So wie der Mond in Phasen erscheint, leben auch wir in Phasen und Zyklen. Und so kann es sein, dass der Mond uns einlädt in seinem Rhythmus ins Leuchten und in die Dunkelheit zu gehen. Es kann aber auch sein, dass wir unabhängig vom Mond in diesen Phasen sind. Dieser Impuls ist für die Phase des Dunkelmonds. Die Zeit der Innenschau.
Ich habe über die Jahre gelernt, dem Rhythmus meines Körpers und meiner Prozesse zu vertrauen. In den letzten Tagen war die Botschaft ganz klar Rückzug. Es war wieder an der Zeit den Weg in die Unterwelt anzutreten und der inneren Zwillingsschwester zu begegnen. In dieser Zeit ist der Blick nach Innen gerichtet und eben nicht nach außen. Wir sind nicht Multitasking, ich bin es jedenfalls nicht. Es ist wie beim Atmen, ich kann nicht ein- und ausatmen gleichzeitig. Und so geht meine Kommunikation in Zeiten wie dieser eben auch nach innen und nicht nach außen. Es ist eine Einladung mit uns zu sein, auch dem Teil von uns, der nicht gerne gesehen wird. Und und die Zeit dafür zu nehmen.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Der feminine Weg geht nach innen, in die Höhle des Drachen. Nicht wie der Held der nach Außen sprintet, um dem Drachen den Kopf anzuschlagen. Nach außen hin wirkt es untätig oder passiv in Innen zu gehen, doch der Schatz wird letztendlich nur da geborgen. Es ist Zeit sich von den kulturellen Lügengeschichten ewiger sichtbarer Produktivität zu verabschieden. Es ist Zeit nach innen zu schauen. Um dann mit neuen Erkenntnissen zurückzukehren.
Wenn du auch manchmal dieses Gefühl hast, dass es Zeit ist stiller zu werden, nach innen zu schauen, der Zwillingsschwester zu begegnen, dann folgen dem. Es ist der lang vergessene feminine Weg.
Das lange Pfingstwochenende steht vor der Tür – die meisten von uns freuen sich über den freien Montag. Doch woher kommt Pfingsten eigentlich? Und wie können wir seine ursprüngliche Bedeutung auch noch in der heutigen zeit nutzen?
Die Ursprünge von Pfingsten finden sich in alten germanischen Maifesten und vorchristlichen Traditionen. Der Mai war ein Monat voller Feiern – es ist wieder warm, der Sommer hat endgültig über den Winter gesiegt, alles blüht. Und so reihten sich die Feierlichkeiten aneinander – das was wir heute als Walpurgisnacht, Christi Himmelfahrt und eben auch Pfingsten kennen. Damals wurde das alte germanische Maifest am zweiten Vollmond nach der Frühjahrstagundnachtgleiche gefeiert und dem schlossen sich weitere Feierlichkeiten und Bräuche an.
Pfingsten, so wie wir es heute kennen, ist aus einer Mischung von jüdischen Gebräuchen und christlicher Lehre, entstanden, welche sich dann, um die „gemeine“ Bevölkerung von der neuen Tradition zu überzeugen, mit germanischen Elementen gemischt hat. Doch noch bis in die heutige Zeit gibt es einige alte Traditionen, die regional überlebt haben. Denn früher gab es nicht das eine Deutschland, sondern es gab viele Stämme und Siedlungen, welche ihre eigenen Versionen der allgemeinen Bräuche hatten. So wird mancherorts weiterhin am Montag der Pfingstochse geschmückt und gemeinsam mit dem Kühen auf die Weide getrieben. Und beim Dreckschweinfest springen bunt bemalte Männer in eine Schlammkuhle um den Winter endgültig zu vertreiben.
