase. Da sieht mein Tag ungefähr so aus. Bzw. Meine Tage in der Zeit fokussieren sich auf das und das. Und da hat sie mich angeguckt und hat gesagt Das hat sie ja noch nie gehört. Und ehrlich gesagt glaube ich, das ist das Problem, das wir uns nicht erlauben, in unseren Rhythmus zu gehen, dass wir uns nicht mehr erlauben, in unserer Energie zu sein, sondern dass wir natürlich total verständlich, weil es uns seit 6000 Jahren, über 6000 Jahren eingeprügelt wird. Und auch dieses System, in dem wir jetzt existieren, schon tief, tief, tief in uns drin sitzt, weil wir in Wochentagen denken, in einzelnen Tagen denken und vor allem im solaren Kalender denken. Zwölf Monate, 13 Monde und das ist ja nicht umsonst, heißt es ja auch Menstruation und die Göttin Menses, die sich an diesem Zyklus orientierte. Über die ich übrigens auch im Spiritual Feminist Buch noch mehr rede. Also wenn du da zum Thema Menstruation noch mal reinschauen willst. Aber da wirklich zu merken, es ist ein anderer Rhythmus, in dem wir sind, durch unseren Körper, durch unser Sein.

 

[00:23:28.550]

Und es geht mir überhaupt nicht darum. Das ist mir auch noch mal wichtig jetzt zu sagen, es gibt nur Männlein und Weiblein und ich will da jetzt Duality aufmachen. Es gibt nonbinäre Menschen, es gibt Transmenschen und jeder hat seinen eigenen Rhythmus und seinen eigenen Zyklus. Nur was ich feststelle ist, dass für viele Frauen, die biologisch als Frau auf die Welt gekommen sind und menstruieren oder generell für menstruierende Menschen das hilfreich sein kann, sich an dem großen Jahreskreis mit seinen Sonnenmarkern und seinen Mondgeschichten zu orientieren. Und zu gucken, wie ich dieses alte europäische Medizinrad in meinen Alltag übertragen kann, eben dadurch, dass ich meine Alltagsplanung damit mache.

 

[00:24:23.330]

Und dann fangen wir an, uns wieder richtig zu verbinden, uns anzubinden und auch in einen Einklang zu kommen. In ein Zusammenspiel zu kommen, ein Miteinander zu kommen mit dem, was um uns herum ist und was eben größer ist als wir. Und das ist etwas, wozu ich dich heute einlade, das einfach mal auszuprobieren. Mein Tipp ist wirklich als erstes anzufangen, Menstruationsrhythmus klar zu haben. Wenn du nicht menstruierst nimm den Mondzyklus einfach. Und da einfach mal zu starten und zu gucken, wie kann ich diesen Rhythmus für mich in meinen Alltag einbauen. Und ich würde wirklich einfach einen Kalender nehmen. Und ich würde den Menstruationskalender nehmen und anfangen Tage zu machen. Also wie gesagt, ich habe es damals gemacht. Orange war die Zeit von Samhain bis zur Wintersonnenwende. Dann die Zeit, Wintersonnenwende, Raunächte, Imbolc, das habe ich also übertragen. Also meine Menstruation habe ich gut gemeistert. Ich habe die Zeit von Beltane bis zur Sommersonnenwende. Also die Zeit vom Eisprung bis Eisprung habe ich grün gemarkert, einfach mal so im Kalender, um überhaupt erst mal eine Orientierung zu kriegen, wo ich mich befinde.

 

[00:26:03.330]

Das muss nicht von heut auf morgen funktionieren, sondern manchmal ist es ja wirklich so, dass es ein bisschen dauert, bis wir Prozesse umstellen, bis wir so Arbeitsstrukturen umstellen können und bis wir auch für uns diesen Raum gefunden haben, wo wir sagen jetzt flutscht das, jetzt flowt es. Und daher ist dieser Impuls einer, wo du dich sofort hinsetzen kann, an deinen Kalender und da einfach mal reingehen und anfangen, bunt zu markern.

 

[00:26:30.720]

Und vor allem die andere Einladung ist, was ich auch gemacht habe. Ich habe wirklich im ersten Monat sozusagen, also als ich das, als mir das so klar geworden ist und es mir wie Schuppen von den Augen fiel, habe ich angefangen, einfach mal aufzuschreiben, ich hatte einfach einen Zettel an meinem Schreibtisch, was ich gemacht habe. Da bin ich so ein bisschen die Aufgaben sehe. Und zwar nicht jetzt ich habe die Bank angerufen und dies gemacht und das gemacht. Es ging mir nicht darum zu gucken, wie viel ich mache, sondern was die Qualität der Aufgaben ist, die ich eigentlich zu erledigen habe. Und da habe ich dann irgendwann diesen da habe diese Liste gehabt. Dann habe ich gesagt: kann ich die anders zusammenordnen, kann ich die anders zusammenbringen. Das war, das war meine große Herausforderung sein, das alles mal so ein bisschen zu shuffeln und zu sagen: ach guck mal, das sind alles die Aufgaben auf den Zetteln, die sind alle eher still. Arbeit für mich, Arbeit mit mir sein, an die Vision gehen, ja und downloads haben, wenn man möchte. Und ich habe die mal so zusammengefasst und habe gedacht, okay, dann geht das. Und das war für mich die Ausgangsbasis mit der Menstruationsphase sozusagen angefangen und dann den Rest der Zeit gestaltet. Und es hat auch ein bisschen gedauert.

 

[00:27:42.490]

Also es ist nicht so, dass ich direkt nachdem ich das hatte, dann direkt nach meinem ersten Zyklus gesagt habe, ob es um passt oder nach dem ersten Mond, sondern. Das ist wirklich. Ich glaube, wenn ich so zurückdenke, ich habe drei Monate gebraucht, bis ich wirklich an einem Punkt war, habe ich gemerkt habe: So, jetzt merke ich den Unterschied. Weil es ist so ein bisschen kompliziert. Es kann herausfordernd sein mit Alltäglichkeiten, es kann, wenn du jetzt sagst, ja, aber ich habe bei meinen Job und meine fixen Sachen, ja auch, da können wir ein bisschen gucken. Wir können mit unseren Chefs reden, wir können mit dem Team reden, mit dem wir sind, wir können gucken, kann ich vielleicht meine Home Arbeitstage, also meine Home Office Tage, die ich habe, kann ich diese vier Stück in der Woche, im Monat anstatt eins in der Woche? Kann ich die vier Stück am Tag vier Stück, vier Tage am Stück nehmen? In der Zeit, wo ich meine Menstruation habe, beispielsweise, weil wir kriegen ja kein Menstruational Leave, so wie in Spanien. Hier und da so ein bisschen kreativ zu denken oder eben, wenn in den Job Sachen auch nicht ändern kann, dann kann man aber wirklich auch gucken, wie plane ich meine persönlichen Aktivitäten zum Beispiel.

 

[00:28:48.500]

Also ich weiß, dass auch meine physischen Aktivitäten ganz anders sind, seitdem ich mit dem Zyklus plane und ich nicht jeden Tag High intensity machen. Also es ist sowieso nicht meins, aber könnte, sondern dass ich wirklich auch da Zyklen habe und bei Fee die Woche grüne Marker das ist dass da kann ich richtig durchpowern. Da kann ich auch Sachen machen die ich mich vielleicht in der roten Phase nicht traue, nicht, die ich mir nicht zutraue oder die mir einfach nicht gut tun würden. Und das wenigstens schon planen. Das ist meine High Active Social Phase sozusagen. Und das ist meine, die rote Phase ist meine Rückzugsphase. Und da mal so rein zu gucken und rein zu spüren und da sich einfach mal diese nächsten zwei, drei Monate Zeit zu nehmen. Und zu gucken, wie es sich dann anfühlt. Und vor allem dann, mir gerne dazu auch noch mein Feedback zu geben. Ich bin immer total neugierig herauszufinden, wie es sich für dich anfühlt, diese Dinge im Alltag zu gestalten.

 

[00:29:45.550]

Ich finde ja, dass die alten Rhythmen wahnsinnig präsent sind und ich versuche immer, das so alltagspraxismäßig wie möglich zu übertragen und dir auch den Impuls dafür zu geben: wie kann ich das übertragen? Ich weiß, viele sagen, wie soll ich das denn im Alltag leben. Das heute, was ich in dieser Episode mitgeteilt habe, dass zum Beispiel ein Vorschlag wie du super im Alltag leben kannst. Ohne dass du bis dahin irgendeine Kerze angezündet haben musst, dass du irgendwelches richtig tiefes, mystisches Wissen haben musst oder oder, oder, reicht es, das, was du jetzt mitbekommen hast, einfach mal mitzunehmen und da so ein bisschen einzutauchen.

 

[00:30:30.530]

Ich wünsche dir viel Spaß dabei. Vor allem wünsche ich dir viel Freude dabei, diesen neuen Raum und diesen neuen Flow zu entdecken und damit eher in den 13 Monden zu fließen, als durch die zwölf Sonnen zu hetzen, um das mal so zu sagen. Und vor allem wieder in deinen zyklischen, körperlich auch zyklischen Rhythmus zu kommen. Denn damit verkörpern wir auch unsere Weiblichkeit, wenn man so möchte. Und kommen wieder ein ganzes Stückchen mehr bei uns an. Und wir verbinden uns mit etwas, was uns tragen kann, anstatt dass es uns erschöpft, denn es trägt uns und wir müssen nicht es tragen, sozusagen. Ich wünsche dir ganz viel Freude dabei.

 

[00:31:17.790]

Ich freue mich selber natürlich tierisch darüber, wenn dir diese Episode gefallen hat. Ich freue mich auf deine Kommentare und Gedanken, auf YouTube, auf dem Blog oder auch auf Instagram und Pinterest natürlich. Und ich freue mich mega, wenn du mir eine Bewertung bei Apple da lässt. Am liebsten natürlich mit fünf wunderbar funkelnden Sternen dazu, denn das ist so ein bisschen das Podcastgold und es hilft anderen Leuten diesen Podcast zu finden. In diesem Sinne, wünsche ich dir viel Freude dabei, erst mal deinen Rhythmus, deinen Zyklus zu finden. Denn es geht am Ende des Tages um das, was auch auf der Webseite steht und was ich immer wieder sage: Dieses Willkommen bei dir. Und kreiere ein Leben, welches für dich stimmig ist. Und das ist so ein Teil, wo wir es stimmig machen können. Was überhaupt nichts mit Bam, Boom Bang zu tun hat, irgendwelchen sexy Kleidern oder dreimal durch die Pussy atmen zu müssen, sondern wirklich was sehr alltagspraktisches ist, wo wir uns wieder mit diesem immer noch bestehen. Das ist ja auch doof, wenn man sagt, das sind die alten Zyklen, das sind die alten, gelebten Zyklen, die existieren natürlich noch, wenn man sich mit dem Bewährten verbindet. Und es bringt uns auch unseren Ahnen ein ganzes Stück näher. Was ich übrigens auch ganz schön finde.

 

[00:32:40.490]

Also viel Freude und bis ganz bald in Sisterhood.

 

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Die Kraft von Sisterhood & Ahnen

Ist es dein persönliches Thema oder hat es kollektiven Ursprung?

Was wäre, wenn die Scham, die du spürst, im Ursprung nicht deine ist? Was wäre, wenn die Wut die du fühlst, im Ursprung nicht deine ist? Die meisten von uns wachsen auf und denken, dass die Themen, die wir mit uns tragen bzw. die Emotionen, die uns immer wieder begegnen, spezifisch unsere sind. Dass es nur uns so geht. Doch was wäre, wenn wir kein Einzelfall sind? Was wäre, wenn die Scham – oder andere Emotion – die du spürst, eine kollektive ist? Dann verändert sich unser Spielraum immens. Und was das bedeutet, darum geht es in dieser Episode.

Wenn ich teile, kann mir klar werden,

dass mein Thema nicht nur meines ist.

Auf einmal entsteht ein neuer Raum.

Kaja Andrea

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Wenn wir uns einbilden,

dass es immer nur um uns gehen würde,

dann verlieren wir das große Ganze aus den Augen.

Kaja Andrea

In dem Moment, wo ich erkenne, dass mein Thema ein gesellschaftliches ist, dass es nicht nur mir so geht, sondern auch anderen, kann ich zum allerersten Mal auch die Schuld gehen lassen. Oder dieses Gefühl von „Ich habe das verbockt“. Es gibt natürlich in unserer Gesellschaft diese Tendenz zum totalen Individualismus, zu dieser Idee davon, dass die Welt sich um mich dreht. Dass ich nur gucken muss, dass es mir gut geht. Und dass es mein persönlicher Heilungsweg ist, und ich mich da nur um meine Themen kümmern muss. Doch diese Perspektive, die hält uns alle gefangen. Denn wenn wir uns einbilden, dass es immer nur um uns gehen würde, dann verlieren wir das große Ganze aus den Augen und dann verlieren wir die Tatsache aus den Augen, dass wir uns in einem System befinden, welches systemische Strukturen hat und in dem sich Muster systemisch wiederholen und nicht individuell. Und diese gilt es eben anders anzugehen.

