Dein Zuhause als Spiegel deiner Energie

Dein Zuhause als Spiegel deiner Energie

Während wir mit diesem Oktober-Vollmond in den letzten Monat des Jahreskreises eintreten, ist es der perfekte Moment um dich zu fragen: welche Veränderungen hast du zu Hause vorgenommen, um die neue Welt und die neue Jahreszeit zu ehren?

Erlaube deinem Space deine wahre Energie zu repräsentieren.


Dein Zuhause ist eine Erweiterung deines Energiefeldes. Deswegen war die Hausfrau bei unseren Ahnen auch soviel mehr als das, was heute von ihr übrig geblieben ist. Sie war für die Energie all derjenigen verantwortlich, die in dem Haus und auf dem Hof lebten. Sie sorgte dafür, dass das Feuer immer brannte, dass die richtigen Kräuter bereitstanden, dass das Brot mit Liebe gebacken wurde und den Geistern und Ahnen ihre Gaben unter den Hollerbusch gestellt wurden.
Praktiken wie das Reinigen deiner Wohnung, das Umstellen von Möbeln, das Ordnen von Schränken und das Wegräumen von Gegenständen, die deinen Raum vollstopfen können einen tiefgreifenden Einfluss auf deinen Geist und Körper haben. Die Zeit für einen Herbstputz ist jetzt.

Zu Beginn eines jeden Tages reinige ich meine Wohnung mit Rauchwerk, gieße Wasser aus und spreche Gebete.

Wie segnest und ehrst du deinen Raum?


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Zeit für den Herbstputz und Magie in der Wohnung

Zeit für den Herbstputz und Magie in der Wohnung

Alle kennen den Frühjahrsputz, doch was hat es mit den Herbstputze auf sich? Wir befinden uns mittlerweile offiziell im Herbst, das heißt im Jahreskreis sind wir eingetreten in die Himmelsrichtung Westen, das Element Erde. Wir befinden uns jetzt in der Richtung in die Dunkelheit, das heißt wir haben das Licht verlassen die Sonne ist am untergehen. Wir sind noch nicht ganz in der Dunkelheit angekommen und damit ist dies auch die Einladung, den Herbst in seiner Fülle zu würdigen und zu sehen, dass es viele magische Momente und Traditionen gab, die wir auch heute in unseren Alltag integrieren können.


Der Herbstputz ist aktuell kein großes Ding in unserer Gesellschaft. Zum einen, weil wir alle so fixiert auf Sommer und Licht sind – und deswegen auch den Frühjahrsputz zelebrieren der uns dem näher bringt. Wir haben oft die Energie von Winter und Dunkelheit ist nicht so gut, wie Sommer und Licht und so versuchen wir auch das Jahr künstlich, also zyklisch künstlich, zu verlängern, indem wir die kommende zeit mit Aktivitäten voll packen. Es gibt den Jahresendspurt, bei dem wir uns alle nochmal verausgaben sollen, obwohl der ursprüngliche Zyklus sich eigentlich schon ganz woanders befindet. Der Herbstputz also hat quasi die gleiche Qualität  wie wir sie vom Frühjahrsputz kennen, jedoch im Hinblick auf die Zeit, in der wir wieder mehr Zeit im Innen verbringen. Im Frühling machen wir die Fenster sauber, wir reinigen sozusagen die Energie, die vom Winter hängengeblieben ist. Die durch unser vieles drinnen sein entstanden ist und die sich jetzt lösen und bewegen darf. Wir bringen frische Energie rein. Der Herbstputz ist die andere Seite der Medaille.

Zeit für Einkehr

Wir sind jetzt die ganze Zeit draußen gewesen, wir sind viel unterwegs gewesen, wir haben uns viel durch die Gegend bewegt und jetzt kommt so langsam die Zeit, in der wir uns wieder nach innen orientieren. Und damit eben auch wieder mehr Zeit in unseren vier Wänden zu verbringen. Und so lädt und der Herbstputz ein, nochmal auch durch die eigene Wohnung zu gehen und auch bei uns selber genau zu gucken: was bleibt, was geht? Was ist es, was ich an Qualitäten oder auch an Routinen oder an Dingen die ich mache, mitnehmen möchte? Welche kann ich anpassen, verändern?