Von Feuerzungen zu weiblicher Urkraft
Die christliche Erzählweise ist etwas anders. Dort senken sich zu Pfingsten die „Zungen von Feuer“ auf die Apostel herab. Dechiffriert waren diese nichts anderes als die Erkenntnisse, Offenbarungen und die Weisheit des Heiligen Geistes. Und hinter dem heiligen Geist steht ganz ursprünglich die jüdisch-christliche Urgöttin Sophia – auch bekannt als Shakinah. Sophia wurde als allumfassender Geist verehrt, stellt den Anfang der Schöpfung dar und gilt als die Quelle der Kraft. In der Bibel taucht sie als die uralte „Frau Weisheit“ auf. Später wurde aus ihr der Heilige Geist, verkörpert durch die Taube. Denn weibliche Weisheit passte eben nicht in das Konzept der Kirchenmänner.
Besinnen wir uns jedoch auf die Geschichte hinter der Geschichte, dann ist Pfingsten das Fest, an dem wir uns besonders gut mit dieser weisen weiblichen Urkraft in uns verbinden können. Es ist eine Einladung uns mit der Sophia in uns und um uns zu verbinden. Und so öffne auch ich dieses Wochenende mein Arme zum Himmel, um all die wunderbaren Ideen einzufangen, die mir die Göttin im wahrsten Sinne des Wortes „einflüstern“ will. Für dieses Pfingsten habe ich mir eine 5-schrittige S.O.F.I.A. Zeremonie zusammengestellt.
Deine S.O.F.I.A. Zeremonie
Strip
Als erstes trete ich der uralten Frau Weisheit so entgegen wie ich bin. Ich lege alles nieder, was ablenkt. Schmuck, Schminke, Schischi. Es ist fast ein wenig so wie beim Gang der Inanna in die Unterwelt, wo sie an jedem der sieben Tore eines ihrer Insignien ablegt. Was kannst du ablegen? Dazu gehören auch die Ideen davon, wie die Zeremonie laufen soll, die Vorstellungen davon, welches Ergebnis ich gerne hätte und das Festhalten an Wünschen zu potentiellen Botschaften. Das einzige, was ich behalte ist, für welches Thema ich mir eine Eingebung wünsche, wo ich noch einen kreativen Schub benötige oder neue Einsichten brauche, weil ich vielleicht feststecke.
Offering
Für mich ist eine Zeremonie ein geben und nehmen – genau in dieser Reihenfolge. Ein Offering kann Räuchern sein, Süßes für die Ahnen, Blumen für die Göttin, Nüsse für die Erdwesen, Kekskrümel für die Feen – was auch immer für dich in deiner Umgebung stimmig ist. Das größte Offering bist du selber. Deine Bereitschaft dich hinzugeben. Um meine Hingabe zu symbolisieren tanze ich oder singe. Tanzen ist Bewegung, Ekstase und Chaos – die perfekte Grundlage um die Weisheit der weiblich schöpferischen Kraft zu empfangen. Heutzutage sehen wir diese At von Hingabe noch in den Tänzen der Sufis.
Focus
Nach der fließenden Bewegung werde ich ruhiger und fange ich an durch meinen Atem die Energie zu fokussieren. Ich erinnere mich an den Fokus, den ich mir gesetzt habe. Als Symbol für die Erleuchtung, die „Zungen aus Feuer“, zünde ich mir eine Kerze an, fokussiere mich und beginne bewusst ein und aus zu atmen. Beim Einatmen nehme ich die Energie und Weisheit des Feuers in mir auf, beim Ausatmen gebe ich sie in mein ganzes System. Ich lasse die Ideen kommen, die Einsichten fließen und neue Erkenntnisse sich formen. Manchmal dauert es etwas, bis Bewegung entsteht. Ich atme so lange bewusst und lasse die Gedanken so lange in Bewegung, bis ich das Gefühl habe, es ist gut. dann sitze ich noch etwas länger und spüre nach. Es hilft sich dafür einen Wecker zu stellen, 10 Minuten sind eine gute Zeit. Dann büchsen wir nicht zu früh aus. Selbstverständlich kannst du auch länger sitzen bleiben, wenn du willst.