Ich war nie zu unverschämt. Ich war nie zu fordernd.

Ich war für die Gesellschaft zu fordernd.

Ich war für den Raum, der möglich war, zu fordernd.

Was aber nicht an mir liegt,

sondern an dem Raum, der zu klein ist.

Kaja Andrea

Je mehr wir da hingucken, desto mehr werden wir merken, wie wenig Themen im Ursprung unsere sind. Wir können anfangen zu sein. Wir können endlich aufhören, uns durch all diese Coachings und Selbstoptimierungsgeschichten zu pushen, ohne das Gefühl zu haben, dass sich wirklich was verändert. Denn solange wir denken, dass unsere Themen nur unsere Themen sind, gucken wir beim falschen Ursprung. Bei mir hatte das Thema Scham seinen Ursprung auf allen drei Ebenen. Es ist nicht nur meines gewesen, sondern es ist eben auch kollektiv und epigenetisch, also ahnengeprägt gewesen. Wenn jetzt noch mal was hochkommt, dann gucke ich auch immer gleich direkt bei drei Ebenen – direkt dahin, wo es wirklich herkommt. Und damit löst sich ganz viel.

Direkt zum Buch Spiritual Feminist:
Lesung Thema Scham


Ich freue mich zu erfahren, wie dir die Folge gefallen hat und was dein Aha-Moment war. 
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In Sisterhood.

Hier findest du das komplette Transkript
[00:00:07.810]

Spoken Medicine. Mit Kaja. Andrea.

 

[00:00:26.460]

Hallo und herzlich willkommen zum Spoken Medicine Podcast. Mein Name ist. Kaja Andrea. Ich bin dein Podcasthost Storytellerin, leidenschaftliche Storylistenerin, Generation-Befreierin und Spirituelle Mentorin. Und ich begleite Frauen dabei nicht nur zum kühnsten Traum ihrer Ahnen zu werden, sondern auch dabei, sich ein Leben zu kreieren, welches wirklich stimmig für sie ist. Mit stimmig meine ich nicht spektakulär „bang bang bang!“, sondern genau das, was für dich richtig ist.

 

[00:01:00.630]

Und in diesem Podcast. Ich habe es ja am Anfang auch schon gesagt Wenn du von Anfang an dabei bist, geht es wie gesagt um Spoken Medicine und vor allem um die Worte, die heilen können. Dinge, die wir teilen, die andere so bewegen, dass sie einen Moment auslösen. Und ich habe da so ein ganz konkretes Beispiel, wo ich noch mal teilen möchte, wie das passieren kann und vor allem. Wo noch mal so deutlich wurde, wie wichtig es ist zu teilen, weil wir dann wirklich erst auch erkennen können, welche Themen unsere sind und welche Themen kollektiv sind und vielleicht sogar auch epigenetisch kollektiv sind. Denn ich bin fest davon überzeugt, dass wir alle hier sitzen und damit aufwachsen, dass wir denken, das geht nur mir so.. Und vielleicht kannst du jetzt innerlich auch schon die Hand heben und sagen Ja, so eine Situation kenne ich. Das geht nur mir so, da bin nur ich davon betroffen. Da bin ich ein Einzelfall. Das kann niemand anders verstehen. Wieso geht es mir so? Und ich möchte dich heute einladen, den Gedanken noch mal zu öffnen. Also was wäre, wenn der Satz nicht heißt Das geht nur mir so. Sondern was wäre, wenn der Satz heißt Das geht uns so als Frauen? Was wäre, wenn der Satz wäre: Dass es mir so geht bestätigt ein kollektives Erfahren. Was wäre, wenn der Satz wäre: ich erkenne an, dass es nicht nur mir so geht und dass dieses Thema damit nicht seinen Ursprung in mir hat. Und in dem Moment fällt ganz viel Last von uns ab. Und in dem Moment wird ganz deutlich, dass vieles von dem, was wir uns vor allem als Frauen schultern, als uns geschultert wird. Also sind wir so kompliziert oder so, äh, unnötig anstrengend, dass das nicht unbedingt unsere Themen sind, sondern dass es kollektive Themen sind, dass es Themen sind, die die Gesellschaft auf uns drauf gibt, dass es Themen sind, allen Frauen so gehen und dass es nichts ist, was ich als Individuum vielleicht sofort lösen kann. Und ich möchte dir ein Beispiel geben.

 

[00:03:21.310]

Und zwar ist es so, dass ich vor gar nicht allzu langer Zeit eine Lesung auf Instagram gemacht habe. Das gibt es auch noch als Video. Ich verlinke das auch gerne noch mal, und zwar zum Thema Scham. Und ich habe aus meinem Buch Spiritual Feminist gelesen, habe mir ein Teil des Kapitels Scham sozusagen rausgesucht und habe da auch in diesem Teil einige meiner Erlebnisse geteilt. Es geht darum, wie die Gesellschaft uns zügelt, wie sie uns ja die Scham auflegt, sozusagen auch wie aus dem Venushügel das Schambein wird und wie wir irgendwann anfangen, uns automatisch selber zu zügeln. Du kannst dir das Ganze in Ruhe angucken. Ich will da gar nicht zu tief darauf reingehen. Und ein Beispiel möchte ich hier doch nennen.

 

[00:04:14.870]

Und es war das Beispiel, wo ich so erzählt habe, dass es mir sehr hängengeblieben in meiner Erinnerung, wie ich im Kindergarten bin. Und dann haben wir dieses Spiel gespielt dass nicht, ob, du das noch kennst. Wo der Löwe irgendwie durch die Sahara geht und dann geht er durch das Gras und dann manchmal so bewegt sich die Arme und macht die Geräusche dazu. Oder dann muss er über die Savanne stapfen und dann macht so eine, poltert man so auf den Boden und stellt sich vor, wie er über den Boden trampelt. Oder dann muss er durch das Wasser, damit man ein anderes Geräusch hat. Also es ist so ein körperlich aktives Spiel für Kinder sozusagen. Und danach gab es Musik und ich war an dem Tag super drauf und hatte mein Lieblingskleid an, was mich sowieso immer gefreut hatte. Ich hätte es am liebsten jeden Tag getragen, aber es musste zwischendurch einmal gewaschen werden. Es war so ein rosa Kleid, das ging natürlich über die Knie damals. Ich habe es geliebt, das mit einer roten Strumpfhose zu tragen, aber das ist ein anderes Thema. Styling mäßig. Und das hatte so kleine blaue Blümchen und so einen neckischen Kragen. So. Es kommt halt auch alles wieder und. Ich stand auf und habe getanzt und habe mich gedreht und habe genossen, wie dieses Kleid schwingt mit der Bewegung und war so voll mir, bis irgendwann mich jemand am Arm packt und sagt Jetzt gut, jetzt reicht’s!

 

[00:05:36.820]

Und das hat sich so eingeprägt bei mir Thema Zügel anlegen, dass ich gemerkt habe, wenn ich so in meinem Flow bin, dann bin ich zu viel. Wenn ich einfach nur für mich hin und her fließe, dann bin ich zu viel. Das darf nicht sein. Was passiert, ist, dass die anderen Kinder sich durchaus inspiriert fühlten von meinem „Oh my God, das ist so toll! Und auch auferstanden und quasi so eine kleine Dance Revolution stattfand im Kindergarten. Und die Kindergärtnerin, die ich da damals hatte, die fand das halt sehr geil und hat mich sozusagen gemaßregelt. Diese Erinnerung ist mir so präsent immer noch. Das heißt ganz oft übrigens auch als kurzer Exkurs, dass was uns emotional, also was uns präsent ist aus unserer Kindheit. Das sind oftmals dann Momente, die uns emotional geprägt haben. Ja, es gibt auch die traumatischen Momente, an die wir uns dann gar nicht mehr erinnern können, weil es einfach zu krass ist. Nur dass ich mich daran immer noch erinnere, zeigt, wie einschneidend dieses Erlebnis auch für mich war.

 

[00:06:36.070]

Und es hat dazu geführt, dass ich so nach und nach angefangen habe, mich auch selber zu zügeln und selber zurückzuhalten, damit ich nicht beschämt werde im wahrsten Sinne des Wortes, sondern mit jemandem, mich nicht mit mit Scham beschmeißt sozusagen. Und ich habe dieses Kapitel vorgelesen mit diesem Ereignis und anderen Ereignissen. Und dann kam die Rückmeldung. Danke, Kaja, dass du genau diesen Teil vorgelesen hast, denn in deiner Erzählung habe ich mich wiedererkannt und in dem Moment ist mir klar geworden, dass das Thema gar nicht nur mein Thema ist. Oder so was wie Danke, dass du diesen Teil vorgelesen hast. Ich habe dir zugehört und habe in dem Moment bemerkt, dass deine Situation ganz ähnlich sind zu meinen Situationen. Und ich habe mich auf einmal nicht mehr alleine gefühlt. Oder Wow, durch das Zuhören des Kapitels ist mir klar geworden, dass das Thema gar nicht mein Thema ist, sondern dass es ein Thema ist in unserer Gesellschaft. Und das war der Anlass, wo ich gedacht habe: So, jetzt mache ich da auch noch mal diese Podcast Episode zu, denn ich glaube, das ist so ein ganz wichtiger zentraler Teil.

 

[00:07:45.670]

Zum einen Ihr könnt euch natürlich alle das Buch kaufen, da gibt es ganz viele Themen, in denen du sich wiedererkennen wirst. Zum anderen zeigt es, wie wichtig es ist, dass wir teilen und das Teilen wirklich heilen des Themas Spoken Medicine. Da kommen wir natürlich zu dem Punkt. Auch da Teilen ist gesprochene Medizin, denn es bewegt was in den anderen. Und damit war das Kapitel Vorlesen auch eines Book of Medicine. Und das, was wirklich relevant ist, ist zu merken. In dem Moment, wo wir erkennen, dass ein Thema, von dem ich dachte, dass ich es alleine für mich trage, dass es ein Phänomen ist, was mich betrifft. In dem Moment, wo mir klar wird, dass es etwas ist, was uns betrifft, was Menschen betrifft, die so sind wie ich, was zeigt, dass es Menschen gibt, die genau solche Erfahrung haben wie ich. Wenn mir das klar wird, dann verändert sich mein Raum. Vielleicht passiert das jetzt auch gerade bei dir im Zusammenhang mit einem anderen Thema oder auch mit dem Thema Scham und sich zurückhalten und zügeln und so.. Für mich war das damals so, als ich anerkannt habe, als ich gemerkt habe Oh krass, das ist ein strukturelles Ding, das hat nichts mit mir zu tun. Ich war nie falsch, ich war nie zu laut, ich war nie zu unverschämt. Ich war nie zu fordern, sondern ich war für die Gesellschaft zu fordernd. Ich war für den Raum, der möglich war, zu fordernd. Was aber nicht an mir liegt, sondern an dem Raum, der zu klein ist.

 

[00:09:32.970]

Als mir klar geworden ist, dass es als Frau in dieser Gesellschaft keinen Raum gibt, der mir eingestanden wird dafür, dass ich einfach so bin, wie ich bin, sondern ich mir den kreieren muss. Und dass das nichts mit mir zu tun hat, das also nicht im Kern meine Schuld ist, da ist so viel von mir abgefallen, dass ich mittlerweile eigentlich keine Scham mehr habe. Und da ist mir nochmal klar geworden, wie wichtig es ist, dass wir erkennen, dass viele der Themen, die wir einfach wahrnehmen, als Frauen nicht unsere individuelle Schuld sind. Viele Situationen, in die wir kommen, als Frauen nicht unsere individuelle Schuld sind, sondern ein kollektives Erfahren, eine kollektive Wahrnehmung und eben auch eine kollektive Wiederholung von Dingen, die schon seit Generationen so sind. Und jetzt wird es interessant. In dem Moment, wo ich merke, das Thema, was mir immer wieder begegnet, was ich natürlich mein Thema ist, weil ich es erfahre, weil es mir begegnet, weil ich in dem Moment eingebunden bin, weil ich in dem Moment diejenige bin, die angesprochen wird.

 

[00:10:48.550]

In dem Moment, wo ich allerdings erkenne, auf der Ebene darüber, dass das ein Meta Problem ist in unserer Gesellschaft, dass das ein Thema ist, wo es nicht nur mir so geht, sondern auch anderen, kann ich zum allerersten Mal auch die Schuld gehen lassen. Oder dieses Gefühl von Ich habe das verbockt. Es gibt natürlich in unserer Gesellschaft und jetzt wird es interessant, diese Tendenz zum totalen Individualismus, zu dieser Idee davon, dass die Welt sich um mich dreht, dass ich nur gucken muss, dass es mir gut geht, dass es mein persönlicher Heilungsweg ist, das ist es auch, den will ich auch niemandem absprechen. Aber dass ich mich da nur um meine Themen kümmern muss. Und diese Perspektive, die hält uns alle gefangen. Denn wenn wir uns einbilden, dass es immer nur um uns gehen würde, dann verlieren wir das große Ganze aus den Augen und dann verlieren wir die Tatsache aus den Augen, dass wir uns in einem System befinden, das systemische Strukturen hat. Wo sich Muster systemisch wiederholen und nicht individuell.