In dem Video verrate ich dir meine persönlichen Tipps und wie ich meine Wohnung umgestalte und was die wahre Magie der Hausfrau war…

Im Fluß der uralten Rhythmen

Abschließend möchte ich auch noch einmal auf das Thema Winterdepressionen und Verstimmungen eingehen. Wir alle kennen die Zeit, in der kollektiv begonnen wird die Winterzeit zu verdammen und wir in inneren Widerstand zu der Zeit gehen. Denn im Kern wollen wir alle ewigen Sommer und Sonne. Doch genau dieser innere Widerstand führt dazu, dass wir uns eben nicht einfach auf den Fluss der Zeiten einlassen und die jeweiligen Schönheit des Moments sehen. Und vor allem hindert es uns daran zu erkennen, dass die Idee vom Jahresendspurt im Vergleich zu den uralten Rhythmen echt jung ist. Dass uns Mutter Natur einlädt uns auszuruhen und sacken lassen zu sacken, was im Sommer passiert ist, was wir im Herbst geerntet haben. Im November können wir uns bewusst mit unseren Ahnen und Wurzeln verbinden. Und im Dezember ganz bewusst und langsam anfangen nach vorne zu blicken. Nach der Wintersonnenwende laden uns die Raunächte ein in die Zukunft zu blicken und im Januar unsere Intentionen zu setzen. Erst im Februar kommt dann das Licht zu Imbolc zurück und wir beginnen wieder die Nase nach draußen zu stecken.

Ich habe selber gemerkt, dass ich früher richtig krasse Winterverstimmungen hatte und ich habe so einiges ausprobiert dagegen anzugehen. Was wirklich geholfen hat war das Einlassen auf die Jahreszeiten. Und so ist der Herbstputz auch wirklich eine magische Einladung dafür, dein ganzes System auf die Zeit voller Kerzen, großen Teetassen, Kuscheldecken, Leseabenden und was noch für dich dazu gehören mag, einzustellen.

Die Fülle des Abschlusses

Die Fülle des Abschlusses

Wir bewegen uns auf den Vollmond am 01. Oktober zu. Der Oktober wird eingerahmt von 2 Monden, am 01. und am 31. – ein Thema, bei dem die Wellen gerade höherschlagen. Für mich persönlich jedoch ist es eher unerheblich, da der gregorianische Kalender für mich zwar hilfreich ist, um mich zu verabreden, doch er bestimmt nicht meinen Rhythmus. Das tun Jahreszeiten, der Lauf von Mond und Sonne und die Verbindung mit meinen Ahnen.


Dennoch hat der Vollmond diese Woche eine besondere Bedeutung, denn er markiert das Ende der Erntezeit. Vielleicht kam sie dir dieses Jahr besonders lang vor, auch dadurch, dass ich dafür immer wieder Impulse gegeben habe. Vielleicht hast du dich das erste Mal bewußt mit dieser Periode auseinander gesetzt. Vielleicht hast du schon vor ein paar Tagen das Gefühl gehabt, deine persönlichen Vorratsräume sind voll. Der Vollmond markiert die Fülle der Ernte – das Maximum, was möglich ist. Und so ist es auch für uns eine Einladung darauf zu vertrauen, dass das was wir bis jetzt eingeholt haben gut so ist, wie es ist. Wir dürfen uns von Angst, Mangel und Kontrolle verabschieden und vertrauen.

Und damit ist dieser Impuls eine liebevoll gemeinte Einladung wirklich jetzt noch mal Revue passieren zu lassen.

Es ist eine Einladung ganz bewusst noch einmal durch den letzten Zyklus zu gehen – also vom 01.November (im gregorianischen Kalender) bis jetzt. Denn der Jahreskreis endet und startet mit Samhain, welches oft zum 31.Oktober gefeiert wird, im Kern jedoch ein Mondfest ist, welches traditionellerweise zum 11. Neumond begangen wurde. Damit hat es kein fixes Datum im Kalender, sondern lädt und ein uns wieder mit dem Lauf des Mondes vertraut zu machen.

Wenn ich durch den Zyklus gehe, dann passiert es ganz oft, dass mir Dinge wieder bewusstwerden, die ich schon vergessen hatte, Ich hole ganz bewusst ein, was sich im Außen gezeigt hat und auch das, was durch die Ereignisse im Inneren zu neuen Erkenntnissen geführt hat. Hole ich so meine Ernte ein, dann hilft es mit in den neuen Zyklus mit einer neuen Klarheit zu gehen und zu erkennen:

  • Wovon darf es noch mehr geben?
  • Welche Schleife möchte ich nicht noch mal haben?
  • Welche Erlebnisse kann ich von vornherein vielleicht auch anders gestalten?
  • Welche Momente ja kann ich vielleicht auch bewusst anders angehen?

Mit dieser Bewusstheit kommen Intentionen, die wir dann bewusst im kommenden Zyklus in die Welt bringen können. Das muss nicht sofort sein, wir können uns entspannt Zeit lassen bis zu den Raunnächten – das ist erst nach Weihnachten und nach der Wintersonnenwende. Diese Intention und diese Klarheit uns, dass wir uns weiterentwickeln auf der Spirale und nicht im Kreis des ewigen Wiederholen stecken bleiben.  