Intention
Um eine klare Intention zu setzen, schreibe ich nun auf, was ich gesehen, gespürt, gehört oder wahrgenommen habe. Das Festhalten dieser Essenz begleite ich mit Rauchwerk, wobei Weihrauch die Verbindung nach oben hält und Thuja für Klarheit sorgt. du kannst auch anderes Rauchwerk verwenden oder einen Aura Soma Pomander. Mach es für dich passend. Zu Pfingsten wird zum „Heilig-Geist-Schwingen“, eine geschnitzte Taube durch eine Öffnung der Kirchendecke herabgelassen und mit Weihrauch und Gebet empfangen und so empfange auch ich, was noch durch mich fließen will. Das empfangende Gebet ist für mich das Aufschreiben meiner Erkenntnisse oder Zeichnen der Bilder, die sich gezeigt haben. Für mich passt dabei das untenstehende Lied hervorragend, denn es gibt mir gleichzeitig einen guten Zeitrahmen.
Alignment
Nun richte ich mich aus. Denn das was empfangen wurde, soll in die Welt gebracht werden. Nach der feminin kreativen Energie, widme ich mich nun der manifestierenden maskulinen Energie. Ich lasse eine Struktur entstehen, in der die Essenz fließen kann, schreibe Sachen neu und ordentlich auf und erstelle Listen. Das Ausrichten verhilft mir zu einem klaren Überblick und dabei das Empfangene auf die Erde zu holen und greifbarer zu machen. Im Anschluss kommt nun die Frage: wie kann ich meinen Ochsen durchs Dorf treiben? Um die umsetzende Energie ins Fließen zu bringen finde ich für mich jeweils 5 Dinge, die ich innerhalb der nächsten 48 Stunden, der kommenden 7 Tage und bis Ende des Monats tun kann, um die Intention zu setzen und die Energie zu halten. Und dann lege ich los.
S.O.F.I.A. kann dir selbstverständlich auch jederzeit außerhalb von Pfingsten helfen. Für mich ist es immer besonders kraftvoll Zeremonien zu gestalten, die im Einklang mit den alten Rhythmen und Gebräuchen meiner Ahnen sind. Ich nutze diesen Moment dann auch immer, um mich mit ihnen zu verbinden. Und so bekommt die Geschichte von Pfingsten für mich eine Bedeutung, die weitaus tiefer ist als die, die mir an der Oberfläche vermittelt wurde. Die Geschichte hinter der Geschichte erinnert uns daran, wer wir eigentlich sind. Sie erlaubt es uns, uns wieder zu verwurzeln. Sind wir verwurzelt, können wir klar Entscheidungen treffen und haben Zugang zu unserer Kraft.
Es ist Mittsommer, der Rhododendron blüht, die Luft riecht nach Sommer, die Nächte sind so lang wie sonst nie. Mittsommer ist eines meiner liebsten Feste im Jahreskreis, da es wirklich einfach Lebensfreude und Gemeinschaft feiert. Die Nacht der Sommersonnenwende war traditionell eine, in der die Menschen zusammen kamen, feierten, Feuer entzündeten und gemeinsam speisten. Es wurden Blumen gepflückt und Liebschaften gebildet. Zum Fest zieht man sich fein an, die Mädchen und Frauen haben meist weiße oder blumige Kleider an; viele tragen zu dieser besonderen Gelegenheit auch ihre Trachten. Einige binden Kränze aus Blumen oder Birkenzweigen und setzen sie sich auf. Es ist ein ungezwungenes Miteinander füralle Generationen.
Vielerorts ist es auch so, dass die Feierlichkeiten auf das Wochenende gelegt werden, denn die Nächte sind immer noch sehr lang und es bietet sich einfach an. In Skandinavien wird teilweise auch tagelang durchgefeiert. Ganz traditionell waren es 12 Nächte, die gefeiert wurde, dann passt auch wunderbar, denn 12 ist die Zahl für das Maskulin vollendete. Der König legt bei Dornröschen 12 Teller, 12 goldene Teller, die die Sonne repräsentierten aus. Und die Fee, die das feminine repräsentierte, war die Nummer 13 und ist deswegen ein wenig durchgedreht.
Mittsommern heißt ausgiebig das Leben feiern!