 

[00:11:54.370]

Das heißt, diese Frau, diese Kindergärtnerin, die mich damals gezügelt hat., hat nichts mit mir zu tun. Ich kann mich im Kreis drehen, wie ich will. Hat das mit Ihrer Erfahrung zu tun und es hat was mit der gesellschaftlich kollektiven Idee davon zu tun, wie kleine Mädchen zu sein haben, nämlich lieb und süß und nett. Und nicht laut und tanzend und verbunden und ekstatisch und voll bei sich und in ihrer Kraft usw. und so fort. Und das zu erkennen, macht einen riesigen, riesigen Shift. Vielleicht sitzt du da jetzt gerade, während du diesen Podcast hörst und dir kommt irgendwelche Erinnerungen hoch, die kommen, irgendwelche Ideen und die kommen irgendwelche Bilder hoch. Behalte die, wenn du willst, dann drück auch jetzt auf Stopp und notiere das gerade auf dem Handy, auf einem Blatt Papier oder sonst was. Und merke dein System, also all das, was da so hochkommt, das ackert jetzt schon, Weil natürlich diese Worte, diese Spoken Medicinea nicht ungehört verhallen, sondern weil ich weiß mit hundertProzentiger Sicherheit, dass jede von uns mindestens eins dieser Themen mit sich trägt, also wir uns da auch wirklich verbinden können.

 

[00:13:04.710]

Und das ist total wichtig da auch erkennen müssen. Das bedeutet nicht, dass ich irgendjemandem seine persönliche Erfahrung oder ihre persönliche Erfahrung abspreche. Denn ich weiß aus eigener Erfahrung, wie es sich anfühlt. Dieses diese Emotion, dieses Erfahren will ich mir auch nicht absprechen. Nur ich kann es in eine andere Box packen. Ich kann es woanders hin packen und das hat mir einen riesigen Spielraum eröffnet an wie ich sein kann. Ohne dass ich noch irgendwie denken muss. Oh mein Gott. Was ist, wenn jetzt jemand kommt und mir sagt Ich bin doch. Denn in dem Moment, wo mir klar geworden ist, dass dieses sich zügeln Thema oder ich sage mal dieses Scham Thema, dass das etwas ist, was kollektiv auf uns geworfen wird. Habe ich gemerkt Es ist egal, was ich tue. Es wird mir sowieso vorgeworfen, es ist egal, was ich tue, es wird mir sowieso auf mich geschmissen sozusagen. Es wird mir eh angehängt. Weil ich einfach eine Frau bin. Weil ich mein Ding tue. Weil ich nicht der klassischen Idee der braven Frau entspreche. Und das hat für mich wie gesagt, sehr viel gestiftet. Und vielleicht ist dieser Gedanke auch einer, der bei dir einiges stiften kann bei diesen ganzen klassischen Themen. Vor allem, wenn es darum geht, uns unseren Selbstausdruck zu erlauben und zu merken Du warst nie falsch, sondern es ist ein Muster, was sich kollektiv wiederholt. Ich möchte da eine kurze Atempause noch mal einen Schritt weitergehen.

 

[00:14:53.420]

Der Grund weil sich das immer wiederholt, ist natürlich, weil wir uns weiterhin in diesem konkreten Beispiel in einem System befinden, wo Frauen immer noch nicht so sein dürfen, wie sie sind und Frauen immer noch nicht ihre komplette Facettenreichheit an Frausein leben dürfen, weil es in gewisse Erwartungen nicht reinpasst oder weil es gewisse Ideen davon, wie Frauen zu sein haben, nicht reinpasst. Und wir uns immer noch am Patriarchat befinden, was Frau als nicht so cool denkt. Daran hat sich bisher auch nichts geändert. Da ändert sich gerade aktiv ganz viel dran. Doch das default System ist an vielen Stellen eben noch so Du bist als Frau vollkommen akzeptiert und du kannst als Frau das tun, was du möchtest, solange du das tust, was irgendwie okay ist, solange du nicht über diese imaginäre Linie trittst. Solange du nicht deinen Tanzbereich verlässt, kannst du doch machen, was du willst. Ist doch super.

 

[00:15:52.170]

Doch was ist, wenn mein Tanzbereich mir zu klein ist? Was ist, wenn ich einen anderen Rhythmus tanzen möchte? Und dann sehen wir das immer noch häufig genug im Hier und Jetzt. Auch, dass Frauen dort eben eingeschränkt werden. Und diese nächste Ebene ist, dass das ja nicht nur uns so ging, sondern unseren Müttern, unseren Großmüttern, unseren Urgroßmütter, unseren Urgroßmutter. Und ich könnte noch weiter zurückgehen. Und je weiter wir zurückgehen, desto enger wird gefühlt das Korsett an Optionen für weiblichen Selbstausdruck.

 

[00:16:24.110]

Sprich, wenn ich jetzt schon das Gefühl habe, dass ich mich einschränken muss, dann zieht sich bei mir innerlich wirklich ganz viel zusammen, Wenn ich daran denke, wie es meiner Großmutter gegangen ist. Also von der weiß ich einfach auch noch Lebensentscheidungen, die sie getroffen hat, wo ich mir denke, meine Güte, sie hat echt keinen anderen Ausweg gesehen, um irgendwie so ein bisschen was von sich selber leben zu können. Sie ist als 14tes Kind geboren worden. Die wollte auch keiner mehr. Das war so ein bisschen so Gott, da kommt noch eine. Ähm, der Lehrer wollte sie unbedingt aufs Gymnasium schicken. Meine Urgroßeltern, er war so Landarbeiter, Straßenarbeiter, meine Großmutter war hauptsächlich Gebärende und hat also den Haushalt geschmissen und das Land beackert, sie haben beide gesagt, es ist vollkommen unvorstellbar, es kann sie sich nicht leisten. Und dann auch noch das jüngste Mädchen. Und dann ist meine Oma zum Bund Deutscher Mädel gegangen, weil das für sie der einzige Weg war, von zu Hause wegzukommen. Und sie hat das überhaupt nicht hinterfragt, weil das hat sie alles nicht interessiert, weil für sie war das Wichtige, dass sie endlich rauskommen kann, dass sie endlich so sein kann, wie sie ist. Ihre Intelligenz zeigen, strebsam, also all diese Attribute, die ja auch bei den Nazis irgendwie so ein bisschen gefördert wurden. Und dann hat sie einfach nicht hinter die Maschinerie geguckt. Ich will diesen Weg meiner Großmutter gar nicht bewerten jetzt, und will auch gar nicht das Thema reingehen. Da kann man noch mal eine andere Podcastfolge zu machen. Aber worum es mir geht, ist zu sehen, wie wenig Optionen sie überhaupt gehabt hat. Obwohl Menschen da waren, die gesagt haben tut das mit dem Kind, das ist möglich, das solltet ihr machen. War das einfach nicht denkbar. Das macht man mit Mädchen nicht. Und wenn ich dann noch weiter zurückdenke. Ich weiß nicht, wie es dir da jetzt so geht, wenn du da so rein spürst. Dann die Urgroßmutter, die Urgroßmutter und dann noch mal so vielleicht fünf, sechs Generationen weiter. Dann merk ich so richtig, wie sich bei mir innerlich was zusammenzieht, wenn ich daran denke, wie sehr die sich zügeln mussten, wie sehr die sich beschämen haben lassen müssen, wenn man das so  sagen kann. Aber wie oft sie auch so schamhaft sein mussten, dieses ganze Thema mit Anstand und so ist ja auch noch so ein anderes Ding. Und wie wenig Spielraum da war, einfach so zu sein, wie sie war. Mit all dem, was sie sein wollten.

 

[00:19:10.350]

Und dann merke ich, dass dieses kollektive Thema eben auch gleichzeitig ein epigenetisch ist. Thema ist, dass es etwas ist, was uns eben auch in den Knochen hängt, dass da ganz viele Frauen vor mir sind, die irgendwann aufgegeben haben, die sich angepasst haben, die stiller geworden sind, die leiser geworden sind, die gefälliger geworden sind. Die. Ja einfach geguckt haben, dass sie gut durchkommen. Und da hat bei den allermeisten eben nicht dazugehört, laut zu sein und widerspenstig zu sein und barfuß durch die Mondscheinnacht zu tanzen, sondern Zähne zusammenbeißen und durch. Und so merke ich auch, wenn ich in so Themen reingehe, jetzt spüre ich das in mir. Das ist jetzt gar nicht mehr so, dass mir das so klar wird im Außen wie mit dem, das ist ein kollektives Thema, das ist etwas, das wird mir klar im Außen, sondern ich spüre in mir wirklich, wenn ich da rein spüre, eine Emotion und eine Energie, von der ich denke alter Falter.

 

[00:20:16.780]

Und ich weiß, es gibt in meinem Leben für diese Intensität von Energie und diese spezifische Emotion keinen Ursprung. Auch wenn ich diese Erfahrung im Kindergarten hatte, das kenne ich nicht. Und das ist dann ganz auf der Hinweis darauf, dass es ein Thema ist, welches wir uns auch angucken dürfen. Denn solange das aktiv ist, hält uns das auch. Natürlich, weil es immer wieder auch in unserer Epigenetik sozusagen getriggert wird. Und ich habe für mich gelernt, immer wieder auf diese beiden Ebenen zu gucken. Immer als erstes zu schauen, ist das Individualthema? Oder ist es vielleicht wirklich ein kollektives Thema? Je nachdem, was für eine Art von Thema das ist. Also wenn. Wenn es solche Sachen sind, in denen mir gesagt wird Du darfst nicht, du kannst nicht. Also etwas, was mir von außen sozusagen gespiegelt ist, dann gucke ich beim kollektiven. Etwas, was ich von innen erfahre, dann gucke ich natürlich bei den anderen. Und immer beides zu kombinieren. Und ja, das vielleicht noch mal zum Abschluss zu merken.

 

[00:21:24.560]

Je mehr wir da hingucken, desto mehr werden wir merken, wie wenig Themen im Ursprung unsere sind, Desto einfacher können wir anfangen zu sein und können endlich aufhören, uns durch all diese Coachings und Selbstoptimierungsgeschichten zu pushen, ohne das Gefühl zu haben, dass sich wirklich was verändert. Ohne das Gefühl zu haben, dass hier innen so ein tiefes Durchatmen sind, so ein Trauma Release sozusagen so eine Trauma Erlösung stattfindet. Denn solange wir denken, dass unsere Themen nur unsere Themen sind, gucken wir beim falschen Ursprung. Und dazu gesagt das Thema Scham oder mich selber zügeln. Das kann eines sein, was meines ist, was Kollektives und was nur ein Thema ist. Also es geht genauso, dass es auf allen dreien eben das war. Bei mir waren es alle drei Ebenen. Und wenn jetzt noch mal was hochkommt, dann gucke ich auch immer gleich direkt bei drei Ebenen. Nur was es eben ist. Es ist nicht nur meines gewesen, sondern es ist eben auch kollektiv und epigenetisch, aslo ahnengeprägt gewesen. Und damit löst sich ganz viel.

 

[00:22:42.370]

Und das ist das, was ich dir heute gerne mitgeben möchte, wenn du so auf dem Weg bist, wenn du dir Dinge überlegst, du du gerne machen möchtest, wenn es etwas gibt, was ja, was raus möchte an Freude, an Kreativität, an Ausdruck oder sonstigem und du spürst, irgendwas in dir hält dich zurück. Dann lohnt es sich zu gucken, nicht nur bei dir und zu denken Ja, da schäme ich mich für ich kriegt das nicht hin. Ich trau mich einfach nicht, mir meinen Raum zu nehmen. Oder muss ich noch krasser werden? Da muss ich noch pushiger werden oder sonstiges. Also nicht direkt wieder bei dir zu gucken. Thema Schuld. Was mache ich falsch? Weswegen ich diesen Selbstausdruck nicht in die Welt bringen kann, sondern direkt mal zu schauen okay, was würde sich in meinem Denken und Handeln in diesem Moment ändern, wenn ich diesen anerkennen würde, dass es ein kollektives Thema ist, da die Verbindung suchen? Was würde sich in meinem Denken und Handeln ändern, wenn ich anerkenne, dass es epigenetisch das Thema ist, dass es zu meinen Ahnen gehört, nicht im Ursprung meines? Wie fühlt es sich dann an? Und ich kann dir versprechen, dort entsteht sofort ein Raum. Ja. Ich kann es für mich. Ich nehme ihn für mich immer so wahr, in dem ich direkt tiefer durchatmen kann und wo ich direkt immer das Gefühl habe, das weißt du, wie so ein Neoprenanzug, der eigentlich so ganz eng bei mir ist, dass der auch einmal aufgeblasen wird. Wo ich auch ein erfahrbaren Raum, um mir mich wahrnehme, wie so eine Glaskugel dann, ich denke ja. Okay. Klack gemacht.