Equinox – innere Balance: Wie toxisch ist der innere Mann?

Equinox – innere Balance: Wie toxisch ist der innere Mann?

Es ist Tagundnachtgleiche – Equinox. Und direkt vorab – es gibt keinen Grund zur Eile oder zur Panik, dass du eventuell ein Ritual oder eine Zeremonie verpasst hast, auch wenn du dies erst später siehst. Vielleicht erinnerst du dich an den Impuls: »Intention ist stärker als der Kosmos«. Die Tagundnachtgleiche ist der Moment, in dem das „frühe Jahr“ offiziell beginnt – sie ist das persische Neujahr und der Beginn des astrologischen Jahres.  Es ist die Zeit in der die Natur sichtbar erwacht, die Tiere in voller Brunft sind und die Sonne merklich wärmer wird.  Neben der Initiationsenergie der Tagundnachtgleiche geht es auch um Balance. Dunkel und Licht stehen sich gegenüber, „innerer Mann“ und „innere Frau“ begegnen sich und schauen sich in die Augen.

In unserer Gesellschaft kommen wir aus einer toxisch maskulinen Energie. Das heißt, die maskuline Energie, die wir draußen wahrnehmen, das ist oftmals nicht die maskuline Energie in ihrer positiven Form, sondern es ist eine überbordende maskulin toxische Energie. Doch genauso wie es eine überbordende maskuline toxische Energie gibt, gibt es auch eine toxisch feminine Energie. Die ist oftmals passiv aggressiv und macht unterschwellige verborgene Vorwürfe. 

Equinox ist der Moment in dem Tag und Nacht gleich lang sind. Es ist ein wunderbarer Moment in die Balance zu gehen – in diesem Fall die Balance unserer inneren Energie. Denn jede von uns trägt feminine und maskuline Energie in sich. Es gibt quasi eine Inner.Equinox zu der äußeren Equinox. Oft ist es so, dass wir als Frauen ganz viel an unserer femininen Kraft arbeiten – und das ist auch total richtig, gut und sinnvoll. Und gleichzeitig ist es gar nicht so irrelevant mal zu gucken, was es eigentlich mit unserer maskulinen Seite auf sich hat.

Denn in unserer Gesellschaft kommen wir aus einer toxisch maskulinen Energie. Das heißt, die maskuline Energie, die wir draußen wahrnehmen, das ist oftmals nicht die maskuline Energie in ihrer positiven Form, sondern es ist eine überbordende maskulin toxische Energie. Genauso wie es eine überbordende maskuline toxische Energie gibt, gibt es auch eine toxisch feminine Energie. Die ist oftmals passiv aggressiv und macht unterschwellige verborgene Vorwürfe. 

Bist du in deiner Balance?

Diesen Moment zu Equinox können wir also wunderbar nutzen, einfach mal in uns hinein zu spüren: Was bedeutet maskuline und feminine Energie eigentlich für mich? Was bedeutet es für mich, wenn beide in Einklang sind? Wenn deine feminine Seite stark ist in ihrem positiven Ausdruck, dann kann auch deine maskuline Seite im Inneren stark werden im positiven Ausdruck. Das heißt, es ist nicht der Mindfuck, sondern es ist die logische Folgerung aus dem Flüstern der Seele. Du agierst nicht mehr in „Oh mein Gott, wie kann ich das nur schaffen?“ sondern fragst dich: „Wie kann ich das Gefühl und diese Vision Schritt für Schritt in die Welt bringen?“

In diesem Impuls möchte ich dich einladen selber einmal hinein zu spüren und bei dir zu prüfen, wie viel toxische Maskulinität eigentlich noch in dir steckt. In ganz vielen von uns ist es noch eine ganze Menge. Ich kenne das auch manchmal noch von mir selber, es sind die Momente, wo wir gepusht werden, wo wir uns selber pushen, wo wir uns selber keine Ruhe gönnen, wo wir sagen: Du musst weitermachen, auf geht’s, noch mehr, höher, schneller, weiter…. Und gleichzeitig nicht dieser femininen Energie den Raum geben, ihr zuhören und in sie rein spüren. Zu gucken, wo darf meine feminine Kraft noch mehr in ihre Kraft gehen, wo darf diese Unterstützung Stimme lauter werden, wo darf ich meine Intuition mehr folgen, wo kann ich oder auch wie kann dieser Energie von Hingabe noch mehr Raum geben?

Wenn die feminine Seite und die maskuline Seite in dir im Einklang sind – was dann?