Die Kelten feierten die Sommersonnwende ganz ausgiebig. Es war ein Dankesfest für die Sommerzeit, mit all ihrer Fülle und dem Überfluss. Es war die sorgloseste Zeit des Jahres. Und selbstverständlich gab es auch eine ganze Menge Bräuche, von denen wir einige heute gut übernehmen können.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Und so können auch wir Mittsommer im Kreis der Familie gestalten und so einfach Zeremonie und Gemeinschaft zusammen bringen. Wir können gemeinsam die Blumenorakel befragen (er liebt mich, er liebt mich nicht oder auch andere Themen…) oder auch übers Feuer springen – je höher der Sprung, desto höher wächst das Korn – desto größer ist unsere persönliche Ernte. So können wir ganz einfach die Erinnerung an unsere Ahnen aufrechterhalten.
Es geht um Gemeinschaft und Visionen verwirklichen
Außerdem kann man gemeinsam zurück schauen: Wie war die erste Hälfte des Jahres? Welche Wünsche sind in Erfüllung gegangen, welche Visionen haben sich verwirklicht? Was fehlt noch, wo ist die Ernte noch nicht eingeholt? Noch kann ich daran mitwirken, denn nicht umsonst heißt es am Anfang war das Wort und das Wort ist machtvoll und wenn wir mit einer klaren Intention unsere Vision teilen und sie dann auch mit anderen, teilen wir uns klar darüber sind, dann bekommen sie immer noch mal so eine andere.
Und wir können gemeinsam Kräuter sammeln, insbesondere das Johanniskraut, welche wir trocknen und mit denen wir unsere Heime schmücken und im Winter räuchern. Aus neun Kräutern wurde ein Strauß geflochten, welchen an die Tür gehängt wird. Wenn du ein Feuer machst, kannst du ihn noch kurz ans Feuer halten, um den Strauß aufzuladen und um Schutz und Heilkräfte bitten.
Auch hier gilt: nutze die Tage und hänge nicht an einem Datum. Genieße die Zeit!
Als ich letztens über die Felder lief, versunken in meine Gedanken, sah ich auf einmal einen Adler über mir kreisen. Ich bin ja gerade in Ostwestfalen Lippe und dort gibt es nicht so viele Adler, weswegen ich diesen durchaus als ein Zeichen und eine Einladung gesehen habe.
Denn als ich so meinen Gedanken nachhing, ging es um all das, was jetzt alles aktuell passiert, das auf und ab hinter den Kulissen, die Situation mit meinem Vater, der Grund warum ich immer noch hier bin. Ich dachte daran, was diese ganze Coronageschichte mit mir macht, dass ich meinen Vater seit Monaten nicht besuchen kann und so weiter. Und dann sah ich den Adler und ich merkte, wie ein Satz in mir aufploppte: What if this would not happen to you, but for you?
Was wäre, wenn all das was jetzt passiert nicht dir passiert also gegen dich ist sondern für dich ist? Ich weiß es ist ein Satz, der teilweise überstrapaziert ist der ganz viel auch mit spirituellem Bypassing zu tun haben kann. Wo man ganz schnell sagt: Es passiert ja für dich, also sei mal nicht so! Und wo mal auch mal ganz ehrlich sagen muss, manchmal ja gibt echt Scheißsituationen, die man nicht sofort gut finden muss und wo ich nicht sofort „WhoopWhoop“ sage. Wo es wichtig ist eben auch die unangenehmen Emotionen zu fühlen, bevor man diese durch das Bypassing und diesen Satz negiert.
Dennoch als ich das über das Feld lief und der Adler über mich Kreis dachte ich mir: Was ist wenn dort eine Wahrheit drin ist? Wenn es für mich passiert? Auch wenn das, was gerade passiert herausfordernd für mich ist, mein Leben gerade hin und hergeschoben wird und die Unsicherheiten und Emotionen da sind , das Gefühl die Kontrolle abgegeben zu haben präsent ist. Was ist, wenn die Ohnmacht, die zu spüren ist, die ich wirklich spüren kann, weil ich einfach an vielen Stellen nicht selbstständig entscheiden kann, durch die aktuelle pandemische Situation, wenn das was da hochkommt für mich ist. Was ist wenn all das gerade für mich arbeitet? Durch mich geschieht? Was wäre, wenn ich daraus ein Gold-Nugget ziehen kann? Sofort kam mir der Satz:
Aus dem schwärzesten Schwarz wird das Gold geboren“
Phillipp Carr-Gomm
Was wäre, wenn dies jetzt das schwärzeste Schwarz ist? Dann wäre dies der Moment für moderne Alchemie….