 

[00:24:18.750]

Und das ist so dieser, dieser Impuls, dass dieses Blog in dieser Episode was wäre. Beziehungsweise was ist. Weil es ist ja so, aber das mitzunehmen, was wäre, wenn die Themen, die du wahrnimmst und die du vielleicht nicht so richtig lösen kannst, für dich gar nicht im Ursprung deine Themen sind? Wie würdest du dann mit ihm umgehen und was würde das an Last auch, von Verantwortung – ist glaube ich nicht das richtige Wort – Schuld Schuldgefühle von dir nehmen, denn wir haben keine Schuld. Wir haben die Verantwortung, wenn uns etwas klar ist, die Dinge zu verändern. Und es ist nicht unsere Schuld, dass wir ein kollektives Thema in uns tragen. Es ist nicht unsere Schuld, dass wir das erfahren. Es ist nicht unsere Schuld, dass wir epigenetische Themen in uns tragen. Doch wenn wir das erkennen, dann ist es unsere Verantwortung, das zu lösen, um diesen Raum zu öffnen. Nicht nur für uns, sondern eben auch für all die anderen.

 

[00:25:14.330]

Und damit sind wir eben genau wieder beim nächsten Punkt. Es geht nicht immer um uns, sondern es geht auch um alle anderen. Für alle gesorgt. Es ist auch für mich gesorgt. Wenn ich für alle sorge, sage ich automatisch auch für mich. Ich hoffe, dass diese Episode dich so ein bisschen inspirieren konnte. Und vielleicht wuseln dir so die einen oder anderen Ideen oder Gedanken oder Bilder durch den Kopf. Ich lade dich da nochmal ein, wenn du das spürst, immer wieder zu gucken, ist es etwas, was von außen kommt. In der Erfahrung, also in meiner Kindergartenerfahrung, ganz deutlich. Da kommt eine Person von außen sehr offensichtlich nicht meins. Mainstream von außen. Oder wurde etwas gesagt wird, wo etwas geschrieben wird, also etwas von außen kommt in dieser Situation, dann weißt du, es ist ein kollektives Thema. Wenn du das Gefühl hast, dass es von innen kommt, dann spür da hinein, spür in diese Emotion hinein, die du dazu wahrnehmen kannst. Wenn es etwas ist, wo du sagst, da habe ich überhaupt keinen Impuls in diesem Leben, ich wüsste gar nicht, woher das jetzt kommt. Herzlich Willkommen Ahnenthema. Wenn du merkst, es ist etwas, wo du sagst Ja, klar, dass das kenne ich, da weiß ich sogar, wann das wo das her, dann weißt du, das ist der Teil, der zu dir gehört. Und wenn es ein Ahnenthema ist, dann kannst du wirklich innerlich diese Emotionen nehmen. Dir einfach vorstellen, wie du sie vor dich legst und sagst Ich erkenne euch an, ich erkenne euren Schmerz, eure Emotion an und hier und heute lasse ich sie gehen. Und zu gucken, was dann passiert. Also kurz zusammengefasst.

 

[00:26:59.940]

Ich bin sehr neugierig auf deine Kommentare zu dieser Episode. Lasse mir gerne da. Auf dem Blog oder auf YouTube. Ich freue mich natürlich wie immer über fünf Sterne beim Apple Podcast, weil diese fünf Sterne sind wirklich so ein bisschen das Gold, äh des Podcast, der Podcast Sichtbarkeit. Denn je mehr Sternchen so ein Podcast kriegt, desto mehr sagt Apple Oh, den zeige ich aber noch mehr anderen Leuten und damit kommt diese Spoken Medicine in die Welt. Die Sterne kann man auch anonym abgeben, also passiert gar nichts. Natürlich freue ich mich auch tierisch über Bewertungen. Ich lese die immer sehr gerne, wenn sie kommen. Und wenn du einen Themenwunsch hast, dann kannst du einfach auf den Blog gehen und dort ein Thema hinterlassen.

 

[00:27:54.220]

Und wenn du tiefer in dieses Thema einsteigen willst, von kollektiven Traumata an Traumata, deinen Trauma bzw.. Themen, dann lade dich ein. Das Buch „Du bist die Antwort auf deine Fragen“ zu lesen, denn dort geht es genau darum Was haben wir von unseren Ahnen mitgenommen? Wie können wir damit arbeiten oder auch gerne dir das Ahnen-Bundle anzuschauen auf der Website. Da gibt es gleich drei richtig kraftvolle Acestral Healings und Clearings. Also wirklich, wir arbeiten mit drei großen Themen und da kannst du sozusagen direkt aktiv einsteigen.

 

[00:28:39.250]

Ich freue mich erst mal sehr, dass du bis hierhin dieser Spoken Medicine gelauscht hast. Und verabschiede mich. In Sisterhood ist ganz bald.

 

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Die Kraft von Sisterhood & Ahnen

Wirklichkeit und Wahrheit

Heute starten wir mal etwas anders, denn ich möchte dir ein Stück aus meinem Buch Spiritual Feminist vorlesen und das als Basis für das nutzen, worüber ich heute mit dir sprechen möchte. Und zwar unsere Wahrnehmung der Welt und die Wahrheiten, die diese Welt prägen und vor allem, was sie mit uns als Frauen mit anderen machen.

Ich dachte immer, dass es eine Wahrheit geben würde. Die Wahrheit. Dann habe ich gemerkt, dass es verschiedene Erwachsene verschiedene Wahrheiten hatten. Und vor allem wurde mir bewusst, dass wir alle in verschiedenen Wirklichkeiten leben. In dieser Episode tauchen wir ein in das Schreiben der Geschichte und was es bedeutet, dass diese von Männern geschrieben wurde. Wir öffnen den Raum für diejenigen, deren Geschichte irrelevant erschien: Frauen. Wir schauen uns eine alternative Realität zu unsere heutigen an, in der wir durch die Zeit zurück reisen. Und du wirst am Ende die Welt nicht mehr so sehen, wie zuvor.

Jedes Zitat, dass von „Anonym“ ist, stammt höchstwahrscheinlich von einer Frau.

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So lange Frauen ihre Geschichte nicht kennen,

solange sie nicht wissen, wo sie herkommen,

wissen nie wirklich, wer sie selber sind.

Gerda Lerner

Was wäre, wenn das, was uns geschichtlich mitgegeben wurde, über die Rolle der Frau und wie sie vermeintlich gewesen ist, in manchen Situationen überhaupt nicht stimmt, sondern eine subjektive Darstellung ist, die immer jemandem genutzt hat -meistens nicht die Frauen. Dann befinden wir uns im Hier und Jetzt, in diesem, zwischen diesen beiden Feldern, in diesem Spalt.

Auf der einen Seite haben wir die historisch – vermeintlich historischen – Ereignisse und all das, was daraus entstanden ist. Das Patriarchat als Gesellschaftsform, das dafür gesorgt hat, dass immer bestimmte Geschichten auch weitergegeben werden – die Geschichte von dem männlichen Helden, von dem Feldherren, von Männern als Genies usw. und so fort. Auf der anderen Seite haben wir das, was uns prägt durch unsere Ahnen, durch das, was die erlebt haben, durch die Realitäten, die die mitgenommen haben, durch die Erfahrung, die sie gehabt haben. Und das beides wirkt auf uns im Hier und Jetzt.

In dieser Mitte befinden wir uns. Und weder das eine noch das andere ist wahr, sondern es ist nur eine Wahrnehmung dessen Interpretation von etwas. Wenn du da rein spürst, weil ich weiß das für mich, ich hatte damals wirklich so das Gefühl, es muss doch noch mehr geben, aber ich wusste nicht, was sein konnte. Bis ich wirklich mehr und mehr darauf gestoßen bin, dass das, von dem ich dachte, dass die Welt so ist, eben nicht so ist. Und es bedeutet auch, dass wir als Frauen auf einmal einen viel größeren Darstellungsraum haben, einen viel größeren Verkörperungsraum dessen, was möglich ist.

Frauen durften nicht existieren in Grandiosität,

in Brillanz, in Außerordentlichkeit,

in Besonderheit, in Macht, in all diesen Dingen,

weil das nicht ins System passte.

Kaja Andrea

 

Deswegen finde ich es so wichtig, dass wir anfangen, diesen Raum wieder zu öffnen und dass wir anfangen, wieder uns zu verkörpern und uns versuchen zu erinnern an das, was möglich ist. Wie wir als Frauen in dieser Welt sein können, wie wir als Frauen in Verkörperung sein können, wie wir als Frauen ein Ausdruck dessen finden, was für uns stimmig ist. Jenseits von kollektiven Narrativen, jenseits von epigenetischen Prägungen, sondern beginnend damit, diesen Raum zu öffnen, von dem ich glaube, dass er wahnsinnig wichtig ist.

Denn wenn wir anfangen, Geschichte zu schreiben und uns dazu entscheiden, unsere Geschichte ganz bewusst selber zu schreiben und dafür zu sorgen, dass sie eben nicht wieder wegdiskutiert werden kann, dann können die nächsten Generationen unsere Geschichten hören, unsere Geschichten sehen, unsere Geschichten lesen und die danach kann das wieder tun und wieder tun.

Und so werden wir im Hier und Jetzt zu Ahninnen in der Zukunft.

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Ich freue mich zu erfahren, wie dir die Folge gefallen hat und was dein Aha-Moment war. 
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In Sisterhood.

Hier findest du das komplette Transkript
[00:00:10.560]

Hallo und herzlich willkommen zu einem Spoken Medicine Podcast. Heute starten wir mal etwas anders, denn ich möchte dir ein Stück aus meinem Buch Spiritual Feminist vorlesen und das als Basis für das nutzen, worüber ich heute mit dir sprechen möchte. Und zwar unsere Wahrnehmung der Welt und die Wahrheiten, die diese Welt prägen und vor allem, was sie mit uns als Frauen mit anderen machen. Ich habe das Buch Spiritual Feminist vor einiger Zeit geschrieben und finde, dass es ein ganz wunderbares Buch geworden ist. Und das hat den Untertitel Warum es Zeit ist für ein neues weibliches Selbstbild. Body Freedom und Sisterhood. Und mir ging es in dem Buch wirklich darum, dass wir erkennen und dass uns vor allem auch klar wird, woran das liegt, dass die Dinge, die heute so sind und von denen wir teilweise annehmen, dass sie schon immer so waren, eben nicht immer so waren. Dass Verhaltensweisen von Frauen, wie wir sie heute kennen, eben nicht schon immer so waren, sondern dass die geprägt sind, dass die geprägt sind von einer Realität, einer vermeintlichen Wahrheit und Narrativen, die über die Zeit wiederholt wurden, die sich eingeprägt haben, die aber nicht unbedingt die Wahrheit als solches sind. Und vor allem geht es darum, dass wir uns die Deutungshoheit über die Wirklichkeit als Frauen wieder zurückholen. Was ich damit meine? Dazu möchte ich mit dem Auszug aus Spiritual Feminist starten und dann später einsteigen.

 

[00:02:22.350]

Die Entscheidung über Wirklichkeit. Ich dachte früher immer, dass es nur eine Wahrheit geben würde. Die Wahrheit. Dann habe ich gemerkt, dass es verschiedene Erwachsene verschiedene Wahrheiten hatten. Und vor allem wurde mir bewusst, dass wir alle in verschiedenen Wirklichkeiten leben. Ich werde dich jetzt nicht bitten, dich für eine Pille zu entscheiden und damit die ultimative Wirklichkeit zu erfahren. Quasi Matrix Style. Obwohl ich persönlich nichts dagegen hätte, wenn jetzt in diesem Moment Reeves neben mir sitzen würde. Meine Realität sieht jedoch anders aus. Wenn ich davon spreche, dass wir alle in verschiedenen Wirklichkeiten leben, meine ich nicht, dass wir in komplett unterschiedlichen Realitäten leben. Ich meine damit, dass die Realität unterschiedlich auf uns wirkt. Nehmen wir einen Plausch unter vier Freundinnen in einem Cafe. Wenn man jede einzeln im Anschluss bittet, die vergangene Stunde wiederzugeben, so wird man mit vier verschiedenen Geschichten konfrontiert.