Ich hatte eine Kundin, die hat mir noch einmal direkt vor Augen geführt, was unser Fokus auf das eine oder das andere bedeutet.  Denn: sie hatte immer zu den Zeiten des Sonnenwechsels krasse Migräne, also an den Sonnenfesten reagierte ihr Körper. Die Lösung war eine Einladung, die Perspektive zu ändern. Und das ist auch meine Einladung an dich mit dem heutigen Impuls. Diesen Moment der Balance zu nehmen und vielleicht nicht mehr den Sonnenaufgang anzugucken, sondern den Monduntergang. Nicht auf den Sonnenuntergang zu fokussieren, sondern den Mondaufgang.

Auch in unserer Gesellschaft ist automatisch in der Regel der Fokus auf das maskuline Element, weil es so präsent ist. Doch was wäre, wenn wir unsere Perspektive verändern? Wenn wir wirklich nicht mehr auf die einzige Sonne am Himmel blicken, sondern uns darauf konzentrieren, wenn Mond und alle Sterne gemeinsam am Firmament leuchten. Der Energie der Nacht wieder mehr Raum geben, anstatt uns nur auf den Tag zu fokussieren? Die Kopfschmerzen meiner Kundin verschwanden übrigens, nachdem ihr dieser Zusammenhang klar war – nach über 20 Jahren…

Lasst uns die Perspektive wechseln

Das lässt sich auch weiter übertragen. Auch im Alltag zu beobachten: Sehe ich als Erstes auf den Mann oder bin ich bereit mich auf die Frau zu fokussieren? Meistens ist unser Impuls, weil wir so gewohnt sind und so erzogen wurden, sind auf die männliche Stimme zu hören. Doch was ist, wenn ich das Ganze von der anderen Perspektive angehe? Wenn ich nicht der lauten Stimme zuhöre, sondern der leisen Stimme zuhöre? Was passiert, wenn ich ganz bewusst nicht den geraden Weg gehe, sondern mit der Umwelt einfüge, den Umweg der Spirale nehme?

Diese Gedanken kannst du zu Equinox mitnehmen – und bei Inner.Equinox steigen wir richtig tief in das Thema ein. Beobachte dich einfach in den kommenden Tagen auch selber. Denn am Ende des Tages geht es darum, dass wir in uns selber unseren Inneren Mann und unsere Innere Frau wieder zum Tanzen bringen. Wenn wir das schaffen, dann wird sich auch die Welt da draußen verändern. Doch solange wir innerlich noch im Kampf sind, wird auch in unserer Gesellschaft immer wieder dieser Kampf deutlich.

Das ist es. Und es ist nicht alles Licht und Liebe

Das ist es. Und es ist nicht alles Licht und Liebe

Und zu Pfingsten kamen die Feuerzungen auf die Erde… denn: Erkenntnis kann sich auf viele Weisen zeigen. Es muss nicht immer die sanfte Erleuchtung sein, es kann auch die laute Erkenntnis sein, die mir entgegen schlägt.

Wer es bisher noch nicht erkannt hatte, der konnte es letztes Wochenende nicht mehr übersehen – die USA haben uns einen Spiegel vorgehalten. Uns? Ja, uns. Denn das, was wir in den USA beobachten, die systemische Ungleichheit, der systematische Rassismus, die niemals endende Kolonialisierung und Unterdrückung sind auch Teil unseres Lebens. Auch hier in Europa und Deutschland profitieren wir als weiße Menschen von den Vorzügen dieses Systems, welches uns zur „ersten Welt“ gemacht hat. 

Und ja, diese Erkenntnis kann unangenehm sein, doch sie ist notwendig. Und wer sich jetzt noch vor ihr verschließt, der hat im wahrsten Sinne des Wortes den Knall nicht gehört.

Spiritualität ist kein Wohlstands-Wohlfühl-Konsumgut

Ich weiß, dass es in der spirituellen Community oder Szene die Propaganda von ewigem Licht und Liebe gibt. Ich weiß, dass behauptet wird, ich müsste mich einfach immer nur auf das Licht fokussieren, dann wird alles gut. In dem Moment, wo „the shit hits the fan“, ist es jedoch egal, in welche Richtung ich mich drehe. Ewiges „Love & Light“ ist knallhartes Spiritual Bypassing. Ich weiß, wir hatten einige dieser Themen schon zum Anfang der Pandemie auf dem Tablet, er kann ermüdend sein, sie immer wieder zu hören. Doch solange wir nicht alles es verstanden haben, ist es meiner Meinung nach wichtig es immer wieder anzusprechen.