Möge dieser Impuls eine Einladung sein, die Dinge noch einmal anders anzusehen. Eine Option dich von einigen Sachen zu befreien. Ich wünsche dir, dass du von der Ohnmacht wieder in die Macht kommst. Viel Spaß mit dieser modernen Alchemie!
Wenn du dich fragst, wieso zu Christi Himmelfahrt grölende betrunkene Männergruppen durch die Gegend ziehen und warum wir überhaupt Christi Himmelfahrt feiern, dann bist du hier richtig. Denn wir machen uns auf zum Ursprung – der Geschichte vor der Geschichte.
Die christlichen Feiertage nehmen die meisten von uns wahr, wenn sie uns einen freien Tag bescheren oder mit familiären Traditionen verknüpft sind. Ich nutze ja immer die Gelegenheit zu schauen, was die Geschichte hinter der Geschichte ist. Denn oftmals ist es so, dass christliche Feiertage bewußt auf heidnische Feiern gelegt wurden oder Geschichten geschaffen wurden, die der ursprünglichen Mystik entsprachen und dann leicht abgewandelt mit anderen Protagonisten zur neuen Geschichte wurden. So nahm man den Menschen nicht komplett ihre Tradition, sorgte durch das neue Narrativ jedoch dafür, dass diese spätestens 2 Generationen später in Vergessenheit gerät.
Wie alles begann
Wenn du dich jetzt fragst, was denn an Christi Himmelfahrt irgendwie naturspirituell sein soll, dann habe ich was für dich. Denn: ganz früher, als die Mondzeit noch ein rhythmusgebendes Element war, galten eben diese Abstände – von Mond zu Mond. Beltane wurde immer am 5. Vollmond nach der Wintersonnenwende gefeiert. Doch die Feierlichkeiten dauern nicht nur einen Tag. Zum Vollmond wurden die Feuer entzündet, die Bräuche wurden in den kommenden Tagen und Wochen durchgeführt. Denn die Vermählungen, Tänze um den Maibaum, Segen der Felder und Tiere braucht Zeit. So ist Beltane eine Feier und gleichzeitig läutet es eine Zeit der Vermählung und Fruchtbarkeit ein. Bis zur Sommersonnenwende der Sonnengott Baldur seine absolute Stärke erreicht.
So wurde zu Beginn des Christentums die lange Feierzeit übernommen. Man feierte nach Ostern, welches auch ein Mondfest ist, gut 50 Tage bis zu dem Fest, welches wir heute als Pfingsten kennen. Doch schon um 370 nach Christus wurde dieser Brauch verändert. Nun feierte man Christi Himmelfahrt auf einmal als eigenes Fest – in Anlehnung an die 40tägige Fastenzeit. Im Mittelalter wurde im Zusammenhang mit der Missionierung und Christianisierung auch die Feierlichkeit zu Christi Himmelfahrt immer „populärer“.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Ganz früher war Beltane Anlass, das Land nochmals zu segnen, auf dem man Landbau betrieb. Ganz früher wurde dieser Segen von den Frauen gemacht. Bis zu dem Moment in dem Land zu Besitz wurde und der Besitz den Männern gehörte. Ursprünglich bat man um den Segen der Erde, später des Himmels. Dazu wurde das Land abgelaufen. Gaben die Frauen noch ihr Blut und Blumen, so blieben den Sträuße als Gaben und der Vorstand des Hauses – der Patriarchat schritt seinen Grund ab. Nach und nach wurde dieser Segen zu einem Ereignis, an dem man ihm begleitete. Was sich lange erhalten hat, waren die Bitttage, abgeleitet von dem Segnen der Felder, welche Ende des 4. Jahrhunderts als Alternative zu den heidnischen Bräuchen eingeführt wurden. Langsam verschwanden die alten Bräuche und aus dem Feldsegen wurde ein Grundbesitz-Umgang. Dieser wurde von den Herren begangen und nach und nach mit mehr Alkohol begleitet. Man tauschte den „Spirit“ gegen den „Sprit“… so entstand dann das, was wir heute als grölende Männergruppen mit Bollerwagen kennen. Deswegen wurde es auch der Vatertag, denn es waren die Väter, die das Grundstück umschritten.