 

[00:03:24.320]

Die eine Frau berichtet über die Käse Sahnetorte, dass über Männer gesprochen wurde und wie gut es ihr tat, mal wieder mit den anderen zusammenzukommen. Sie wird einige Details der Unterhaltung wiedergeben und was sie darüber denkt. Die nächste wird sagen, dass der Tisch nicht richtig sauber war. Ein schöner Tisch jedoch. Es war ziemlich laut in dem Kaffee und der Kaffee war auch nicht mehr so richtig heiß. China hatte ihr pinkes Polyesterkleid an, das immer so raschelt, wenn sie neben einem sitzt. Doch es war eine angenehme Unterhaltung und irgendwie ging es, glaube ich, um Männer und wir haben viel gelacht. Wir können uns jetzt auch noch von den anderen Zweien erzählen lassen, wie dieser Nachmittag war. Entscheidend ist doch. Je nachdem, wie wir in die Welt schauen, so nehmen wir sie war. Dabei wird diese Wahrnehmung und die dadurch entstehende Wirklichkeit nicht nur durch den Moment geprägt, sondern durch alles, was wir in unserem Leben erfahren haben. Und durch das, was uns mitgegeben wurde. So kann zum Beispiel eine epigenetische Prägung dafür sorgen, dass ich besonders sensibel auf bestimmte Reize reagiere, die anderen überhaupt nichts ausmachen.

 

[00:04:42.720]

Ebenso kann eine Erfahrung in meiner Kindheit dazu führen, dass ich immer mit Blick zu Tür sitzen muss und damit aber auch immer die Tür im Fokus habe. Und wer nichts anderes mitbekomme? Dass jeder Mensch seine eigene Wirklichkeit hat, ist grundsätzlich erst mal nichts Schlimmes. Es kann durchaus bereichernd und lehrreich sein, wenn wir uns darauf einlassen. Kritisch wird es jedoch, wenn wir nur unsere Wahrheit und Wirklichkeit gelten lassen, weil sie die aktuell für uns einzig erfahrbare ist. Und damit anderen Menschen ihre Erfahrungen absprechen. Kritisch wird es, wenn es kollektive Narrative gibt, die vermeintliche Wirklichkeiten schaffen, denen wir nicht entsprechen und die uns suggerieren, dass unsere Wirklichkeit falsch ist. Kritisch wird es, wenn wir von unserer Wirklichkeit aus auf die Wirklichkeiten von anderen schließen. Denn was auf uns wirkt und in welcher Intensität, ist gebunden an die eigenen Erfahrungen. Das ist übrigens auch der Grund, warum es immer noch Frauen gibt, die Feminismus befremdlich finden. Ihre Wirklichkeit ist so anders als beispielsweise meine. So anders, dass sie die Notwendigkeit von Feminismus nicht nachvollziehen kann.

 

[00:06:06.930]

Doch wie finden wir da zusammen? Indem wir erkennen, woher die Unterschiede wirklich kommen. Indem wir beginnen, uns die Mühe zu machen, weiter als bis zur eigenen Kaffeetasse zu gucken. Indem wir erkennen, dass eigene Wirklichkeit und echte Realität nicht zwangsweise etwas miteinander zu tun haben. Und indem wir beginnen, in Solidarität zu gehen. Und zur Solidarität gehört vor allem auch immer Mitgefühl. Wie unsere Sicht der Welt entsteht. Um unserer Zukunft willen müssen wir zu den matriarchalen mystischen Quellen zurückkehren, um von dort frisches Wasser des Lebens zu holen und unseren Durst nach ganzheitlichem Leben zu stillen. Jutta Faas. Geschichte. Und genau das könnte ein Zugang zu unseren Quellen sein. War schon immer irgendwie schwierig für mich. Noch heute erinnere ich mich daran, wie schwer es mir damals in der Schule fiel, mir all die Daten und Fakten aus dem Unterricht zu merken. Meine Geschichtslehrerin, nennen wir sie Frau Hoffmann, hatte die Angewohnheit, eine Frage zu stellen, und wenn sich nicht sofort jemand meldete, schaute sie, wie mir schien, herablassend auf ihre uhr und dann in die Klasse.

 

[00:07:28.280]

Frau Hoffmann liebte die Ägypter. Mit dieser Lehrerin tauchten wir ein Jahr lang in die Welt der legendären Pharaonenein. Vielleicht waren es auch zwei war. Hoffmann selbst wurde auch eine Legende, denn jedem, der jemals bei ihr Unterricht hatte, blieb sie im Gedächtnis. Es gab noch einen anderen Geschichtslehrer, an dessen Namen kann ich mich aber nicht mehr erinnern. Ich weiß noch ungefähr, wie er aussah. Spindeldürr Typ mit Bart, der ob unser Unwissenheit mal die Augen zusammen kniff. Ich glaube, wir haben mit ihm über das Dritte Reich gesprochen. Es kann aber auch die Griechen gewesen sein. Ich weiß es nicht mehr so richtig, in welcher Klasse ich ihn hatte. Auch meine ehemaligen Mitschülerinnen haben keine Details mehr zu ihm parat. Er spielt in unseren Erinnerungen eine flüchtige Nebenrolle. Und so kam es, dass ich viel über die Ägypter wusste und wenig über andere geschichtliche Epochen. Denn die Geschichte wird von denen erzählt, die sie beherrschen. Und Frau Hofmann beherrscht ihr Fach, die Zeit.

 

[00:08:34.800]

Und uns.

 

[00:08:37.050]

An diesem kleinen Beispiel wird deutlich, wie sehr unsere Erinnerung von emotionalen Ereignissen geprägt wird und wie unsere Wahrnehmung der Welt von denen geprägt wird, die sie uns vermitteln. Unsere Wirklichkeit wird von denen geprägt, die vor uns kommen. Ob durch orale Weitergabe oder schriftliche Zeugnisse, die sie hinterließen. Selten lesen wir im Nachhinein unser eigenes Tagebuch und denken, dass es zukunftsweisend sein könnte. Oder blättern durch die Seiten und bekommen neue Einsichten. Im besten Fall taugt es für einen Dialog. Frau Hoffmann schien mir ein echtes Pharaonenfangirl zu sein. Sie schwärmte von der kulturellen Überlegenheit, von der Kultiviertheit und der faszinierenden Architektur der alten Ägypter. Meine bescheidenen Fragen nach denjenigen, die diese riesigen Gebäude mitten in der Wüste erbaut hatten, wurden abgetan, denn das Entscheidende sei ja, dass die Gebäude existierten. Meine Frage nach dem Leben der einfachen Menschen wurde, so mein Eindruck, als unwichtig zur Seite gestellt, denn es ging ja schließlich um den Glanz und Gloria der phantastischen Herrscher vom Nil. Meine Frage, woher die eigentlich kamen, waren sie doch alle vermeintlich hellhäutig, wurde einfach ignoriert.

 

[00:09:56.850]

Ich lernte also Geschichte nimmt man so hin, wie sie ist. Mittlerweile habe ich Antworten auf meine Fragen gefunden und viele davon sind in dieses Buch eingeflossen. Und sie sind wahrscheinlich ganz anders, als du sie dir vorstellst. Wenn es um Geschichte und um die Deutungshoheit darüber geht, dann tun wir etwas, das sich für mich bis heute nicht erklärt. Wir nehmen Aufzeichnungen als Grundlage für eine vermeintliche Wahrheit. Und diese vermeintliche Wahrheit bildet dann die Grundlage für eine ebenso vermeintliche Weltansicht. Geschriebenes wird einfach so lange wiederholt, bis wir glauben, dass es wirklich das wiedergibt, was einst geschah. Uns wurde eine Version der Geschichte so oft erzählt, bis wir davon überzeugt waren, dass es die Wahrheit ist. Das Problem dabei ist jedoch, dass die Geschichte immer nur von denjenigen geschrieben wurde, die zum einen schreiben konnten und zum anderen auf der Seite der Gewinner standen. Wenn wir uns das klarmachen, bekommt das, was wir gemeinhin als allgemein gültige geschichtliche Wahrheit betrachten, einen ganz anderen Touch. Unsere Ideen von der Vergangenheit beginnen zu bröckeln und wir können durch die entstehende Spalte erkennen, dass es hinter der Mauer der geschriebenen Geschichte noch viel zu entdecken gibt. Eine Wahrheit, die tiefer geht als das, was unsere heutige Gesellschaft darstellt und nährt. Eine Perspektive auf die Welt, die vieles von dem, was wir gemeinhin als gegeben hinnehmen, in Frage stellt. Es sind die Geschichten der Menschen, die unterlegen waren, die unterdrückt wurden und als unwichtig angesehen. Und damit ist es auch ganz maßgeblich die Geschichte und Wahrheiten von Frauen. Genau die werden wir uns in diesem Buch genauer anschauen.

 

[00:11:56.800]

Ich habe diesen Teil aus Spiritual Feminist gewählt, weil er A den Anfang des Buches bildet und B. so symbolisch für mich steht für das, weswegen ich dieses Buch geschrieben habe, weswegen es diesen Podcast gibt, weswegen es das gibt, was ich tue. Denn ich habe selber für mich irgendwann festgestellt, dass es in mir einen Teil gab, der das Gefühl hatte, es muss doch irgendwie noch was anderes geben. Irgendwie ist da was in mir drin, für das, was in mir drin ist, was seinen Platz sucht, was seinen Raum sucht. Gibt es irgendwie keinen Platz, kein Raum da draußen.

 

[00:12:36.910]

Und mir ist irgendwann klar geworden auf meiner Suche, als ich angefangen habe, Dinge zu hinterfragen und glücklicherweise auch groß geworden bin in einem Haushalt, in dem es Bücher von ganz phantastischen Frauen gab, auf die ich gleich zu sprechen komme. Das es einmal die Geschichte gibt, wie sie mir in der Schule erzählt wurde und dann eine Geschichte gibt, die außerhalb der klassischen Geschichtsbücher existiert. Was auch bedeutet eine Realität, die außerhalb der klassischen Geschichtsbücher existiert. Eine dieser phantastischen Frauen, die meine Weltsicht verändert hat, ist Gerda Lerner oder Gerda Lerner, wie sie dann in den USA genannt wurde. Und zwar ist sie die Erfinderin, Initiatorin von Women’s History, also Frauengeschichte, und hat das in den USA zu einem Studienfach gemacht. Denn was Gerda Lerner gesagt hat, ist, dass so lange Frauen ihre Geschichte nicht kennen, solange sie nicht wissen, wo sie herkommen, sie nie wirklich wissen, wer sie selber sind. Und ich glaube, dass da was ganz, ganz Wahres dran ist. Wenn wir uns Geschichte angucken, wenn wir zurück gucken in das, was uns allgemein erzählt wird, gibt es viele verschiedene Versionen davon, wie Männer sein können. Und es gibt glorifizieren Erzählungen zu Männern oder männlich gelesenen Personen. Aber es gibt ganz wenig Optionen davon, wie wir als Frauen sein können. Wir müssen uns darüber im Klaren werden, dass wenn wir Geschichtsschreibung betrachten, so wie wir sie kennen, wir nur die Hälfte der Wahrheit maximal kennen. Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass die Geschichten von Frauen nicht erzählt wurden. Nicht umsonst gibt es diesen wunderbaren Satz „Jedes Zitat, das offiziell anonym ist, ist höchstwahrscheinlich von einer Frau“. Denn es ist ganz wichtig, auch da nochmal hinzugucken. Frauen durften nicht existieren in Grandiosität, in Brillanz, in Außerordentlichkeit, in Besonderheit, in Macht, in all diesen Dingen, weil das nicht ins System passte. Wir müssen uns klar machen und uns immer wieder daran erinnern, auch wenn sich das oberflächlich im ersten Moment im Hier und Jetzt nicht so anfühlt, dass wir in einem System leben, was im Ursprung von Männern für Männer gemacht wurde, wo Frauen nicht mitgedacht wurden. Und deswegen war es auch nicht relevant, unsere Geschichte zu erzählen.

 

[00:15:10.810]

Und der andere Aspekt ist, dass vieles von dem, was ich sage, es in Anführungsstrichen mal Frauen zugeordnet wurde. Oral weitergegeben wurde, dass ganz lange Frauen keinen Zugang zu Schrift hatten, weil es ihnen auch vorenthalten wurde und damit sowieso sich schon von vornherein auch einmal eine Wertigkeit ergeben hat, dass das, was aufgeschrieben ist, mehr wert ist, als das, was erzählt wird. Und da sind wir schon in dieser Überheblichkeit der der westlichen intellektuellen Welt gegenüber den ursprünglichen indigenen Weisen von Wissensweitergabe und Weisheitsweitergabe. Es gibt heute noch Geschichten in dieser Welt, die werden seit Ewigkeiten erzählt, weil sie von Generation zu Generation weitererzählt werden. Und das ist das, wo Geschichte lebendig ist. Das ist das, wo wir das Echo unserer Ahnen in jedem einzelnen Mal, dass diese Geschichte erzählt wird, wieder hören. Und das ist das, wo wir uns erkennen kann. Und natürlich verändern sich diese Geschichten auch über die Zeit. Es hängt immer davon ab, wer sie erzählt. Doch das Ding ist erzählen kann jeder und kann jeder. Schreiben war vielen vorenthalten.