Genauso wie Rassismus und Diskriminierung. Nur weil wir einmal darüber gesprochen haben und im Nebensatz anerkannten, dass es Menschen gibt, die diese negative Energie in sich tragen, um uns dann wieder auf unser Meditationskissen unterm Traumfänger zu verziehen, verändern wir nicht. Schlimmer noch: wir unterstützen diese systemischen Ungerechtigkeiten und Ungleichheiten.

Spiritualität ist kein Wohlstands-Wohlfühl-Konsumgut. Wahre Spiritualität findet eben nicht nur in der Blase und hübsch arrangiert zwischen dem neusten Kartenset und den hippen Räucherstäbchen statt.

Wer mit weißer Kreide auf eine weiße Tafel schreibt, kann nichts sehen.

Jiddu Krishnamurti

Die Gewaltfreiheit im Yoga habe ich als Gewaltfreiheit auf allen Ebenen verstanden, was auch emotionale und spirituelle Gewalt und Missbrauch mit einbezieht. Wir haben es uns in der weißen spirituellen Wohlfühlblase bequem gemacht. Und ich kann es sogar verstehen, denn es sieht dort sehr schön aus – so instagrammable – und ich glaube auch immer, dass es dort frisch und blumig riecht. Auch in meinem Leben gab es eine Phase, in der ich zu dieser Blase gehören wollte, die Frauen dort, waren irgendwie all das, was ich nicht war. Ihre Haare glänzten, ihre Smooties waren perfekt, sie hatten genug Zeit zum journaling und Karten ziehen in ihren wunderschön eingerichteten Wohnungen, nahmen sich wahnsinnig viel zeit für körperliche Betätigung, hatten alle Badewanen die sie jeden Abend für ein weiteres Blütenbad nutzen und wirkten so „sophisticated“ während sie sich nebenher noch mit den weltlichen Problemen auseinander setzten. Diese Welt sah so friedlich und vielversprechend aus. Vor allem, nachdem ich jahrelang alleine auf meinem schmutzigen Weg mit meinen Schatten gerungen hatte, mich durch den Scheiß meiner Ahnen buddelte und meine Haare nie so schön und mein Körper nicht so perfekt aussah…

Und so buchte ich mein Ticket. Ich reiste zu Masterclasses nach New York, Workshops nach L.A. und besuchte Seminare in Berlin. Und für kurze Momente schien es mir, als ob dies die Community war, nach der ich gesucht hatte. Jedoch waren die Momente der Verwirrung und der Verwunderung größer. Jedoch konnte ich damals noch nicht genau sagen, was da eigentlich los war, dachte es läge an mir, bemühte mich weiter und merkte dann: dies ist nicht mein „Tribe“. Ich bin kein Junkie, hatte ich mich doch gerade durch meine Co-Abhängigkeit gearbeitet. Nachdem ich meine affirmations-gebrainwashtes Gehirn wieder klar bekommen hatte spürte ich, was mich wirklich verwirrte: das System, welches Love & Light predigte, war durchzogen von patriarchalen Strukturen, ungesunden Hierarchien, toxischen Botschaften und es handelte sich hier um Spiritualismus in Reinform.

Spiritualismus entsteht, wenn Spiritualität vom Kapitalismus kolonialisiert wird

Die Zeit, die so von Licht und Liebe erfüllt war, war die mit dunkelste in meinen spirituellen Ausflügen. Warum ich das teile? Auch ich brauchte einen Moment zu verstehen, dass es ein System gibt, welches sich spirituell nennt, jedoch durchzogen ist von weißem Privileg, weißer Vorherrschaft und totaler Egozentrik. Ein System, in dem der Ursprung von Botschaften nicht zitiert wurde, in dem es keine kulturelle Anerkennung gab, in dem es nicht um das Große Ganze, sondern um die Eine geht. Es dauerte für mich das zu erkennen, da ich von diesem System profitierte, solange es von mir profitierte selbstverständlich. Ich in Situationen war, wo ich mich in einer homogenen Gruppe befand, was den Wohlfühlfaktor deutlich anhebt und auch das Gefühl von Sicherheit. Wo ich „uplifted“ wurde, anstatt in die Unterwelt zu schauen. Es waren süße Momente eine bitteren Illusion. Und ich bin dankbar für jeden einzelnen Moment. Ich habe Freundschaften geschlossen mit ganz wunderbaren Menschen, die mit mir aus der Blase heraus sind und ich habe verstanden, dass Spiritualität ein sehr dehnbare Begriff ist.

Hast du es manifestiert oder war es weißes Privileg?