Es lohnt sich also immer einen Blick hinter die vermeintliche Geschichte zu werfen. Gerade das Beispiel von Christi Himmelfahrt zeigt, wie die Kirche systematisch heidnische und urtümliche Zusammenhänge auseinandergerissen hat und diese in kleine Elemente untergliedert hat. Dies ist ein klassisches Element der Kolonialisierung und Missionierung.
Veränderung des Narrativ
Stellen wir uns vor, dass die Geschichten einer Kultur aus einer Buchreihe bestehen. Teile ich diese voneinander, vergessen die Menschen, dass es eigentlich eine Reihe war. Trenne ich dann auch noch die einzelnen Kapitel aus jedem Buch und tue so, also ob diese überhaupt nicht miteinander zusammenhängen sorgt dies dafür, dass der rote Faden des Gesamtwerks verloren geht. Diese „Kurz-Geschichten“ kann ich dann weiter abwandeln und meinem Narrativ entsprechend verändern, denn keiner weiß mehr so genau, warum sie eigentlich so erzählt wurden, wie sie erzählt wurden. Wenn ich dann obendrein die einzelnen Stämme noch umsiedele, ihnen also auch noch die landschaftlichen Marker und Erinnerungen nehme, in denen die Geschichten und Traditionen leben, dann habe ich innerhalb von wenigen Generationen ein entwurzeltes Volk, welches sich nicht mehr wirklich daran erinnert, wer sie eigentlich sind. Mehr dazu hier
Diese Menschen stolpern dann in Gruppen besoffen durch die Gegend, anstatt sich daran zu erinnern, dass sie eigentlich mal in tiefer Verbundenheit mit der Natur um deren Segen für ihre Ernte gebeten haben.
Vieles von dem was wir aktuell in der Welt beobachten können geschieht aus dem Gefühl der Entwurzelung, aus der verzweifelten Suche nach der Wahrheit oder Antworten in den falschen Geschichten, aus der daraus entstehenden Wut und dem Frust, welcher an denen ausgelassen wird, die symbolisch für all das stehen, weswegen die Bücher getrennt wurden.
Wiederverbindung im Hier und Jetzt
Erlauben wir uns wieder die alten Geschichten zu hören, machen wir uns die Mühe nach dem zweiten Teil oder der ersten Version zu suchen, dann lauschen wir einer Mythologie, welche uns inneren Frieden und Verwurzelung geben kann. Sogar an so einem Tag wie Christi Himmelfahrt.
Wenn du Lust hast nutze den Tag also, indem du hinaus gehst in deinen Garten oder auf deinen Balkon trittst und um Segen bittest. Laufe das Land ab, auf dem du zuhause bist – das kann auch dein Viertel in der Großstadt sein – und bitte um den Segen, bzw. segne es. Gebe Wasser auf die Straßenecken mit der besten Intention für alle die dort leben, bitte um Wachstum und eine gute Ernte für alle – das können dicke Früchte am Tomatenstrauch sein oder gut gehende kleine Läden, die für Fülle und Vielfalt stehen. Bevor du losziehst, bitte deinen Ahnen um Unterstützung, sie erinnern sich an das was vorher war. Vielleicht bekommst du ja auch noch etwas Inspiration, wie Blumen streuen, ein Lied singen, oder andere Gaben. Traue dich dem zu folgen.
Ich wünsche dir einen wunderbaren Gang und eine gute Verbindung mit deiner Umgebung. Und ich freue mich zu erfahren, wie es dir mit Christi Himmelfahrt nun geht.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Google Maps. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.