 

[00:16:22.900]

Und so befinden wir uns als Frauen in diesem Zwischenraum von einer kollektiven Geschichte, die erzählt wurde, die eine bestimmte Sicht der Welt geprägt hat und von Ahnenerleben, was uns geprägt hat, was durch die Erfahrungen unserer Vorfahren geprägt wurde. Und in diesem kleinen Raum, in dieser Spalte dazwischen versuchen wir zu existieren. Bevor ich dahin kommen, wie wir aus dieser Spalte rauskommen. Und ja, ich wähle bewusst den Begriff Spalte, denn dies ist natürlich ein feministisch angehauchter Podcast, möchte ich noch mal auf die Pharaonen zu sprechen kommen, denn nicht umsonst habe ich die gute Frau Hoffmann mit reingenommen und das Thema mit den Pharaonen. Denn da sieht man es besonders wenn wir zurück gucken und überlegen dann auch zum einen, wer die Geschichte geschrieben hat, aber auch zum anderen, wer geschichtliche Fakten interpretiert hat, waren das meistens weiße, christliche, offiziell heterosexuelle Männer, die mit einer bestimmten Sicht auf die Welt diese Ausgrabungen getätigt haben. Ob es bei den Pharaonen waren, ob das in Skandinavien war? Wir kennen mittlerweile zum Beispiel aus Skandinavien genug Beispiele, wo die ich sage mal „Old School Archäologen“ davon ausgegangen sind, dass das ein Mann sein muss, weil dieser Körper, dieses Skelett, dieser Knochen und so viel Merkmale aufgewiesen hat, die von diesen Männern als männlich gelesen wurden, dass es überhaupt gar keine Option gab, dass eine Frau eine Kriegerin sein konnte in ihrem Kopf, und dass sie gesagt haben, das ist ein Mann. Mittlerweile wissen wir durch DNA Analysen, dass diese Männer falsch lagen mit ihrem Blick auf die Welt und dass die DNA Analysen zeigen, dass es Frauen waren, die Kriegerin waren, die Kämpferin waren, die große Schwerter dabei hatten, die tolle Begräbnisse bekommen haben. Das war aber unvorstellbar für diese Männer. Das heißt, sie sind zu einer bestimmten Sicht auf die Welt mit ihrer Wahrheit reingegangen und haben damit die Wirklichkeit, also das, was sie da erfahren haben, so geprägt, dass es für sie funktioniert. Das gleiche gilt für die Pharaonen. Ja, ganz lange immer noch großartig gehypt werden für ihre mystischen Gebäude, für all das Tolle. Und Heidi, die da.

 

[00:18:51.280]

Ich hatte vorhin von den tollen Frauen geredet, die mir die Augen geöffnet haben, und ich finde, dass es immer noch sehr mutige Frauen sind. Einige von ihnen leben auch noch und sie sind so ein bisschen die Heldin meiner Kindheit. Ich hätte sie wahrscheinlich neben, wenn es von ihnen Postern gegeben hätte, hätte ich sie wahrscheinlich irgendwann neben meinem New Kids on the Block Poster gehängt. Und das sind Frauen. Das sind Archäologinnen, die sich damals aufgemacht haben, um die Sicht der Welt zu verändern und das, was die Männer als wahr hingestellt haben, zu hinterfragen. Und wenn du da Interesse hast es gibt auf meiner Webseite eine Bücherliste, da gibt es auch ein paar dieser der Bücher dieser Frauen. Also kannst du das Thema gerne weiter vertiefen. Also dieser matriarchale Blick auf Archäologie sozusagen. Und diese Frauen sind an die gleichen Ausstellungs, Ausstellungs, Ausgrabungsorte gegangen wie die Männer zuvor. Und die haben die gleichen Fresken gesehen, die haben die gleichen Gebäude gesehen, die haben die gleichen Zeichnungen gesehen. Und sie haben gesagt Moment mal, das, das und das. Wie konnte man das übersehen? Das das und das. Wie konnte man das so interpretieren? Und in dem Moment, wo der weibliche Blick darauf gefallen ist, also der weiblich sozialisierte Blick, der weiblich kulturelle Blick darauf gefallen ist, hat sich auf einmal eine Realität verändert. Es ist immer noch ganz schwierig anzuerkennen für viele. Aber es wurde auch einmal deutlich, dass die Pharaonen eben nicht so coole Säue waren, wie wir das immer gerne erzählen.

 

[00:20:26.000]

Mit dem ganzen mystischen Dings drumherum, sondern dass die ganz schön fiese Möps waren, dass sie sämtliche Hippos am Nil Delta ausgerottet haben und die importiert werden mussten aus dem heutigen Lybien und so beispielsweise. Und dass sie eben auch Frauen importierten. Also auf die Frage hin, die ich da in dem Buch gestellt habe, wieso es denn so war, dass die denn alle so weiß waren, die Pharaonen. Weil auf dem afrikanischen Kontinent doch eher dunkelhäutige Menschen wohnen.

 

[00:21:02.570]

Habe ich über eine Archäologin eine Antwort gefunden, die ich faszinierend fand und die das auch wirklich ganz deutlich an Fresken und an Schriftstücken festmachen konnte. Dass ganz bewusst Frauen aus hellhäutigen Gebieten importiert wurden, muss man einfach so sagen. Thema Harem, da ging es los mit dem Harem, und geschwängert wurden und ihre Kunstfertigkeit in Arbeitslagern waren und man so sicherstellen konnte, dass die hellhäutige Rasse sozusagen sich vermehrt. Und ja, hier gibt es noch einige Geschichten. Aber nur mal so als Beispiel dafür, was passiert, wenn auf einmal ein anderer Blick reinkommt und die Bilder, die dort sind, anders ist. Fakt ist eben auch so geht es uns allen, das Thema blinde Flecken. Das ist aber vor allem in der Archäologie für die längste Zeit ein rein männlicher Blick, ein weißer, männlicher Blick, für die Interpretation zuständig war, für die Interpretation von Geschichte und damit vermeintlichen Tatsachen zuständig war. In dem Moment, wo Frauen in das Feld reingekommen sind, verändert sich die Interpretation in dem Moment, und das passiert immer noch, wo People of Color in diese Bereiche verändert sich die Interpretation. Und das finde ich krass. Und das zeigt mir nochmal ganz deutlich, dass eben auch das, was uns als vermeintlich Geschichte mitgegeben wird, am Ende nicht mehr ist als ein Tagebucheintrag oder eine teilweise sehr subjektive Interpretation einer bestimmten Bevölkerungsgruppe. Bis jemand kommt und sagt „Moment mal“.

 

[00:22:52.220]

Wenn wir uns das jetzt angucken und merken Wow! Wir haben die Beweise dafür, zum einen, dass Frauengeschichten nicht erzählt wurden – Gerda Lerner sagt: „wenn wir nicht wissen, wer wir waren, dann können wir nicht wissen, wer wir sind“. Also, es ist wichtig, immer wieder zu gucken, wo waren Frauen eigentlich damals? Und Frauen waren mutig und Frauen waren stark. Und wie das Grab der skandinavischen Kriegerinnen beweist, waren sie kraftvoll und machtvoll. Und wie das Grab der Schamanen, von Dürrenheim es zeigt, waren sie spirituelle Führerinnen. Auch da hat es einen Moment gedauert, bis das so gesagt ist. Bei allen so. Das heißt, es gab all diese Frauen. Nur ihre Geschichte wurde nicht aufgeschrieben, weil sie das oder denjenigen, der gewonnen hat, in Frage gestellt hat, weil sie ein bestimmtes Leitbild, eine bestimmte Idee in Frage gestellt haben. Und wenn wir da jetzt rein spüren, was wäre, wenn es einfach so viele fantastische Frauen in der Geschichte gegeben hat? Und stell dir mal vor, deren Geschichte wäre aufgeschrieben worden. Stell dir mal vor, wie Geschichte dann erzählt werden würde. Stell dir vor, wir müssten nicht danach graben, wir bräuchten nicht diese mutigen Anthropologinnen, die sich gegen den Status quo stellen und da sitzen und sagen Nee, guck mal, hier ist es aber ganz anders. Und abgestempelt werden und für verrückt erklärt werden. Und die aber dabei geblieben sind. Die gesagt haben in dem Moment auch das Matriarchat war nicht das Gegenteil von Patriarchat, sondern ein friedliches Zusammenleben von Menschen. Hier sind die Beweise, die ihr Jahrzehnte übersehen habt. Und so befinden wir uns heute in diesem Zwischenraum, in diesem Spalt. Deswegen habe ich auch das Buch Spiritual Feminist geschrieben, mit der Intention, wirklich diesen Raum zu öffnen und wirklich da rein zu spüren, zu merken, was wäre, wenn das, was uns über Frauen erzählt wird, überhaupt nicht wahr ist.

 

[00:24:52.810]

Was wäre, wenn das, was uns geschichtlich auch mitgegeben wurde, über die Rolle der Frau und wie sie vermeintlich gewesen ist, in manchen Situationen überhaupt nicht stimmt, sondern eine subjektive Darstellung, die immer jemandem genutzt hat -meistens nicht die Frauen. Dann befinden wir uns im Hier und Jetzt, in diesem, zwischen diesen beiden Feldern, in diesem Spalt, wie ich ihn vorhin in der Spalte, und zwar auf der einen Seite haben wir die historisch – vermeintlich historischen – Ereignisse und all das, was daraus entstanden ist. Das Patriarchat als Gesellschaftsform, das dafür gesorgt hat, dass immer bestimmte Geschichten auch weitergegeben werden – die Geschichte von dem männlichen Helden, von dem Feldherren, von Männern als Genies usw. und so fort. Und auf der anderen Seite haben wir das, was uns prägt durch unsere Ahnen, durch das, was die erlebt haben, durch die Realitäten, die die mitgenommen haben, durch die Erfahrung, die sie gehabt haben. Und das beides wirkt auf uns im Hier und Jetzt. Das kollektive Narrativ sozusagen. Und auf der anderen Seite das epigenetische Narrativ. Und in dieser Mitte befinden wir uns. Und weder das eine noch das andere ist wahr, sondern es ist nur eine Wahrnehmung dessen Interpretation von etwas. Wenn du da rein spürst, weil ich weiß das für mich, ich hatte damals wirklich so das Gefühl, es muss doch noch mehr geben, aber ich wusste nicht, was sein konnte. Bis ich wirklich mehr und mehr darauf gestoßen bin, dass das, von dem ich dachte, dass die Welt so ist, eben nicht so ist. Und es bedeutet auch, dass wir als Frauen auf einmal einen viel größeren Darstellungsraum haben, einen viel größeren Verkörperungsraum dessen, was möglich ist.

 

[00:26:41.700]

Auch dann noch mal, wenn wir zurück gucken, 10.000, 20.000 Jahre und uns die Göttinnen Figuren von damals angucken. Dann kann ich dir hiermit sagen dein Körper ist göttlich, denn es gibt mindestens eine Figur, die so aussieht wie du. Denn die Göttinnen Figuren waren nicht, wie wir das zum Beispiel auch in der monotheistischen Erzählweise von Religion haben, ein Typ, der da oben sitzt, den mit dem Rauschebart und so. Es gab nur eine Ausprägung von Gott, denn egal, ob das jetzt Gott ist oder Allah oder sonst wer, es hat immer doch sehr ähnliches Narrativ in einer monotheistischen Religion, sondern es gab Göttinnenfiguren, die klein waren, die groß waren, die dick waren, die dünn waren, die große Brüste hatten, die ganz kleine Brüste hatten, die richtig dicke Popos hatten, die fast gar kein Popo hatten, die breite Becken hatten, die ganz schmale Becken hatten, die ganz unterschiedlich aussahen, und jede von ihnen war göttlich. Das heißt, weibliche Göttlichkeit war immer facettenreich. Und da hätte keine von uns, wenn wir uns das angucken, ich habe sie hier bei mir auf dem Altar stehen, in ihren unterschiedlichen Ausprägungen als Erinnerung, immer wieder zu merken, mich daran zu erinnern, wenn ich was mit meinem Körper habe, dann liegt es nicht daran, wenn ich ein Thema mit meinem Körper habe, sondern es liegt daran, dass es ein gesellschaftliches Narrativ gibt über Geschichte, was dafür sorgt, dass das, wo ich jetzt mich in meinem Körper, also mein Zuhause, mein Körper befinde, nicht richtig ist, aus welchen Gründen auch immer. Und es gibt eine epigenetische Erfahrung, die mir das mitgibt. Wenn ich mir die Realität angucke, all diese Figuren, dann weiß ich: mindestens eine von denen sieht genauso aus wie ich. Und damit bin ich die Verkörperung der Göttin. Und wer könnte damit bittesehr ein Thema haben? Das Gleiche gilt für dich. Das kann ich dir jetzt schon versprechen.