Wenn wir nun dieser Tage den Blick in die USA werfen, dann ist es wichtig zu erkennen, dass das, was wir sehen unangenehm und unbequem sein kann. Die Kultur, die wir bis Donald Trump so verherrlicht hatten, zeigt uns ihre echte Fratze. Das gibt es etwas jenseits vom Kaugummi und den Nylonstrümpfen der Nachkriegszeit, vor dem wir als weiße Europäer lange die Augen verschlossen haben, wenn wir auf Goop nach neuen Trends stöberten oder das nächste spirituelle Selbsthilfe Buch ( was in Wirklichkeit nie uns helfen sollte, sondern demjenigen der er vermarktete) vom nächsten weißen Young Spiritual Influencer bestellten. Wir haben uns blenden lassen von dem goldenen M, und beruhigen lassen von der Tatsache, dass ein Schwarzer Präsident wird und einlullen lassen von dem Fakt, dass Oprah die erfolgreichste Entertainerin ist. Und so haben wir einfach so getan, als ob die USA immer schon von weißen Menschen bevölkert waren, unsere Winnetou-Wahnvorstellungen romantisierend auf die Lebensrealität von Native Americans übertragen und schwarze Musik als Beweis dafür gefeiert, dass wir alle gemeinsam auf dem gleichen Dancefloor tanzen.

Es bewegt uns, weil es in uns ist

Doch spätestens jetzt hat uns die Realität eingeholt, wenn wir uns nicht unter unserer Lavendel-Schlafmaske versteckt haben. Und sie ist dreckig, brutal, unangenehm. Und irgendwie hilft es nicht mehr so zu tun, als ob das alles nichts mit uns zu tun hat. Denn dass, was wir in den USA sehen, passiert auch hier. Der Rassismus existiert. Und weil wir das spüren – auch wenn alle Menschen gleich sind – ist es so unangenehm. Es kommt eine Ahnung dessen auf, was wir ausgeblendet haben. Ein Gefühl, dass wir eben nicht besser sind, die besseren der weißen Menschen, sondern dass es Zeit ist, das Meditationskissen unterm Traumfänger zu verlassen, den Kurs im Wundern zur Seite zu legen und „Me and White Supremacy“ oder „Deutschland schwarz-weiß“ zu bestellen. Und uns an die Arbeit zu machen. Denn Antirassismus ist spirituelle Arbeit. Unseren eigenen Schatten anschauen ist spirituelle Arbeit. Spiritualität ist Arbeit. Es ist eine Entscheidung.

Spiritualität kann nicht einfach nur konsumiert werden, auch wenn uns das in den letzten Jahrzehnten so verkauft wurde. Eine Astrologieberatung buchen ist keine spirituelle Arbeit. Entscheidend ist, was danach passiert. Im Women Circle sitzen kann guttun, die Arbeit passiert jedoch, wenn ich ihn verlasse.

Wir haben soviel vom Zeitalter des Wassermann gehört, zu Beginn der Pandemie über den Beginn des neuen Zeitalter fantasiert. Und können wir uns kurz daran erinnern, worum es beim Wassermannzeitalter ging? Geschwisterlichkeit! Eines ist jedoch klar: Wer von uns auf einen Sonnenstrahl von oben gewartet hat, um die neue Zeit einzuleiten, hat sich getäuscht. Das große Erwachen ist jetzt. In diesem Moment. Es ist kein pinkes Einhorn oder eine Lichtgestalt, die vom Himmel kommt und dir einen Kristall in die Hand legt. Es ist die unübersehbare ungemütliche Ungerechtigkeit, die uns einlädt uns zu erheben.

„Es ist das schwärzeste Schwarz, aus dem das Gold entstehen kann.“ 

Philip Carr-Gomm

Das Wissen um die uralte Alchemie. Solange wir den Blick nur ins Licht richten, werden wir das Gold nicht bergen.

Zeit die Ärmel hochzukrempeln

Das goldene Zeitalter wird nicht passieren. Wir sind eingeladen hinzuschauen. Jetzt. In unserer eigene Dunkelheit. Und ja, auch ich habe noch viele Hausaufgaben zu machen, viel zu verlernen und unangenehme Momente mit mir selber vor mir. Denn auch ich bin in diesem System aufgewachsen und habe von ihm profitiert – die Ausmaße sind mir wahrscheinlich noch nicht komplett klar. Ich habe dieses Wochenende reflektiert und viele Momente gesehen, bei denen ich rückblickend unangenehm berührt bin. Und es ist an mir, diese unbequemen Emotionen auszuhalten, dadurch zu gehen und aus ihnen zu lernen. Denn: in der spirituellen Arbeit, die ich bisher gemacht habe, gab es nie einen Belohnungskeks von außen. Sondern immer nur die Erkenntnis, dass ich etwas neues über mich gelernt habe, dass ich etwas Altes transformieren konnte, dass ich die Zukunft verändern kann. Sobald ich dieser Arbeit mache, um dafür belohnt zu werden, sollte ich checken, wozu ich sie wirklich mache.