 

[00:28:44.060]

Und das ist das, weswegen ich es so wichtig finde, dass wir anfangen, diesen Raum wieder zu öffnen und dass wir anfangen, wieder uns zu verkörpern und uns versuchen zu erinnern an das, was möglich ist. Wie wir als Frauen in dieser Welt sein können, wie wir als Frauen in Verkörperung sein können, wie wir als Frauen ein Ausdruck dessen finden, was für uns stimmig ist, jenseits von kollektiven Narrativen, jenseits von epigenetischen Prägungen, sondern wirklich anfangen, diesen Raum zu öffnen, von dem ich glaube, dass er wahnsinnig wichtig ist. Denn wenn wir anfangen, Geschichte zu schreiben und uns dazu entscheiden, unsere Geschichte ganz bewusst selber zu schreiben und dafür zu sorgen, dass sie eben nicht wieder wegdiskutiert werden kann, dann können die nächsten Generationen unsere Geschichten hören, unsere Geschichten sehen, unsere Geschichten lesen und die danach kann das wieder tun und wieder tun.

 

[00:29:38.990]

Und so werden wir im Hier und Jetzt zu Ahninnen in der Zukunft. Und so werden wir im Hier und Jetzt diejenigen, die denen, die nach uns kommen, helfen, sich daran zu erinnern, wer sie wirklich sind, so wie Gerda Lerner das gesagt hat. Wenn Frauen ihre Geschichte kennen. Dann können sie in ihrer Macht sein. Wenn Frauen ihre Geschichte kennen, dann wissen sie, wer sie sind. Ich finde, es ist an der Zeit, dass wir anfangen, die Geschichte von Frauen zu erzählen, dass wir anfangen, diese Status quo Geschichtserzählung, die wir haben, zu hinterfragen und dass wir dadurch anfangen, den Raum einzunehmen, also aus dieser Spalte wieder einen riesigen Raum zu machen, der uns eigentlich zusteht, und uns das so facettenreich zu gönnen, dass jede einzelne ihren ureigenen Ausdruck finden kann und sich an nichts anderem orientieren muss als an dem, was für sie stimmig ist. Wenn du möchtest, an deiner eigenen Göttlichkeit.

 

[00:30:39.040]

Wenn du Lust hast, tiefer in dieses Thema einzutauchen – ich könnte ja noch stundenlang drüber reden – dann kann ich dir das Buch Spiritual Feminist ans Herz legen. Ich verlinke das unten drunter. Ich verlinke das auch noch mal. Dort geht es dann wirklich auch noch mal tiefer in verschiedene Gesellschaftsbereiche. Wir tauchen ein in verschiedene Verhaltensweisen,  auch das Körperthema, das Thema Sisterhood natürlich auch geht. Warum wir uns manchmal im Alltag so verhalten, wie wir uns verhalten, obwohl wir eigentlich ganz anders sind. Und es geht auch darum, wie wir das im Hier und Jetzt auflösen kann. Also es ist wirklich so eine Reise durch die Zeit mit ganz viel Inspiration und viel weiblicher Göttlichkeit. Natürlich. Und wenn du Lust hast, nach dem Buch oder wenn du schon gelesen hast, noch tiefer einzusteigen, dann lade ich dich ein, dich in meinen Newsletter einzutragen, denn ich sitze gerade daran, etwas zu kreieren zum Thema Spiritual Feminist, was noch mal so ein bisschen tiefer geht, was ich ein bisschen anders anfühlt als das Buch. Es ist noch in Arbeit. Über den Newsletter Newsletter wirst du auf jeden Fall erfahren, wenn es soweit ist.

 

[00:31:49.850]

Und ansonsten freue ich mich natürlich sehr, wenn du mir deinen Kommentar hinterlässt. Und wenn du mir bei Apple für den Podcast fünf Sternchen gibst und eine Bewertung. Denn das ist die Art und Weise, wie Spoken Medicine dann in die Welt kommen kann. Es ist quasi die persönliche Empfehlung. Und damit sagt Apple dann okay, davon möchten wir mehr Leuten erzählen und dann können mehr Menschen, vor allem Frauen, auch diesen Podcast finden. Ich freue mich sehr, dass du bis hierhin dabei warst und wünsche dir viel Freude beim Entdecken deines Raums. Ich hoffe, ich konnte dich inspirieren und vielleicht den einen oder anderen Ahamoment auslösen. Und wenn es nur das Gefühl ist, so geht es mir manchmal, dass der Kopf an einigen Stellen. Manchmal fühlt sich das bei mir so an, dass der Kopf so ein bisschen größer geworden ist. Dann merke ich, da öffnet sich ein neuer. Hat es gerade Klick gemacht, auch wenn ich es noch nicht greifen kann, ich spüre es in meinem Körper. Dann wünsche ich dir viel Freude beim Sacken lassen und beim Entdecken all der Möglichkeiten, die noch da sind.

 

[00:32:57.470]

In Sisterhood.

 

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Die Kraft von Sisterhood & Ahnen

Von Pfingsten & Feuerzungen und Gottes Frau

In dieser Episode tauchen wir ein in die wahre Bedeutung von Pfingsten und die Ursprünge. Und wir treffen die Frau von Gott.

Pfingsten kennen die meisten von uns als „Yay“. Es ist ein Montag frei!“ Mir hat das damals nicht gereicht. Ich wollte wissen, was es mit Pfingsten eigentlich auf sich. hat. Kurz gesagt: Pfingsten ist im Ursprung, so wird es oft gesagt, ein jüdischer Brauch. Wenn wir aber genauer hingucken, dann finden wir auch da die große Göttin, die gute Frau Holle wieder über Umwege. Und es sind auch Elemente aus der germanischen Kultur, aus der vorchristlichen Kultur erhalten. Ich finde es immer ganz schön, diese Feiertage dann auch noch mal so ein bisschen anders begehen zu können und ihnen so ein bisschen was von ihrer alten Bedeutung zurück zu geben, die ganz oft dazu führt, dass wir uns wieder zurück verbinden mit der Natur, mit den natürlichen Rhythmen, mit den natürlichen Zyklen.

Der Heilige Geist ist eigentlich die Urgöttin.

Neutralisiert durch christliche Mythologie.

Kaja Andrea

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Der Kern hinter Pfingsten ist die Verbindung mit

der großen Weisheit des Weiblichen.

Kaja Andrea

Der Heilige Geist, dessen Feuerzungen an Pfingsten auf die Apostel hinuntergehen, ist ganz ursprünglich die jüdisch christliche Urgöttin Sophia. Denn: Vater, Mutter und Kind. Gott ist der Vater. Jesus das Kind. Sophia die Mutter. Auf einmal verschiebt sich die Wahrnehmung der Welt. Sophia kennt man auch als Schakinah und sie wurde sozusagen als der allumfassende Geist verehrt. Sie stellt den Anfang der Schöpfung dar und die Quelle der Kraft. In der Bibel nannte man sie auch die uralte Frau Weisheit.

Das ist natürlich ein Konzept, was für die Kirchenmänner, also die Menschen, die die Kirche, wie wir sie in ihrer Form jetzt als Institution kennen, gegründet haben, nicht passend war, dass es dort weibliche Weisheit oder weibliche Verkörperung von Göttlichkeit gab, sondern das war eine ziemlich männliche Geschichte. Und deswegen wurde Sophia neutralisiert als Heiliger Geist. Also man hat sie zu etwas Geschlechtslosen werden lassen, was so durch die Gegend wabert. 

Deswegen ist es immer wichtig für mich, in der Mythologie zurück zu blicken. Denn da merken wir die Geschichten unterscheiden sich alle gar nicht so sehr. Und wenn die alle sehr ähnlich sind, dann kann es ja nicht sein, dass alle Unrecht gehabt haben. Und so bedeutet das, dass die Weisheit weiblicher Göttlichkeit vom Himmel auf uns heruntergeht.

Wir als Frauen können Weisheit auch

durch weibliche Göttlichkeit empfangen.

Kaja Andrea

Ich freue mich zu erfahren, wie dir die Folge gefallen hat und was dein Aha-Moment war.  Teile es gerne hier unter dem Beitrag deinen Kommentar mit mir oder kommentiere bei Instagram oder YouTube.

In Sisterhood.

Hier findest du das komplette Transkript

[00:00:26.040]
Sprecher 1: Hallo und herzlich willkommen zu Spoken Medicine mit mir hier, deinem Podcasthost, Storytellerin und vor allem jemandem, der selber total gerne den alten Geschichten lauscht. Und heute habe ich ein Leckerli für dich im Paket. Denn es geht mal wieder um die Wahrheit hinter unseren Feiertagen. Und heute geht es um Pfingsten, denn Pfingsten kennen die meisten von uns als „Yay“. Es ist ein Montag frei!“ Und das ist aber auch schon alles. Also wenn ich so in meinem Kreis rumfrage, dann wissen die meisten gar nicht genau, woher es kommt, was es damit auf sich hat. Ist ja auch egal, weil es ist einer der Feiertage, die wir im Mai haben und das ist gut so und dann machen wir das. Mir hat das nicht gereicht. Ich wollte mal wissen, was hat das mit Pfingsten eigentlich auf sich und habe mich auf die Suche begeben und habe damals wirklich interessante Dinge herausgefunden, die ich heute mit dir teilen möchte. Denn Pfingsten ist im Ursprung, wird oft gesagt, ein jüdischer Brauch.

[00:01:42.800]
Sprecher 1: Wenn wir aber genauer hingucken, dann finden wir auch da die große Göttin, die gute Frau Holle wieder über Umwege. Und es sind auch Elemente aus der germanischen Kultur, aus der vorchristlichen Kultur erhalten. Und darüber möchte ich heute mit dir sprechen bzw. das möchte ich so ein bisschen als Inspiration teilen, weil ich finde es immer ganz schön, diese Feiertage dann auch noch mal so ein bisschen anders begehen zu können und ihnen so ein bisschen was von ihrer alten Bedeutung zurück zu geben, die ganz oft dazu führt, dass wir uns wieder zurück verbinden mit der Natur, mit den natürlichen Rhythmen, mit den natürlichen Zyklen. Und das ist irgendwie ganz nice. Also Pfingsten ist das Fest, was sich meistens anschließt oder eigentlich in jedem Fall anschließt an Christi Himmelfahrt und Christi Himmelfahrt und die Walpurgisnacht. Und wenn du zu den beiden Festen etwas wissen willst, dann lade ich dich direkt ein, auf dem Blog vorbeizuschauen. Dazu gibt es noch keine Podcastfolge. Das dauert noch ein bisschen, aber dort gibt es ganz viele Infos für diese beiden Feste.

[00:02:54.820]
Sprecher 1: Pfingsten ist eine der Feierlichkeiten nach der Frühjahrs Tag und Nachtgleiche. Das heißt, es ist so die Zeit. Das Licht kehrte langsam zurück zur Frühjahrs, Tag und Nachtgleiche. Zu Beltane wurde dann der Sieg des Sommers gefeiert, weil es meistens dann einfach deutlich war. Jetzt wird es nicht noch mal kalt. Jetzt geht es nach vorne. Jetzt werden die Tage sind lang. Die Natur fängt an zu sprießen. Und Beltane war die Feier der Fruchtbarkeit und des Miteinander seins. Und es war die Zeit, wo zu den großen Feuern die Ochsen, das Vieh auch noch mal durch das Feuer bzw. durch den Rauch getrieben wurde, um es zu reinigen, bevor es rausgeht auf die Weiden zum Beispiel. Wie wir Pfingsten jetzt kennen, ist es eine Mischung aus jüdischen und christlichen Gebräuchen. Also es sind verschiedene Elemente vorhanden. Man musste allerdings damals, um die Menschen wirklich schlussendlich von Pfingsten überzeugen zu können, so ein paar germanische Elemente mit reinmischen, denn das war gar nicht so einfach und wir müssen uns das so vorstellen um 800 kam der gute Karl der Große, das heißt der Gute kam nach Karl der Große in den deutschsprachigen Raum. Unter anderem auch. Mit der Mission, nicht Europa zu einigen, wie das immer gerne dargestellt wird, sondern Europa zu christianisieren. Denn die Christianisierung stellte sicher, dass er zum Kaiser gekrönt würde, also seinen Vater über. Wie sagt man das über machten könnte also machtvoller sein könnte als ein Vater. Und das war nur möglich, indem er den Deal mit der Kirche gemacht hat, wo der Papst dann sagte Ich mach dich zum Kaiser. Also noch mal Thema Kirche und Staat und Trennung und wie viel da zusammenhängt. Aber das wäre dann nochmal ein eigenes Podcast Thema. Und das war also Karls Mission. Und so ist er ausgezogen und hat halt die Waldvölker erobert. Und hat er gesagt, so all das, was ihr bisher gemacht habt, finden wir nicht mehr so gut. Wir machen jetzt was anderes. Und zwar machen wir das jetzt so und da haben die Leute natürlich gesagt „trotz Umsiedlung und trotz allem finden wir das merkwürdig“.