Es ist Zeit unsere Sicht der Dinge zu hinterfragen. Es ist Zeit unsere eingefahrenen Verhaltensweisen in Frage zu stellen. Es ist Zeit unsere Ahnenlinien zu heilen. Es ist Zeit die Traumata anzuschauen und zu erlösen, die uns dazu bringen die gleichen Dinge immer wieder zu tun. Es ist Zeit die ungemütliche Arbeit zu machen. Damit wir alle gemeinsam in ein neues Zeitalter schreiten können. Es liegt an jeder von uns, ob es wirklich das goldene wird.

Wenn zu Pfingsten das Feuer züngelt…

Wenn zu Pfingsten das Feuer züngelt…

Das lange Pfingstwochenende steht vor der Tür – die meisten von uns freuen sich über den freien Montag. Doch woher kommt Pfingsten eigentlich? Und wie können wir seine ursprüngliche Bedeutung auch noch in der heutigen zeit nutzen?

Die Ursprünge von Pfingsten finden sich in alten germanischen Maifesten und vorchristlichen Traditionen. Der Mai war ein Monat voller Feiern – es ist wieder warm, der Sommer hat endgültig über den Winter gesiegt, alles blüht. Und so reihten sich die Feierlichkeiten aneinander – das was wir heute als Walpurgisnacht, Christi Himmelfahrt und eben auch Pfingsten kennen. Damals wurde das alte germanische Maifest am zweiten Vollmond nach der Frühjahrstagundnachtgleiche gefeiert und dem schlossen sich weitere Feierlichkeiten und Bräuche an.

Pfingsten, so wie wir es heute kennen, ist aus einer Mischung von jüdischen Gebräuchen und christlicher Lehre, entstanden, welche sich dann, um die „gemeine“ Bevölkerung von der neuen Tradition zu überzeugen, mit germanischen Elementen gemischt hat. Doch noch bis in die heutige Zeit gibt es einige alte Traditionen, die regional überlebt haben. Denn früher gab es nicht das eine Deutschland, sondern es gab viele Stämme und Siedlungen, welche ihre eigenen Versionen der allgemeinen Bräuche hatten. So wird mancherorts weiterhin am Montag der Pfingstochse geschmückt und gemeinsam mit dem Kühen auf die Weide getrieben. Und beim Dreckschweinfest springen bunt bemalte Männer in eine Schlammkuhle um den Winter endgültig zu vertreiben.

Von Feuerzungen zu weiblicher Urkraft

Die christliche Erzählweise ist etwas anders. Dort senken sich zu Pfingsten die „Zungen von Feuer“ auf die Apostel herab. Dechiffriert waren diese nichts anderes als die Erkenntnisse, Offenbarungen und die Weisheit des Heiligen Geistes. Und hinter dem heiligen Geist steht ganz ursprünglich die jüdisch-christliche Urgöttin Sophia – auch bekannt als Shakinah. Sophia wurde als allumfassender Geist verehrt, stellt den Anfang der Schöpfung dar und gilt als die Quelle der Kraft. In der Bibel taucht sie als die uralte „Frau Weisheit“ auf. Später wurde aus ihr der Heilige Geist, verkörpert durch die Taube. Denn weibliche Weisheit passte eben nicht in das Konzept der Kirchenmänner.

Besinnen wir uns jedoch auf die Geschichte hinter der Geschichte, dann ist Pfingsten das Fest, an dem wir uns besonders gut mit dieser weisen weiblichen Urkraft in uns verbinden können. Es ist eine Einladung uns mit der Sophia in uns und um uns zu verbinden. Und so öffne auch ich dieses Wochenende mein Arme zum Himmel, um all die wunderbaren Ideen einzufangen, die mir die Göttin im wahrsten Sinne des Wortes „einflüstern“ will. Für dieses Pfingsten habe ich mir eine 5-schrittige S.O.F.I.A. Zeremonie zusammengestellt.

Deine S.O.F.I.A. Zeremonie

Strip

Als erstes trete ich der uralten Frau Weisheit so entgegen wie ich bin. Ich lege alles nieder, was ablenkt. Schmuck, Schminke, Schischi. Es ist fast ein wenig so wie beim Gang der Inanna in die Unterwelt, wo sie an jedem der sieben Tore eines ihrer Insignien ablegt. Was kannst du ablegen? Dazu gehören auch die Ideen davon, wie die Zeremonie laufen soll, die Vorstellungen davon, welches Ergebnis ich gerne hätte und das Festhalten an Wünschen zu potentiellen Botschaften. Das einzige, was ich behalte ist, für welches Thema ich mir eine Eingebung wünsche, wo ich noch einen kreativen Schub benötige oder neue Einsichten brauche, weil ich vielleicht feststecke.

Offering

Für mich ist eine Zeremonie ein geben und nehmen – genau in dieser Reihenfolge. Ein Offering kann Räuchern sein, Süßes für die Ahnen, Blumen für die Göttin, Nüsse für die Erdwesen, Kekskrümel für die Feen – was auch immer für dich in deiner Umgebung stimmig ist. Das größte Offering bist du selber. Deine Bereitschaft dich hinzugeben. Um meine Hingabe zu symbolisieren tanze ich oder singe. Tanzen ist Bewegung, Ekstase und Chaos – die perfekte Grundlage um die Weisheit der weiblich schöpferischen Kraft zu empfangen. Heutzutage sehen wir diese At von Hingabe noch in den Tänzen der Sufis.

Focus

Nach der fließenden Bewegung werde ich ruhiger und fange ich an durch meinen Atem die Energie zu fokussieren. Ich erinnere mich an den Fokus, den ich mir gesetzt habe. Als Symbol für die Erleuchtung, die „Zungen aus Feuer“, zünde ich mir eine Kerze an, fokussiere mich und beginne bewusst ein und aus zu atmen. Beim Einatmen nehme ich die Energie und Weisheit des Feuers in mir auf, beim Ausatmen gebe ich sie in mein ganzes System. Ich lasse die Ideen kommen, die Einsichten fließen und neue Erkenntnisse sich formen. Manchmal dauert es etwas, bis Bewegung entsteht. Ich atme so lange bewusst und lasse die Gedanken so lange in Bewegung, bis ich das Gefühl habe, es ist gut. dann sitze ich noch etwas länger und spüre nach. Es hilft sich dafür einen Wecker zu stellen, 10 Minuten sind eine gute Zeit. Dann büchsen wir nicht zu früh aus. Selbstverständlich kannst du auch länger sitzen bleiben, wenn du willst.

Intention

Um eine klare Intention zu setzen, schreibe ich nun auf, was ich gesehen, gespürt, gehört oder wahrgenommen habe. Das Festhalten dieser Essenz begleite ich mit Rauchwerk, wobei Weihrauch die Verbindung nach oben hält und Thuja für Klarheit sorgt. du kannst auch anderes Rauchwerk verwenden oder einen Aura Soma Pomander. Mach es für dich passend. Zu Pfingsten wird zum „Heilig-Geist-Schwingen“, eine geschnitzte Taube durch eine Öffnung der Kirchendecke herabgelassen und mit Weihrauch und Gebet empfangen und so empfange auch ich, was noch durch mich fließen will. Das empfangende Gebet ist für mich das Aufschreiben meiner Erkenntnisse oder Zeichnen der Bilder, die sich gezeigt haben. Für mich passt dabei das untenstehende Lied hervorragend, denn es gibt mir gleichzeitig einen guten Zeitrahmen.

Alignment

Nun richte ich mich aus. Denn das was empfangen wurde, soll in die Welt gebracht werden. Nach der feminin kreativen Energie, widme ich mich nun der manifestierenden maskulinen Energie. Ich lasse eine Struktur entstehen, in der die Essenz fließen kann, schreibe Sachen neu und ordentlich auf und erstelle Listen. Das Ausrichten verhilft mir zu einem klaren Überblick und dabei das Empfangene auf die Erde zu holen und greifbarer zu machen. Im Anschluss kommt nun die Frage: wie kann ich meinen Ochsen durchs Dorf treiben? Um die umsetzende Energie ins Fließen zu bringen finde ich für mich jeweils 5 Dinge, die ich innerhalb der nächsten 48 Stunden, der kommenden 7 Tage und bis Ende des Monats tun kann, um die Intention zu setzen und die Energie zu halten. Und dann lege ich los.

S.O.F.I.A. kann dir selbstverständlich auch jederzeit außerhalb von Pfingsten helfen. Für mich ist es immer besonders kraftvoll Zeremonien zu gestalten, die im Einklang mit den alten Rhythmen und Gebräuchen meiner Ahnen sind. Ich nutze diesen Moment dann auch immer, um mich mit ihnen zu verbinden. Und so bekommt die Geschichte von Pfingsten für mich eine Bedeutung, die weitaus tiefer ist als die, die mir an der Oberfläche vermittelt wurde. Die Geschichte hinter der Geschichte erinnert uns daran, wer wir eigentlich sind. Sie erlaubt es uns, uns wieder zu verwurzeln. Sind wir verwurzelt, können wir klar Entscheidungen treffen und haben Zugang zu unserer Kraft.

In diesem Sinne – erinnere deine Göttlichkeit!