[00:05:10.370]
Sprecher 1: Und der Trick war dann immer wieder, der Kirche zu sagen Okay, dann nehmen wir ein paar von euren Elementen mit auf. Damit sich das so ein bisschen vertraut anfühlt und mischen das mit uns an und so können wir euch da rein tricksen quasi. Und so kann man das heutzutage noch sehen, dass die Ochsen, die guten Pfingstochsen, die durchs Dorf getrieben werden. Das ist ein Überbleibsel. Das ist wirklich so ein altes germanisches Überbleibsel von der Zeit, wo das Vieh am Feuer durch das Feuer, durch den Rauch getrieben wurde, um es zu reinigen, zu klären, von bösen Geistern zu befreien, bevor es dann auf die Weide geht, zum Beispiel bevor es nach draußen ging. Es war auch die Zeit, in der wir unsere Werte zeigten. Und das ist sozusagen eines der Überbleibsel, die da sind. Beim Dreckschweinfest, was gefeiert wird, springen Männer in so eine Schlammkuhle, um den Winter endgültig zu vertreiben. Und das Dreckschwein, das Schwein, ist ursprünglich die Sau und die Sau ist ursprünglich die Göttin. Also da kann man auch noch so ein paar Paar Überbleibsel sehen, die uns vielleicht heutzutage gar nicht mehr so bekannt ist. So, das sind alles sehr erdverbundene, naturverbundene Bräuche.

[00:06:27.670]
Sprecher 1: Die christliche Erzählweise allerdings, die ist ein bisschen anders, denn da ist es quasi, dass sich zu Pfingsten die Feuerzungen auf die Apostel herabwirkten. Das heißt, es waren Zungen von Feuer, die hinabkamen. Und wenn man das übersetzt, ging es darum. Das waren sozusagen die Offenbarungen und die Erkenntnisse des Heiligen Geistes, die in die Apostel hineinfuhren. So also nicht umsonst sagen wir „Ach, ich habe da einen Geistesblitz gehabt“ tack, tack. Die Zungen des Feuers kommen auf die Apostel. Na, da sieht man das schon. Das Interessante dabei ist in dieser Erzählung Wenn wir da so ein bisschen weitergucken und ich will gar nicht zu sehr jetzt auf diese ganze alte christliche Mythologie eingehen und die Narrative, nur wenn wir jetzt mit unserem feministischen, spirituellen, feministischen Blick draufgucken, dann geht beim Heiligen Geist meine Sirene an. Denn der Heilige Geist ist ganz ursprünglich die jüdisch christliche Urgöttin Sophia.

[00:07:44.990]
Sprecher 1: Ich sage es noch mal.. Der Heilige Geist ist ganz ursprünglich jüdisch christliche Urgöttin Sophia. Denn: Vater, Mutter und Kind. Gott ist der Vater. Jesus das Kind. Sophia die Mutter. Auf einmal verschiebt sich die Wahrnehmung der Welt. Sophia kennt man auch als Schakinah und sie wurde sozusagen als der allumfassende Geist verehrt. Wir kennen Sophia auch aus der Philosophie, Sophia aus dem Griechischen. Na also. Es gibt da sophie, die Hingabe, die Liebe zu etwas. Sie stellt den Anfang der Schöpfung dar und die Quelle der Kraft. In der Bibel nannte man sie auch die uralte Frauweisheit. Dort taucht sie, also ist sie aufgetaucht. Später wurde das zum Heiligen Geist und danach wurde der Heilige Geist als Taube verkörpert. Also da auch noch mal wer hat den Oliven Strauß oder den Olivenstab, Olivenzweig zu Arche Noah gebracht? Es war die Taube. Die die Weisheit hatte, die, die um sich hatte, die so weit fliegen konnte. Und da finden wir die Taube wieder. Also immer auch wenn die Tauben herabkommen, in der christlichen Mythologie steckt dahinter eigentlich der Heilige Geist, steckt dahinter die gute Sophia, die Shakinah. Das ist natürlich ein Konzept, was für die Kirchenmänner, also die Menschen, die die Kirche, wie wir sie in ihrer Form jetzt als Institution kennen, gegründet haben, unter anderem der gute Konstantin damals in Konstantinopel um 300 nochwas nach der angeblichen Geburt von Jesus, für die war das nicht passend im Konzept, dass es dort weibliche Weisheit oder weibliche Verkörperung von Göttlichkeit gab, sondern das war eine ziemlich männliche Geschichte. Und deswegen wurde Sophia neutralisiert als Heiliger Geist. Also man hat sie zu etwas Geschlechtslosen werden lassen, was so durch die Gegend wabert. Interessanterweise ist es jedoch auch so, dass wenn wir in die Ursprungsgeschichte von Adam und Eva gehen, also die Geschichte der Vertreibung aus dem Paradies, die ja übrigens auch lange, lange, lange vor der Bibel existierte. Ich habe die das erste Mal gehört bei einem sehr schlauen Mann, der mir davon erzählt hat und der dann auch meinte, „diese Geschichte ist ursprünglich schon in der Bronzezeit geschrieben worden und es geht eigentlich darum, die Menschen darauf aufmerksam zu machen, dass, wenn sie sich von der Natur entfernen, das heißt zu sehr an ihren Verstand gehen, dass sie vertrieben werden aus diesem wunderbaren Paradies und dass es schwer sein wird, zurückzukommen“.

[00:11:00.320]
Sprecher 1: Der entscheidende Punkt aber ist, dass. Damals in dieser Geschichte ein Heiliger Geist durch dieses Paradies, durch diesen Garten Eden wehte, wirbelte, existierte. Es gab in der Ursprungsgeschichte kein Gott. Der die Welt gemacht hat und Adam angeguckt hat und sagte Und es war gut. Sondern es war der Garten Eden, der beseelt war von dem Heiligen Geist. Und jetzt haben wir sie wieder von der Urgöttin, von der Urmutter Sophia, die wir als Frau Holle kennen. Denn Frau Holle ist für uns diese Übertragung gewesen. Deswegen ist es immer wichtig für mich, so ein bisschen zu gucken -zurück in der Mythologie. Denn da merken wir die Geschichten unterscheiden sich alle gar nicht so sehr. Und wenn die alle sehr ähnlich sind, dann kann es ja nicht sein, dass alle Unrecht gehabt haben. Und nur diejenigen, die jetzt meinen, wir haben das Christentum erfunden, haben Recht, also Religionen. Denn Frau Holle macht nichts anderes, am Ende des Tages als der große Geist zu sein, die Seelen zu holen, die Seelen zu bringen und für Ordnung in Anführungsstrichen in den Jahreszeiten zu sorgen. Also, es ist nicht nur diese kissenschüttelnde alte Frau. So, so viel schon mal zu Sophia.

[00:12:18.180]
Sprecher 1: Und wenn wir uns also dahin bewegen und diese Geschichte mitmachen, dann merken wir, dass das ein Fest ist, in dem wir uns besonders mit der weiblichen Weisheit verbinden können. Oder mit der weiblichen Göttlichkeit verbinden können. Und auf einmal bekommt Pfingsten dann doch noch mal so eine ganz andere Bedeutung. Denn das passt auch wieder zu dem, dass es um Fruchtbarkeit geht, dass es darum geht, uns für die Empfängnis zu öffnen. So wie zu Beltane, also dem Fest, zu Anfang Mai der Hirschgott die Erdgöttin befruchtet, was wir auch noch an dem Maibaum sehen und so diese Mythologie, ist es so, dass wir jetzt von dem Weiblichen empfangen können. Das heißt, es gibt auch diese Qualität und das finde ich besonders kraftvoll, dass es eben nicht nur ist, dass die Frau vom Mann empfängt, sondern dass wir auch von dieser weiblichen göttlichen Weisheit empfangen können. Was auch noch mal das Narrativ verändert davon, dass Frauen immer nur empfangen können und Männer immer befruchten. Das stimmt so nicht. Wie uns die Geschichte von Sophia zeigt.

[00:13:36.060]
Sprecher 1: Es ist also eine Einladung, uns mit der Sophia in uns und um uns herum zu verbinden. Und das werde ich übrigens auch dieses Wochenende machen. Und wenn du dazu tiefer einsteigen willst, dann findest du auf dem Blog eine Sophia-Zeremonie, die ich gerne mache zu Pfingsten. Und das sind fünf Schritte und die kannst du ganz einfach für dich auch machen. Und ich verlinke den Link hier drunter, dann kannst du da einfach reinklicken und für dich deine eigene Zeremonie gestalten. Ich habe auch Musikvorschläge dafür schon reingepackt. Also Pfingsten ist sozusagen das Fest, was christlich konnotiert ist. Es findet für die meisten immer noch nicht so ganz nachvollziehbar, um den Rahmen noch mal zu machen, 50 Tage nach Ostern statt. Es ist eines der ältesten Feste der Kirche. Und es bedeutet wirklich auch wortwörtlich 50. Tag. Pfingsten kommt aus dem Griechischen und bedeutet 50. Tag. Was eben auch sagt Es ist kein Fest, was in unseren Breitengraden, also im deutschsprachigen Raum, voll gefeiert wurde, denn der Ursprung des Wortes kommt auch noch nicht mal aus dieser Region. Und so können wir also am 50. Tag nach Ostern, wobei Ostern ja auch ein Mondfest ist – immer wieder interessant, deswegen verändert sich das Datum von Ostern und deswegen verändert sich dementsprechend dann auch das Datum von Pfingsten, können wir da wieder reingehen.

[00:15:17.030]
Sprecher 1: Das Fest. Pfingsten, so wie es die Kirche gestaltet hat, um da noch mal darauf einzugehen, hat seinen Ursprung in der jüdischen Tradition, in der das Fest selbst mehr aufgeschrieben Schawout oder Wochenfest genannt wird. Das heißt, es wird 50 Tage nach dem Passahfest gefeiert, also wieder Ostern, und es soll an den Tag erinnern, an dem Moses die Zehn Gebote auf dem Berg Sinai empfing. Und das ist jetzt interessant, denn Schawout war auch ein Erntedankfest damals und jetzt ist es eben nicht in unseren Breitengraden wurde der Beginn der Weizenernte markiert. Das ist, glaube ich, bei uns im Mai noch nicht der Fall. Es wurde als Tag der Erstlingsfrüchte gefeiert, weil dort die ersten Früchte geerntet wurden und diese Früchte wurden dann in den Tempel gebracht und als Gabe dorthin gegeben. Und das finde ich ganz interessant, weil wenn wir uns das angucken, dann geht es schon viel mehr wieder in Verbindung mit den natürlichen Rhythmen und den natürlichen Zyklen. Das heißt, es ist an sich aus der jüdischen Tradition heraus gesehen auch ein Fest, was mit dem Jahreskreis in Verbindung ist, was damit zu tun hat, dass die Natur sich an einem bestimmten Punkt befindet und wir das feiern und zelebrieren. Wir kennen Erntedank im deutschsprachigen Raum eher so im September, Oktober. Also die Kirche hat es auf das 1. Oktober Wochenende festgelegt. Viele Tag und Nachtgleiche schon an Erntedank zu gehen, also 20. September. Und daran orientieren sich unsere Feierlichkeiten. Und ich finde es sehr schön zu sehen in diesem Fall, dass es in der jüdischen Kultur eben auch um natürliche Rhythmen ging, die dort gefeiert wurden. Somit kann man wirklich sagen Pfingsten als solches, ist eigentlich kein Tag, der irgendwie mit der mit den alten Rhythmen im deutschsprachigen Raum, so wie wir ihn heute kennen, zusammengebracht werden kann. Und gleichzeitig können wir sehen, dass es eine Tradition gibt, die dahinter steht, die sehr naturverbunden ist, dass es immer noch Elemente gibt aus den Feierlichkeiten, die eher im Mai stattfinden, die sich zu Pfingsten zeigen. Wie gesagt, Pfingsten verschiebt sich auch immer mit dem Datum von Ostern. Dieses Jahr ist es sogar noch im Mai. Und das der Kern, der dahinter steht, die Verbindung mit der großen Weisheit des Weiblichen ist.

[00:17:58.130]
Sprecher 1: Und das finde ich so wunderbar, dass man, wenn man hinter die Geschichte guckt, genau sehen kann, dass es nie nur maskuline männliche Götter gab, dass es nie nur ein Entweder oder gab, sondern dass immer beides zusammengehört und sowieso auch der ganze magische Raum des Spektrums dazwischen. Und so lade ich dich ein, wenn du möchtest, diesen Impuls mitzunehmen und an diesem Pfingstwochenende deine eigene Sofia Zeremonie zu gestalten und dich vor allem hoffentlich immer wieder daran zu erinnern, dass wir als Frauen auch Weisheit durch weibliche Göttlichkeit empfangen kann und vor allem, dass diese auch existiert und schon immer existierte und selbst die Männer der Kirche sie nicht kleinkriegen konnten. In diesem Sinne wie gesagt, schau gerne auf dem Blog vorbei, wenn du die Zeremonie machen möchtest. Und ich wünsche dir ein fantastisches, knallendes, großartiges Pfingsten mit vielen Aha-Momenten, tollen Impulsen und vielleicht auch noch Eindrücken, Einfällen durch die Feuerzungen, die dir vorher gar nicht gekommen wären. In diesem Sinne ganz bald. Und ich hoffe, dass diese Spoken Medicine dich ein wenig gerührt hat. In Sisterhood.

 

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